wissenslogs Zuendspannung

Mission 10 beginnt

21. Januar 2009, 12:55

Das erste Experiment der 10. Mission läuft momentan. Der Druck in der Tonne ist über Nacht noch einmal leicht angestiegen, was dafür spricht, dass bei dem Manometer Luft eindringt. Heute nach Ende des Experiments werden wir den Kosmonauten bitten, das Ventil dort zu schließen, um zu sehen, ob das den Druckanstieg stoppt.

Ansonsten sah alles ganz gut aus. Heute wurde Kristallisation und Schmelzen des Kristalls untersucht, wobei die Kamera verschoben wird und damit durch das System gescannt. Zusätzlich wird in einem späteren Experimentteil der Funktionsgenerator angeschaltet, mithilfe dessen wir eine zusätzliche elektrische Anregung produzieren.

Wir hatten wieder einige Minuten Videozeit,  (weiter)

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Gas in der Tonne (PK-3 Plus Mission 10)

21. Januar 2009, 09:12

Heute wird das erste Experiment der 10. Mission des Plasmakristall-Experiments PK-3 Plus auf der Raumstation durchgeführt werden. Aber leider wird es wieder spannender, als wir gehofft hatten...

Vorgestern hat der Kosmonaut Yury Lonchakov das Experiment installiert, das ja normalerweise nicht betriebsbereit ist. Der Aufbau befindet sich in einer Tonne, die aus Sicherheitsgründen etwas Unterdruck im Vergleich mit der Atmosphäre der Raumstation hat (so dass, sollte tatsächlich etwas undicht werden, kein Gas oder Glassplitter etc. in die ISS austritt).

Schon vorgestern zeigte das Manometer, das den Druck in der Tonne misst, einen zu hohen Wert an. Wir haben gehofft, dass vielleicht das Messgerät kaputt ist, aber gestern, als Yury Lochakov die Elektronik angeschaltet hat, wurde das Ergebnis bestätigt.

Der Druck in der Tonne ist also zu hoch  (weiter)

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PK-3 Plus Mission 10: Hilfsbereite Russen

18. Januar 2009, 23:39

Hier in Korolyov in der Nähe Moskaus liegt noch immer Schnee. Der Weg zur Arbeit im Kontrollzentrum für die ISS (im Foto links mit Neujahrsdekoration) gestaltet sich damit etwas schwieriger als im Sommer, wo wir die 45 Minuten vom Hotel häufig einfach zu Fuß gegangen sind.

Jetzt im Winter haben wir bisher meistens ein Taxi genommen - wobei der Preis Verhandlungssache ist (wenn der Taxifahrer Englisch oder sogar drei Worte Deutsch spricht, kostet das gleich 100 Rubel mehr). Heute, am Sonntag, sind wir erst gegen 14 Uhr im Kontrollzentrum gewesen, und haben die Zeit vorher für einen Spaziergang zum ZUP genutzt. Dabei ist dort, wo gestreut ist, häufig eine Eisschicht unter dem Schnee, was das Gehen nicht gerade erleichtert. Viele der Russen hier steigen daher in den Parks einfach gleich auf Skier um.

Dafür war der Arbeitstag dann erfolgreich. Die Prozeduren für die 10. Mission unseres Plasmakristall-Experiments auf der Raumstation sind jetzt allesamt  (weiter)

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PK-3 Plus - Mission 10 auf der Raumstation

16. Januar 2009, 22:48

Es nähert sich nach dem 10. Geburtstag der Internationalen Raumstation ein weiteres Jubiläum - das deutsch-russische Plasmakristall-Experiment PK-3 Plus auf der ISS wird nächste Woche zum 10. Mal durchgeführt.

Zur Vorbereitung sind wir - eine Gruppe vom Max-Planck-Institut in Garching, bestehend aus einer Ingenieurin, einem Theoretiker, dem Projekt-Wissen-schaftler und mir - gestern wieder nach Moskau geflogen. Der Flughafen hier war vollkommen verschneit, als wir gelandet sind, und obwohl die Piste laut Pilot bei der Landung geräumt war, stäubte der Schnee nur so auf. Überall hängt noch Weihnachts-dekoration, das orthodoxe Fest ist ja noch nicht lange her.

Wir wurden wieder von unseren russischen Partnern am Flughafen abgeholt und direkt im Stau um die Millionen-Stadt herum zum Hotel in Korolyov gefahren. Heute sind wir dann zum Kontrollzentrum, dem ZUP, gefahren.  (weiter)

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Erstes Licht im Parabelflugaufbau

18. Dezember 2008, 22:07

Beim Kalibrieren des LasersUnsere Vorbereitungen für den Parabelfug schreiten voran. Gestern haben wir unseren neuen grünen Laser mit der fertigen, parabelflugsicheren Optik, Verschiebetisch usw. getestet. Links sieht man zwei meiner Kollegen beim Kalibrieren des Lasers in dem recht engen Parabelflugrack.

Der grüne Laser hat im Vergleich zu unserem vorherigen roten den Vorteil, dass die Kamera bei dieser Wellenlänge lichtempfindlicher ist und wir also besser mit einer hohen Bildrate aufnehmen können - und das ist schließlich der ganze Sinn unser geplanten Experimente: schnelle Aufnahmen in dem komplexen Plasma.

Teilchen haben wir auch schon testweise mit dem Laser beleuchtet, wie man auch in dem Beweisfoto unten sieht. Das silberne Runde im Vordergrund ist unsere Elektrode, das blaue Leuchten das Argonplasma. Die grüne Wolke in der Bildmitte sind unsere Teilchen, weiter hinten sieht man eine Reflexion an einem Fenster der Plasmakammer - und noch weiter hinten eine gewisse Physikerin. 

