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ISS gewinnt Collier Trophy

07. April 2010, 08:57

ISS vom Shuttle aus gesehen (Nasa TV)
Die ISS vom Space Shuttle aus gesehen, 07.04.2010 (NASA TV)

Diese Minuten ist das Space Shuttle dabei, die Internationale Raumstation anzufliegen, um in einer Stunde anzudocken. Das kann man übrigens live im Internet bei NASA TV verfolgen.

Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, über eine etwas ältere Nachricht (nämlich aus dem März diesen Jahres) zu berichten: Die Internationale Raumstation ISS hat die Collier Trophy gewonnen. Da ich selbst aus bekannten Gründen ein Fan der ISS bin, freut mich das natürlich besonders.

Die Collier Trophy wird jährlich von der amerikanischen National Aeronautic Association vergeben für [1]

"the greatest achievement in aeronautics or astronautics in America, with respect to improving the performance, efficiency, and safety of air or space vehicles, the value of which has been thoroughly demonstrated by actual use during the preceding year".

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Putzen mit Plasma

06. April 2010, 13:30

Plasmas sind nicht nur an und für sich spannende Studienobjekte, sondern man kann mit ihnen auch jede Menge nützliche Dinge machen, z.B. sie in der Medizin einsetzen.

Eine weitere Anwendung ist die Reinigung mit Plasmas. Dazu wird an der dreckigen Oberfläche ein Plasma erzeugt, also ein Gas, in dem ein Teil der Atome in Ionen und Elektronen zerlegt ist.  (weiter)

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Blog-Teleskop #49

04. April 2010, 19:24

Wie man unschwer an so einigen Beiträgen in meinem Blog merken kann, interessiert mich - neben der Plasmaphysik - auch besonders die Astrophysik. Gerne verfolge ich da auch einige der vielen tollen deutschsprachigen Blogs zu diesem Thema. Eine schöne Tradition in den Astroblogs ist das Blog-Teleskop, in dem alle zwei Wochen vorgestellt wird, was sich in der deutsche Astro-Blog-Szene so alles tut. Und diese Woche habe ich das Vergnügen, das Teleskop bei mir aufstellen zu können.

Ein großes Thema ist es gerade, dass Merkur im Moment am abendlichen Himmel zu sehen ist, ganz in der Nähe der Venus, so z.B. im Astroblog Bad Lippspringe, in Astrofan 80's Blog, im Heuchelheimer Himmelsfähnchen, in Skyweek Zwei Punkt Null und in Astrodicticum Simplex. In Asterythms wird dazu ein schönes Foto gepostet.

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Ein langer Weg

22. März 2010, 22:32

Stille... herrschte nicht nur viel zu lange in diesem Blog, sondern war unter anderem auch das, was ich in meinem Urlaub in Tansania gesucht habe - was dann wieder die Stille im Blog erklärt. So wird meine Rückkehr zum Bloggen auch offtopic beginnen: mit einem kurzen Bericht über einen kleinen Teil meiner Erlebnisse in Afrika.

Wir waren also in Tansania. Dieses Land besteht aus zwei Teilen, Tanganjika auf dem Festland und den Inseln, die unter dem Namen Sansibar zusammengefasst sind. Wir haben den Norden Tanganjika besucht, die Serengeti und den Ngorongoro-Krater, und die Hauptinsel Sansibars.

Hier möchte ich, wenigstens vorerst, nur über einen Ort berichten, der mich besonders beeindruckt hat: die Olduvai-Schlucht. Diese Schlucht liegt am Rand der Serengeti und wird durch Regenwasser geformt, das aus der Serengeti abläuft [1]. Dabei werden Fossilien freigelegt, die Jahrmillionen im Gestein verborgen waren. Dies hat dazu geführt, dass viele Tierfossilien gefunden wurden, aber auch Millionen Jahre alte Steinwerkzeuge und Fossilien der Vorgänger der Menschen.

IMG_0558
Die Olvudai-Schlucht [3]

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Der Kalte Krieg im Weltraum ist beendet

02. Februar 2010, 23:47

Präsident Obama hat gestern den neuen Haushalt der NASA vorgestellt. Weitverbreitet wird dies jetzt als Desaster für die amerikanische Raumfahrt dargestellt, so unter andem bei Eugen Reichl in den benachbarten Kosmologs. Und soviel ist wahr, Bushs Constellation Programm, das Astronauten in einer Hauruck-Aktion nach Kalte-Krieg-Manier in absehbarer Zeit zurück auf den Mond bringen sollte, wurde gestrichen, da es einfach nicht tragfähig war (wie auch schon die Augustine Kommension vor einer Weile festgestellt hat).

