Zuendspannung wissenslogs

Ciao Beatrice!

14. Januar 2010, 22:10

Wenige Tage vor Weihnachten ist meine langjährige Kollegin, Beatrice Annaratone, gemeinsam mit ihrem Mann Arturo in einem Autounfall ums Leben gekommen. Beatrice war lange Mitarbeiterin an unserem Institut, bis sie dann mit ihrer Familie nach Südfrankreich gegangen, da Arturo am ITER arbeitete.

Ich habe von Beatrice viel gelernt, angefangen damit, dass sie die Kurse über Tieftemperaturplasmaphysik und die Physik Komplexer Plasmen, die ich besucht habe, gehalten hat. Aber auch privat war sie so etwas wie ein Vorbild für mich - sie hat es geschafft, ihre Karriere als Physikerin damit zu verbinden, drei wunderbare Kinder großzuziehen. Sie war die einzige Physikerin, die ich persönlich kannte, die dies erreicht hat.

Beatrice war ein sehr netter, fröhlicher Mensch, stets am Lachen und gut gelaunt und optimistisch. Ihr viel zu früher Tod und besonders dessen Umstände sind tragisch.

Da dies aber vor allem ein Physik-Blog ist, möchte ich hier über ihre Arbeit berichten. Ich suche dabei einen Artikel von ihr heraus, der mich persönlich besonders interessiert - sie hat viel publiziert, das es wert wäre, hier erwähnt zu werden. (weiter)

Geschrieben in In eigener Sache , Physik . Kommentare: (4). Trackbacks: (0). Permalink


Teilchenblasen und -tropfen

29. Juni 2009, 13:30

Blasen und Tropfen sind typische Flüssigkeitseffekte. ResearchBlogging.orgDass diese Phänomene auch in anderen Systemen auftreten, mag auf den ersten Blick überraschen. Wir haben sie jedoch unter ganz bestimmten Umständen auch in unseren komplexen Plasmen beobachtet—ein Phänomen, das wir diese Woche in der Zeitschrift Physical Review Letters publiziert haben, und das es sogar auf das Titelblatt geschafft hat!

PRL CoverAus diesem Anlass beende ich meine doktorarbeits-erzwungene Stille hier jetzt endlich. Wie schon des Öfteren hier im Blog berichtet, besteht ein sogenanntes komplexes Plasma aus einem ionisierten Gas, in dem sich zusätzliche Teilchen befinden, die meistens um ein paar Tausendstel Millimeter groß sind (und damit riesig im Vergleich mit den anderen Teilchen im Plasma, den Ionen, Atomen und Elektronen).

Normalerweise werden diese Teilchen von der Schwerkraft nach unten gezogen, so dass sie sich im unteren Bereich der Plasmakammer ansammeln. Dem kann man entgehen, indem man Experimente in der Schwerelosigkeit durchführt—wie auch schon häufiger hier erwähnt. Oder man übt eine zusätzliche Kraft auf die Teilchen nach oben aus, um sie in den Hauptteil des Plasmas zu heben. Eine Möglichkeit, dies zu tun, ist es, die untere Platte der Experimentkammer zu heizen. Dann besteht ein Temperaturunterschied zwischen der oberen und der unteren Platte, was wiederum zu einer Kraft auf die Teilchen führt, der sogenannten Thermophorese. Diese Kraft kompensiert die Schwerkraft, die auf die Plastikteilchen wirkt. Das komplexe Plasma sieht dann ganz ähnlich aus wie bei einem entsprechenden Versuch auf der Internationalen Raumstation in echter Schwerelosigkeit. Besonders auffällig ist eine große, teilchenfreie Region in der Mitte der Teilchenwolke—das sogenannte Void.


