Large Hadron Rap
Zurück in Deutschland kann ich mich jetzt wieder mehr nur meiner Doktorarbeit widmen - und mich nebenbei auch auf das langsame Anfahren des Large Hadron Colliders freuen, der am 10. September gestartet werden soll und hoffentlich viele spannende Erkenntnisse bringen wird. Die Wissenschaftler am CERN sind anscheinend vor Vorfreude schon in Gesang ausgebrochen:
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Ende der Mission 9
Die neunte Mission auf der ISS von PK-3 Plus ist heute erfolgreich zuende gegangen. Das Experiment ist sehr gut gelaufen, bisher haben wir keine Fehler feststellen können (und nehmen auch nicht an, dass wir das noch werden). Auch wissenschaftlich sieht es gut aus, zwar ist nicht alles so gelaufen wie erwartet, aber das gehört in der Forschung natürlich dazu.
Auch die Kooperation mit unseren russischen Kollegen war sehr angenehm und freundschaftlich, ich habe mich hier sehr willkommen und gut unterstützt gefühlt. Ich hoffe, dass diese Kooperation noch lange weitergeführt werden kann!
In einem der Räume im Kontrollzentrum sind die Wände mit Logos von vergangenen Missionen und Unterschriften der Teilnehmer bedeckt. Während unser kleinen Abschlussfeier haben alle Teammitglieder, die anwesend waren, neben unserem Logo (und einer russischen Schreibweise von 9th ;) ) unterschrieben. Ich hoffe, dass noch viele weitere Unterschriften zu PK-3 Plus und vielleicht auch von Nachfolgeexperimenten dazukommen werden.
Wir haben dann das Kontrollexperiment abgebaut und verpackt. Morgen geht es zurück nach München - wenn es der momentane Streik denn zulässt.
Ich hoffe, dass ich auch bei einer späteren Mission wieder dabei sein kann. Vielen Dank an alle, die dies dieses Mal ermöglicht haben!
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PK-3 Plus Mission 9: Drittes Experiment
18:10 Moskau-Zeit: Das dritte Experiment von dieser Mission des Experiments auf der Raumstation läuft, dieses Mal wieder alles automatisch. Wir hatten zu Beginn des Versuchs wieder Videozeit und haben eine schöne Teilchenwolke aus 1.5 µm großen Teilchen beobachtet; heute sind auch keine Instabilitäten aufgetreten. Im Moment warten wir darauf, dass der Experimentdurchlauf abgeschlossen wird.
Übrigens ist vorgestern vom amerikanischen Astronauten auf der ISS ein anderes deutsches Experiment eingebaut wurden, Geoflow, das genau wie unser Experiment von der deutschen Raumfahrtagentur DLR gefördert wird. Wir wünschen viel Erfolg!
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PK-3 Plus Mission 9: Zweites Experiment
15:05 Moskauer Zeit: Wir sind wieder im Kontrollzentrum. Das zweite Experiment dieser Mission wird heute abend von Sergey Volkov durchgeführt werden. Den Tagesplan der Astronauten auf der ISS findet man übrigens im Internet bei der NASA, in dem Plan für heute sieht man gut, wie oft unser Experiment (PLASMA CRYSTAL) Sergey Volkov beschäftigt, vom Anschalten der Turbopumpe gleich morgens nach dem Aufstehen über das Experiment selbst bis zum Ausschalten der Pumpe abends vor dem Schlafen.
Heute ist für mich gleich nochmal spannender als gestern. Erstes wird heute der Kosmonaut viel selbst tun müssen, z.B. Parameter so lange ändern, bis ein bestimmter Effekt auftritt. Zweites betrifft ein Teil des Experiments direkt die Forschung, die ich für meine Doktorarbeit mache, was natürlich besonders aufregend ist. Jetzt heißt es warten, bis es dann endlich so weit ist.
20:15 Moskau-Zeit: Das Experiment ist vorbei. Leider hat "mein" Teil nicht so wie gehofft funktioniert, weil eine Instabilität (der "Heartbeat", bei dem sich die Wolke rhythmisch zusammenzieht und wieder ausdehnt) aufgetreten ist und stark gestört hat. Außerdem war der teilchenfreie Bereich ("Void") im Zentrum der Teilchenwolke unerwartet klein, was auch nicht ideal war. Schade. Es wurde schon gescherzt, dass ich jetzt ein Paper mit dem Titel "Stupid! Heartbeat" schreiben solle... Ich hoffe, dass wir den Versuch bei einer späteren Mission noch einmal mit besseren Parametern wieder versuchen können.