Ich hätte es sehr gerne gesehen, wenn wieder Menschen auf dem Mond -- oder gar Mars -- spazieren gegangen wären oder dort sogar permanente Basen errichtet hätten. Aber sicher nicht um jeden Preis. Liefert Obamas Programm wirklich keine Alternative? (weiter)

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Phasenseparation und Feiern - Zweites Experiment (PK-3 Plus Mission 12)

28. Januar 2010, 22:48

Heute wurde das zweite Experiment der aktuellen Mission durchgeführt. Es ging dabei hauptsächlich um Phasenseparation: Die Teilchen einer Größe wurden in eine Wolke aus Teilchen einer anderen Größe injiziert. Dabei sortieren sich die Teilchen dann automatisch nach Größe, ein Prozess, den wir beobachten möchten.

Dabei wollten wir eigentlich die teilchenfreie Zone in der Mitte der Kammer, das Void, schließen, was uns aber nicht ganz gelang. Das könnte daran liegen, dass in der Kammer nanometergroße Teilchen gewachsen sind, die zu klein sind, als dass man sie sehen könnte. Diese Teilchen würden sich dann in der Mitte des Systems aufhalten und dort verhindern, dass das Void geschlossen werden kann. Aber auch mit noch etwas offenem Void haben wir aber wieder schöne Tropfen aus einer Teilchensorte gesehen, das war also nicht so schlimm.

Im weiteren Verlauf des Experiments haben wir noch Teilchen in ein vorher teilchenfreies Plasma injiziert. Das haben wir mehrmals bei verschiedenen Leistungen und Drücken wiederholt und können so vergleichen, wie sich die Teilchen um das Void herum verteilen.

Außerdem konnte heute, anlässlich der besonderen Mission, die beiden Gruppenleiter, Prof. Fortov und Prof. Morfill, mit dem Kosmonauten Oleg Kotov direkt sprechen und ihm persönlich für seine tolle Arbeit danken. Eine große Ehre.

Abends gab es dann eine große Feier in einem Restaurant hier in Korolyov mit vielen Toasts und einigem Vodka. Morgen steht das dritte und für diese Mission letzte Experiment an, das wieder in Zusammenarbeit mit unseren japanischen Kollegen durchgeführt wird.



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Erstes Experiment (PK-3 Plus Mission 12)

27. Januar 2010, 21:39

Das erste Experiment der 12. Mission von PK-3 Plus hat sehr gut geklappt. Kurz vor Beginn der Experimente gab es einen kleinen Schreck, als der Telescience-Laptop eingefroren ist und nicht mehr auf Eingaben geantwortet hat, ein Neustart des Computers hat dann aber geholfen.

Zuerst hatten wir dann wie gehabt ein Livebild, das direkt über die russischen Stationen gelaufen ist. Danach wurde dann auf die Übertragung über NASA-Satelliten umgeschaltet, was auch perfekt funktioniert hat. Wir konnten dann tatsächlich das gesamte Experiment, das über 90 Minuten gedauert hat, live beobachten. Die Daten sind dabei von der ISS über den NASA-Satelliten gesendet worden, dann zum DLR nach Oberpfaffenhofen und schließlich von dort hierher nach Korolyov.

Da dieses Mal ziemlich viele Gäste da waren, war nur ein Teil von uns direkt im Kontrollraum, der Rest hat die Live-Übertragung von "unserem" Raum aus betrachtet und auch einer englischen Übersetzung der Anweisungen zugehört. 

Tanja und Greg während Mission 12
Gregor Morfill und Tanja Hagl vom MPE betrachten im Kontrollzentrum TsUP ein Live-Bild vom Kristallisations-Experiment

Wir haben bereits auf dem Live-Bild schöne Kristallisation des Komplexen Plasmas gesehen, nachdem dieses mithilfe eines Funktionsgenerators durchgeschüttelt wurde. Dies wurde mehrmals bei unterschiedlichen Drücken gemacht und auch durch das System gescannt, so dass dreidimensionale Untersuchungen möglich sind.

Insgesamt ein sehr gelungener Start der 12. Mission von PK-3 Plus. Morgen geht es dann mit Phasenseparations-Experimenten weiter.



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Jubiläum von PK-3 Plus auf der ISS

27. Januar 2010, 07:42

Am Sonntag sind wir im eisigen Korolyov bei Moskau angekommen, um eine neue Mission unseres Plasmakristall-Experiments PK-3 Plus auf der Internationalen Raumstation zu begleiten. Wir sind mitten im russischen Winter gelandet, mit Temperaturen von -20°C und darunter.
Auf dem Weg zum Kontrollzentrum
Auf dem Weg vom Hotel zum Kontrollzentrum

Aber dieses Mal lohnt es sich sogar noch mehr als sonst. Wir haben wieder interessante Experimente geplant, unter anderem zur Kristallisation der Teilchen. Und: Dieses Mal gibt es wieder etwas zu feiern, und zwar sogar doppelt. Es handelt sich um die 25. Mission der PK-3 Experimente, also die Missionen unseres aktuellen Experiments PK-3 Plus und des Vorgängerexperiments PKE Nefedov zusammengezählt.

