Wissenslogs Vom Hai gebissen

Das nördliche Breitmaulnashorn - Kampf ums Überleben

14. August 2010, 11:50

Das nördliche Breitmaulnashorn steckt in der Klemme - und das weit schlimmer als das Sabah-Nashorn. Lebt letzteres noch mit ca. 50 Tieren in der Wildnis, existiert das nördliche Breitmaulnashorn gar nicht mehr in freier Wildbahn und wäre vermutlich ohne die Anstrengungen des tschechischen Zoos Dvur Kralove (mit einigen Häkchen oberhalb und unterhalb der Buchstaben) schon längst vollständig von dieser Erde verschwunden. Über die Gründe für diese schwierige Situation und die Bemühungen vieler Wissenschaftler und Praktiker (Tierärzte, Kuratoren, Pfleger und Zoo-Direktoren) um das Austerben zu verhindern, werde ich hier berichten. (weiter)

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Sabah-Nashorn - Population ausreichend für den Erhalt?

29. Juli 2010, 23:16

Das südliche Breitmaulnashorn ist sehr faszinierend. Und das hat einen Grund. Als ich mich mit dem Sabah-Nashorn beschäftigt habe (das wiederum eine Unterart des Sumatra-Nashorns ist und manchmal auch Borneo-Nashorn heißt...), fiel es mir ziemlich schwer an den Erhalt einer Population von 50 Tieren zu denken. Den Gedanken an die Vergrößerung der Population habe ich gar nicht erst aufkommen lassen. Und während ich mich nicht nur mit dem Sabah-Nashorn, sondern auch mit Spitzmaulnashörnern und Breitmaulnashörnern beschäftigte, erregten letztere meine Aufmerksamkeit. (weiter)

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Landwirtschaft und Ethik - ein Oxymoron?

20. Juli 2010, 11:50

Mal ehrlich: Landwirte haben ein Image-Problem. Entweder sie werden als naive Schäfchenstreichler bei ihren etwas verstockten Versuchen sich dem anderen geschlecht zu nähern zur Belustigung eines Millionen-Publikums im Fernsehen vorgeführt oder die Verantwortungslosen unter ihnen schaffen es mal wieder in die Schlagzeilen und dem geschockten Verbraucher bleibt seine 10er-Packung Grillwürstchen für 67 Cent kurzzeitig im Halse stecken, sieht er doch auf einmal, was er da unterstützt. Aber spätestens nach dem einen oder anderen Sixpack Bier ist das wieder vergessen. Und dann wird aus allen Rohren gefeuert. Der böse Mensch und die armen Tiere. Landwirtschaft und Ethik: ein Oxymoron? Natürlich nicht. Schwarze Schafe gibt es überall. Sehr wohl gibt es aber ein Wahrnehmungs-Problem, das sich dann sehr leicht manifestiert. Wie man sich dem ethischen Aspekt der Tierhaltung nähern kann, das möchte ich hier ein wenig anhand einer Broschüre des Fördervereins nachhaltiger Landwirtschaft erläutern (PDF) (weiter)

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Neue Hoffnung für Sabah-Nashorn und Co?

09. Juli 2010, 11:33

Schon mal ein lebendiges Mammut gestreichelt? Oder einen Dinosaurier? Zugegeben, ich mag solch weit ausholende Szenarien nicht, da sie meist Unsinn sind, dafür aber hervorragend die Aufmerksamkeit fördern ... Allerdings kann sich wohl kaum jemand solcher Assoziationen erwehren. Aber worum geht es überhaupt? Man nehme gefrorene Zellen eines toten Tieres, programmiere sie um zu Gameten - sprich: Spermium und Eizelle - und nutze diese dann um ausgestorbene Tiere zurückzuholen oder noch bestehende gefährdete Populationen zu erhalten. (weiter)

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Kleines Update zum Sabah-Nashorn