Der zweite Experimentteil, den Sergey Volkov ebenfalls ausgeführt hat, hat immerhin gut funktioniert. Dabei ging es darum, das Void unter bestimmten Bedingungen zu schließen und wieder zu öffnen. Vom dritten, automatischen Teil, bei dem Teilchenwolken aus Teilchen verschiedener Größen einander durchdringen, haben wir noch keine Informationen, dort hatten wir auch kein Video mehr.
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PK-3 Plus Mission 9: Erstes Experiment
Wir kommen eben vom ISS-Kontrollzentrum zurück. Wir waren eine knappe halbe Stunde vor Experimentbeginn dort und haben zugeschaut, wie die Uhr, die die Videoübertragung ankündigte, herunterlief. Und dann hatten wir ein Live-Bild unseres Experiments direkt auf den Videobildschirmen, während der Kosmonaut Sergei Volkov das Experiment durchführte.
Wir haben wie erwartet wunderschöne Kristallisation unserer Mikroteilchen und Schmelzen des Plasmakristalls gesehen, alles hat hervorragend geklappt. Im Moment läuft das Experiment noch, alles automatisch, und wir warten hier in "unserem" Raum ab, ob alles klappt. Wir haben dieselbe Prozedur gleichzeitig hier auf dem Boden gestartet, so dass wir in etwa wissen, wie der momentane Stand ist.
Nach der Aufregung am Freitag darf es gerne so weitergehen.
Edit 20:25 Moskauer Zeit: Das Experiment ist erfolgreich abgeschlossen, alles hat gut geklappt. Die Housekeeping-Dateien, die die Experiment-Parameter beeinhalten, wurden schon kopiert.
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Spannung im Kontrollzentrum
Wie berichtet, hatten wir mit unserem Experiment auf der ISS ein Problem mit dem Evakuieren der Plasmakammer. Nach einer Vorbereitungs- und Wartezeit am Freitag Nachmittag haben wir dann Unterstützung vom russischen Experten für Vakuumtechnik bekommen, der Freitag um 18 Uhr noch zu uns gekommen ist, erst alles besprochen hat und dann auch mit im Kontrollzentrum beim Gespräch mit dem Kosmonauten geholfen hat.
Wir haben tatsächlich am Freitag noch einmal Kosmonautenzeit zugeteilt bekommen, was wirklich hilfreich und absolut nicht selbstverständlich war. Die russischen Experten haben dann gemeinsam mit dem Kosmonauten Sergey Volkov das Problem mit der Vakuumleitung gelöst, und dann hat das Abpumpen wieder wunderbar funktioniert. Sehr beruhigend, dass nicht irgendwo ein Leck war, das eventuell das gesamte Experiment verhindert hätte.
Danach hatten wir dann sogar noch für das eigentlich für den Nachmittag geplante Software-Update Zeit, das ebenfalls tadellos funktioniert hat. Jetzt steht den Experimenten ab Montag nichts mehr im Wege, und wir können beruhigt das Wochenende mit etwas Sightseeing in Moskau verbringen.
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Leck?
Der Aufbau der Apparatur auf der ISS gestern hat gut geklappt. Zuerst wurde wohl ein Ventil nicht gefunden, aber ansonsten gab es keine Probleme: Alles lief super.
Heute sollte die Plasmakammer evakuiert und die Software aktualisiert werden. Dazu hat unser russischer Kollege vom IHED direkt vom Kontrollzentrum aus mit dem Kosmonauten gesprochen und ihn angeleitet.
Nachdem ein kleines Problem mit den Ventilen gelöst wurde, sollte alles richtig geöffnet gewesen sein - aber der Druck fiel nicht wie erwartet. Vielleicht ist irgendwo ein Leck - das kann relativ leicht zu beheben sein, falls es z.B. außen beim Manometer liegt. Falls wir in der Tonne ein Leck haben, ist das aber ein richtiges Problem, denn die können die Kosmonauten nicht einfach so öffnen. Es könnte aber z.B. auch sein, dass ein Vakuumschlauch verstopft ist.
Natürlich war die Zeit der Kosmonauten heute begrenzt, und wir hatten auch nicht durchgehend Funkkontakt, so dass wir nicht alles ausprobieren konnten. Wir hoffen, dass es möglich ist, am Samstag Kosmonautenzeit zur Fehlersuche und - hoffentlich - Behebung zu bekommen. Der nächste bisher geplante Zeitpunkt ist Montag, und da sollte eigentlich schon das erste Experiment durchgeführt werden.
Bis dahin werden hier verschiedene Fehlermöglichkeiten durchgesprochen, so dass wir bei dem nächsten Funkkontakt eine gute Vorgehensweise vorbereitet haben. Vielleicht handelt es sich auch um ein Problem mit einem der Ventile, das schon hier auf der Erde aufgetreten ist. Das Ventil wurde hier schon repariert, so dass es Glück im Unglück, falls es dasselbe Problem ist, denn dann ist die Lösung schon bekannt.
