wissenslogs Wild Dueck Blog

Wendungen über Glauben und Bratkartoffeln

28. April 2009, 14:55

„Dieser Kaktus blüht nur im April. Man darf ihn nicht anrühren, nicht drehen – nichts! Einfach warten, bis sich die Handteller große Blüte entfaltet und zu duften beginnt. Einen Tag lang will ich sie bewundern und ihren Anblick genießen. Ich habe der ganzen Familie eingeschärft, den Kaktus nicht anzurühren. Ich habe sie davor gewarnt, die Putzfrau heran zu lassen, die heute kommen sollte. Als ich nach Hause komme, haben sie Fenster geputzt und die Pflanzen weggestellt. Jetzt blüht er nicht mehr.“ Und er weinte bitterlich. Ich beruhigte ihn, das sei mit Bratkartoffeln auch so. (weiter)

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Die Arroganz der Routiniers gegen uns Neulinge

18. April 2009, 21:40

Wir feiern ja gerade Ostern und ich stelle mir vor, ein Fremder aus einer fernen Kultur ist bei uns zu Gast. Wir stehen vom Osterbrunch auf und schauen ihn erwartungsfroh an: „Nun suche!“ Er wird fragen: „Was denn?“ – „Na, Eier!“ Er blickt auf den Tisch, wo noch gefärbte Schalen liegen. Er versteht nicht, was von ihm erwartet wird. Und wir brüllen ihn wütend an: „Suche endlich! Wir haben extra welche für dich versteckt! Überall!“ Da schaut er rätselhaft verzweifelt um sich und ist verletzt. Es tut ihm weh. Wir aber finden, er nervt uns mit seinem abgrundtiefen verwerflichen Unwissen. Was will er denn überhaupt Ostern bei uns? Sollen wir ihm jetzt etwa die ganze Geschichte des Christentums inkl. der kirchenamtlichen Hasenkunde erklären? (weiter)

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Spoiled by Rewards: Qualität oder „Achievement“?

29. März 2009, 22:43

Ordentlich und gut arbeiten oder vor allem schnell? Verschiedene Zeiten haben ihre Prioritäten. „Schnell? Ja, gut, aber bitte perfekt!“, hieß es früher. Und heute: „Hauptsache schnell und viel, so dass die Zahlen stimmen. Was nicht moniert wird, ist gut genug.“ Der rechtschaffene und meisterstolze Mensch in uns will gute Arbeit abliefern. Punkt. Der Homo Oeconomicus in uns will viel erreichen und verdienen. Es gibt noch andere Personen in uns – aber bei der Arbeit treffen sich oft diese zwei. Welche dominiert in Ihnen? (weiter)

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Brainstorming mit diversem IQL

15. März 2009, 22:05

Was passiert, wenn Menschen mit unterschiedlichem IQL (Internal Quality Level) zusammensitzen und über eine bessere Zukunft nachdenken? Es kommt fast zwangsläufig etwas Unsinniges heraus. Damit das auch ganz sicher so kommt, setzt man absichtlich verschiedene Menschen zu Brainstormings zusammen.

Denn verschiedene Menschen haben verschiedene Ideen. Das ist so positiv! Deshalb macht man ja Brainstormings! Weil alle Menschen jeweils ganz unterschiedliche Ideen haben! (weiter)

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Der IQL ist wichtig, nicht der IQ!

02. März 2009, 16:38

Alle reden vom IQ, AQ, EQ – was weiß ich. Damit lässt sich in etwa feststellen, was jemand kann oder besser: könnte. Was aber wirklich zählt, ist der IQL, der Internal Quality Level. Der zeigt an, wie gut man für sich selbst etwas machen muss, damit man zufrieden ist. Und noch wichtiger ist es, wie jemand mit seinem IQL mental über die Zeit umgeht. Aber das Licht der Aufmerksamkeit liegt immer auf dem IQ, was ich ziemlich unterbelichtet finde. (weiter)

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Green Programming!

