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  <title>Natur des Glaubens</title>
  <link>http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/natur-des-glaubens</link>
  <description>&lt;p&gt;Zur Evolutionsbiologie der Religion&lt;/p&gt;
</description>
  <pubDate>Tue, 06 Jul 2010 13:58:25 +0200</pubDate>
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    <item>
   <title>Umzug in die Chronologs!</title>
   <description>
    &lt;p&gt;
Der Einstieg in die Wissenslogs vor einem halben Jahr war ein Experiment, das mir unheimlich viel Arbeit, aber auch Freude, Erfahrungen und wissenschaftlichen Gewinn (z.B. aus Diskussionen, Hinweisen und auch Begegnungen, ja Freundschaften) gebracht hat. Und ja, ich w&amp;uuml;rde es wieder tun!&amp;nbsp;Danke f&amp;uuml;r Ihr Interesse und Ihre Beitr&amp;auml;ge!&amp;nbsp;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&lt;strong&gt;Wir haben hier u.a. diskutiert, ob&lt;/strong&gt; 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
1. auch das Verhaltensmerkmal Religiosit&amp;auml;t in der Evolution des Menschen entstand. (&lt;a href=&quot;http://www.chronologs.de/chrono/blog/natur-des-glaubens/willkommen/2008-03-12/evolution-der-religiosit-t-wenn-denkmauern-fallen...&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Z.B. hier.&lt;/a&gt;)&lt;br /&gt;
(Meine Haltung war: Ja - wie sonst?) 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
2. ob Religiosit&amp;auml;t wie andere Merkmale also als Nebenprodukt anderer Funktionen entstanden ist, dann aber auch eigene, adaptive Nutzenfunktionen &amp;uuml;bernommen hat. (&lt;a href=&quot;http://www.chronologs.de/chrono/blog/natur-des-glaubens/evolutionspsychologie/2008-03-28/gott-im-kopf-wozu&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Z.B. hier.&lt;/a&gt;)&lt;br /&gt;
(Meine Haltung war: Wiederum ja - das ist der evolution&amp;auml;re Regelfall und wie sonst bzw. als Nebenprodukt von was w&amp;auml;re die schnelle und bei Sapiens und Neanderthaler konvergente Evolution religi&amp;ouml;sen Verhaltens seit der mittleren Altsteinzeit zu erkl&amp;auml;ren?) 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
3.ob wir diese m&amp;ouml;glichen, adaptiven Vorteile religi&amp;ouml;ser Vergemeinschaftung auch bei heutigen Homo Sapiens beobachten k&amp;ouml;nnen. (&lt;a href=&quot;http://www.chronologs.de/chrono/blog/natur-des-glaubens/grundlagen/2008-06-02/religionsdemografischer-fanpost&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Z.B. hier.&lt;/a&gt;)&lt;br /&gt;
(Meine Haltung&amp;nbsp;war: Eindeutig ja - in inzwischen Dutzenden unabh&amp;auml;ngiger Studien zeigt sich, dass auch heute religi&amp;ouml;se Menschen durchschnittlich deutlich mehr Kinder und also Reproduktionserfolg aufweisen als ihre konfessionslosen Nachbarn gleicher Bildungs- und Einkommensschicht. Dar&amp;uuml;ber hinaus passen auch die Daten zur unterschiedlichen Religiosit&amp;auml;t der Geschlechter in dieses evolution&amp;auml;re Szenario - &lt;a href=&quot;http://www.chronologs.de/chrono/blog/natur-des-glaubens/gretchenfrage/2008-04-04/gretchenfrage-sind-religi-se-frauen-dumm&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;die Gretchenfrage&lt;/a&gt; erweist sich z.B. als&amp;nbsp;funktional im&amp;nbsp;Rahmen&amp;nbsp;der sexuellen Selektion.) 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&lt;img src=&quot;http://static.twoday.net/religionswissenschaft/images/EvolutionReligionBalkenERS.jpg&quot; border=&quot;0&quot; width=&quot;400&quot; height=&quot;121&quot; align=&quot;absMiddle&quot; /&gt;&amp;nbsp; 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
In weiteren Beitr&amp;auml;gen durfte ich Ihnen u.a. &lt;a href=&quot;http://www.chronologs.de/chrono/blog/natur-des-glaubens/fa-von-hayek&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;&amp;Uuml;berlegungen eines Wirtschaftsnobelpreistr&amp;auml;gers&lt;/a&gt;&amp;nbsp;zum Thema, Arbeiten von Zwillingsforschern &lt;a href=&quot;http://www.chronologs.de/chrono/blog/natur-des-glaubens/grundlagen/2008-03-16/gene-f-r-glauben-neues-aus-der-verhaltensgenetik&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;zur genetischen Vererbung religi&amp;ouml;ser Anlagen&lt;/a&gt; (analog zur Musikalit&amp;auml;t), von Evolutionspsychologen zur &lt;a href=&quot;http://www.chronologs.de/chrono/blog/natur-des-glaubens/evolutionspsychologie/2008-03-28/gott-im-kopf-wozu&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;biologischen Funktionalit&amp;auml;t des Glaubens an &amp;uuml;bernat&amp;uuml;rliche &amp;quot;W&amp;auml;chter&amp;quot;&lt;/a&gt;, von Anthropologen zur &lt;a href=&quot;http://www.chronologs.de/chrono/blog/natur-des-glaubens/grundlagen/2008-04-12/gebote-rituale-was-nichts-kostet-ist-nichts-wert&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Funktion von Ritualen &lt;/a&gt;usw. vorstellen. 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Und auch &amp;uuml;ber philosophisch-erkenntnistheoretische Themen wurde berichtet und diskutiert: Z.B. &lt;a href=&quot;http://www.chronologs.de/chrono/blog/natur-des-glaubens/philosophische-fragen/2008-04-18/beten-roboter-wenn-sie-beten&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;ob Roboter beten &lt;/a&gt;oder &lt;a href=&quot;http://www.chronologs.de/chrono/blog/natur-des-glaubens/philosophische-fragen/2008-08-01/naturwissenschaft-atheismus&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Naturwissenschaftler Atheisten sein &lt;/a&gt;m&amp;uuml;ssen. (Was m.E. nat&amp;uuml;rlich nicht der Fall ist: Empirische Wissenschaft arbeitet methodologisch agnostisch, aber Wissenschaftler d&amp;uuml;rfen gl&amp;auml;ubig sein. Im stark s&amp;auml;kularisierten&amp;nbsp;Deutschland gilt es aber au&amp;szlig;erhalb der Theologien l&amp;auml;ngst als unfein.) 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&lt;strong&gt;Nun geht es weiter - in den Chronologs!&lt;/strong&gt; 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
F&amp;uuml;r das rege Interesse auch an den Diskussionen darf ich mich bedanken. In Zukunft m&amp;ouml;chte ich&amp;nbsp;aber zu den&amp;nbsp;Chronologs&amp;nbsp;beitragen und&amp;nbsp;dort Ph&amp;auml;nomene der Religionsgeschichte und vor allem Fallstudien zu ehemaligen und bestehenden Religionsgemeinschaften vorstellen.&amp;nbsp;Interessiert Sie z.B. die Geschichten der (kinderreichen) Mormonen und der (kinderlosen) Shaker? Den (auch demografischen) Erfolg der Juden und fr&amp;uuml;hen Christen gegen&amp;uuml;ber dem (auch reproduktiven) Abstieg der griechisch-r&amp;ouml;mischen Polytheismen? Das besondere Staat-Kirchen-Verh&amp;auml;ltnis in den USA, das seit Jahrhunderten besonders lebendige und kinderreiche Religionsgemeinschaften hervorbringt? Die Auswirkungen der franz&amp;ouml;sischen Revolution auf die Demografie Frankreichs im 19. Jahrhundert?&amp;nbsp;Darauf und auf vieles mehr freue ich mich! 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Martin Huhn war so freundlich, flei&amp;szlig;ig und f&amp;auml;hig, den technischen Umzug von &amp;quot;Natur des Glaubens&amp;quot; in die Chronologs zu gestalten. Dorthin sind auch alle bisherigen Beitr&amp;auml;ge und Kommentare kopiert und die Kommentarfunktionen frei. Danke, Martin! 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Und&amp;nbsp;im Startbeitrag zu den Chronologs, soviel sei verraten,&amp;nbsp;soll die Geschichte der Amisch erz&amp;auml;hlt werden - jener deutschsprachigen T&amp;auml;uferbewegungen des 17. Jahrhunderts, die vor der Vernichtung in die USA floh und dort bis heute ein enormes Wachstum (v.a. durch Kinderreichtum) verzeichnet. Interesse?&amp;nbsp;Es w&amp;uuml;rde mich sehr freuen! 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.chronologs.de/chrono/blog/natur-des-glaubens&quot;&gt;Zu &amp;quot;Natur des Glaubens&amp;quot; in den Chronologs geht es hier!&amp;nbsp; &lt;/a&gt;
&lt;/p&gt;
   </description>
   <link>http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/natur-des-glaubens/willkommen/2008-08-26/umzug-in-die-chronologs</link>
   <comments>http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/natur-des-glaubens/willkommen/2008-08-26/umzug-in-die-chronologs</comments>
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         <dc:creator>blume</dc:creator>
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    <category>Willkommen</category>
         <pubDate>Tue, 26 Aug 2008 20:10:39 +0200</pubDate>