29. Juni 2010, 09:22

Erinnert Ihr Euch noch an die Geschichte des Sabah-Nashorns in diesem Blog? Natürlich tut Ihr das! Jetzt liegt die Meldung aber schon eine Weile zurück und so habe ich mich entschlossen, den Tierarzt Dr. Thomas Hildebrandt mal zu fragen, wie es denn um den Fortschritt des Rettungsversuchs durch Züchtungs-Technologien aus dem Nutztier-Bereich steht. Außerdem habe ich noch ein kleines Video entdeckt, das sehr schön illustriert, wie so eine Entsamung eines Nashorns abläuft.

Leider stehen die Chancen für eine Rettung momentan noch eher schlecht. fehlen dafür doch momentan noch die nötigen Ressourcen. Benötigt werden ein Spezielgehege, eine 24h-Stunden-Kameraüberwachung und eine Tierklinik. (weiter)

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Mit der Königin intim

06. Juni 2010, 03:03

Jobbschreibung: die mächtigste Frau im Staate umsorgen, ihren Harem fit halten, ihre Gesundheit gewährleisten und ihr auch in den intimsten Momenten immer eine helfende Hand reichen. Klingt verlockend? Gut, vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass die Königin sechs Beine hat...Ich habe hier im Blog ja schon öfter über tierzüchterische Themen berichtet. Wer sich dafür interessiert, aber statt den Genitalien eines Hengstes oder jenen eines Bullen lieber filigranere Größenordnungen bevorzugt, der sollte sich mal die Bienenzucht anschauen.

Auch hier ist es schon gängige Praxis, bestimmte Eigenschaften der Tiere durch menschliches Selektieren zu fördern. Genauso wie es bei den anderen Nutztieren wie Rindern oder Schweinen gewisse Zuchtziele gibt, die sich nach der jeweiligen Nutzung richten - Rind: Fleisch und Milch, Schwein: Fleisch - existieren auch für Bienen sogenannte Parameter in der Zuchtwertschätzung, die bei der Züchtung der nächsten Generation besondere Schwerpunkte bilden. Bei der Biene sind das: Winterfestigkeit, gute Volksstärke, schwacher Schwarmtrieb, Sanftmut, Widerstandskraft gegen Krankheiten und - natürlich - eine gute Honigleistung. (weiter)

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"Echte" coole Säue

14. April 2010, 00:40

Ich hatte mich im September letzten Jahres an dieser Stelle einem Artikel gewidmet, in dem der Philosoph Adam Shriver vorgeschlagen hat, wir sollten doch gen-technisch modifizierte Tiere entwickeln, die keinen Schmerz mehr spüren können. Der Sinn dahinter sollte sein, dass wir den Tieren damit einen Teil des Leids ersparten, welches ihnen während der Mast oder des Transportes widerfährt. Warum diese Idee ziemlicher Unsinn ist, hatte ich in meinem Artikel dann auch erläutert. Über eine viel interessantere - und vor allem wissenschaftlich fundiertere - Methode, das Leben der Tiere bzw. ihr Wohlbefinden zu verbessern, stieß ich dann vor ein paar Tagen. (weiter)

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Schweine in ökologischer Haltung

26. Februar 2010, 12:31

"Man muss ein Schwein sein auf dieser Welt" - ein Lied von den Prinzen, aus meiner Sicht schon Urzeiten her. Vermutlich meinten sie damit aber keineswegs die Tiere, die in unserem Leben oft nur als Schnitzel oder Braten vorkommen. Ein Leben, das vornehmlich aus "Dickwerden" - auch Mästen genannt - besteht und letztlich im Schlachthof endet - erscheint nicht besonders erfüllt. Auch die Haltungsbedingungen geraten oft in die Kritik. Und außerdem: welchen Tieren geht es denn nun besser? Denen aus ökologischer Haltung oder denen aus konventioneller Haltung? Und ist der augenscheinlich logisch wirkende Punkt richtig, dass traditionelle Haustier-Rassen für eine Ökohaltung besser geeignet sind als jene, die für die konventionelle Haltung optimiert wurden? (weiter)

