Zuendspannung wissenslogs

Erstes Licht im Parabelflugaufbau

18. Dezember 2008, 22:07

Beim Kalibrieren des LasersUnsere Vorbereitungen für den Parabelfug schreiten voran. Gestern haben wir unseren neuen grünen Laser mit der fertigen, parabelflugsicheren Optik, Verschiebetisch usw. getestet. Links sieht man zwei meiner Kollegen beim Kalibrieren des Lasers in dem recht engen Parabelflugrack.

Der grüne Laser hat im Vergleich zu unserem vorherigen roten den Vorteil, dass die Kamera bei dieser Wellenlänge lichtempfindlicher ist und wir also besser mit einer hohen Bildrate aufnehmen können - und das ist schließlich der ganze Sinn unser geplanten Experimente: schnelle Aufnahmen in dem komplexen Plasma.

Teilchen haben wir auch schon testweise mit dem Laser beleuchtet, wie man auch in dem Beweisfoto unten sieht. Das silberne Runde im Vordergrund ist unsere Elektrode, das blaue Leuchten das Argonplasma. Die grüne Wolke in der Bildmitte sind unsere Teilchen, weiter hinten sieht man eine Reflexion an einem Fenster der Plasmakammer - und noch weiter hinten eine gewisse Physikerin. 

Erstes Licht im ParabelflugaufbauAuch der Rest des Aufbaus macht Fortschritte. Der Laser und der Hochfrequenzgenerator, mit dem das Plasma erzeugt wird, sind an das Interlock-System angeschlossen. Später soll das die beiden Geräte ausschalten, sobald die Abdeckungen des Racks geöffnet werden, um so zu verhindern, dass z.B. jemand aus Versehen in den Laserstrahl guckt.

Die administrativen Dinge ziehen sich etwas hin. Wir brauchen zum Beispiel noch Bescheinigungen, dass unsere Gasflaschen einen hohen Druck abkönnen, was bei den kleinen Gasflaschen, die wir verwenden, schwierig ist. Ich hoffe, dass wir das alles bald geregelt bekommen; dieser Teil der Vorbereitung ist auf alle Fälle aufwendiger, als ich befürchtet hatte.


"Beweisfoto" unten von M. Kretschmer

 



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Parabelflug - Vorbereitungen

30. November 2008, 11:42

Es gibt (immer noch ;) ) keine Anti-Schwerkraftmaschine. Daher muss man auf einen Trick zurückgreifen, um Versuche ohne den Einfluss der Gravitation durchführen zu können: Wenn ein Objekt fällt, ist es schwerelos. Das nutzt auch die Raumstation aus, die sozusagen um die Erde herum fällt. Es gibt außerdem Falltürme, bei denen Experimente in einem Vakuum fallen gelassen werden und in dieser Zeit schwerelos sind. Wenn nun aber der Experimentator mitkommen soll,  (weiter)

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10 Jahre ISS - "kümmerliche Ergebnisse"?

16. November 2008, 17:28

 

Die Internationale Raumstation ISS feiert diese Tage ihren 10. Geburtstag. Die Süddeutsche Zeitung publiziert dazu in ihrem Wissenschaftsteil einen Artikel, in dem sie behauptet: "Die wissenschaftlichen Erkenntnisse des 100-Milliarden-Euro-Projekts sind kümmerlich." Das einzig Positive, was der Autor des Artikels, Alexander Stirn, an der ISS finden mag, ist die internationale Zusammenarbeit. 

Er zitiert als Beleg für die Behauptung, dass die Erkenntnisse kümmerlich seien, übrigens nur eine Studie über einen Forschungsflug des Space Shuttles. Ich bin sicher, dass ein wenig mehr Recherche durchaus interessante Ergebnisse der Forschung auf der ISS gebracht hätte, die Herr Stirn hätte zitieren können.

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Plasma Crystal Dope

02. November 2008, 22:10

Sieht so aus, als hätte unser Plasmakristall-Experiment auf der ISS eine dänische Band namens Powersolo zu einem Lied inspiriert:

 

 

Es scheint auf alle Fälle um die Raumstation zu gehen, soweit wir den Text im Institut verstehen konnten - und auch der Raumanzug ist ein deutliches Zeichen. Ob das ansonsten etwas mit einem komplexen Plasma und Plasmakristallen zu tun hat ... wohl eher nicht, denen schien einfach der Name zu gefallen. Na ja, ist ja verständlich, mir gefällt er auch. ;)

Und schön, wenn die Wissenschaft wenigstens irgendwie wahrgenommen wird, und vielleicht macht es ja den einen oder anderen Hörer neugierig darauf, was denn ein Plasmakristall wirklich ist.



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Eine Energiequelle, die der Quantentheorie widerspricht?

26. Oktober 2008, 21:33

Ist dies der Beginn des Wasserstoffzeitalters? Die Firma BlackLight Power behauptet, durch Zugabe eines Katalysators die Elektronen von Wasserstoffatomen dazu bringen zu können, in Zustände unterhalb des Grundzustands überzugehen, wie heise.de berichtet. Laut der Quantenmechanik gibt es eine niedrigste Energie, die die Elektronen in der Hülle von Wasserstoff mindestens besitzen müssen. Schenkt man BlackLight Power Glauben, ist es den Wissenschaftlern dort gelungen, Elektronen auf einen von über 100 zusätzlichen Zuständen unterhalb des Grundzustands zu bringen, wobei mehr Energie freigesetzt wird, als eigentlich möglich wäre. Für die Wasserstoffatome mit dem Elektron in einem so niedrigen Zustand wurde auch gleich ein neuer Ausdruck erfunden: "Hydrino".