   <source url="http://www.wissenslogs.de/wblogs/rss.php?blogId=23&amp;profile=rss20">Natur des Glaubens</source>
     </item>
    <item>
   <title>Gruppenselektion vor dem Comeback?</title>
   <description>
    &lt;p&gt;
Charles Darwin stand vor einem Dilemma. Warum hatte sich der Mensch zum (auch) &amp;quot;sozialen Tier&amp;quot; in Gemeinschaften entwickelt und nicht zu einem nur hemmungslosen Egoisten? Und er fand eine Antwort, die heute wieder aktuell wird. 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
In die &amp;quot;Abstammung des Menschen&amp;quot; schrieb&amp;nbsp;Darwin (S. 144): &amp;quot;Es ist &amp;auml;u&amp;szlig;erst zweifelhaft, ob Nachkommen der sympathischeren und wohlwollenderen Eltern oder derjenigen, welche ihren Kameraden am treuesten waren, in einer gr&amp;ouml;&amp;szlig;eren Anzahl aufgezogen wurden als Kinder selbsts&amp;uuml;chtiger und verr&amp;auml;therischer Eltern desselben Stammes. Wer bereit war, sein Leben eher zu opfern als seine Kameraden zu verrathen, wie es gar mancher Wilde gethan hat, der wird oft keine Nachkommen hinterlassen, welche seine edle Natur erben k&amp;ouml;nnen.&amp;quot; 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Seine Antwort fand er in der Gruppenselektion: &amp;quot;Ein Stamm, welcher viele Glieder umfa&amp;szlig;t, die in einem hohen Grade den Geist des Patriotismus, der Treue, des Gehorsams, Muthes und der Sympathie besitzen und daher stets bereit sind, einander zu helfen und sich f&amp;uuml;r das allgemeine Beste zu opfern, wird &amp;uuml;ber die meisten anderen St&amp;auml;mme den Sieg davontragen, und dies w&amp;uuml;rde nat&amp;uuml;rliche Zuchtwahl sein.&amp;quot; (S. 146) Die Selbstorganisation der &amp;quot;St&amp;auml;mme&amp;quot; erfolge &amp;uuml;ber &amp;quot;Lob und Tadel&amp;quot;, einsichtigem Verstand (auch der Egoist profitiert vom Gemeinschaftserfolg) - und der Religion, so Darwin. 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&lt;strong&gt;&amp;Uuml;bertriebene Gruppenselektion&lt;/strong&gt; 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Die Gruppenselektion wurde bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts au&amp;szlig;erordentlich popul&amp;auml;r und in inflation&amp;auml;rer Weise oft v&amp;ouml;llig undifferenziert auf V&amp;ouml;lker, Kulturen, Menschen- und Tier&amp;quot;rassen&amp;quot; und schlie&amp;szlig;lich gar auf ganze Gattungen (&amp;quot;Arterhaltung&amp;quot;) ausgedehnt. 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Dann schwang das Pendel nicht weniger extrem in die andere Richtung: Ab den 70er Jahren (und in interessanter, zeitlicher N&amp;auml;he zum &amp;quot;Erfolg&amp;quot;&amp;nbsp;des gesellschaftlich-kulturellen Individualismus) wurde Gruppenselektion nur noch als theoretisch m&amp;ouml;glich und irrelevant abgetan: Kooperationen entwickelten sich demnach ausschlie&amp;szlig;lich &amp;uuml;ber Verwandtenselektion und wechselseitige Deals (reziproker Altruismus). Am massivsten vertrat diese Auffassung der (laut Selbstbezeichnung) &amp;quot;Ultradarwinist&amp;quot; Richard Dawkins, dessen &amp;quot;egoistisches Gen&amp;quot; zum Longseller wurde und der Gruppenselektion auch in j&amp;uuml;ngster Zeit noch als &amp;quot;H&amp;auml;resie&amp;quot; bezeichnete. &amp;Uuml;ber Jahrzehnte - und teilweise bis heute - galt das Dogma, das Gruppenselektion in der biologischen Evolution keine Rolle spiele. 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&lt;strong&gt;Neuer Mittelweg: Multi-Level-Selection&lt;/strong&gt; 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Nur wenige Biologen haben dieser dominanten Lehre bislang zu widersprechen gewagt, nun aber sind zwei der derzeit bekanntesten Evolutionsbiologen nach vorne geprescht: In Evolution &amp;quot;for the Good of the Group&amp;quot;, erschienen im aktuellen American Scientist (&lt;a href=&quot;http://www.americanscientist.org/issues/feature/evolution-for-the-good-of-the-group&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;hier&lt;/a&gt;) werben David Sloan Wilson und Edward O. Wilson (nicht verwandt) daf&amp;uuml;r, endlich wieder anzuerkennen, dass sich auch &amp;quot;oberhalb&amp;quot; von Verwandtenselektion und reziprokem Altruismus Selektionsvorteile organisieren k&amp;ouml;nnen und dass es gelte, diese Fall f&amp;uuml;r Fall zu erforschen und zu beschreiben. Sie benennen eine Reihe von Beispielen aus dem Tierreich sowie neuere Experimente - vor allem aber auf die einzigartige Evolution des Menschen in Gemeinschaften. 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&lt;strong&gt;Evolution&amp;auml;re Religionswissenschaft im Mittelpunkt&lt;/strong&gt; 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&lt;img src=&quot;http://static.twoday.net/religionswissenschaft/images/ReligionssoziologieSoziobiologieBlume2007.jpg&quot; border=&quot;0&quot; width=&quot;400&quot; height=&quot;291&quot; align=&quot;absmiddle&quot; /&gt;&amp;nbsp; 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Im R&amp;uuml;ckblick erscheint es auch gar nicht mehr als Zufall, dass gerade auch die Religion ins Zentrum der Debatte ger&amp;uuml;ckt ist - schon Darwin vermutete ihren Selektionsvorteil auf Ebene der Gruppe. Emile Durkheim, der Begr&amp;uuml;nder der Religionssoziologie, kn&amp;uuml;pfte an diese Betrachtung an und wurde von Edward O. Wilson, der an Ameisen forschte, entsprechend gew&amp;uuml;rdigt. Aus der Sicht der Vertreter des &amp;quot;puren&amp;quot; Gen-Egoismus konnten Religionen dagegen keine weitergehenden, lebensdienlichen Wirkungen haben, weil es oberhalb von Verwandtenselektion und reziprokem Altruismus schlicht keine Wirkungen geben durfte. Religion konnte, durfte also nicht mehr als &amp;quot;Gotteswahn&amp;quot; (Dawkins) und keinesfalls adaptiv sein. 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Legend&amp;auml;r dagegen die Erwiderung von David Sloan Wilson: &amp;quot;Beyond Demonic Memes - Why Richard Dawkins is Wrong About Religion&amp;quot; (&lt;a href=&quot;http://www.skeptic.com/eskeptic/07-07-04.html#feature&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;hier&lt;/a&gt;) und sein Buch &amp;quot;Darwins Cathedral - Evolution, Religion and the Nature of Society&amp;quot; (&lt;a href=&quot;http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/4671173/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Rezension hier&lt;/a&gt;), das explizit und hervorragend recherchiert religi&amp;ouml;se Fallbeispiele als Belege f&amp;uuml;r Gruppenselektion heranzog. 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&lt;img src=&quot;http://static.twoday.net/religionswissenschaft/images/Darwins-Cathedral-DSWilson-cover.jpg&quot; border=&quot;0&quot; width=&quot;200&quot; height=&quot;299&quot; align=&quot;absmiddle&quot; /&gt;&amp;nbsp; 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Empirisch neigt sich die Waage derzeit klar der Adaptivit&amp;auml;t von Religiosit&amp;auml;t und Religionen zu: Religi&amp;ouml;s vergemeinschaftete Menschen pflanzen sich erfolgreicher fort (siehe &lt;a href=&quot;http://www.kas.de/wf/doc/kas_13362-544-1-30.pdf&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;z.B. hier&lt;/a&gt;), Rituale sichern Gemeinschaften vor Trittbrettfahrern (Artikel in Gehirn und Geist kostenfrei &lt;a href=&quot;http://www.gehirn-und-geist.de/artikel/838840&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;z.B. hier&lt;/a&gt;), auch Effekte im Rahmen der sexuellen Selektion werden ausgemacht (siehe &lt;a href=&quot;http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/natur-des-glaubens/gretchenfrage/2008-04-04/gretchenfrage-sind-religi-se-frauen-dumm&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;z.B. hier&lt;/a&gt;)... 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Steht also eine Renaissance der Gruppenselektion in differenzierterer Form an? Und&amp;nbsp;k&amp;ouml;nnte ausgerechnet die evolution&amp;auml;re Religionswissenschaft dabei m&amp;ouml;glicherweise eine Schl&amp;uuml;sselrolle spielen - und gerade auch aufgrund ihrer interdisziplin&amp;auml;ren Anlage als Geistes-, Kultur-&amp;nbsp;und Naturwissenschaft dazu beitragen k&amp;ouml;nnen, nicht nur das Ph&amp;auml;nomen Religion, sondern auch die Humanevolution und Evolution insgesamt besser zu verstehen? Ich vermute, wir haben im Bezug auf diese Themen ganz sch&amp;ouml;n spannende Jahre vor uns... 
