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Einfluss der Sonne auf radioaktiven Zerfall?

31. August 2010, 22:55

Wer den Film 2012 gesehen hat, dem wird das folgende Szenario bekannt vorkommen: Die Sonne bricht in massiven Eruptionen aus, produziert dadurch eine große Anzahl von Neutrinos, die mit der Erde reagieren und sie fundamental verändern. Was gestern noch wie ein Märchen klang, kann heute Wirklichkeit sein... oder vielleicht doch nicht? Jedenfalls behaupten [1] so etwas ähnliches die Physiker Jere Jenkins und Ephraim Fischbach von der Purdue Universität und Peter Sturrock von Stanford. Sie gehen sogar noch weiter, sie unterstellen den Neutrinos nicht nur eine starke Wirkung, sie sollen auch gleich noch ein weiteres Prinzip der Physik brechen, nämlich dass die Wahrscheinlichkeit von radioaktivem Zerfall konstant ist.

Sonneneruption - SOHO
Sonneneruption - SOHO (ESA/NASA)

Aber von Anfang an. Neutrinos sind ungeladene, sehr leichte Teilchen, die bei den Kernreaktionen im Inneren der Sonne entstehen. Sie reagieren kaum mit anderen Teilchen und sind daher sehr schwierig nachzuweisen. Um sie überhaupt messen zu können, werden beispielsweise riesige Wassertänke verwendet, beispielsweise 50,000 Liter Tonnen im Fall des Detektors Super-Kamiokande in Japan. Mithilfe dieses Detektors ist es gelungen, ein Bild der Sonne mit Neutrinos aufzunehmen.

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Teilchenphysik-Slam

29. August 2010, 22:14

Meine Kollegen vom Science@Stage-Blog berichten darüber ja schon länger - Science Slams. Ich habe schon viel Positives davon gehört, aber leider noch nie die Gelegenheit gehabt, selbst einen zu besuchen. Nun hat endlich so eine Veranstaltung auch bei uns in München stattgefunden. Um es gleich vorneweg zu sagen: Ich wurde nicht enttäuscht.

Bei einem Science Slam geht es darum, einem Laien-Publikum die eigene Forschung möglichst unterhaltsam zu präsentieren, und das noch dazu in nur etwa zehn Minuten. Die Vortragenden - Slammer genannt - werden vom Publikum bewertet, und der erfolgreichste erhält am Ende einen kleinen Preis.



Die Veranstaltung fand am Max-Planck-Institut für Physik statt, und die Slammer waren alle Mitarbeiter des Instituts. Ich hatte von dem Science Slam im Internet erfahren - war es Facebook? - und sonst keinerlei Werbung dafür mitbekommen. Daher war ich sehr überrascht, wie viele Besucher der Slam angezogen hatte. Während ich noch vor dem Gebäude wartete, wurde ich von einem Radioreporter kurz interviewt - der allerdings scheinbar enttäuscht abzog, als ich ihm verriet, dass ich Physikerin sei. (weiter)

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Wassertanz im Schatten der Milchstraße

28. August 2010, 13:45

In unseren Breiten ist ja schon selten, die Milchstraße überhaupt sehen zu können. Selbst wenn es völlig sternenklar ist, ist doch an vielen Orten das Umgebungslicht viel zu stark, als dass man mehr als die hellsten paar Sterne ausmachen könnte. Viele Menschen sind sogar felsenfest davon überzeugt, keine farbigen Himmelslichter sehen zu können - nicht einmal den Mars sehen sie als rot an.

Am besten habe ich die Milchstraße bei einem Besuch in Patagonien in Chile sehen können. Sie spannte sich majestätisch über den Himmel, mit unglaublich vie Detail. Ich konnte mich gar nicht satt sehen. Da war es auch, dass ich das erste Mal versucht habe, mit meiner kleinen Digitalkamera die Sterne zu fotografieren. Leider ergebnislos, das Rauschen war bei meinem Chip einfach zu stark. 

Hier sieht man das andere Ende von Spektrum der Sternfotografie. Die Milchstraße über dem Loch Ard Gorde in Australien. Man sieht sogar den Schatten, den die Milchstraße wirft! Wunderschön!


Water Dance from Alex Cherney on Vimeo.


via: Astronomy Picture of the Day



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Physikerinnen weniger ernst genommen?

