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Der Inquisitor und der Manager

17. Januar 2008, 10:12

Der Großinqusitor sagte zum Manager, der beim Foltern eines Gefangenen erschauerte: „Solange die Angeklagten noch schreien, gibt es Potential. Wenn sie erst einmal schweigen, gestehen sie nichts mehr. Dann ist das Spiel für beide Seiten unglücklich gelaufen.“ Schrille Angst erfüllte die Gruft, ein Quetschen war zu hören.

Und er fuhr ungerührt fort: „Früher haben wir die Anklagen gegen die vielen Menschen selbst vorbereitet und geführt. Das ist furchtbar viel Arbeit. Heute lassen wir wahllos die scheinbar unschuldigsten Menschen unter Folter die Anklage selbst finden. Der Aufwand und die Mühe für uns sanken beträchtlich.“ (weiter)

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Betriebliche Universalansprache zum Jahresbeginn

31. Dezember 2007, 14:51

Eine gefällige Rede soll ich halten – allerdings ist die Lage total schlecht. Die Stimmung ist so mies, dass direkte Vorwürfe nur auf Achselzucken treffen. Ich will auch gar nichts konkret gegen die Miststände tun, das schaffe ich allein nicht mehr weg. Ich will nur reden. Das ist meist die halbe Miete. Für das Überleben eines Unternehmens reicht Reden aus. Was aber sage ich nur? Möglichst nichts Inhaltliches, weil ich daran gemessen werden könnte. Ich messe andere – ja, das ist meine Macht! Aber ich selbst bin zu schlau, verantwortlich zu sein. (weiter)

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Projektizismus und Unwirksamkeit

17. Dezember 2007, 13:32

„Wir haben insgesamt über 100 Projekte, die eine Verhaltensveränderung in unserer Organisation zum Ziel haben und einen tief greifenden Kulturwandel einleiten.“ So beginnt das Desaster jedes Mal. Die Projekte werden durchgeführt und bleiben wirkungslos, eben weil sie einzelne Projekte sind. Kultur aber ist nicht die Summe von Projekten. Manchmal geht meine Trauer in Zorn über. Hilft auch nichts. Die Leute, die Kulturen verändern, müssten wissen, was Kultur ist. (weiter)

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Employee-Value: Mein gefühlter psychologischer Arbeitsvertrag

02. Dezember 2007, 22:00

„Helfen will ich! Nicht Apparatemedizin.“ – „Sie haben mir gesagt, ich bekäme weniger Gehalt als woanders, dafür wäre ich unkündbar und bekäme Rente. Alles Makulatur?“ Wir alle haben in unserer Seele etwas gefühlt, als wir einen Beruf ergriffen oder eine Arbeitsstelle antraten. Das will ich hier den impliziten psychologischen Kontrakt nennen, den wir eingingen. Den kündigen uns gerade die Systeme und bieten uns keinen neuen an. (weiter)

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Role-Underload – würdigen Sie Menschen!

20. November 2007, 08:30

Viele unter uns haben keine richtige Rolle gefunden, sie werden für Aushilfsarbeiten herumgeschubst und ganz sicher nicht gewürdigt oder beachtet. In ihnen stürmt es. „Wozu bin ich da?“ (weiter)

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Role Overload – nichts geschieht richtig

09. November 2007, 21:13

War das eine gute alte Zeit, als jeder noch seine Aufgabe hatte! Heute aber haben wir ganz viele Rollen, wie man so sagt. Jede dieser Rollen könnte ein Full-Time-Job sein, aber wir haben nur ein einziges Leben. Wie zerteilen wir uns also?

Zuerst kannten wir nur das funktionale Management, jeder hatte einen Platz in einer Hierarchie. Unser Boss war vor seiner Ernennung etwas Ähnliches wie wir, hatte von der Pike auf gelernt bzw. schon einmal selbst gearbeitet. Berater schwärmten aus und fanden heraus, dass viele mit ihrer Aufgabe nicht voll ausgelastet waren. „Keine Kunden an der Kasse! Ab zum Regaleinräumen!“ Wir bekamen mehrere Rollen. Wir begannen in lauter verschiedenen Projekten zu arbeiten, erhielten Nebenjobs in Task Forces, denen man Verbesserungen und Transformationen in der Firma zum Ziel gesetzt hatte. (weiter)

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Zeitschriften auf Papier?

24. Oktober 2007, 16:10

„Auf Papier? Ja, sicher – der Mensch will aus biologischen Gründen immer lesen wollen und nicht in die Glotze schauen! Das ist erwiesen.“ So beruhigen sich die mit Zeitschriften und Büchern befassten Unternehmen. Kongresse darüber finden heute extra zu dieser besagten Großen Rhetorischen Frage statt und bejahen sie stramm und tapfer. Ich habe bei so einem Kongress Leute erschreckt, glaube ich. Papier stirbt nämlich. (weiter)

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Pflegeroboter und Technologielüge

11. Oktober 2007, 10:21

Einsparungen kommen zuletzt immer dem Menschen zugute! Das ist die Grundlüge unserer Zeit. Sie lässt sich schwer entlarven. Vielleicht kann ich am Beispiel des Krankenpflegeroboters Ihre automatischen Gedanken ein wenig umbetten und waschen? (weiter)

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Virtuelle Streiks in Second Life?

05. Oktober 2007, 10:28

Irgendwer kam letzte Woche mit der Idee, im Second Life Raum zu streiken. „Wir können es nicht wagen, gegen die Kürzungspläne unserer Firma offen aufzutreten. Wir streiken jetzt virtuell!“ Mein erster Gedanke war: „Das werden sie wahrscheinlich tun, es wird eine soziale Revolution.“ Mein zweiter natürlich: „Schande über uns, wenn es so kommt.“ (weiter)

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Vertrauenserwerb

28. September 2007, 13:11

Die meisten wollen Vertrauen geschenkt. Wehe nicht! "Er vertraut mir nicht, das merke ich mir." Sind Sie aber vertrauenswürdig? Was tun Sie dafür, Vertrauen zu erwerben?

Erinnern Sie sich an die Vertrauensformel?

Vertrauenswürdigkeit = (Glaubwürdigkeit plus Zuverlässigkeit plus Vertrautheit) / Selbstorientierung. (weiter)

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