&lt;/p&gt;
   </description>
   <link>http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/natur-des-glaubens/grundlagen/2008-08-21/gruppenselektion-vor-dem-comeback</link>
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         <dc:creator>blume</dc:creator>
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    <category>Grundlagen</category>
         <pubDate>Thu, 21 Aug 2008 14:12:42 +0200</pubDate>
   <source url="http://www.wissenslogs.de/wblogs/rss.php?blogId=23&amp;profile=rss20">Natur des Glaubens</source>
     </item>
    <item>
   <title>Naturwissenschaft Atheismus?</title>
   <description>
    &lt;p&gt;
&lt;span style=&quot;font-size: medium&quot;&gt;&amp;quot;Muss der &#039;wahre&#039; Naturwissenschaftler Atheist sein?&amp;quot;&lt;/span&gt; - so provokant fragte die katholische Akademie im wundersch&amp;ouml;nen Kloster Weingarten Ende Juni. F&amp;uuml;r den bekennend atheistischen Naturalismus sprach Prof. Dr. Bernulf Kanitscheider, f&amp;uuml;r die Evolutionsbiologe Prof.&amp;nbsp;Nico Michiels, aus katholisch-theologischer Sicht Prof. Wolfgang Beinert, als Philosophin Prof. Regine Kather und als Religionswissenschaftler mit Schwerpunkt auf der Evolution der Religiosit&amp;auml;t sowie eigentlich als Counterpart zu Prof. Kanitscheider (es kam dann ganz anders) war ich geladen. Wer mag: die Beitr&amp;auml;ge sind als mp3-und-Bildvortrag alle &lt;a href=&quot;http://www.forum-grenzfragen.de/grenzfragen/open/webtodate/diskurs/5320429ad30f4c00d.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;hier abrufbar&lt;/a&gt;. Da selber auch eher Leser, habe ich den eigenen Text &lt;a href=&quot;http://www.blume-religionswissenschaft.de/pdf/BlumeWahreNaturwissenschaftlerAtheistenWeingarten0608.pdf&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;als pdf auch hier&lt;/a&gt; verf&amp;uuml;gbar gemacht.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&lt;img src=&quot;http://www.benediktiner.de/d-maenner/kloester/weingarten.jpg&quot; border=&quot;0&quot; width=&quot;154&quot; height=&quot;220&quot; align=&quot;left&quot; /&gt;Aber gerade weil schon soviel&amp;nbsp;doziert wurde (und die Diskussionen nach den Vortr&amp;auml;gen und sp&amp;auml;ter bis in die sp&amp;auml;ten Nachstunden andauerten), m&amp;ouml;chte ich jetzt auch mal einfach schweigen und h&amp;ouml;ren bzw. lesen, was Sie denken. Was meinen Sie? M&amp;uuml;ssen wahre Naturwissenschaftler Atheisten sein? Oder ist empirische Wissenschaft vielleicht sogar sehr gut mit (welchem?) Theismus vereinbar?
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Versprochen: Ich bin jetzt mal einfach eine ganze Weile &amp;quot;ruhig&amp;quot; und einfach gespannt, was Sie denken.
&lt;/p&gt;
   </description>
   <link>http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/natur-des-glaubens/philosophische-fragen/2008-08-01/naturwissenschaft-atheismus</link>
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         <dc:creator>blume</dc:creator>
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    <category>Philosophische Fragen</category>
         <pubDate>Fri, 01 Aug 2008 14:57:57 +0200</pubDate>
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     </item>
    <item>
   <title>Bollywood, die sanfte Macht</title>
   <description>
    &lt;p&gt;
Als kleinen Beitrag zur Indienwoche, die gerade Stuttgart bewegt, m&amp;ouml;chte ich heute auf ein Ph&amp;auml;nomen hinweisen, dass gerade auch die Religionskulturen der Welt zu pr&amp;auml;gen beginnt wie kaum ein zweites: die Bollywood-Filme. Im religi&amp;ouml;s vielf&amp;auml;ltigen Indien entwickelt, erreichen&amp;nbsp;Spielfilme und&amp;nbsp;Serien&amp;nbsp;l&amp;auml;ngst Hunderte von Millionen Menschen weltweit - insbesondere auch in der islamischen Welt von der T&amp;uuml;rkei bis Afghanistan. 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&lt;strong&gt;Religion und Moderne&lt;/strong&gt; 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Zum Erfolgsgeheimnis der Bollywood-Filme geh&amp;ouml;ren nicht nur die Kombination von Musik, Farben und sch&amp;ouml;nen Menschen - sondern auch der eigent&amp;uuml;mliche Umgang mit Religion(en). So stammen die Schauspieler aus verschiedensten Traditionen - der wohl ber&amp;uuml;hmteste, Shah Rukh Khan, ist beispielsweise Muslim. Auch wird Religiosit&amp;auml;t nicht rationalistisch problematisiert, sondern als Begleitmusik gelingenden Lebens gew&amp;uuml;rdigt. Die verschiedenen Weisen der (nur scheinbar polytheistischen) Anbetung gelten dabei auf eine letzte Wirklichkeit, einen Gott bezogen. In den Kassenschlagern dienen religi&amp;ouml;se Rituale&amp;nbsp;immer wieder&amp;nbsp;dazu, zerfallene Welten wieder zusammen zu f&amp;uuml;gen. Lassen Sie mich dies am Beispiel des weltweit &amp;uuml;beraus erfolgreichen Dreist&amp;uuml;nders &amp;quot;Khabi Gushi Khabi Gam&amp;quot;, in Deutschland als &amp;quot;In guten wie in schweren Tagen&amp;quot; erschienen, darstellen. Anbei eine musikalisch-filmische Impression, eine von Dutzenden Fanvideos zum Epos: 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
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&lt;/object&gt;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mittelpunkt des Films steht die Familie, besonders die&amp;nbsp;Liebe zwischen Mutter und Sohn, die durch einen Generationenkonflikt zwischen Vater und Sohn um dessen Recht, selbst die Ehefrau zu w&amp;auml;hlen, gef&amp;auml;hrdet wird. Aber in Subplots werden ebenso Konflikte zwischen (Ehe-)Mann und (Ehe-)Frau, Geschwistern, Angeh&amp;ouml;rigen verschiedener Schichten und Kasten, Indern und Engl&amp;auml;ndern, konservativen und assimilierten Migranten u.v.m. emotional aufgespannt. W&amp;auml;hrend wir uns im s&amp;auml;kularen Europa angew&amp;ouml;hnt haben, Religion(en) auf die traditionalistische Seite zu schieben, erf&amp;uuml;llen die Rituale in Bollywood eine ganz andere Funktion: Sie vers&amp;ouml;hnen Tradition und Moderne, indem sie den Menschen (wieder) Halt geben. 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Im besprochenen Film wird das &amp;uuml;brigens sehr deutlich: Anfangs erscheint der reiche Vater westlich gekleidet, tanzt sogar einen gewagten, quasi-westlichen Tanz - aber seine innere Einstellung ist traditionalistisch und hart, er will die alten Rollenmuster nicht aufgeben. Am Ende des Films aber ist er gel&amp;auml;utert, hat seine Frau und seine S&amp;ouml;hne um Vergebung gebeten&amp;nbsp; - und die vers&amp;ouml;hnende Hochzeitsfeier findet wieder in indischer Tracht statt. Auch werden die traditionellen Gebote der Elternliebe und der Achtung des Gatten bekr&amp;auml;ftigt - und gleichzeitig neu gewogen: Kinder lieben ihre Eltern durch Aufrichtigkeit (auch im Widerspruch), Frauen ehren ihre M&amp;auml;nner, indem sie sie als fehlbare Menschen erkennen und Grenzen setzen. Die Botschaft lautet: Du kannst die Werte und Freiheiten der heutigen Zeit in Deiner eigenen Tradition entdecken - dies ist besser, als den Westen nur &amp;auml;u&amp;szlig;erlich zu kopieren. 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Wenn die indische Kricketmannschaft (!) gleich mehrfach gegen die englische gewinnt und eine englische Grundschulklasse die indische Nationalhymne intoniert, wird deutlich, dass hier l&amp;auml;ngst eine (m.E. berechtigte) Forderung deutlich wird, nicht mehr von oben herab betrachtet zu werden.&amp;nbsp; 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&lt;strong&gt;Der modernisierende Einfluss...&lt;/strong&gt; 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
...Bollywoods in Populationen von Millionen Haushalten, in denen manchmal Menschen kaum Lesen und Schreiben k&amp;ouml;nnen, ist kaum zu &amp;uuml;bersch&amp;auml;tzen. Erfolgreiche Bollywood-Soaps bilden die Folien von Werte-, Identit&amp;auml;ts- und Familiendiskussionen unz&amp;auml;hliger Menschen im Prozess der Modernisierung und erschlie&amp;szlig;en die Lebenswelten (und so &amp;auml;hnlichen Fragen) von Menschen anderer Regionen, Kulturen und Religionen. Familien, Rituale, Gebete werden so in ihrer Ersch&amp;uuml;tterung, aber auch in ihrer Re-formierung sichtbar (siehe dazu auch den MJR-Artikel &amp;quot;&lt;a href=&quot;http://web.uni-marburg.de/religionswissenschaft/journal/mjr/art_krueger_2004.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;It&#039;s all about loving your parents&lt;/a&gt;&amp;quot; meines religionswissenschaftlichen Kollegen Oliver Kr&amp;uuml;ger). Bollywood-Filme sind ein faszinierendes Ph&amp;auml;nomen und ich m&amp;ouml;chte behaupten, dass auch wir Europ&amp;auml;er ggf. einiges von ihnen lernen k&amp;ouml;nnen. 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Also, gute Information und Unterhaltung! (Und wenn Sie genug Sitzfleisch f&amp;uuml;r die ungewohnt langen Formate und ein Herz haben, halten Sie ein paar Taschent&amp;uuml;cher bereit! ;-) ) 
