wissenslogs Zuendspannung

Teilchenphysik-Slam

29. August 2010, 22:14

Meine Kollegen vom Science@Stage-Blog berichten darüber ja schon länger - Science Slams. Ich habe schon viel Positives davon gehört, aber leider noch nie die Gelegenheit gehabt, selbst einen zu besuchen. Nun hat endlich so eine Veranstaltung auch bei uns in München stattgefunden. Um es gleich vorneweg zu sagen: Ich wurde nicht enttäuscht.

Bei einem Science Slam geht es darum, einem Laien-Publikum die eigene Forschung möglichst unterhaltsam zu präsentieren, und das noch dazu in nur etwa zehn Minuten. Die Vortragenden - Slammer genannt - werden vom Publikum bewertet, und der erfolgreichste erhält am Ende einen kleinen Preis.



Die Veranstaltung fand am Max-Planck-Institut für Physik statt, und die Slammer waren alle Mitarbeiter des Instituts. Ich hatte von dem Science Slam im Internet erfahren - war es Facebook? - und sonst keinerlei Werbung dafür mitbekommen. Daher war ich sehr überrascht, wie viele Besucher der Slam angezogen hatte. Während ich noch vor dem Gebäude wartete, wurde ich von einem Radioreporter kurz interviewt - der allerdings scheinbar enttäuscht abzog, als ich ihm verriet, dass ich Physikerin sei. (weiter)

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Entwicklung des Universums im Deutschen Museum

27. April 2010, 22:21

Museen - da denkt man an Jahrzehnte, wenn nicht gar Jahrhunderte alte Ausstellungsstücke, die langsam, aber sicher Staub ansetzen. Wenn man Glück hat, gibt es in einigen technischen Museen auch mal hier oder da einen Versuch zum Ausprobieren und Spielen, aber auch da geht es meistens nicht um neustes Wissen, sondern um langbekanntes.

Dass es auch hochmoderne Wissenschaft ins Museum schaffen kann, zeigt im Moment das Deutsche Museum in München mit der Sonderausstellung zur Entwicklung des Universums. Diese Ausstellung wurde von den Max-Planck-Instituten für Astrophysik, Extraterrestrische Physik und Physik und dem Exzellenzcluster Universe sowie der ESO mitentwickelt.

Ich hatte vor kurzem wieder Gelegenheit, die Ausstellung zu besuchen, bereits zum zweiten Mal. Wenn man den runden Ausstellungsraum betritt, fällt einem zuerst eine Liegeinsel in der Mitte auf. Von ihr aus kann man an die Decke projizierte Filme zum Thema betrachten.

Rund um die Wand herum ist die Entwicklung des Universums in diversen Exponaten dargestellt. Links im Raum wird der Urknall präsentiert, der vor 13.7 Milliarden Jahren stattfand. Kurz nach diesem Ereignis hat sich das Universum mit Überlichtgeschwindigkeit ausgedehnt - die sogenannte Inflation. Dies erklärt zum Beispiel, warum die Materie ziemlich gleichförmig verteilt ist.

Das Universum nach der Inflation war allerdings keineswegs riesig, sondern - zu meiner Überraschung - gerade einmal so groß wie ein Fußball:

MK
"Universum" nach der Inflation
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Kosmonautenmuseum

11. Juli 2009, 22:57

Im April dieses Jahres wurde das Kosmonautenmuseum in Moskau wiedereröffnet. Nachdem ich letztes Jahr vergeblich versucht hatte, dieses Museum zu besuchen, haben wir heute die Chance ergriffen.

Das Museum befindet sich unter dem Denkmal Für die Eroberer des Weltraums, einem über 100 m hohen Strahl, auf dem eine Rakete in den Weltraum zu gleiten scheint. Sowohl Rakete als auch der Strahl sind mit Titan verkleidet und glänzen somit beeindruckend in der Sommersonne. Dieses Denkmal wurde als Erinnerung an den Start von Sputnik gebaut.

Kosmonauten-Museum Moskau

Als wir den ersten Raum des Museums betreten haben, war ich spontan erst einmal enttäuscht.  (weiter)

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Obama: Das große Ziel unserer Generation

09. Mai 2009, 18:42

"Wir wählen es, zum Mond zu fliegen [...], nicht weil es leicht ist, sondern schwierig, weil dieses Ziel die besten unserer Energien und Fähigkeiten organisieren und messen wird, weil diese Herausforderung eine ist, die wir annehmen, eine, die wir nicht verschieben wollen, und eine, die wir vorhaben zu gewinnen."

Mit dieser historischen Rede hat Präsident Kennedy vor fast 50 Jahren die amerikanische Nation auf ein Ziel eingeschworen, das neben eines Triumphs im Rennen zum Mond gegenüber der Sowietunion auch zu vielen neuen Technologien und einer massiven Investition in Wissenschaft, Bildung und Forschung führte. Viele Menschen wurde inspiriert, haben eine technische oder wissenschaftliche Karriere eingeschlagen, von der die USA noch heute profitiert.

