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Röntgenastronomie im Labor

01. Dezember 2009, 13:47

ResearchBlogging.orgIch finde es ja immer wieder spannend, wenn Experimentalphysiker es schaffen, ein großes System im Labor sinnvoll nachzustellen. Schon bei Flugzeugmodellen im Windkanal bin ich beeindruckt, aber das Experiment von Shinsuke Fujioka und Mitarbeitern steigert das ganze um Größenordnungen: Hier soll die Strahlung von Akkretionsscheiben, wie sie sich zum Beispiel um Schwarze Löcher herum bilden, im Labor simuliert werden.

Wenn sogenannte Kompakte Objekte, also eben Schwarze Löcher, Neutronensterne oder Weiße Zwerge, sich in einem Doppelsternsystem mit einem anderen Stern befinden, wird häufig Material von dem Stern zu dem Kompakten Objekt gesogen. Dieses Gas fällt dann in Spiralen auf das Schwarze Loch zu und bildet dabei eine Scheibe, die sogenannte Akkretionsscheibe. Das Gas wird dann durch Röntgenstrahlung von dem Kompakten Objekt ionisiert, und es bildet sich ein heißes Plasma.

In dem Experiment von Fujioka soll eben so ein Plasma im Labor erzeugt werden. Dafür wurde eine hohle Plastikkugel mit einem Druchmesser von einem halben Millimeter mit zwölf starken Laserstrahlen beschossen und zur Implosion gebracht. Das ist dasselbe Prinzip, das auch bei der Laserfusion verwendet werden soll; hier allerdings tritt keine Fusion auf, aber immerhin wird der Kern der implodierenden Kugel auf Temperaturen über 10 Millionen Grad gebracht. Dadurch entsteht ein Plasma, das im Röntgenbereich leuchtet und die Strahlung von dem Kompakten Objekt simuliert. (weiter)

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Physik-Nobelpreis 2009 - und davor

03. Oktober 2009, 00:15

Die Verleihung der Nobelpreise steht wieder an – dieses Jahr für mich besonders spannend, denn ich bereite mich im Moment sehr intensiv auf die Verteidigung meiner Doktorarbeit vor. Dabei werde ich erst einen Vortrag über „mein“ Thema halten. Dann werden erst Fragen über mein Spezialgebiet gestellt und danach über Physik im Allgemeinen. Diesen zweiten Teil der Doktorprüfung kann man schlecht vorhersagen und sich noch schlechter darauf vorbereiten. Ein Thema, das allerdings traditionell immer auftaucht, ist der Nobelpreis in Physik. (weiter)

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Das Hubble Deep Field

14. August 2009, 21:55

Ich habe mittlerweile schon zwei Mal einen Vortrag beim Girls' Day bei uns am Institut gehalten, bei dem es um meine Erfahrungen als Frau in der Physik gehen sollte. Ich erzähle, wie ich zur Physik gekommen bin - denn eine meine Erfahrungen ist, dass ich als Studentin schon oft völlig verständnislos gefragt wurde "Warum denn gerade PHYSIK?".

Bei diesem Vortrag zeige ich dann das Hubble Deep Field, das mich als 16jährige sehr beeinflusst hat - und auch bei den Mädchen im Publikum gut ankommt, einmal wurde es sogar während des Vortrags von der Leinwand abfotografiert.

Das Bild ist im Jahr 1996 entstanden, indem das Hubble-Team das Teleskop auf einen kleinen Flecken im Weltraum gerichtet hat, der bis dahin als völlig leer galt, in dem es keine bisher bekannten Galaxien gab, keine hellen Sterne, usw. Die Größe dieses Gebiets entspricht mit einer Kantenlänge von 144 Bogensekunden ungefähr der Größe, unter der ein Tennisball in 100 Metern Entfernung erscheint. Nach 10 Tagen und 342 Fotografien wurde das endgültige Bild zusammengesetzt:

Hubble Deep Field
Hubble Deep Field - Robert Williams and the Hubble Deep Field Team (STScI) and NASA
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Wunder - Bare Wissenschaft

30. März 2009, 23:43

When I heard the learn'd astronomer,
When the proofs, the figures, were ranged in columns before me,
When I was shown the charts, the diagrams, to add, divide, and measure them,
When I sitting heard the learned astronomer where he lectured with much applause in the lecture room,
How soon unaccountable I became tired and sick,
Till rising and gliding out I wander'd off by myself,
In the mystical moist night-air, and from time to time,
Look'd up in perfect silence at the stars.

(Übersetzung ins Deutsche - ganz am Ende)  

Dieses Gedicht, When I Heard the Learn'd Astronomer von Walt Whitman, stammt aus dem 19. Jahrhundert, aber es beschreibt, was der Wissenschaft immer wieder einmal vorgeworfen wird - so auch während des Deidesheimer Bloggertreffens letztes Wochenende bei einer Diskussion: Die Entzauberung der Welt. (weiter)

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Die nächsten 20 Jahre im All

12. April 2008, 16:05

Ich hatte letzte Woche die Gelegenheit, einen Vortrag von des britischen Astrophysikers und Königlichen Astronoms Martin Rees von der Cambridge University am Max-Planck-Institut für Physik in München zu besuchen. Der Vortrag fand im Rahmen der Reimar-Lüst-Lecture statt, einer Vortragsreihe der Max-Planck-Gesellschaft, die vor 10 Jahren zu Ehren des ehemaligen Präsidenten der Gesellschaft (sein 75. Geburtstag) eingeführt wurde und seitdem jährlich an einem der Institute stattfindet. Dieses Jahr war Prof. Lüst ebenfalls anwesend, genau wie viele andere Direktoren. Der Hörsaal war dann auch bis an den Rand vollgepackt, im hinteren Bereich standen alle, die später als 15 Minuten vor Vortragsbeginn gekommen waren (und keinen reservierten Platz wie die Direktoren z.B. hatten).

Nach einigen einführenden Worten zur Vortragsreihe und der Person Martin Rees begann dieser seine Präsentation. Er bezog sich in seinem Vortrag auch immer wieder auf Prof. Lüst, den er schon lange kennt. In diesem Bericht soll es aber ab jetzt nicht mehr um Personen gehen, sondern um den Inhalt des Vortrags. Ich werde ihn hier ungeprüft so wiedergeben, wie Rees ihn meiner Notizen vorgetragen hat.

„Die nächsten 20 Jahre im All aus der Perspektive eines Wissenschaftlers“

Rees begann mit einem Bild Isaac Newtons – seines Vorgängers als Königlicher Astronom, wie er dann auch gleich betonte. Newton war die erste Person, die die Möglichkeit des Raumsflugs in einer quantitativen Art und Weise erfasste, er berechnete sogar die Geschwindigkeit, die eine Kanonenkugel haben müsste, um in eine Umlaufbahn um die Erde einzutreten. Natürlich begriff er, dass dies völlig außerhalb der Möglichkeiten der Menschheit zu seiner Zeit war. (weiter)

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