&lt;/p&gt;
   </description>
   <link>http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/natur-des-glaubens/phanomene/2008-07-17/bollywood-die-sanfte-macht</link>
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         <dc:creator>blume</dc:creator>
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    <category>Phänomene</category>
         <pubDate>Thu, 17 Jul 2008 19:03:11 +0200</pubDate>
   <source url="http://www.wissenslogs.de/wblogs/rss.php?blogId=23&amp;profile=rss20">Natur des Glaubens</source>
     </item>
    <item>
   <title>Mit neuem Konzept - Phänomenologie</title>
   <description>
    &lt;p&gt;
F&amp;uuml;r viele, gerade auch wissenschaftlich interessierte&amp;nbsp;Menschen&amp;nbsp;ist Religion offensichtlich auch ein sehr&amp;nbsp;emotionales Thema. Und wenn die&amp;nbsp;empirischen&amp;nbsp;Daten und Thesen nicht dem eigenen Weltbild entsprechen, wird auch schnell mal&amp;nbsp;die Qualifikation oder pers&amp;ouml;nliche Motivation&amp;nbsp;des&amp;nbsp;Wissenschaftlers in Frage gestellt - nicht etwa durch das Aufzeigen alternativer Daten oder Studien, sondern schlicht als Behauptung, gegen die sich der Blogger dann verteidigen soll. Dieser Trend, der zudem sehr zeitaufw&amp;auml;ndig ist,&amp;nbsp;hat mir zuletzt die Freude an den vielen, gro&amp;szlig;artigen Diskussionen hier - viele, etwa mit Edgar Dahl und Beate T., durchaus&amp;nbsp;kritisch und &amp;uuml;ber Hunderte Eintr&amp;auml;ge hinweg, aber immer in gegenseitigem Respekt&amp;nbsp;- doch etwas verdorben und es war meinerseits&amp;nbsp;wohl falsch zu glauben, man k&amp;ouml;nnte durch noch mehr Daten und Studien dagegen anargumentieren.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Nach entsprechenden Erfahrungen&amp;nbsp;habe ich mich daher entschlossen,&amp;nbsp;die Pr&amp;auml;sentation&amp;nbsp;empirischer Artikel und die Diskussion religionswissenschaftlicher Thesen&amp;nbsp;erst einmal hintan zu stellen und mich hier erst einmal auf die Pr&amp;auml;sentation religi&amp;ouml;ser Ph&amp;auml;nomene der Vergangenheit und Gegenwart zu beschr&amp;auml;nken. F&amp;uuml;r jene Leser, die den bisherigen Stil gesch&amp;auml;tzt haben, lasse ich die meisten empirischen Beitr&amp;auml;ge&amp;nbsp;gerne stehen -&amp;nbsp;und hoffe, dass einige&amp;nbsp;&amp;quot;Natur des Glaubens&amp;quot;&amp;nbsp;treu bleiben. Und in der echten Forschung, den Ver&amp;ouml;ffentlichungen und Tagungen, bleibt die Chance zum interdisziplin&amp;auml;ren Gespr&amp;auml;ch auch &amp;uuml;ber empirische Befunde ja bestehen. Denn Fu&amp;szlig;ball und Religionswissenschaft&amp;nbsp;haben auch dies gemeinsam: Sie machen solange Freude, solange fair, nach Regeln&amp;nbsp;und mit gegenseitigem Respekt gespielt wird.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&lt;strong&gt;Ph&amp;auml;nomen 1: Religiosit&amp;auml;t und Musikalit&amp;auml;t - Der gregorianische Gesang&lt;/strong&gt;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Haben sich&amp;nbsp;Religiosit&amp;auml;t und Musikalit&amp;auml;t in der Evolution des Menschen wechselwirkend ausgepr&amp;auml;gt? Daf&amp;uuml;r sprechen nicht nur Beobachtungen ber&amp;uuml;hmter Religionswissenschaftler (wie des Religions- und Musiksoziologen Max Weber), sondern auch das Ph&amp;auml;nomen, dass weltweit religi&amp;ouml;se Kulturen eigenst&amp;auml;ndige Musikstile hervorbringen. Anbei der gregorianische Gesang, mit dem&amp;nbsp;ein Zisterzienserkloster, die Abtei Heiligenkreuz, derzeit sehr bekannt wird - ohne auf Instrumentalmusik oder Special Effects zur&amp;uuml;ck greifen zu m&amp;uuml;ssen. Viel Spass beim H&amp;ouml;ren und Schauen.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
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&lt;/p&gt;
   </description>
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         <dc:creator>blume</dc:creator>
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    <category>Willkommen</category>
         <pubDate>Sat, 05 Jul 2008 11:02:27 +0200</pubDate>
   <source url="http://www.wissenslogs.de/wblogs/rss.php?blogId=23&amp;profile=rss20">Natur des Glaubens</source>
     </item>
    <item>
   <title>Bildung, Beten, Babys - Zum komplexen Zusammenhang von IQ und Religiosität</title>
   <description>
    &lt;p&gt;
Richard Lynn hat wieder zugeschlagen: Nach Frauen und Afrikanern attestiert der britische Intelligenzforscher nun auch Religi&amp;ouml;sen publikumswirksam einen niedrigeren Intelligenzquotienten - IQ - als s&amp;auml;kularen, m&amp;auml;nnlichen Europ&amp;auml;ern (&lt;a href=&quot;http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/4990005/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Auswertung, Kommentar und Links hier&lt;/a&gt;). Als unterst&amp;uuml;tzendes Argument wird ein Zitat aus Richard Dawkins Gotteswahn angef&amp;uuml;hrt, wonach es unter europ&amp;auml;ischen und US-amerikanischen Wissenschaftlern nur sehr wenige Religi&amp;ouml;se gebe. Also: Wie steht es um Kausalit&amp;auml;t und Sinnhaftigkeit dieses Vergleichs? Und warum verzeichnen die USA gleichzeitig einen hohen IQ und hohe Religiosit&amp;auml;t?
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Zun&amp;auml;chst sollte man wissen: Der Intelligenzquotient hat eine genetischen, eine kulturelle und nicht zuletzt eine sozio&amp;ouml;konomische Komponente, deren Wechselwirkungen seit Jahrzehnten erforscht und hei&amp;szlig; diskutiert werden. Unstrittig ist, dass es auch bei diesen F&amp;auml;higkeiten des Gehirns (wie &amp;uuml;brigens auch bei Musikalit&amp;auml;t und Religiosit&amp;auml;t) &lt;a href=&quot;http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/natur-des-glaubens/grundlagen/2008-03-16/gene-f-r-glauben-neues-aus-der-verhaltensgenetik&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;genetisch vererbte Veranlagungsunterschiede&lt;/a&gt; gibt. Allerdings werden diese Veranlagungen je kulturell unterschiedlich ausgepr&amp;auml;gt - in einer Kultur von Wildbeutern (und also beim Jagen und Sammeln) werden z.B. andere F&amp;auml;higkeiten ausgebildet und trainiert als in einer japanischen Mittelschule (und am Computer). Entsprechend steigt der durchschnittliche, in Tests ermittelte IQ in Gesellschaften mit sozio&amp;ouml;konomischer Entwicklung: Ern&amp;auml;hrung, medizinische Versorgung, kindliche Fr&amp;uuml;h- und Schulf&amp;ouml;rderung und nicht zuletzt Bildungschancen auch f&amp;uuml;r M&amp;auml;dchen bewirken einen Anstieg. F&amp;uuml;r Lynns Thesen war und ist das doppelt peinlich: So weisen nicht nur z.B. Afrikaner in wohlhabenden Gesellschaften steigende IQ-Werte auf, sondern auch Frauen holen die M&amp;auml;nner in Sachen Intelligenz und Bildungserfolg ein, &amp;uuml;berholen sie sogar teilweise.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Die gleichen Prozesse formen auch die Religiosit&amp;auml;t um. Schon die klassische Religionssoziologie wei&amp;szlig; zur S&amp;auml;kularisierung: Es sind zun&amp;auml;chst und vor allem die gebildeten Schichten (&lt;a href=&quot;http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/natur-des-glaubens/gretchenfrage/2008-04-04/gretchenfrage-sind-religi-se-frauen-dumm&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;und hier vor allem M&amp;auml;nner!&lt;/a&gt;), die sich aus traditionellen Religionsformen l&amp;ouml;sen. Denn zum einen werden sie h&amp;auml;ufiger (etwa im Rahmen von Ausbildung und Studium) aus den traditionellen Heimat-, Familien- und Gemeinschaftsstrukturen herausgel&amp;ouml;st. Sie erfahren von der Vielzahl an religi&amp;ouml;sen und weltanschaulichen Alternativen. H&amp;auml;ufig den besser versorgten Gesellschafsschichten angeh&amp;ouml;rend, sind sie auf die klassischen Funktionen religi&amp;ouml;ser Gemeinschaften - wie gegenseitige Hilfen im Falle von Familiengr&amp;uuml;ndung, aber auch Krankheit, Armut, Tod - immer weniger angewiesen. Stattdessen werden insbesondere die tradierten Sexual- und Familienregeln zunehmend h&amp;auml;ufiger als unsinnig empfunden, zumal moderne Verh&amp;uuml;tungsmethoden doch &lt;a href=&quot;http://www.buecher.de/shop/Buecher/Lust-ohne-Last/Juette-Robert/products_products/detail/prod_id/11352944/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;&amp;quot;Lust ohne Last&amp;quot;&lt;/a&gt; erm&amp;ouml;glichen. Die Folge: Eine gleichzeitige Abnahme von Religiosit&amp;auml;t und Zunahme von IQ, wie bereits &lt;a href=&quot;http://hypnosis.home.netcom.com/iq_vs_religiosity.htm&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;seit Jahren in Internetdarstellungen &lt;/a&gt;verf&amp;uuml;gbar. (Die USA sind in der Darstellung rot umrandet.)
