Zuendspannung wissenslogs

Publikationen von Frauen schlechter behandelt?

03. Mai 2008, 16:24

Wie ich gerade bei Deep Thoughts and Silliness gelesen habe, gibt es eine neue Studie zu dem Thema, ob Publikationen, deren Erstautoren Frauen sind, im Peer Review Prozess schlechter behandelt werden als die von Männern.

Die meisten Zeitschriften verwenden bei der Begutachtung der Artikel eine einfach-blinde Methode, bei der die Autoren nicht wissen, wer ihre Artikel begutachtet, aber die Gutachter die Autorennamen kennen. Dies hilft den Autoren, den Artikel in ihren Kontext zu packen. Ich habe ja ebenfalls schon (ein ;) ) Paper begutachtet und fand es ganz angenehm, die Namen der Autoren sehen zu können.

Natürlich kann dieses Verfahren durchaus bei Vorurteilen unfair sein, z.B. wenn die Gutachter sehen, dass der Erstautor eine Erstautorin ist, könnten sie den Artikel strenger bewerten als bei einem männlichen Autoren, oder vielleicht auch weniger streng, was natürlich auch nicht in Ordnung wäre. Eine andere typische Situation wäre die, dass zwei verschiedene Forschungsgruppen in Konkurrenz stehen und Paper aus der jeweiligen "Gegner"-Gruppe unfair bewerten.

Eine Zeitschrift, Behavioral Ecology (BE), ist 2001 zu einem doppelt-blinden Peer-Review-Prozess übergegangen, in der die Gutachter die Namen der Autoren nicht zu sehen bekamen. In einer Studie[1] wurde die Anzahl der weiblichen Erstautoren direkt vor und direkt nach dieser Umstellung in BE und fünf anderen Fachzeitschriften untersucht. Die Autoren dieser Studie kamen zu dem Ergebnis, dass der Anstieg an weiblichen Erstautoren in BE größer ist als in den meisten anderen Zeitschriften (der Anteil steigt in allen sechs). 

Allerdings wurde jetzt in einer weiteren Untersuchung[2] das Gegenteil gezeigt, indem einfach der Anteil weiblicher Autoren in BE als Funktion der Zeit geplottet wurde. 

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Girls' Day

24. April 2008, 21:16

Heute hatten wir am Institut Besuch von 50 Mädchen zum Girls' Day. Damit war unser Programm vollständig ausgebucht, was wirklich erfreulich ist.

Ich war auch beteiligt, ich war gebeten worden, einen Vortrag über meine Erfahrungen als Frau in der Physik, warum ich Physik studiert habe und mein Arbeitsfeld zu halten. 

Den Anfang machte ich mit der Frage "Warum überhaupt Physik?" . Das wurde ich übrigens während meines Studiums oft gefragt, viele Leute konnten sich nicht vorstellen, warum man als Frau gerade so etwas studieren wolle. Die Antwort ist simpel und auch nicht geschlechtsspezifisch, glaube ich: Weil es total spannend ist! Ich wollte und will noch immer herausfinden, wie die Welt funktioniert. Warum wird der Mond während einer Mondfinsternis rot und nicht einfach schwarz? Warum ist der Himmel blau? Wie sind das Sonnensystem und die Sonne entstanden? Wie groß ist das Universum? Woraus bestehen wir, die Atome, aus denen wir uns zusammensetzen? (weiter)

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