Dieses Jubiläum ist verbunden mit einer Premiere: PK-3 Plus ist umgezogen auf das neue russische Modul der ISS, MIM-2. Es ist dort das erste wissenschaftliche Experiment.
 
Oleg Kotov mit PK-3 Plus auf der ISS
 Kosmonaut Oleg Kotov mit PK-3 Plus im MIM-2 Modul
Mit freundlicher Genehmigung von RKK-Energia
 
Vorgestern hat der Kosmonaut Oleg Kotov PK-3 Plus in MIM-2 angeschlossen. Gestern hat er es dann in Betrieb genommen und schon einmal gepumpt, so dass wir für die Experimente gute Bedingungen haben. Alles hat problemlos geklappt, und wir freuen uns auf die Experimente, die heute mittag beginnen.

Eine weitere Neuerung gibt es: Wir werden dieses Mal vielleicht nicht nur die übliche, auf um die 15 Minuten begrenzte, Live-Videozeit zur Verfügung haben, sondern eventuell länger. Der Grund ist, dass eine neue Vereinbarung zwischen der ESA und der NASA mit der russischen Weltraumagentur es erlaubt, deren Satelliten zur Übertragung mit zu verwenden. Falls das klappt, wäre es natürlich fantastisch, wir könnten einen Großteil der Experimente live anschauen und noch besser als bisher direkt auf die Beobachtungen reagieren.


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Ciao Beatrice!

14. Januar 2010, 22:10

Wenige Tage vor Weihnachten ist meine langjährige Kollegin, Beatrice Annaratone, gemeinsam mit ihrem Mann Arturo in einem Autounfall ums Leben gekommen. Beatrice war lange Mitarbeiterin an unserem Institut, bis sie dann mit ihrer Familie nach Südfrankreich gegangen, da Arturo am ITER arbeitete.

Ich habe von Beatrice viel gelernt, angefangen damit, dass sie die Kurse über Tieftemperaturplasmaphysik und die Physik Komplexer Plasmen, die ich besucht habe, gehalten hat. Aber auch privat war sie so etwas wie ein Vorbild für mich - sie hat es geschafft, ihre Karriere als Physikerin damit zu verbinden, drei wunderbare Kinder großzuziehen. Sie war die einzige Physikerin, die ich persönlich kannte, die dies erreicht hat.

Beatrice war ein sehr netter, fröhlicher Mensch, stets am Lachen und gut gelaunt und optimistisch. Ihr viel zu früher Tod und besonders dessen Umstände sind tragisch.

Da dies aber vor allem ein Physik-Blog ist, möchte ich hier über ihre Arbeit berichten. Ich suche dabei einen Artikel von ihr heraus, der mich persönlich besonders interessiert - sie hat viel publiziert, das es wert wäre, hier erwähnt zu werden. (weiter)

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Plasma-Medizin

19. Dezember 2009, 16:38

Wenn das Fernsehen einem einen Besuch abstattet, ist das immer aufregend. So ist es vor kurzem einigen Kollegen von mir bei uns am MPE geschehen: Es gab einen Bericht über die Arbeit zur Plasmamedizin in Nano, zu finden in der ZDF Mediathek.

Das ist doch ein guter Anlass, einmal etwas über die Plasmamedizin zu bloggen. Ich selbst komme mit diesem Thema eigentlich nur bei den Vorträgen in Berührung, die meine Kollegen bei unseren interen Klausurtagungen oder auch auf Konferenzen halten. Zu sehen sind dann immer grausam wirkende Fleischwunden, die wegen Bakterienbefalls lange nicht heilten, aber bei denen mithilfe Plasmabestrahlung im Rahmen klinischer Studien deutliche Verbesserungen erzielt wurden.

Wie genau diese Bestrahlung mit Plasma hilft, beschreiben Tetyana Nosenko und Coautoren in einem Paper, das letzten Monat im New Journal of Physics erschienen ist (T Nosenko et al 2009 New J. Phys. 11 115013).

Dass Plasmen Bakterien abtöten, ist schon recht lange bekannt, und wird zum Beispiel zur Sterilisation von medizinischen Instrumenten verwendet. Verschiedene Komponenten eines Plasmas wirken dabei zusammen: reaktive Teilchen, wie zum Beispiel freie Radikale und einige Moleküle wie Ozon und Peroxide, Ladungen, Hitze und ultraviolettes Licht schädigen die Bakterien.
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