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&lt;img src=&quot;http://static.twoday.net/religionswissenschaft/images/iq_vs_religion.jpg&quot; border=&quot;0&quot; width=&quot;400&quot; height=&quot;303&quot; align=&quot;absmiddle&quot; /&gt;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&lt;strong&gt;Aber Achtung - &amp;Uuml;berraschung!&lt;/strong&gt;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Als Carsten Ramsel, Sven Graupner und ich &lt;a href=&quot;http://www.blume-religionswissenschaft.de/pdf/blume_germ2006.pdf&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;2006 Daten der deutschen ALLBUS-Studie 2002 analysiserten&lt;/a&gt;, erwartete uns jedoch eine &amp;Uuml;berraschung: Bei den 35- bis 45j&amp;auml;hrigen war kein klarer Zusammenhang von religi&amp;ouml;ser Selbsteinsch&amp;auml;tzung und Bildungsstand mehr erkennbar, allenfalls noch eine &amp;quot;religi&amp;ouml;se Schw&amp;auml;che&amp;quot; in den mittleren Bildungsbereichen.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&lt;img src=&quot;http://static.twoday.net/religionswissenschaft/images/ReligSchulabschlBlumeMJR2006.jpg&quot; border=&quot;0&quot; width=&quot;400&quot; height=&quot;382&quot; align=&quot;absmiddle&quot; /&gt;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Traten wieder massenhaft Gebildete in die Religionen ein? Nein - die Daten belegten die starke Pr&amp;auml;gung der eigenen Religiosit&amp;auml;t durch die elterlichen Einfl&amp;uuml;sse, die wir erwartet hatten. Stattdessen fanden wir einen anderen Zusammenhang: Die reproduktive Schere war auseinander gegangen. Nichtreligi&amp;ouml;se hatten durchschnittlich seltener Kinder erzogen als Religi&amp;ouml;se - und unter Gebildeten nahm dieser Unterschied weiter zu! S&amp;auml;kularisierung findet weiterhin statt (&lt;a href=&quot;http://religionswissenschaft.twoday.net/topics/USA+religious/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;auch in den USA&lt;/a&gt;), aber sie wurde und wird&amp;nbsp;zunehmend dadurch ausgeglichen, dass ein wachsender Teil nicht nur der Aufsteiger, sondern auch der oberen Bildungs- und Einkommensschichten selbst in religi&amp;ouml;sen Familien aufgewachsen ist. Die scheinbar besiegte Religiosit&amp;auml;t w&amp;auml;chst so immer wieder (freilich oft in neuen, nicht-traditionalistischen) Formen nach. (&lt;a href=&quot;http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/natur-des-glaubens/grundlagen/2008-06-02/religionsdemografischer-fanpost&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Europ&amp;auml;isch-amerikanische Vergleichsdaten auch hier&lt;/a&gt;.)
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&lt;img src=&quot;http://static.twoday.net/religionswissenschaft/images/ALLBUSEinkommenGenerationenanteil.jpg&quot; border=&quot;0&quot; width=&quot;400&quot; height=&quot;319&quot; align=&quot;absmiddle&quot; /&gt;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Auch die Schweizer Volksz&amp;auml;hlung zeigte auf: Die Konfessionslosen bildeten keinesfalls die Bildungsspitze - in den j&amp;uuml;dischen Gemeinden und einigen kleineren, christlichen Gemeinschaften gab es bereits h&amp;ouml;here Anteile an Akademikern und Inhabern leitender Berufe. Und: Diese wiesen zudem deutlich h&amp;ouml;here Geburtenraten auf (&lt;a href=&quot;http://fowid.de/fileadmin/textarchiv/Religion_und_Reproduktion__Michael_Blume___TA-2007-6.pdf&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Vgl. hier&lt;/a&gt;, S. 4).
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
L&amp;auml;ngst gibt es auch eine ganze Reihe unabh&amp;auml;ngiger Best&amp;auml;tigungen f&amp;uuml;r diesen Befund: So werteten Lareen A. Newman und Graeme J. Hugo 2006 Daten der australischen Volksz&amp;auml;hlung und Interviews explizit auf die Fragestellung aus, wie sich weibliche Fertilit&amp;auml;t, Religion und Bildung zueinander verhielten (&lt;a href=&quot;http://www.jpr.org.au/upload/JPR23-1pp41-66.pdf&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;die Studie zum Download hier&lt;/a&gt;). Und auch sie fanden: Gebildetere sind h&amp;auml;ufiger nichtreligi&amp;ouml;s und haben weniger Kinder. Aber den religi&amp;ouml;s &amp;quot;standhaften&amp;quot; (und dabei meist keineswegs traditionalistischen) Gebildeten gelingt es, dem allgemeinen Geburtenr&amp;uuml;ckgang Widerstand zu leisten - sie heiraten eher und stabiler und erziehen mehr Kinder. Und auch die s&amp;uuml;daustralischen Daten zeigen: mit steigender Bildung nehmen die biografischen Optionen und damit der Geburtenabstand zu. Hier ein Vergleich der allgemeinen Geburtenentwicklung von Frauen in Adelaide (mitte), der Hauptstadt S&amp;uuml;daustraliens sowie der Lutheranerinnen (oben) und der Konfessionslosen (unten). Erkennbar ist auch hier die bereits in der Schweiz beobachtete Geburtenschw&amp;auml;che der Konfessionslosen - und die Verkn&amp;uuml;pfung von Bildung und Reproduktionserfolg bei mindestens einigen Religionsgemeinschaften.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&lt;img src=&quot;http://static.twoday.net/religionswissenschaft/images/ReligionBildungAdelaide1996Blume.jpg&quot; border=&quot;0&quot; width=&quot;400&quot; height=&quot;300&quot; align=&quot;absmiddle&quot; /&gt;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&lt;strong&gt;So erkl&amp;auml;rt&lt;/strong&gt; sich auch die Verbindung hoher Religiosit&amp;auml;t und hohen IQs in den USA: Hier gibt es bereits seit Jahrhunderten &lt;a href=&quot;http://fowid.de/fileadmin/textarchiv/Religion_und_Reproduktion__Michael_Blume___TA-2007-6.pdf&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;den religi&amp;ouml;s-demografischen Wettbewerb&lt;/a&gt;, der sich in Europa, Asien, Lateinamerika usw. erst zu entfalten beginnt.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&lt;strong&gt;Aus evolutionswissenschaftlicher Perspektive&lt;/strong&gt; stellt sich ohnehin vor allem eine Frage: Welche Aussagekraft &amp;uuml;ber menschliches Leben hat eigentlich die Ma&amp;szlig;zahl IQ? Warum nicht z.B. emotionale Intelligenz (EQ), Musikalit&amp;auml;t, Religiosit&amp;auml;t, K&amp;ouml;rperkraft oder Kreativit&amp;auml;t? 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Sind die F&amp;auml;higkeiten, die eine Familie von Wildbeutern der Kalahari pflegt, die eine B&amp;auml;uerin in Mexiko beherrscht oder die ein philippinischer Fischer seinen Kindern vermittelt &amp;quot;weniger wert&amp;quot;, weil sie nicht IQ-Testsituationen abbilden? Gerade wenn wir streng naturalistisch argumentieren wollten, so m&amp;uuml;&amp;szlig;ten wir anerkennen, dass es darwinistisch gesehen nur einen Erfolgsma&amp;szlig;stab gibt: den relativen Reproduktionserfolg, die Weitergabe der eigenen Gene. Es mag in bestimmten Zirkeln auch der deutschen &amp;quot;Bildungseliten&amp;quot; weiterhin schick sein, sich auf sehr fragw&amp;uuml;rdiger Datenbasis je &amp;uuml;ber die vermeintlich mangelnde Intelligenz von Frauen, Afrikanern und/oder religi&amp;ouml;sen Menschen auszulassen. Aber empirisch betrachtet ist diese rationalistische Arroganz nicht haltbar - wie der Evolutionstheoretiker und&amp;nbsp;&lt;a href=&quot;http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/natur-des-glaubens/fa-von-hayek/2008-04-28/weisheit-aus-aberglauben-die-frazer-hayek-konvergenz&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Wirtschaftsnobelpreistr&amp;auml;ger Friedrich August von Hayek &lt;/a&gt;bemerkte. Denn wir beobachten derzeit keineswegs einen pauschalen &amp;quot;Evolutionserfolg&amp;quot; s&amp;auml;kularer, rationalistischer Europ&amp;auml;er, sondern im Gegenteil&amp;nbsp;&lt;strong&gt;einen Flaschenhals&amp;nbsp;&lt;/strong&gt;aus&amp;nbsp;Wohlstand, Freiheit und&amp;nbsp;Individualisierung.&amp;nbsp;Und an diesem scheitern - rein biologisch gesehen - signifikant h&amp;auml;ufiger jene Gebildeten, die sich &amp;uuml;ber Beziehungen, Beten und Babys erhaben w&amp;auml;hnen...
&lt;/p&gt;
   </description>
   <link>http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/natur-des-glaubens/gretchenfrage/2008-06-20/bildung-beten-babys-zum-komplexen-zusammenhang-von-iq-und-religiosit-t</link>
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         <dc:creator>blume</dc:creator>
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    <category>Gretchenfrage</category>
         <pubDate>Fri, 20 Jun 2008 16:45:57 +0200</pubDate>
   <source url="http://www.wissenslogs.de/wblogs/rss.php?blogId=23&amp;profile=rss20">Natur des Glaubens</source>
     </item>
    <item>
   <title>Religionsdemografischer Fanpost</title>
   <description>
    &lt;p&gt;
Wir sind uns noch nie begegnet, hatten bisher noch keinen Kontakt. Und doch forschten Tomas Frejka und Charles F. Westhoff am Max-Planck-Institut f&amp;uuml;r demografische Forschung parallel an den gleichen Fragestellungen: Beeinflusst Religiosit&amp;auml;t den menschlichen Reproduktionserfolg? Und sind die Religionen (auch z.B. der Islam) dabei in Bewegung? Dieser &amp;quot;Fanpost&amp;quot; dankt f&amp;uuml;r das tolle Gef&amp;uuml;hl, nicht mehr alleine zu sein...