08. August 2010, 17:00

Weibliche Physiker sind in Führungspositionen in der Wissenschaft noch immer deutlich unterrepräsentiert, sogar noch mehr als in den entsprechenden Studienfächern. Die Frage ist nur, warum. Geben Frauen eher auf dem Weg "nach oben" auf als Männer? Sind sie einfach nicht so karriereorientiert? Oder werden sie diskriminiert? 

In die letzte Richtung deutet eine Untersuchung, über Physics Worlds berichtet: Die Physikerin Amy Bug hat in einem kleinen Experiment untersucht, wie Vorträge von männlichen und weiblichen Physikern von Studenten aufgenommen werden. Dazu hat sie je zwei Schauspieler jedens Geschlechts trainiert, Vorträge über physikalische Themen zu halten. Physikstudenten haben sich diese Vorträge angeschaut und wurden danach zu ihrer Meinung über den Vortragenden befragt.

Bei Fragen zu den fachlichen Fähigkeiten der Redner, z.B. ob sie das Material gut verstanden hätten oder sachkundig waren, wurden die Männer von allen Studenten besser bewertet. Allerdings von den weiblichen Studenten nur insignifikant besser, von den männlichen stark besser. Bei Fragen zu der Lehrkompetenz der Redner haben Studenten beides Geschlechts ihr eigenes Geschlecht bevorzugt.

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Experiment abgeschlossen

09. Juli 2010, 16:05

Das letzte Experiment dieser Mission ist abgeschlossen. Wir haben, wie berichtet, mit dem von gestern getauscht, und so ging es heute wieder um Kristallisation. Dieses Mal haben wir die kleinsten Teilchen verwendet, die wir zur Verfügung haben, mit einem Durchmesser von 1.55 Mikrometern. Wir konnten die Kristallisation wieder live an den Bildschirmen beobachten.

Im Moment führt unser russischer Kollege Andrey Lipaev den Kosmonauten Alexander Skvortsov durch die Abschalt-Prozedur. So sieht es im Moment auf der ISS aus:

Alexander Skvortsov
Alexander Skvortsov mit dem Steuer-Laptop von PK-3 Plus
Mit freundlicher Genehmigung von RKK-Energia 
Alexander Skvortsov
Alexander Skvortsov mit der Tonne, in der sich der Experimentaufbau von PK-3 Plus befindet
Mit freundlicher Genehmigung von RKK-Energia

Auch wir werden dann gleich das Kontrollexperiment abbauen und in den Kisten verstauen. Morgen geht es dann wieder zurück in die Heimat. Es war soweit wieder eine sehrerfolgreiche Mission, dank der sehr kompetenten Arbeit der Kosmonauten, der Leute hier vom Kontrollzentrum TsUP, Roskosmos, usw. Ich freue mich schon auf den nächsten Durchgang!



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Hochleistungsexperiment

08. Juli 2010, 15:41

Für den heutigen Durchlauf unseres Experiments auf der Raumstation hatten wir eigentlich das zweite Kristallisations-Experiment vorgesehen, und für morgen ein weiteres Experiment, unter anderem mit hohen Leistungen. Der Grund für diese Reihenfolge war es, dass einer unser japanischen Kollegen, Hiroo Totsuij, erst heute anreisen konnte. Nun hat Aeroflot leider seinen Flug komplett gestrichen, und er schafft es auch bis morgen nicht mehr herzufliegen.

Da einige Mitglieder unser Gruppe morgen schon abreisen, haben wir nun die Reihenfolge der beiden übrigen Experimente umgedreht und heute das neuere Hochleistungsexperiment durchgeführt. Diese kurzfristige Änderung hat ohne Probleme funktioniert, unser russischer Kollege spricht sowieso mit dem Kosmonauten, der das Experiment durchführt. Er hat ihn einfach gebeten, ein anderes als das geplante Experiment zu starten. Da beide Experimentläufe in etwa dieselbe Länge und Anforderungen an den Zeitaufwand des Kosmonauten haben, gab es kein Problem.  (weiter)

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Die großen Herausforderungen: Gerard 't Hooft in Lindau

08. Juli 2010, 11:40

Die Fachgebiete des 1999 Physik-Nobelpreisträger Gerard 't Hooft sind die Teilchenphysik und Quantumgravitation. Sein Vortrag bei der Lindau-Nobelpreisträgertagung jedoch handelte nicht davon, sondern von seinem "Hobby", wie er es nannte: die großen Herausforderungen der Wissenschaft. In diesem Vortrag bot Prof. 't Hooft einen schnellen Überblick über die großen Themen, die er vorhersehen kann. Mein Blogger-Kollege Lars Fischer hat darüber auch schon kurz im Lindau-Blog geschrieben.