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Ökologische Tierhaltung doch nicht besser? (Update)

15. Januar 2010, 23:56

Dieser Artikel ist eine Einleitung zu weiteren Artikeln zu diesem Thema

So, nun will auch ich mal das Jahr 2010 als Blogger begrüßen. Dabei beschäftigt mich das Thema dieses Artikels schon seit 2009. Irgendwie kennt sie jeder. Schließlich kann man sie im Supermarkt kaum übersehen. Ich spreche von Öko- oder Bio-Produkten. Es gibt sie pflanzlich in Form von Obst und Gemüse oder tierisch als saftiges Steak zum Beispiel. Was bei Pflanzen eher weniger ins Gewicht fällt, spielt bei Fleisch für einige Verbraucher eine wichtige Rolle: die Art und Weise, wie die Tiere behandelt wurden, bevor sie in Form von Fleischhappen in den Küchen des Landes zubereitet werden. Dabei scheint die Sache ziemlich klar: den Tieren aus ökologischer Haltung geht es besser als denen aus konventioneller Haltung. Mit dem Adjektiv "besser" assoziiert der Verbraucher dabei eine dem jeweiligen Tier entsprechend artgerechtere Haltung und eine bessere Behandlung - oder einfach gesündere Tiere - und ist auch bereit, mehr Geld für das Fleisch ökologisch gehaltener Tiere zu bezahlen. Soweit alles klar. Noch. Vor einigen Wochen erfuhr ich dann bei der Lektüre eines Magazins, dass das alles gar nicht so einfach ist. Ökologisch gehaltene Tiere sind gar nicht unbedingt gesünder als konventionell gehaltene Artgenossen. Also habe ich den für diese bestimmte Studie verantwortlichen Wissenschaftler Prof. Dr. Albert Sundrum (Agrarprofessor an der Universität Kassel) gebeten, er möge mir doch bitte etwas Material zusenden. Das hat er dann auch so reichlich getan, dass ich das alles gar nicht in einen Artikel bekomme, weshalb ich hier erstmal den Rahmen zu erläutern versuche.  (weiter)

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Masturbieren für den Arterhalt

10. Dezember 2009, 00:22

Klingt irgendwie unsinnig? Keineswegs!

Keine Frage, es wirkt einfach nicht besonders natürlich, wenn man beobachtet, wie ein Mensch einem gestandenen Zuchthengst an das harte Glied greift, um eine gezielte Ejakulation in einer eigens dafür entwickelten künstlichen Vagina zu ermöglichen. Auch das danach mithilfe technischer Geräte in das weibliche Tier hineinbugsierte Sperma hat nicht wirklich viel mit sexueller Freude zu tun. Umso paradoxer erscheint es auf den ersten Blick, dass die auf diesem Gebiet erworbenen Kenntnisse und Erfahrungen nun vielleicht dazu genutzt werden könnten, um das Überleben des Sabah-Nashorns in freier Natur zu sichern. Dabei handelt es sich mit einer Schulterhöhe von 130 cm um das kleinste Nashorn der Welt, das überwiegend in den Flachlandregenwäldern des malaysischen Bundestaates Sabah auf der Insel Borneo lebt. Allerdings wird man es dort wohl nicht mehr allzu lange antreffen, denn die Population besteht nur noch aus 50 Tieren. Dabei ist der Erhalt der Population nicht nur deshalb wichtig, weil es ziemlich schade wäre, wenn die Tiere einfach von dieser Welt verschwänden. Das Sabah-Nashorn ist eine sogenannte Indikatorart, das bedeutet, dass sich das Aussterben auch auf andere Tiere des dortigen Ökosystems negativ auswirken würde.  (weiter)

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