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;

&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&lt;strong&gt;1. Beeinflusst Religiosit&amp;auml;t den menschlichen Reproduktionserfolg?&lt;/strong&gt;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Wenn Sie bereits einige Zeit Leser von &amp;quot;Natur des Glaubens&amp;quot; sind, kennen Sie wom&amp;ouml;glich &lt;a href=&quot;http://www.blume-religionswissenschaft.de/pdf/blume_germ2006.pdf&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;die ALLBUS-Auswertung&lt;/a&gt; schon, die wir 2006 an der Universit&amp;auml;t T&amp;uuml;bingen erstellten. Carsten Ramsel, Sven Graupner und ich stellten damals u.a. fest: Mehr religi&amp;ouml;se Praxis geht mit einer h&amp;ouml;heren Kinderzahl einher.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&lt;img src=&quot;http://static.twoday.net/religionswissenschaft/images/deutschland-gebetshaeufigkeit-kinderzahl.jpg&quot; border=&quot;0&quot; width=&quot;400&quot; height=&quot;300&quot; align=&quot;absmiddle&quot; /&gt;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Tomas Frejka und Charles F. Westhoff fragten zur gleichen Zeit, ob sich die relative Geburtenschw&amp;auml;che Europas im Vergleich zu den USA (auch) aus den unterschiedlichen Religiosit&amp;auml;tsniveaus erg&amp;auml;ben. Und sie fanden den Zusammenhang auf beiden Kontinenten.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&lt;img src=&quot;http://static.twoday.net/religionswissenschaft/images/FrejkaWesthoffReligionsdemografieUSAEuropaBlume.jpg&quot; border=&quot;0&quot; width=&quot;400&quot; height=&quot;300&quot; align=&quot;absmiddle&quot; /&gt;&amp;nbsp;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
In einer Modellsch&amp;auml;tzung kamen die beiden &amp;uuml;brigens zu dem Schluss, dass die Geburtenraten Europas um 13 bis 14% steigen w&amp;uuml;rden, w&amp;auml;ren die Europ&amp;auml;er so religi&amp;ouml;s wie die atlantischen Verwandten. Das Paper &lt;a href=&quot;http://www.demogr.mpg.de/papers/working/wp-2006-013.pdf&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;zum Download hier&lt;/a&gt;.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&lt;strong&gt;2. Ist auch der Islam demografisch in&amp;nbsp;Bewegung?&lt;/strong&gt;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Eigentlich hatten meine religionsdemografischen Arbeiten vor allem einen evolutionsbiologischen Hintergrund: Ich wollte (und will) erforschen, wie und warum religi&amp;ouml;se F&amp;auml;higkeiten beim Menschen evolvierten. Und unterschiedlicher Reproduktionserfolg ist &amp;quot;der&amp;quot; darwinsche Fitnessindikator schlechthin. Doch die wohl h&amp;auml;ufigste Frage bei Vortr&amp;auml;gen lautete immer wieder: Wie ist das mit den Geburtenraten der Muslime - wird Deutschland islamisch? Also gab es 2007 &lt;a href=&quot;http://www.blume-religionswissenschaft.de/pdf/WirdDeutschlandislamischBadBollBlume2007.pdf&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;den gleichnamigen Vortrag (hier f&amp;uuml;r Sie)&lt;/a&gt; -&amp;nbsp;und die Antwort ist: Nein. Die Geburtenraten von Muslimen passen sich mit fortschreitender Entwicklung europa- und weltweit denen anderer Weltreligionen an, unter muslimischen Zuwanderern sogar noch schneller als in den Herkunftsl&amp;auml;ndern: Und religi&amp;ouml;se Muslime haben mehr, s&amp;auml;kulare weniger Kinder, ganz genau so wie unter Christen auch.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&lt;img src=&quot;http://static.twoday.net/religionswissenschaft/images/GeburtenziffernMuslimeDeutschlandBlume.jpg&quot; border=&quot;0&quot; width=&quot;400&quot; height=&quot;300&quot; align=&quot;absmiddle&quot; /&gt;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Und wieder waren Frejka und Westhoff auf der gleichen Spur gewesen - und das Einzige, was mich &amp;auml;rgerte war, dass ich ihr Paper erst viel sp&amp;auml;ter entdeckte. Denn die Forscher hatten europaweite Datensch&amp;auml;tze aufgetan, darunter Daten dreier &amp;ouml;sterreichischer Volksz&amp;auml;hlungen.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&lt;img src=&quot;http://static.twoday.net/religionswissenschaft/images/GeburtenrateKonfessionenOesterreichVolkszaehlungenFrejkaWesthoffGrafikBlume1.jpg&quot; border=&quot;0&quot; width=&quot;400&quot; height=&quot;300&quot; align=&quot;absmiddle&quot; /&gt;&amp;nbsp;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Sie sehen auch hier, wie sich die islamischen Geburtenraten von einem h&amp;ouml;heren Niveau dem allgemeinen Trend ann&amp;auml;hern - aber auch, wie stark und stabil die reproduktive Bedeutung der Religion(en) bleibt. Und das Paper dazu &lt;a href=&quot;http://paa2007.princeton.edu/download.aspx?submissionId=70869&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;gibt es hier&lt;/a&gt;.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Europa wird nicht islamisch, konfessionslos wird es aber auf Dauer wohl auch nicht. Eher werden wir eine zunehmende Vielfalt und &lt;a href=&quot;http://www.kas.de/wf/doc/kas_13362-544-1-30.pdf&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;einen (auch demografischen) Wettbewerb der Religionen &lt;/a&gt;erleben.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&lt;strong&gt;Einen Gruss an die Kollegen!&lt;/strong&gt;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Schon lange hatte ich mir vorgenommen,&amp;nbsp;Tomas Frejka und Charles F. Westhoff&amp;nbsp;einmal zu mailen.&amp;nbsp;Und genau das werde ich jetzt auch tun. Denn Religionsdemografie macht Freude - vor allem, wenn man sie immer mehr gemeinsam gestalten kann. :-)
&lt;/p&gt;
   </description>
   <link>http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/natur-des-glaubens/grundlagen/2008-06-02/religionsdemografischer-fanpost</link>
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         <dc:creator>blume</dc:creator>
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    <category>Grundlagen</category>
         <pubDate>Mon, 02 Jun 2008 00:27:14 +0200</pubDate>
   <source url="http://www.wissenslogs.de/wblogs/rss.php?blogId=23&amp;profile=rss20">Natur des Glaubens</source>
     </item>
    <item>
   <title>Die 10 Gebote - bio-logisch?</title>
   <description>
    &lt;p&gt;
Die Begegnung mit Dominik Enste, einem gekonnt interdisziplin&amp;auml;r denkenden und forschenden &amp;Ouml;konomen des Instituts der deutschen Wirtschaft K&amp;ouml;ln, war ein echter Gewinn. Wir lernten uns am Rande einer Tagung kennen, nachdem eine Datenauswertung in 82 Nationen von ihm den Religion-Reproduktion-Zusammenhang best&amp;auml;tigt hatte (&lt;a href=&quot;http://www.iwkoeln.de/default.aspx?p=pub&amp;amp;i=2012&amp;amp;pn=2&amp;amp;n=n2012&amp;amp;m=pub&amp;amp;f=4&amp;amp;a=20094&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;siehe hier&lt;/a&gt;). Im Lauf des lebendigen Austauschs erw&amp;auml;hnte&amp;nbsp;Dominik auch, dass sich laut den Arbeiten einiger &amp;Ouml;konomen 6 der 10 Gebote als wirtschaftlich f&amp;ouml;rderlich entschl&amp;uuml;sseln lie&amp;szlig;en.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;

&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Ansatz und&amp;nbsp;Fragestellung faszinierten mich sofort: Wie w&amp;uuml;rden die 10 Gebote auf dem heutigen Stand religionsbiologischer Forschung abschneiden? Eine gemeinsame Einladung von Biologen und Theologen der Universit&amp;auml;t Gie&amp;szlig;en f&amp;uuml;r den November bot eine hervorragende Chance, die Ergebnisse dann auch zu pr&amp;auml;sentieren und zu diskutieren.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&lt;img src=&quot;http://static.twoday.net/religionswissenschaft/images/ZehnGebotebiologischBlume2008.jpg&quot; border=&quot;0&quot; width=&quot;400&quot; height=&quot;300&quot; align=&quot;absmiddle&quot; /&gt;&amp;nbsp;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Also ging es ran ans Werk, wobei nicht nur die abstrakte Theorie zur Geltung kommen sollte. Dankenswerterweise waren j&amp;uuml;dische Freundinnen und Freunde bereit, Forscherfragen zum &amp;quot;Sitz im Leben&amp;quot; der Gebotstradition zu beantworten. Und besonders gerne erinnere mich an Einladungen als teilnehmender Beobachter zu Pessach-, Schawuot- und Sabbatfeiern.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&lt;strong&gt;Erwartungen &amp;uuml;bertroffen&lt;/strong&gt;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Und meine Erwartungen wurden weit &amp;uuml;bertroffen. Nicht sechs, sondern alle zehn Gebote erwiesen sich gerade auch in bio-logischer Perspektive als wissenschaftlich beschreibbar &amp;quot;gute Weisung&amp;quot;! Sie f&amp;ouml;rdern genial ausgewogen und in komplexer Interaktion gemeinsame Identit&amp;auml;t, Kooperation und Kinderreichtum - und ihre rituelle Vergegenw&amp;auml;rtigung wird auch ausdr&amp;uuml;cklich mit der Hervorhebung von Familienrollen (Kinder, Vater, Mutter) verkn&amp;uuml;pft. 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Nach Vortrag und lebendiger Diskussion an der Universit&amp;auml;t Gie&amp;szlig;en ist der Vortrag &amp;quot;Die Bio-Logik der 10 Gebote - Warum verbindlicher Glaube n&amp;uuml;tzt&amp;quot; nun auch (erg&amp;auml;nzt um einige angefragte Punkte wie Wahrheitsfrage und Z&amp;ouml;libat) &lt;a href=&quot;http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/4934152/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;im Sammelband &amp;quot;Was ist Religion?&amp;quot;&lt;/a&gt; zum 400-Jahr-Jubil&amp;auml;um der Justus-Liebig-Universit&amp;auml;t Gie&amp;szlig;en erschienen. Und dankenswerterweise waren die Herausgeber einverstanden, dass ich den Text nach Erscheinen &lt;a href=&quot;http://www.blume-religionswissenschaft.de/pdf/Bio-Logik10GeboteBlume0508.pdf&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;auch den Bloglesern als pdf (hier)&lt;/a&gt; zur Verf&amp;uuml;gung stellen durfte.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&lt;img src=&quot;http://static.twoday.net/religionswissenschaft/images/WasistReligionESGiessen2008Cover.jpg&quot; border=&quot;0&quot; width=&quot;300&quot; height=&quot;400&quot; align=&quot;absmiddle&quot; /&gt;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&amp;Uuml;ber Ihr Interesse und Ihre Kommentare w&amp;uuml;rde ich mich nat&amp;uuml;rlich sehr freuen!
