wissenslogs Wild Dueck Blog

Sag lieber nix!

17. September 2007, 13:15

„Der Überbringer der schlechten Nachricht wird getötet. Deshalb sag ich nichts. Wer kritisiert, kommt um. Wer etwas von sich preisgibt, wird ausgenutzt. Wer hilft, wird hineingezogen. Ich bleibe stumm, alle müssen ihr Unglück selbst erkennen, ich warne niemanden.“

In den letzten Beiträgen habe ich Leute auf den Präsentierteller gestellt, die unerbeten und ungeniert zum Teil unbrauchbar generischen oder banalen Rat über gleich darauf verärgerte, nach Luft ringende Mitmenschen verregnen. Diese Richter, Staatsanwälte und Polizisten, diese energischen Mütter oder Manager sind getrieben von einer Art Sucht, Missstände sofort anzusprechen und zu beseitigen. Dazu bedienen sie sich – wie sie selbst sagen – einer direkten und ehrlichen Ausdrucksweise, die bei den anderen als pure Grobheit ankommt – was die „Ehrlichen“ nie verstehen können. „Was tut es schon, selbst wenn es etwas grob war! Der Misstand muss weg! Ist euch euer Hasenherz wichtiger als die ganze Welt?“ (weiter)

Geschrieben in Allgemein . Kommentare: (0). Trackbacks: (0). Permalink


Haben Sie das Recht zum Rat?

07. September 2007, 13:25

„Warum lüftest du nicht am Morgen? Wie oft habe ich es gesagt! Hallo? Hörst du mich? Bin ich Luft? Du ignorierst mich, ja? Ich mache das Fenster auf. Du machst es gleich wieder zu, wenn ich rausgehe, oder? Darf ich dir noch einen Rat geben, welche Socken du anziehen solltest? Warum schaust du immer so leidend? Früher warst du wenigstens aufbrausend. Du wirst schlapp.“

Besonders Menschen mit Exekutionssucht werfen guten Rat und Empfehlungen wie Konfetti um sich herum, und die Menschen haben diese wie Regen zu ertragen. Zum Glück für sie selbst werden sie oft Chefs, Lehrer, Väter oder so ähnlich und können dasselbe nun als mehr verbindliche Anordnung ausstoßen. (weiter)

Geschrieben in Allgemein . Kommentare: (0). Trackbacks: (0). Permalink


Die Vertrauensformel

31. August 2007, 13:31

Im "must read" Buch The Trusted Advisor schlagen David Maister, Charles Green und Robert Galford eine Formel für Vertrauenswürdigkeit vor.

Vertrauenswürdigkeit =

(Glaubwürdigkeit plus Zuverlässigkeit plus Vertrautheit) / Selbstorientierung.

Ein interessanter Gedanke, nicht wahr? Im Duden, so hatte ich schon entrüstet in dem früheren „Vertraue mir oder ich hau dich um!“ zitiert, wird Vertrauen in etwa mit Zuverlässigkeit verwechselt und dabei wird so etwas wie Vertrautheit im Sinne der englischen „Intimacy“ völlig außer Acht gelassen. Diese Formel hier erhellt aber alles! (weiter)

Geschrieben in Allgemein . Kommentare: (1). Trackbacks: (0). Permalink


Die Exekutionssucht

14. August 2007, 13:43

„Ärgert dich aber dein rechtes Auge, so reiß es aus und wirf's von dir. Es ist dir besser, dass eins deiner Glieder verderbe, und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde.“ Das klingt zu hart, nicht wahr? Heute wird dieses Wort aus dem Matthäus-Evangelium auf Unternehmen angewendet, die sich emsig alle Arme und Beine ausreißen um in den Himmel zu kommen. Problem: „Mein Mann hat eine Bronchitis!“ – Lösung: „Lass dich scheiden!“

Ach ja, die Leute wissen immer so genau, was das Richtige ist. Übergewicht? „Iss weniger.“ Schlechte Noten? „Lerne!“ Stresskrank? „Atemübungen mit Glücksfakelächeln, danach JS-Bachblütentee.“ Hässlich? „Erfinde dich in Second Life neu.“ (weiter)

Geschrieben in Allgemein . Kommentare: (0). Trackbacks: (0). Permalink


Wer kein Vertrauen hat, arbeitet nicht gut!

03. August 2007, 13:49

Nur wer das Problem ganz und gar versteht, kann es exzellent zu aller Zufriedenheit lösen. Wer aber kennt das Problem überhaupt? Zuerst muss ihm ja das Problem anvertraut werden. Dazu muss ihm vertraut werden. Wem nicht vertraut wird, der kann das Problem nicht gut kennen. Er wird es nicht wirklich lösen. Zur Exzellenz ist Vertrauen nötig. Haben Sie das? (weiter)

Geschrieben in Allgemein . Kommentare: (0). Trackbacks: (0). Permalink


Scheubletten für Überschwarze!

26. Juli 2007, 15:01

Jeder ist der eigene Innenminister. Er muss in sich Ordnung schaffen. Dabei hilft unsere Regierung mit, so gut sie kann. So richtig unterstützen kann sie uns aber erst, wenn sie uns datenmäßig genau kennt, unsere Fingerabdrücke und Gerüche gespeichert hat und in unsere terroristischen Pläne eingeweiht ist. Wie man hört, experimentiert die Verwaltung mit einem neuen Selbstregulierungsverfahren. (weiter)

Geschrieben in Allgemein . Kommentare: (0). Trackbacks: (0). Permalink


Baby Innovation

18. Juni 2007, 21:19

„Was ist das, Innovation, Kurt?“ – „Wieso, Hedwig?“ – „Hier steht, sie haben ein Erkältungseis erfunden. Es ist blau gefroren, schmeckt aber frostsicher und soll die lockere Zunge lösen.“ – „Das ist wirklich eine Innovation, Hedwig, etwas Neues.“ – „Wir sollten auch mal was Neues anfangen.“ – „Denkst du an eine neue Stellung?“ – „Nein, ich wünsche mir ein Baby.“ (weiter)

Geschrieben in Allgemein . Kommentare: (0). Trackbacks: (0). Permalink


Siegen wollen! Aber nicht siegen müssen!

09. Mai 2007, 21:24

Das Fußball-Magazin RUND interviewte mich für die Ausgabe vom 23. Mai 2007. Es ging auch darum, warum Schalke nicht Meister werden kann und Bayern dieses Jahr nicht Meister wird. Da antwortete ich spontan mit „Wollen ohne Müssen“. Das wusste ich vorher gar nicht so genau. Es hatte ja keiner gefragt. (weiter)

Geschrieben in Allgemein . Kommentare: (0). Trackbacks: (0). Permalink


Life Alienation Syndrome

29. April 2007, 21:31

„Ich arbeite gerne am Sonntag. Da habe ich Ruhe. Leider mobbt mich meine Familie. Sie sagen, es gäbe noch ein Leben neben der Arbeit. Das mag sein. Aber ich finde nicht, dass sie mir die Arbeit versauern dürfen, die schon schwer genug ist. Das Gemecker meiner Familie am Wochenende führt tendenziell zu einer schlechteren Arbeitsleistung und gefährdet unsere Existenz.“ (weiter)

Geschrieben in Allgemein . Kommentare: (0). Trackbacks: (0). Permalink


«zurück   1 2 3 4 5 6 7
szmtag