Erstes Licht im ParabelflugaufbauAuch der Rest des Aufbaus macht Fortschritte. Der Laser und der Hochfrequenzgenerator, mit dem das Plasma erzeugt wird, sind an das Interlock-System angeschlossen. Später soll das die beiden Geräte ausschalten, sobald die Abdeckungen des Racks geöffnet werden, um so zu verhindern, dass z.B. jemand aus Versehen in den Laserstrahl guckt.

Die administrativen Dinge ziehen sich etwas hin. Wir brauchen zum Beispiel noch Bescheinigungen, dass unsere Gasflaschen einen hohen Druck abkönnen, was bei den kleinen Gasflaschen, die wir verwenden, schwierig ist. Ich hoffe, dass wir das alles bald geregelt bekommen; dieser Teil der Vorbereitung ist auf alle Fälle aufwendiger, als ich befürchtet hatte.


"Beweisfoto" unten von M. Kretschmer

 



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Parabelflug - Vorbereitungen

30. November 2008, 11:42

Es gibt (immer noch ;) ) keine Anti-Schwerkraftmaschine. Daher muss man auf einen Trick zurückgreifen, um Versuche ohne den Einfluss der Gravitation durchführen zu können: Wenn ein Objekt fällt, ist es schwerelos. Das nutzt auch die Raumstation aus, die sozusagen um die Erde herum fällt. Es gibt außerdem Falltürme, bei denen Experimente in einem Vakuum fallen gelassen werden und in dieser Zeit schwerelos sind. Wenn nun aber der Experimentator mitkommen soll,  (weiter)

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10 Jahre ISS - "kümmerliche Ergebnisse"?

16. November 2008, 17:28

 

Die Internationale Raumstation ISS feiert diese Tage ihren 10. Geburtstag. Die Süddeutsche Zeitung publiziert dazu in ihrem Wissenschaftsteil einen Artikel, in dem sie behauptet: "Die wissenschaftlichen Erkenntnisse des 100-Milliarden-Euro-Projekts sind kümmerlich." Das einzig Positive, was der Autor des Artikels, Alexander Stirn, an der ISS finden mag, ist die internationale Zusammenarbeit. 

Er zitiert als Beleg für die Behauptung, dass die Erkenntnisse kümmerlich seien, übrigens nur eine Studie über einen Forschungsflug des Space Shuttles. Ich bin sicher, dass ein wenig mehr Recherche durchaus interessante Ergebnisse der Forschung auf der ISS gebracht hätte, die Herr Stirn hätte zitieren können.

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Plasma Crystal Dope

02. November 2008, 22:10

Sieht so aus, als hätte unser Plasmakristall-Experiment auf der ISS eine dänische Band namens Powersolo zu einem Lied inspiriert:

 

 

Es scheint auf alle Fälle um die Raumstation zu gehen, soweit wir den Text im Institut verstehen konnten - und auch der Raumanzug ist ein deutliches Zeichen. Ob das ansonsten etwas mit einem komplexen Plasma und Plasmakristallen zu tun hat ... wohl eher nicht, denen schien einfach der Name zu gefallen. Na ja, ist ja verständlich, mir gefällt er auch. ;)

Und schön, wenn die Wissenschaft wenigstens irgendwie wahrgenommen wird, und vielleicht macht es ja den einen oder anderen Hörer neugierig darauf, was denn ein Plasmakristall wirklich ist.



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Eine Energiequelle, die der Quantentheorie widerspricht?

26. Oktober 2008, 21:33

Ist dies der Beginn des Wasserstoffzeitalters? Die Firma BlackLight Power behauptet, durch Zugabe eines Katalysators die Elektronen von Wasserstoffatomen dazu bringen zu können, in Zustände unterhalb des Grundzustands überzugehen, wie heise.de berichtet. Laut der Quantenmechanik gibt es eine niedrigste Energie, die die Elektronen in der Hülle von Wasserstoff mindestens besitzen müssen. Schenkt man BlackLight Power Glauben, ist es den Wissenschaftlern dort gelungen, Elektronen auf einen von über 100 zusätzlichen Zuständen unterhalb des Grundzustands zu bringen, wobei mehr Energie freigesetzt wird, als eigentlich möglich wäre. Für die Wasserstoffatome mit dem Elektron in einem so niedrigen Zustand wurde auch gleich ein neuer Ausdruck erfunden: "Hydrino".

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Planetarien im Wahlkampf

10. Oktober 2008, 21:53

Dass Wissenschaft manchmal in die Frontlinien des Wahlkampfs gerät, ist zu erwarten, wenn es um Themen wie z.B. Stammzellen geht. Dass allerdings öffentlich Ausgaben für Planetarien bemängelt werden, wie es der Präsidentschaftskandidat der Republikaner in den USA, John McCain, wiederholt getan hat, finde ich bestürzend.


Gerade diese Einrichtungen schaffen es idealerweise, einen spannenden Teilbereich der Physik auch denjenigen Menschen nahezubringen, die selten mit Wissenschaft zu tun haben. Wenig fasziniert die Leute so wie die Sterne, und mit der beeindruckenden Technik macht ein Besuch im Planetarium Spaß. Und ganz abgesehen davon, dass die Astrophysik und Astronomie viele junge Leute inspiriert, haben gerade wieder die Reaktionen auf den LHC gezeigt, wie wichtig es ist, die Leute über Wissenschaft zu informieren. Je früher man damit anfängt, Berühungsängste abzubauen und die Faszination rüberzubringen, desto besser.

Ich bin wirklich froh, dass in Deutschland bisher noch kein Wahlkampf damit gemacht wird, dem Gegner vorzuwerfen, Geld für wissenschaftliche Ausbildung ausgeben zu wollen...

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szmtag