wissenslogs Zuendspannung

Experiment abgeschlossen

09. Juli 2010, 16:05

Das letzte Experiment dieser Mission ist abgeschlossen. Wir haben, wie berichtet, mit dem von gestern getauscht, und so ging es heute wieder um Kristallisation. Dieses Mal haben wir die kleinsten Teilchen verwendet, die wir zur Verfügung haben, mit einem Durchmesser von 1.55 Mikrometern. Wir konnten die Kristallisation wieder live an den Bildschirmen beobachten.

Im Moment führt unser russischer Kollege Andrey Lipaev den Kosmonauten Alexander Skvortsov durch die Abschalt-Prozedur. So sieht es im Moment auf der ISS aus:

Alexander Skvortsov
Alexander Skvortsov mit dem Steuer-Laptop von PK-3 Plus
Mit freundlicher Genehmigung von RKK-Energia 
Alexander Skvortsov
Alexander Skvortsov mit der Tonne, in der sich der Experimentaufbau von PK-3 Plus befindet
Mit freundlicher Genehmigung von RKK-Energia

Auch wir werden dann gleich das Kontrollexperiment abbauen und in den Kisten verstauen. Morgen geht es dann wieder zurück in die Heimat. Es war soweit wieder eine sehrerfolgreiche Mission, dank der sehr kompetenten Arbeit der Kosmonauten, der Leute hier vom Kontrollzentrum TsUP, Roskosmos, usw. Ich freue mich schon auf den nächsten Durchgang!



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Hochleistungsexperiment

08. Juli 2010, 15:41

Für den heutigen Durchlauf unseres Experiments auf der Raumstation hatten wir eigentlich das zweite Kristallisations-Experiment vorgesehen, und für morgen ein weiteres Experiment, unter anderem mit hohen Leistungen. Der Grund für diese Reihenfolge war es, dass einer unser japanischen Kollegen, Hiroo Totsuij, erst heute anreisen konnte. Nun hat Aeroflot leider seinen Flug komplett gestrichen, und er schafft es auch bis morgen nicht mehr herzufliegen.

Da einige Mitglieder unser Gruppe morgen schon abreisen, haben wir nun die Reihenfolge der beiden übrigen Experimente umgedreht und heute das neuere Hochleistungsexperiment durchgeführt. Diese kurzfristige Änderung hat ohne Probleme funktioniert, unser russischer Kollege spricht sowieso mit dem Kosmonauten, der das Experiment durchführt. Er hat ihn einfach gebeten, ein anderes als das geplante Experiment zu starten. Da beide Experimentläufe in etwa dieselbe Länge und Anforderungen an den Zeitaufwand des Kosmonauten haben, gab es kein Problem.  (weiter)

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Mehr oder weniger entladene Teilchen

07. Juli 2010, 18:46

Am zweiten Tag der 13. Mission von PK-3 Plus ging es um die Entladung von Teilchen, nachdem das Plasma ausgeschaltet wurde. Anlässlich des französisch-russischen Jahrs der Freundschaft wurde diese Mission extra um einen Tag verlängert, um dieses Experiment von Wissenschaftlern aus den entsprechenden Nationen durchführen zu können.

Was passiert, ist das folgende: Das Plasma wird ausgeschaltet, während die Mikroteilchen sich darin befinden. Auf der Erde würden die Teilchen mit einer geringen oder gar keiner Ladung auf den Boden der Plasmakammer fallen, aber in der Schwerelosigkeit bleiben sie einfach an Ort und Stelle.

Als nächstes wird ein langsam wechselndes elektrisches Feld angelegt, das die Teilchen zu Oszillationen anregt - falls sie denn noch geladen sind. Mithilfe dieser Oszillationen kann man dann die Ladung bestimmen. Hier sieht man einen Schnappschuss solcher Oszillationen. Die Teilchen, die nur noch als Striche zu erkennen sind, bewegen sich schnell und sind daher noch stark geladen:

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Ein Experiment, das seinem Namen Ehre macht

06. Juli 2010, 18:49

Heute hat der momentane Kommander der ISS, Alexander Skvortsov, die 13. Mission unseres PK-3 Plus -Experiments begonnen. Wir haben währenddessen in "unserem" Raum im russischen ISS - Kontrollzentrum TsUP Stellung bezogen.

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Jetzt schlägt's 13...