Wie so viele andere Wissenschaftler wurde 't Hooft von der Apollo-Landung auf dem Mond begeistert. Dies führte dazu, dass er mehr über Wissenschaft erfahren wollte. Auch in heutiger Zeit gibt es solche spannenden Unternehmungen. Die Raumsonde Cassini beispielsweise zeigt, dass das Saturn-System viel komplexer ist, als man früher gedacht hätte. Wie es wohl wäre, tatsächlich eines Tages dort hin zu fliegen?

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Mehr oder weniger entladene Teilchen

07. Juli 2010, 18:46

Am zweiten Tag der 13. Mission von PK-3 Plus ging es um die Entladung von Teilchen, nachdem das Plasma ausgeschaltet wurde. Anlässlich des französisch-russischen Jahrs der Freundschaft wurde diese Mission extra um einen Tag verlängert, um dieses Experiment von Wissenschaftlern aus den entsprechenden Nationen durchführen zu können.

Was passiert, ist das folgende: Das Plasma wird ausgeschaltet, während die Mikroteilchen sich darin befinden. Auf der Erde würden die Teilchen mit einer geringen oder gar keiner Ladung auf den Boden der Plasmakammer fallen, aber in der Schwerelosigkeit bleiben sie einfach an Ort und Stelle.

Als nächstes wird ein langsam wechselndes elektrisches Feld angelegt, das die Teilchen zu Oszillationen anregt - falls sie denn noch geladen sind. Mithilfe dieser Oszillationen kann man dann die Ladung bestimmen. Hier sieht man einen Schnappschuss solcher Oszillationen. Die Teilchen, die nur noch als Striche zu erkennen sind, bewegen sich schnell und sind daher noch stark geladen:

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Ein Experiment, das seinem Namen Ehre macht

06. Juli 2010, 18:49

Heute hat der momentane Kommander der ISS, Alexander Skvortsov, die 13. Mission unseres PK-3 Plus -Experiments begonnen. Wir haben währenddessen in "unserem" Raum im russischen ISS - Kontrollzentrum TsUP Stellung bezogen.

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Jetzt schlägt's 13...

06. Juli 2010, 09:10

Nach der Nobelpreisträgertagung in Lindau geht es gleich spannend weiter: mit der 13. Mission des Plasmakristall-Experiments PK-3 Plus auf der Raumstation ISS. Meine Kollegen waren so nett, die Vorbereitungsarbeit letzte Woche allein zu übernehmen, so dass ich die Lindau-Tagung besuchen konnte. Das heißt, die Prozeduren (also die vorprogrammierten Abläufe des Experiments) sind bereits getestet, und alles ist so weit vorbereitet, dass es heute losgehen kann.

Nachdem vorgestern das Andocken des Progress-Frachters an die ISS geglückt ist, bleibt die Planung unseres Experiments unverändert: Heute nachmittag um 16 Uhr Moskauer Zeit wird es zum ersten Mal durchgeführt. Es geht wieder um Kristallisation der Mikroteilchen in dem Plasma.

In dieser Mission stehen insgesamt vier Experimenttage an. Das ist einer mehr als normal: Es gibt anlässlich des Jahrs der russisch-französischen Freundschaft ein zusätzliches Experiment unser Kollegen aus diesen Ländern. Auch unsere japanischen Kollegen sind wieder mit dabei, sie waren bei einem der "normalen" Experimenttage beteiligt.

Ich werde hier weiter berichten.

Update: Das Experiment läuft, es sieht alles sehr gut aus. Wir können auf dem Live-Bild schöne Kristallisation beobachten. 

Update 2, 18:03 Ortszeit: Das Experiment ist beendet, ist anscheinend sehr gut gelaufen. Morgen geht es mit dem russisch-französischem Experiment weiter.



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szmtag