&lt;/p&gt;
   </description>
   <link>http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/natur-des-glaubens/grundlagen/2008-05-23/die-10-gebote-bio-logisch</link>
   <comments>http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/natur-des-glaubens/grundlagen/2008-05-23/die-10-gebote-bio-logisch</comments>
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         <dc:creator>blume</dc:creator>
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    <category>Grundlagen</category>
         <pubDate>Fri, 23 May 2008 11:02:29 +0200</pubDate>
   <source url="http://www.wissenslogs.de/wblogs/rss.php?blogId=23&amp;profile=rss20">Natur des Glaubens</source>
     </item>
    <item>
   <title>Glück, Glauben und Gemeinschaft</title>
   <description>
    &lt;p&gt;
In der aktuellen Mai-Ausgabe von Spektrum der Wissenschaft findet sich ein sehr lesenswerter Artikel des (aus den Wissenslogs wohlbekannten) Philosophen Edgar Dahl zur empirischen Gl&amp;uuml;cksforschung. &amp;quot;Macht Geld gl&amp;uuml;cklich - das Wohlstandsparadox&amp;quot; &lt;a href=&quot;http://www.spektrumverlag.de/artikel/947202&amp;amp;_z=798888&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;(kostenloser Download hier)&lt;/a&gt; behandelt dabei auch Aspekte von Religion und Demografie, die aufzugreifen sich lohnt.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&lt;strong&gt;Reichtum macht nicht unbedingt gl&amp;uuml;cklich - Glauben aber schon&lt;/strong&gt;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
So stellt Edgar Dahl fest: &amp;quot;Menschen, die bewusst dem Ruhm, der Sch&amp;ouml;nheit oder dem Geld nachjagen, sind nachweislich ungl&amp;uuml;cklicher als Menschen, die weniger materielle Ziele verfolgen. Und Menschen, die ihrem Leben einen Sinn zu verleihen verstehen, sind in der Tat gl&amp;uuml;cklicher als solche, die lediglich von einer Zerstreuung zur n&amp;auml;chsten eilen. Religi&amp;ouml;se Menschen sind daher im Schnitt auch etwas gl&amp;uuml;cklicher als nichtreligi&amp;ouml;se.&amp;quot;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&lt;img src=&quot;http://www.in-gender.com/cs/blogs/gender_selection_news/edgar_dahl.jpg&quot; border=&quot;0&quot; width=&quot;130&quot; height=&quot;164&quot; align=&quot;left&quot; /&gt;Erg&amp;auml;nzend ist noch hinzuzuf&amp;uuml;gen, dass ein Teil dieser (durchschnittlichen) Gl&amp;uuml;ckssteigerung auch mittelbar sozial verursacht sein d&amp;uuml;rfte: Religi&amp;ouml;s vergemeinschaftete Menschen heiraten durchschnittlich eher und stabiler (ein eigenst&amp;auml;ndiger Gl&amp;uuml;cksfaktor) und die Mitgliedschaft in Religionsgemeinschaften er&amp;ouml;ffnet u.a. den Zugang zu Bekanntschaften, Haus- und Freundeskreisen, ehrenamtlichen Initiativen u.v.m.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Interessant ist auch, dass &lt;a href=&quot;http://www.springerlink.com/content/650q541579041625/fulltext.pdf&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;laut einer neueren Gl&amp;uuml;cks-Studie von Liesbeth Snoep&lt;/a&gt; der Religion-Gl&amp;uuml;ck-Zusammenhang in den USA deutlich st&amp;auml;rker ausf&amp;auml;llt als z.B. in D&amp;auml;nemark oder den Niederlanden. Wer &lt;a href=&quot;http://www.kas.de/wf/doc/kas_13362-544-1-30.pdf&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;die Thesen vom religi&amp;ouml;sen Wettbewerb (Markt)&lt;/a&gt; bereits wahrgenommen hat, wird nicht &amp;uuml;berrascht sein: &lt;a href=&quot;http://www.kas.de/wf/doc/kas_13362-544-1-30.pdf&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Wie auch in der Demografie&lt;/a&gt; entfaltet sich auch in der Hebung von Gl&amp;uuml;ck das Potential von Religion(en) erst in Vielfalt und&amp;nbsp;Wettbewerb.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&lt;strong&gt;Frauenrollen und Gemeinschaft&lt;/strong&gt;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
M&amp;auml;nnliche Verwunderung r&amp;auml;umt Edgar Dahl im Hinblick auf Ergebnisse einer Umfrage unter 900 berufst&amp;auml;tigen Frauen ein. &amp;quot;Gewiss ist es nicht weiter verwunderlich, dass ihnen Sex mehr Spa&amp;szlig; bereitet als Hausarbeit; doch dass sie lieber fernsehen oder telefonieren als auf ihre Kinder aufzupassen, ist zumindest bemerkenswert. Befragt, in wessen Anwesenheit sie sich am gl&amp;uuml;cklichsten f&amp;uuml;hlen, zeigte sich dabei erneut, dass Frauen lieber Zeit mit ihren Freunden verbringen als mit ihren Kindern.&amp;quot;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Dieser Befund ist m.E. evolutionstheoretisch nicht allzu sonderbar: Beim Menschen evolvierte die Erziehung von Kindern zur Gemeinschaftsaufgabe. Dass beispielsweise insbesondere Menschenfrauen auch lange nach ihrer reproduktiven Phase weiter leben, wird l&amp;auml;ngst ma&amp;szlig;geblich mit der (genetisch wertvollen) Gro&amp;szlig;mutter-Hilfe vor allem an der Tochter und deren Kindern erkl&amp;auml;rt (vgl. &lt;a href=&quot;http://www.amazon.de/Grandmotherhood-Evolutionary-Significance-Second-Female/dp/081353609X/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;amp;s=books-intl-de&amp;amp;qid=1210079863&amp;amp;sr=8-1&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;die Grandmotherhood-Forschung&lt;/a&gt;, in Deutschland v.a. Eckart Voland). Nur mit der Vergemeinschaftung war es auch m&amp;ouml;glich, die zeitlichen Abst&amp;auml;nde der Menschengeburten&amp;nbsp;auch gegen&amp;uuml;ber unseren n&amp;auml;chsten Primatenverwandten trotz steigenden Aufwands (gr&amp;ouml;&amp;szlig;eres Gehirn, l&amp;auml;ngere Kindheit etc.) f&amp;uuml;r die Nachkommen zu verk&amp;uuml;rzen. M&amp;uuml;tter, die&amp;nbsp;jedes Kind ganz allein aufziehen sollen oder f&amp;uuml;r sich monopolisieren, gerieten und geraten schnell an die Leistungsgrenzen - entsprechend &amp;quot;belohnt&amp;quot; auch unser Gl&amp;uuml;ckssystem solches nicht, sondern ermutigt zum Aufbau und Erhalt sozialer Netzwerke. 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Die b&amp;uuml;rgerliche Kleinfamilie aus Papa, Mama, Kind und angeblich fixierter Arbeitsteilung ist ein (zeitweise durchaus adaptives!) Produkt der Neuzeit, wurde und wird aber in der Realit&amp;auml;t durch Kinderm&amp;auml;dchen, Betreuungs- und Bildungseinrichtungen und nicht zuletzt helfende Verwandte erg&amp;auml;nzt. Auch in heutigen Wildbeuterkulturen kommt der Gemeinschaft hierbei gr&amp;ouml;&amp;szlig;te Bedeutung zu und ein afrikanisches Sprichwort weist bis heute zu Recht darauf hin: Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein Dorf. Dass sich moderne Frauen also zunehmend gegen eine einseitige Lastenverteilung wehren und sich&amp;nbsp;ungern einreden lassen, in der Fixierung auf das Kind&amp;nbsp;habe ihr&amp;nbsp;h&amp;ouml;chstes und einziges Gl&amp;uuml;ck zu liegen, ist buchst&amp;auml;blich&amp;nbsp;v&amp;ouml;llig nat&amp;uuml;rlich.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Und wo fanden und finden Frauen (durchschnittlich) verl&amp;auml;&amp;szlig;lichere Ehepartner und Familienbande, auch als M&amp;uuml;tter soziale Anerkennung und ggf. Gemeinschaftsnetzwerke und Institutionen, die Familie und Kindererziehung unterst&amp;uuml;tzen? Genau: in Religionsgemeinschaften, weswegen Frauen durchschnittlich religi&amp;ouml;ser sind als M&amp;auml;nner (&lt;a href=&quot;http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/natur-des-glaubens/gretchenfrage/2008-04-04/gretchenfrage-sind-religi-se-frauen-dumm&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;siehe Gretchenfrage&lt;/a&gt;).