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Planetarien im Wahlkampf

10. Oktober 2008, 21:53

Dass Wissenschaft manchmal in die Frontlinien des Wahlkampfs gerät, ist zu erwarten, wenn es um Themen wie z.B. Stammzellen geht. Dass allerdings öffentlich Ausgaben für Planetarien bemängelt werden, wie es der Präsidentschaftskandidat der Republikaner in den USA, John McCain, wiederholt getan hat, finde ich bestürzend.


Gerade diese Einrichtungen schaffen es idealerweise, einen spannenden Teilbereich der Physik auch denjenigen Menschen nahezubringen, die selten mit Wissenschaft zu tun haben. Wenig fasziniert die Leute so wie die Sterne, und mit der beeindruckenden Technik macht ein Besuch im Planetarium Spaß. Und ganz abgesehen davon, dass die Astrophysik und Astronomie viele junge Leute inspiriert, haben gerade wieder die Reaktionen auf den LHC gezeigt, wie wichtig es ist, die Leute über Wissenschaft zu informieren. Je früher man damit anfängt, Berühungsängste abzubauen und die Faszination rüberzubringen, desto besser.

Ich bin wirklich froh, dass in Deutschland bisher noch kein Wahlkampf damit gemacht wird, dem Gegner vorzuwerfen, Geld für wissenschaftliche Ausbildung ausgeben zu wollen...

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Noble gebrochene Symmetrien

09. Oktober 2008, 22:26

Die Presse berichtet derzeit, dass in Italien Ärger über die Vergabe des letzten Nobelpreises für Physik herrscht, der für die spontane Symmetriebrechung vergeben wurde. Eine Hälfte des Preises ging an Kobayashi und Maskawa, deren Namen mir schon im Studium in Form der sogenannten CMK -Matrix begegnet sind. Diese Matrix beschreibt die Mischungswahrscheinlichkeiten der verschiedenen Arten von Quarks (einigen der kleinsten Bauteile der Materie, aus denen  z.B. Neutronen und Protonen bestehen).

Nun wurde Cabibbo, der italienische Physiker, für den das C in dem Matrixnamen steht, nicht geehrt, sondern nur das M und das K, was in Italien für Entrüstung sorgt. Unter anderem hat das Institut, an dem Cabibbo früher Präsident war (INFN), protestiert.  (weiter)

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Institut gesucht!

20. September 2008, 13:10

"Deutschland baut auf exzellente Forschung, auf Kreativität, auf gute Bildung und Ausbildung, die an internationalen Maßstäben orientiert ist und jedem, der etwas leisten will, eine faire Chance bietet" - so Angela Merkel in einem Beitrag für die Zeitschrift Science im Jahr 2006.

Wir wollen etwas leisten! Wir wollen exzellent forschen! Aber im Moment sieht es so aus, als könnte es damit vielleicht bald vorbei sein...  (weiter)

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Panikreaktionen zum LHC

13. September 2008, 22:14

"es kotzt mich an wie überheblich diese leute gott spielen. sie bringen uns ALLE in gefahr !!! mich meine frau und meine kinder und euch!!!!!! mit etwas zu spielen und keine ahnung von nichts zu haben!!!!!"

Das ist eine Reaktion eines Lesers auf einen Artikel von Ende März von mir in einem anderen Blog, in dem ich darüber berichtet habe, dass das CERN in den USA verklagt wird. Jetzt ist dieser Artikel plötzlich der Hit des Blogs - was bei der momentanen Nachrichtensituation nicht weiter verblüffend ist. Was mich aber überrascht, sind die Reaktionen der Leser. Fast alle Kommentatoren können die Gefahr überhaupt nicht beurteilen, haben wirklich Angst, dass ein Weltuntergang kurz bevor steht.  (weiter)

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Open Notebook

26. August 2008, 21:23

Eine Hoffnung, die im Kontext des Web 2.0 und der Wissenschaft immer mal wieder auftaucht, ist es, Wissenschaft zugänglicher und offener zu machen. Einerseits für die Allgemeinheit - dazu tragen ja zum Beispiel auch Blogs wie dieser hier bei. Andererseits aber auch für Wissenschaftler selbst.

Ich bin heute über die Idee der "Open Notebook Wissenschaft" gestolpert (siehe z.B. hier und hier). Dabei machen die Wissenschaftler ihre Rohdaten zusammen mit ihrer Interpretation im Internet den Kollegen zugänglich und geben diese auch die Möglichkeit, direkt an der Wissenschaft mitzumachen, z.B. mit einem Wiki, das ja leicht von einer großen Anzahl von Leuten zu pflegen ist.

Prinzipiel eine schöne Idee. Täuschungsversuche oder auch einfach mehr oder weniger dumme Fehler sollten so schnell auffallen, neue Ideen besser umgesetzt werden.  (weiter)

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szmtag