06. Juli 2010, 09:10

Nach der Nobelpreisträgertagung in Lindau geht es gleich spannend weiter: mit der 13. Mission des Plasmakristall-Experiments PK-3 Plus auf der Raumstation ISS. Meine Kollegen waren so nett, die Vorbereitungsarbeit letzte Woche allein zu übernehmen, so dass ich die Lindau-Tagung besuchen konnte. Das heißt, die Prozeduren (also die vorprogrammierten Abläufe des Experiments) sind bereits getestet, und alles ist so weit vorbereitet, dass es heute losgehen kann.

Nachdem vorgestern das Andocken des Progress-Frachters an die ISS geglückt ist, bleibt die Planung unseres Experiments unverändert: Heute nachmittag um 16 Uhr Moskauer Zeit wird es zum ersten Mal durchgeführt. Es geht wieder um Kristallisation der Mikroteilchen in dem Plasma.

In dieser Mission stehen insgesamt vier Experimenttage an. Das ist einer mehr als normal: Es gibt anlässlich des Jahrs der russisch-französischen Freundschaft ein zusätzliches Experiment unser Kollegen aus diesen Ländern. Auch unsere japanischen Kollegen sind wieder mit dabei, sie waren bei einem der "normalen" Experimenttage beteiligt.

Ich werde hier weiter berichten.

Update: Das Experiment läuft, es sieht alles sehr gut aus. Wir können auf dem Live-Bild schöne Kristallisation beobachten. 

Update 2, 18:03 Ortszeit: Das Experiment ist beendet, ist anscheinend sehr gut gelaufen. Morgen geht es mit dem russisch-französischem Experiment weiter.



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Ein langer Weg

22. März 2010, 22:32

Stille... herrschte nicht nur viel zu lange in diesem Blog, sondern war unter anderem auch das, was ich in meinem Urlaub in Tansania gesucht habe - was dann wieder die Stille im Blog erklärt. So wird meine Rückkehr zum Bloggen auch offtopic beginnen: mit einem kurzen Bericht über einen kleinen Teil meiner Erlebnisse in Afrika.

Wir waren also in Tansania. Dieses Land besteht aus zwei Teilen, Tanganjika auf dem Festland und den Inseln, die unter dem Namen Sansibar zusammengefasst sind. Wir haben den Norden Tanganjika besucht, die Serengeti und den Ngorongoro-Krater, und die Hauptinsel Sansibars.

Hier möchte ich, wenigstens vorerst, nur über einen Ort berichten, der mich besonders beeindruckt hat: die Olduvai-Schlucht. Diese Schlucht liegt am Rand der Serengeti und wird durch Regenwasser geformt, das aus der Serengeti abläuft [1]. Dabei werden Fossilien freigelegt, die Jahrmillionen im Gestein verborgen waren. Dies hat dazu geführt, dass viele Tierfossilien gefunden wurden, aber auch Millionen Jahre alte Steinwerkzeuge und Fossilien der Vorgänger der Menschen.

IMG_0558
Die Olvudai-Schlucht [3]

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Ciao Beatrice!

14. Januar 2010, 22:10

Wenige Tage vor Weihnachten ist meine langjährige Kollegin, Beatrice Annaratone, gemeinsam mit ihrem Mann Arturo in einem Autounfall ums Leben gekommen. Beatrice war lange Mitarbeiterin an unserem Institut, bis sie dann mit ihrer Familie nach Südfrankreich gegangen, da Arturo am ITER arbeitete.

Ich habe von Beatrice viel gelernt, angefangen damit, dass sie die Kurse über Tieftemperaturplasmaphysik und die Physik Komplexer Plasmen, die ich besucht habe, gehalten hat. Aber auch privat war sie so etwas wie ein Vorbild für mich - sie hat es geschafft, ihre Karriere als Physikerin damit zu verbinden, drei wunderbare Kinder großzuziehen. Sie war die einzige Physikerin, die ich persönlich kannte, die dies erreicht hat.

Beatrice war ein sehr netter, fröhlicher Mensch, stets am Lachen und gut gelaunt und optimistisch. Ihr viel zu früher Tod und besonders dessen Umstände sind tragisch.

Da dies aber vor allem ein Physik-Blog ist, möchte ich hier über ihre Arbeit berichten. Ich suche dabei einen Artikel von ihr heraus, der mich persönlich besonders interessiert - sie hat viel publiziert, das es wert wäre, hier erwähnt zu werden. (weiter)

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Teilchenblasen und -tropfen

29. Juni 2009, 13:30

Blasen und Tropfen sind typische Flüssigkeitseffekte. ResearchBlogging.orgDass diese Phänomene auch in anderen Systemen auftreten, mag auf den ersten Blick überraschen. Wir haben sie jedoch unter ganz bestimmten Umständen auch in unseren komplexen Plasmen beobachtet—ein Phänomen, das wir diese Woche in der Zeitschrift Physical Review Letters publiziert haben, und das es sogar auf das Titelblatt geschafft hat!