Präsident Obama hat am 27. April bei einer Rede vor der amerikanischen Akademie der Wissenschaften etwas ähnliches versucht.  (weiter)

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Evolutionstag

25. Februar 2009, 22:41

Mal etwas offtopic, aber passend zum Darwin-Jahr: Die Giordano Bruno Stiftung hat eine online Petition mit dem Ziel gestartet, Christi-Himmelfahrt in "Evolutionstag" umzubenennen. An diesem Tag soll gefeiert werden, dass wir "endlich den kindlichen Narzissmus überwunden haben, der uns dazu verleitete, unsere Art als „Krone der Schöpfung“ zu betrachten."

Ein christlicher Feiertag soll deswegen umbenannt werden, da es wohl aus politischen Gründen unmöglich ist, einen neuen Feiertag einzuführen - aber das konfessionslose Drittel der Bevölkerung auch in den Feiertagen vertreten sein sollte. Außerdem wird ein wirksames Zeichen für die Evolutionstheorie und den damit einhergehenden Erkenntnisgewinn gesetzt.

Die Petition kann hier unterschrieben werden:

http://www.darwin-jahr.de/e-day

Passend zum Thema wurde auch gleich ein You-Tube-Video veröffentlicht:


 



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Plasma Crystal Dope

02. November 2008, 22:10

Sieht so aus, als hätte unser Plasmakristall-Experiment auf der ISS eine dänische Band namens Powersolo zu einem Lied inspiriert:

 

 

Es scheint auf alle Fälle um die Raumstation zu gehen, soweit wir den Text im Institut verstehen konnten - und auch der Raumanzug ist ein deutliches Zeichen. Ob das ansonsten etwas mit einem komplexen Plasma und Plasmakristallen zu tun hat ... wohl eher nicht, denen schien einfach der Name zu gefallen. Na ja, ist ja verständlich, mir gefällt er auch. ;)

Und schön, wenn die Wissenschaft wenigstens irgendwie wahrgenommen wird, und vielleicht macht es ja den einen oder anderen Hörer neugierig darauf, was denn ein Plasmakristall wirklich ist.



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Planetarien im Wahlkampf

10. Oktober 2008, 21:53

Dass Wissenschaft manchmal in die Frontlinien des Wahlkampfs gerät, ist zu erwarten, wenn es um Themen wie z.B. Stammzellen geht. Dass allerdings öffentlich Ausgaben für Planetarien bemängelt werden, wie es der Präsidentschaftskandidat der Republikaner in den USA, John McCain, wiederholt getan hat, finde ich bestürzend.


Gerade diese Einrichtungen schaffen es idealerweise, einen spannenden Teilbereich der Physik auch denjenigen Menschen nahezubringen, die selten mit Wissenschaft zu tun haben. Wenig fasziniert die Leute so wie die Sterne, und mit der beeindruckenden Technik macht ein Besuch im Planetarium Spaß. Und ganz abgesehen davon, dass die Astrophysik und Astronomie viele junge Leute inspiriert, haben gerade wieder die Reaktionen auf den LHC gezeigt, wie wichtig es ist, die Leute über Wissenschaft zu informieren. Je früher man damit anfängt, Berühungsängste abzubauen und die Faszination rüberzubringen, desto besser.

Ich bin wirklich froh, dass in Deutschland bisher noch kein Wahlkampf damit gemacht wird, dem Gegner vorzuwerfen, Geld für wissenschaftliche Ausbildung ausgeben zu wollen...

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Panikreaktionen zum LHC

13. September 2008, 22:14

"es kotzt mich an wie überheblich diese leute gott spielen. sie bringen uns ALLE in gefahr !!! mich meine frau und meine kinder und euch!!!!!! mit etwas zu spielen und keine ahnung von nichts zu haben!!!!!"

Das ist eine Reaktion eines Lesers auf einen Artikel von Ende März von mir in einem anderen Blog, in dem ich darüber berichtet habe, dass das CERN in den USA verklagt wird. Jetzt ist dieser Artikel plötzlich der Hit des Blogs - was bei der momentanen Nachrichtensituation nicht weiter verblüffend ist. Was mich aber überrascht, sind die Reaktionen der Leser. Fast alle Kommentatoren können die Gefahr überhaupt nicht beurteilen, haben wirklich Angst, dass ein Weltuntergang kurz bevor steht.  (weiter)

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Girls' Day

24. April 2008, 21:16

Heute hatten wir am Institut Besuch von 50 Mädchen zum Girls' Day. Damit war unser Programm vollständig ausgebucht, was wirklich erfreulich ist.

Ich war auch beteiligt, ich war gebeten worden, einen Vortrag über meine Erfahrungen als Frau in der Physik, warum ich Physik studiert habe und mein Arbeitsfeld zu halten. 

Den Anfang machte ich mit der Frage "Warum überhaupt Physik?" . Das wurde ich übrigens während meines Studiums oft gefragt, viele Leute konnten sich nicht vorstellen, warum man als Frau gerade so etwas studieren wolle. Die Antwort ist simpel und auch nicht geschlechtsspezifisch, glaube ich: Weil es total spannend ist! Ich wollte und will noch immer herausfinden, wie die Welt funktioniert. Warum wird der Mond während einer Mondfinsternis rot und nicht einfach schwarz? Warum ist der Himmel blau? Wie sind das Sonnensystem und die Sonne entstanden? Wie groß ist das Universum? Woraus bestehen wir, die Atome, aus denen wir uns zusammensetzen? (weiter)

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szmtag