Abb.: Teilchenblase - M. Kretschmer
Unter bestimmten Bedingungen entstehen am unteren Rand dieses Voids unter Schwerkraftsbedingungen neuartige Phänomene: Es 
 (weiter)

Geschrieben in In eigener Sache , Physik . Kommentare: (4). Trackbacks: (0). Permalink


Blogvisite 2009 – Wenn der Funken überspringt

19. April 2009, 12:48

[Eine Blogvisite verfasst von Sandra ThalAmuse gueule
 
Kochen ist Physik - ebenso wie Biologie und Biochemie. Als Biologin habe ich zwar gewisse Grundkenntnisse in der Physik, zähle mich aber eher zum interessierten Publikum, als zum Fach-Publikum. Deshalb finde ich es toll, wenn eine Physikerin, es schafft - mich eine Biologin- für ihren Arbeitsalltag und die Physik zu begeistern.
 
In über 100 Einträge konnte man bisher mitverfolgen, wie physikalische Experimente geplant und durchgeführt werden. Ob beim Parabelflug, auf der ISS oder bei einem Fachvortrag im Max-Planck-Institut über „Leuchtende Nachtwolken“ immer hat man das Gefühl, Live dabei zu sein.
 
Tatsächlich verwirklicht dieser Blog für mich am stärksten die Grundidee der Scilogs: der Blog als wissenschaftliches Tagebuch – aktuell, regelmäßig, informativ und einfach geschrieben. Die zusätzlichen Themen-Links und die eindrucksvollen Bilder, die die meisten Einträge begleiten, sind so etwas wie Sahnetoppings – sie runden die Beiträge perfekt ab.
 
Einzig bei den eingestreuten Comic-Sequenzen ohne Begleittexte, springt der Funke bei mir nicht über. Bedenklich einerseits wegen möglicher Urheberrechtsverstöße - andererseits fehlt mir einfach ein Text, ähnlich einer Verzehranweisung, wie man sie heutzutage auch für die Molekulare Küche braucht.
 
Trotzdem ich freue mich, wie viele andere darauf, demnächst wieder in dem physikalischen Tagebuch von Mierk Schwabe zu lesen.


Geschrieben in In eigener Sache . Kommentare: (2). Trackbacks: (0). Permalink


I love the whole world

15. Mai 2008, 21:48

Gerade habe ich bei Wissen schafft Kommunikation dieses Video entdeckt:

 

Eigentlich eine Werbung für den Discovery-Channel, aber wie schon Christoph Larssen schrieb: wohl eher Werbung für die Erde. Das Video zeigt außerdem sehr gut die Faszination an der Wissenschaft überhaupt, finde ich. :) Ein definitiver Favorit von mir. 

Von der Welt werde ich dieses Wochenende übrigens wieder ein wenig mehr sehen, ich fliege nämlich auf die Azoren zur Fifth International Conference on the Physics of Dusty Plasmas. Falls ich die Zeit finde und es dort einen Internetzugang gibt (eigentlich Standard auf wissenschaftlichen Konferenzen) werde ich natürlich hier davon berichten.

 



Geschrieben in In eigener Sache . Kommentare: (1). Trackbacks: (0). Permalink


Hallo Welt!

11. April 2008, 20:02

Willkommen bei dem neusten Mitglied bei den Wissenslogs, dem Blog Zündspannung. Als ich Anfang dieses Jahres meinen "DissBlog" eröffnet habe, habe ich nicht gedacht, dass ich so schnell wieder umziehen würde. Jetzt hat sich aber die Möglichkeit geboten, hierher zu den Wissenslogs zu kommen, eine Chance, die ich nutzen wollte.

Ich möchte hier über meinen Alltag als Doktorandin im Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik berichten, wo ich mich als Experimentalphysikerin mit Komplexen Plasmen beschäftige. Einer meiner Kollegen hat vor kurzem beim FischBlog über unsere Gruppe geschrieben, daher spare ich mir hier eine lange Einführung. Ich bin sicher, dass ich früher oder später über unsere Forschung berichten werde. :)

Außerdem werde ich einfach darüber schreiben, was mir so in der Wissenschaftswelt auffällt (oder auch von meinen Kollegen erzählt wird). Daher auch der "Blick über den Plasmarand". Viel Spaß beim Lesen wünsche ich, hoffentlich mindestens genauso viel, wie mir das Schreiben macht.



Geschrieben in In eigener Sache . Kommentare: (2). Trackbacks: (0). Permalink


szmtag