PRL CoverAus diesem Anlass beende ich meine doktorarbeits-erzwungene Stille hier jetzt endlich. Wie schon des Öfteren hier im Blog berichtet, besteht ein sogenanntes komplexes Plasma aus einem ionisierten Gas, in dem sich zusätzliche Teilchen befinden, die meistens um ein paar Tausendstel Millimeter groß sind (und damit riesig im Vergleich mit den anderen Teilchen im Plasma, den Ionen, Atomen und Elektronen).

Normalerweise werden diese Teilchen von der Schwerkraft nach unten gezogen, so dass sie sich im unteren Bereich der Plasmakammer ansammeln. Dem kann man entgehen, indem man Experimente in der Schwerelosigkeit durchführt—wie auch schon häufiger hier erwähnt. Oder man übt eine zusätzliche Kraft auf die Teilchen nach oben aus, um sie in den Hauptteil des Plasmas zu heben. Eine Möglichkeit, dies zu tun, ist es, die untere Platte der Experimentkammer zu heizen. Dann besteht ein Temperaturunterschied zwischen der oberen und der unteren Platte, was wiederum zu einer Kraft auf die Teilchen führt, der sogenannten Thermophorese. Diese Kraft kompensiert die Schwerkraft, die auf die Plastikteilchen wirkt. Das komplexe Plasma sieht dann ganz ähnlich aus wie bei einem entsprechenden Versuch auf der Internationalen Raumstation in echter Schwerelosigkeit. Besonders auffällig ist eine große, teilchenfreie Region in der Mitte der Teilchenwolke—das sogenannte Void.


Abb.: Teilchenblase - M. Kretschmer
Unter bestimmten Bedingungen entstehen am unteren Rand dieses Voids unter Schwerkraftsbedingungen neuartige Phänomene: Es 
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Blogvisite 2009 – Wenn der Funken überspringt

19. April 2009, 12:48

[Eine Blogvisite verfasst von Sandra ThalAmuse gueule
 
Kochen ist Physik - ebenso wie Biologie und Biochemie. Als Biologin habe ich zwar gewisse Grundkenntnisse in der Physik, zähle mich aber eher zum interessierten Publikum, als zum Fach-Publikum. Deshalb finde ich es toll, wenn eine Physikerin, es schafft - mich eine Biologin- für ihren Arbeitsalltag und die Physik zu begeistern.
 
In über 100 Einträge konnte man bisher mitverfolgen, wie physikalische Experimente geplant und durchgeführt werden. Ob beim Parabelflug, auf der ISS oder bei einem Fachvortrag im Max-Planck-Institut über „Leuchtende Nachtwolken“ immer hat man das Gefühl, Live dabei zu sein.
 
Tatsächlich verwirklicht dieser Blog für mich am stärksten die Grundidee der Scilogs: der Blog als wissenschaftliches Tagebuch – aktuell, regelmäßig, informativ und einfach geschrieben. Die zusätzlichen Themen-Links und die eindrucksvollen Bilder, die die meisten Einträge begleiten, sind so etwas wie Sahnetoppings – sie runden die Beiträge perfekt ab.
 
Einzig bei den eingestreuten Comic-Sequenzen ohne Begleittexte, springt der Funke bei mir nicht über. Bedenklich einerseits wegen möglicher Urheberrechtsverstöße - andererseits fehlt mir einfach ein Text, ähnlich einer Verzehranweisung, wie man sie heutzutage auch für die Molekulare Küche braucht.
 
Trotzdem ich freue mich, wie viele andere darauf, demnächst wieder in dem physikalischen Tagebuch von Mierk Schwabe zu lesen.


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I love the whole world

15. Mai 2008, 21:48

Gerade habe ich bei Wissen schafft Kommunikation dieses Video entdeckt:

 

Eigentlich eine Werbung für den Discovery-Channel, aber wie schon Christoph Larssen schrieb: wohl eher Werbung für die Erde. Das Video zeigt außerdem sehr gut die Faszination an der Wissenschaft überhaupt, finde ich. :) Ein definitiver Favorit von mir. 

Von der Welt werde ich dieses Wochenende übrigens wieder ein wenig mehr sehen, ich fliege nämlich auf die Azoren zur Fifth International Conference on the Physics of Dusty Plasmas. Falls ich die Zeit finde und es dort einen Internetzugang gibt (eigentlich Standard auf wissenschaftlichen Konferenzen) werde ich natürlich hier davon berichten.

 



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szmtag