16. Februar 2009, 17:49

Der Strom, den die Computer verbrauchen, kostet bald oder jetzt schon mehr, als sie beim Kauf kosten. Über den Kaufpreis jammern alle, aber die Energie für den Rechner fließt nur so unbemerkt davon. Die Green IT Bewegung hat uns in den letzten ein, zwei Jahren wach gerüttelt. Ich habe in der vorigen Woche mit einem der ersten Sturmglockenläuter diskutiert, dem WiWo Redakteur Thomas Kuhn. Und da fiel mir ein, dass wir die Energie vielleicht noch ganz woanders verschwenden: beim schlechten Schreiben von Programmen. (weiter)

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Heartstormings statt Brainstormings!

03. Februar 2009, 16:39

Leider muss ich so viele Brainstorming-Meetings miterleben. Es ist grauenvoll. Kreativität ist nämlich harte Arbeit bei sehnendem Herz! Und eben nicht so etwas Eigenartiges, was wir da normalerweise in größeren Gruppen anstellen. Das haben uns Psychologen und Managementberater eingebrockt, die mit der Moderation von solchen Selbsthilfegruppensitzungen schön Geld verdienen, ohne je selbst eine Idee haben zu müssen. Sie berechnen all den Unsinn, der uns selbst einfällt. An den glauben wir ja eher – ja, ich verstehe diesen Punkt auch. (weiter)

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Schwärmende Intelligenz in Gruppen

25. Januar 2009, 21:20

Für den Fall, dass es in einer Gruppe keinen Chef gibt, soll eine Gruppe als Ganzes angeblich mehr wissen als ein Einzelner. Das ist wohl eine Schwarmintelligenz. Die hilft gut, wenn kein Einzelner wirklich Ahnung hat, aber statistisch im Mittel die richtige Ahnung entsteht, indem sich die einzelnen Denkfehler insgesamt ausgleichen. Es kann eine „gesunde Volksmeinung“ herauskommen. Im Vertrauen auf dieses Phänomen des Ausgleichs zum Guten setzen sich oft Gruppen in völliger Ahnungslosigkeit zusammen. Unvorbereitet natürlich, aber mit festen Vorstellungen. (weiter)

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Im Wahnsinn würde alles enden, wenn wir nicht so wahnsinnig hofften

15. Januar 2009, 21:01

Was bringt das neue Jahr 2009? Eine Rezession, neue Finanzskandale. Aber wir sind vergleichsweise heiteren oder mindestens gelassenen Mutes. Es gibt noch genug Hoffnung.

Die Hoffnung stirbt zuletzt, sagt man. Noch im wirklichen Tode tröstet sie uns. Sie sitzt an unserem Sterbebett und streicht uns das Haar, während der hagere Zwillingsbruder, die Angst, stumm an den Nägeln kaut.

Die Angst und die Hoffnung sind immer bei uns. Die Angst will uns hemmen, weil alles nichts helfen wird. Die Hoffnung hält uns zuversichtlich und gibt uns Energie, die uns die Angst wiederum wegfressen will. Die Hoffnung erwärmt, die Angst lässt uns kalt erstarren. Die Hoffnung schöpft frische Luft, die Angst schnürt den Hals ab. (weiter)

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Liebe ist wichtig, aber wo kommt sie her?

02. Januar 2009, 22:05

Oft muss ich ein bisschen weinen. Ich hatte gepredigt, dass Vertrauen und Liebe so wichtig wären, auch Ehre und Dankbarkeit. Dann sagen so viele JA! JA! JA! und klagen sofort laut, dass es von all dem so wenig gäbe, vor allem für sie selbst nicht. Ach ja, das meinte ich nicht. Ich wollte nicht feststellen, dass ein Mangel herrscht, sondern aufrufen, ihn zu beheben. (weiter)

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