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&lt;strong&gt;Fazit: Gl&amp;uuml;ck Glauben&lt;/strong&gt;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Edgar Dahl beschlie&amp;szlig;t den Artikel mit dem Hinweis auf den biogenetischen Imperativ, der auf die Maximierung des Reproduktionserfolgs ziele: &amp;quot;Wenn wir etwas biologisch Sinnvolles tun, wie etwa unseren Hunger stillen, unseren Durst l&amp;ouml;schen oder unsere Begierden befriedigen, belohnt sie (Mutter Natur) uns mit Gl&amp;uuml;cksmomenten, die gro&amp;szlig; genug sind, damit wir das Verhalten gern wiederholen, aber eben nicht so gro&amp;szlig;, dass wir dar&amp;uuml;ber unsere &amp;quot;biologischen Pflichten&amp;quot; vergessen.&amp;quot;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Dem ist m.E. nur hinzuzuf&amp;uuml;gen: Auch das religi&amp;ouml;se Glauben, Beten und Vergemeinschaften wird mit nachweisbaren Gl&amp;uuml;cksmomenten belohnt, weil es insgesamt (auch) &amp;quot;biologisch sinnvoll&amp;quot; ist, zu mehr Reproduktionserfolg f&amp;uuml;hrt&amp;nbsp;und der evolvierten Natur des Menschen entspricht. Dass Homo Sapiens Glaubensf&amp;auml;higkeiten entwickelt hat, erweist sich - rein evolutionstheoretisch gesehen -... als Gl&amp;uuml;ck.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&lt;img src=&quot;http://static.twoday.net/religionswissenschaft/images/deutschland-gebetshaeufigkeit-kinderzahl.jpg&quot; border=&quot;0&quot; width=&quot;400&quot; height=&quot;300&quot; align=&quot;absmiddle&quot; /&gt;
&lt;/p&gt;
   </description>
   <link>http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/natur-des-glaubens/evolutionspsychologie/2008-05-06/gl-ck-glauben-und-gemeinschaft</link>
   <comments>http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/natur-des-glaubens/evolutionspsychologie/2008-05-06/gl-ck-glauben-und-gemeinschaft</comments>
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         <dc:creator>blume</dc:creator>
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    <category>Evolutionspsychologie</category>
         <pubDate>Tue, 06 May 2008 16:06:46 +0200</pubDate>
   <source url="http://www.wissenslogs.de/wblogs/rss.php?blogId=23&amp;profile=rss20">Natur des Glaubens</source>
     </item>
    <item>
   <title>Weisheit aus Aberglauben - Die Frazer-Hayek-Konvergenz</title>
   <description>
    &lt;p&gt;
Der schottische Sozialanthropologe und Religionswissenschaftler Sir James George Frazer (1854-1941) vertrat sein Leben lang einen s&amp;auml;kularen Fortschrittsglauben in drei Stadien: Magie - Religion - Wissenschaft. Doch stie&amp;szlig; der gro&amp;szlig;e Rationalist dabei auf ein R&amp;auml;tsel, das erst &lt;a href=&quot;http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/natur-des-glaubens/grundlagen/2008-03-22/f.a.-von-hayek-der-noch-verkannte-nobelpreistr-ger&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Friedrich August von Hayek&lt;/a&gt; l&amp;ouml;sen konnte ...
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&lt;img src=&quot;http://waxieus.net/wp-content/img/james_frazer.jpg&quot; border=&quot;0&quot; alt=&quot;Sir James George Frazer&quot; title=&quot;Sir James George Frazer&quot; width=&quot;259&quot; height=&quot;370&quot; align=&quot;absmiddle&quot; /&gt;&amp;nbsp;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&lt;strong&gt;Massive Verachtung von &amp;quot;Aberglauben&amp;quot;...&lt;/strong&gt;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Wie auch noch immer viele heutige &amp;quot;Gebildete&amp;quot; verachtete und f&amp;uuml;rchtete Frazer &lt;a href=&quot;http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/natur-des-glaubens/grundlagen/2008-04-12/gebote-rituale-was-nichts-kostet-ist-nichts-wert&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Glaubensgebote und -rituale&lt;/a&gt;, deren Funktion er nicht verstand: &amp;quot;Die Mehrheit des Volkes in jedem zivilisierten Land lebt noch in einem Zustand intellektueller Wildheit, so da&amp;szlig; in Wirklichkeit die glatte Oberfl&amp;auml;che der kultivierten Gesellschaft untergraben und unterminiert ist von Aberglauben.&amp;quot;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&lt;strong&gt;...und dessen oft erkennbarer Nutzen&lt;/strong&gt;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Doch zeigte sich ihm gerade bei der Analyse weltweiter Br&amp;auml;uche auch immer wieder, dass sie erstaunlich h&amp;auml;ufig erkennbaren, gesellschaftlichen Nutzen stifteten. In &amp;quot;Psyche&#039;s Task&amp;quot; von 1909, &lt;a href=&quot;http://www.archive.org/details/psychestaskdisco00frazuoft&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;online frei zum Download hier&lt;/a&gt;, trug Frazer Beobachtungen aus vermeintlich &amp;quot;primitiven Kulturen&amp;quot; (d.h. aus Natur- und Stammesreligionen) zusammen, in denen vor allem Ahnenverehrung:
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
1. das Regierungssystem legitimiert&lt;br /&gt;
2. Privateigentum sch&amp;uuml;tzt&lt;br /&gt;
3. Respekt vor Menschenleben st&amp;auml;rkt&lt;br /&gt;
4. Ehe und Familie f&amp;ouml;rdert
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Von den Inseln des Pazifik, &amp;uuml;ber die Weiten Asiens, Afrikas und Amerikas bis zu den Kulten der antiken Griechen beschrieb Frazer Dutzende entsprechender Beispiele. Die &amp;quot;Herkunft dieser Gesetze&amp;quot;, vor allem im Bereich von Ehe und Sexualit&amp;auml;t, nannte er &amp;quot;das tiefste und dunkelste Problem der Sozialgeschichte&amp;quot; - und f&amp;uuml;rchtete, es werde &amp;quot;immer unl&amp;ouml;sbar&amp;quot; bleiben (S. 47/48).
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&lt;strong&gt;Die L&amp;ouml;sung: Evolution&amp;auml;rer Wettbewerb&lt;/strong&gt;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Ein halbes Jahrhundert nach Frazers Tod und kurz vor dem eigenen l&amp;ouml;ste &lt;a href=&quot;http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/natur-des-glaubens/grundlagen/2008-03-22/f.a.-von-hayek-der-noch-verkannte-nobelpreistr-ger&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;F.A. von Hayek&lt;/a&gt; das R&amp;auml;tsel. Der Nobelpreistr&amp;auml;ger, der ein Leben lang gegen die &amp;uuml;berhebliche und so h&amp;auml;ufig katastrophale Selbst&amp;uuml;bersch&amp;auml;tzung des Rationalismus angek&amp;auml;mpft hatte, erkannte in den Religionen durch Glauben gest&amp;uuml;tzte und &lt;a href=&quot;http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/natur-des-glaubens/willkommen/2008-03-12/evolution-der-religiosit-t-wenn-denkmauern-fallen...&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;auch evolutionsbiologisch erfolgreiche&lt;/a&gt; Wissensspeicher: Nicht intellektuelle Planung, sondern das st&amp;auml;ndige Entstehen und Erl&amp;ouml;schen religi&amp;ouml;ser Lehren in einem gnadenlosen Wettbewerb bringe ihre &amp;quot;symbolischen Wahrheiten&amp;quot; hervor. Keineswegs jede religi&amp;ouml;se Lehre, aber jede erfolgreiche, religi&amp;ouml;se Lehre habe sich als n&amp;uuml;tzlich bew&amp;auml;hrt, der Nutzen bestehe nicht intrinsisch (gut, weil religi&amp;ouml;s), sondern historisch (gewachsen religi&amp;ouml;s, weil erfolgreich). Besonders entscheidend sowohl f&amp;uuml;r die biologische wie kulturelle Evolution sei der (&lt;a href=&quot;http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/4047705/&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;inzwischen vielfach nachgewiesene&lt;/a&gt;) &amp;quot;reproduktive Erfolg&amp;quot; - religi&amp;ouml;se Menschen erreichten h&amp;auml;ufiger Ehe, Familie, Kinderreichtum.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&lt;img src=&quot;http://static.twoday.net/religionswissenschaft/images/HayekFrazerKonvergenz.jpg&quot; border=&quot;0&quot; alt=&quot;www.religionswissenschaft.twoday.net&quot; title=&quot;www.religionswissenschaft.twoday.net&quot; width=&quot;400&quot; height=&quot;300&quot; align=&quot;absmiddle&quot; /&gt;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Von einem Leser auf Frazers &amp;quot;Psyche&#039;s Task&amp;quot; aufmerksam gemacht, widmet Hayek ihm noch begeistert die letzte Anmerkung in seinem letzten Buch (&amp;quot;The Fatal Conceit&amp;quot;). Wenn wir uns also fragen, wozu die Menschheit Religion(en) braucht und warum Religionen in Monopol- oder Kartellsituationen verkrusten und verfallen, im freiheitlich-vielf&amp;auml;ltigen Wettbewerb (wie in den USA, Indien, beginnend Europa) aber erstaunlich erbl&amp;uuml;hen - dann erscheinen die Beobachtungen des Rationalisten Frazer und deren wettbewerbliche Erkl&amp;auml;rung durch &lt;a href=&quot;http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/natur-des-glaubens/grundlagen/2008-03-22/f.a.-von-hayek-der-noch-verkannte-nobelpreistr-ger&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;den Evolutionsforscher F.A. von Hayek&lt;/a&gt; aktueller denn je.
&lt;/p&gt;
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    <category>FA von Hayek</category>
         <pubDate>Mon, 28 Apr 2008 00:28:06 +0200</pubDate>
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