Na ja, hoffen wir auf das Beste. Anscheinend lief bisher alles zu gut, und das eine oder andere Problem tritt wohl bei jeder Mission auf.
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Genaue Planung
Heute gab es einige personelle Änderungen: Wir haben Verstärkung bekommen, ein Vertreter der Firma Kayser-Threde ist angekommen, der sich um die Software kümmert. Außerdem haben wir erfahren, dass der Kosmonaut Sergei Volkov unser Experiment durchführen wird, der Kommander der Expedition 17 (momentane Crew der ISS), und nicht wie anfangs geplant Oleg Kononenko. Beide Kosmonauten haben das Training für die Durchführung des Experiments erhalten und wissen daher, was zu tun ist.
Wir
haben dann hier weiter festgelegt, wann im Experimentverlauf wir eine
Videoverbindung haben möchten. Bei dieser Mission haben wir das Glück,
dass wir an jedem der drei Tage Lifevideo haben, aber die Zeit ist
trotzdem begrenzt, so dass wir uns entscheiden müssen, was wir live
sehen wollen.
Natürlich werden unsere Daten auf der ISS direkt aufgezeichnet, so dass
wir nicht immer eine Datenverbindung für das Video brauchen. Die
Festplatten mit den Daten werden dann irgendwann später von den
Amerikanern oder den Russen mit zurück gebracht.
Außerdem haben wir schon zusammengestellt, was in die Anleitung für den
Kosmonauten alles hineingeschrieben wird. Dazu gehören z.B. die Zeiten, wie lange zwischen den Aktivitäten des Kosmonauten Pause ist und das Experiment automatisch läuft (eine bis zu ein paar Minuten typischerweise). In diesen Zeiten wird z.B. der Druck automatisch auf einen neuen Wert gestellt. Das alles wird dann morgen oder spätestens Freitag zusammengeschrieben und als Radiogramm auf die Raumstation
geschickt.
Heute waren wir außerdem schon einmal im Kontrollraum der ISS, da konnten
wir von "unserem" Raum aus einfach hinlaufen. Schon beeindruckend, dort live
dabei zu sein. Außerdem haben wir den Geburtstags unseres Direktors am MPE
mit einem Kuchen von hier gefeiert, da wir ja leider nichts von dem in
Garching abbekommen haben.
Morgen soll dann das Experiment auf der ISS aufgebaut werden. Dazu
müssen Kabel zusammengesteckt, die Tonne mit dem ganzen Aufbau
herumgewuchtet werden, der Computer angeschlossen... und das alles in
Schwerelosigkeit. Vermutlich gar nicht so leicht.
Ich wünsche den Kosmonauten viel Erfolg.
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Letzte Tests
Heute waren wir im Kontrollzentrum. Es war überraschend unkompliziert, hinein zu kommen - wir waren schon vom Partnerinstitut angemeldet worden, standen dann auf der entsprechenden Liste drauf. Dann wurden nur noch die Pässe kontrolliert, und wir waren drin.
Das Kontrollzentrum ЦУП (ZUP) selbst besteht aus einem großen Gebäude, das mehrere Kontrollräume beinhaltet. Überall sind Erinnerungen an vergangene Missionen zu finden, Plaketten für Kosmonauten, Aufkleber für Experimente (unter anderem unseres ;), usw. Teilweise die für uns eher gewöhnlichen Missionslogos, teilweise auch recht kitschige Gemälde wie das Mosaik (edit: meine Kollegen meinen, ich sollte nicht schreiben, dass das ein Gemälde sei ;)) auf dem Foto links, das Ziolkowski, Gagarin und Koroljow zeigt.
Für uns war ein Raum in der Nähe des alten Kontrollzentrums für die MIR reserviert, um die Experimente noch einmal zu testen. Die ganze Hardware hatte einer unser russischen Kollegen schon hingebracht, wir haben dann alles gemeinsam aufgebaut (siehe Foto unten) und danach die vorbereiteten Prozeduren ablaufen lassen.

Ich habe den Kosmonauten gespielt und seine Aufgaben bei der Versuchsdurchführung übernommen, was aber nicht so viel Arbeit war. Das meiste lief automatisch ab, so dass wir nur zuschauen und hinterher überprüfen mussten, ob auch alles richtig gelaufen war. Und es hat tatsächlich alles geklappt, es sind also keine Last-Minute-Änderungen mehr nötig. Sieht nach einer entspannten Vorbereitungswoche aus. :)
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