Wissenslogs Vom Hai gebissen

Vorurteile, Sex und Eselsbrücken

23. Mai 2010, 18:19

Als Mensch und Mann sieht man sich beim Kontakt mit dem weiblichen Geschlecht von eben diesem gelegentlich mit dem Vorwurf konfrontiert, dass man sich bei der Partner-Wahl gerne mal verstärkt von den Signalen aus der eigenen Körpermitte leiten lasse und das Für und Wider aus dem Oberstübchen dafür in den Hintergrund stelle. Das ist natürlich ein äußerst perfider Vorwurf und selbstverständlich vollkommen richtig. Zumindest zuerst. Auf den ersten Blick. Man hat ja auch nicht immer so viel Zeit zum Gucken. Autofahren im Sommer kann da schon mal die Hölle sein. Aber das Problem liegt natürlich ganz woanders. Wir Menschen haben einfach keinen fixen Paarungstermin. Da haben es die Kröten viel besser... (weiter)

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Bio, konventionell und dann?

26. März 2010, 00:36

oder: Über die menschliche Neigung zu einfachen Lösungen

Volker Pispers sagte mal: Wenn man weiß, wer der Feind ist, dann hat der Tag Struktur. Ich glaube, er nutzte dabei den Feminismus als Beispiel, aber das tut jetzt nichts weiter zur Sache. Wenn ich Berichte in den Medien verfolge, gewinne ich immer wieder den Eindruck, dass wir Menschen gar keine richtigen - im Sinne von ausgereiften - Lösungen wollen. Wir erfahren etwas über einen Skandal und wollen direkt den Schuldigen ausmachen. Sollte irgendwie ein Konzern involviert sein, ist es natürlich eben dieser. Alles andere ist so gut wie ausgeschlossen. Schön ist auch das viel gelesene Argument, dass uns in Supermärkten bestimmte Produkte psychologisch so präsentiert werden, dass wir gar nicht anders können als diese zu kaufen. Und deshalb sind die Märkte schuld. Häh? Natürlich ist es so, dass mir im September schon die ersten Schoko-Weihnachtsmänner entgegengrinsen. Aber muss ich deshalb einen kaufen? Schießen die mich vielleicht über den Haufen, wenn ich sie ignoriere? Mag sein, dass es da Versuche gibt, die Kunden irgendwie psychologisch zu beeinflussen durch Anordnung oder Präsentation, aber am Ende entscheide immer noch ich, was ich kaufe und nicht der Supermarkt. Und wenn ich im September Gummibärchen will, dann kaufe ich Gummibärchen - das gilt übrigens auch für Dezember - und keinen Schoko-Nikolaus, auch wenn die Kerle nur einen Meter daneben stehen. Und wenn ich im April einen haben möchte, hab ich eben Pech gehabt...So, das musste mal raus.  (weiter)

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Warum Tierschutz - Bedeutung und Hintergründe

11. März 2010, 20:15

Das Thema "Ökologische Tierhaltung" beschäftigt mich ja nun schon etwas länger, was sich hier zwar erst in zwei Artikeln niedergeschlagen hat, allerdings werden da noch einige folgen. So stoße ich auf meinen täglichen Streifzügen durch die Weiten des Internets immer wieder auf interessante Artikel, neue Erkenntnisse und Videos. Da ich mir natürlich nicht alles merken kann, habe ich mir für dieses Problem ein neues Blog eingerichtet, wo ich meine Ausbeute einfach lagern und meinen Lesern - zumindest über Twitter - sofort zugänglich machen kann. Hier werde ich dann - wenn nötig - einfach auf diese Fundstücke verweisen. So, jetzt aber genug der selbst-darstellenden Einleitung...In diesem Beitrag möchte ich mich mit einem ethischen Thema beschäftigen, welches auch eine - durchaus wichtige - Rolle in der ökologischen Tierhaltung spielt - dem Tierschutz. Oder anders formuliert: Warum sollten wir uns eigentlich um Tierschutz bemühen oder eine grundsätzliche Ethik-Debatte zu verschiedenen Themen führen? Dazu mache ich mir persönlich zwar auch hin und wieder meine Gedanken, allerdings habe ich mir für diesen Artikel ein wenig Hilfe geholt von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen. Genauer gesagt war Dr. Uta Eser so freundlich, mir ihren Vortrag zu dem Thema Tierschutz und Ethik zuzusenden, den sie auf der 15. Internationalen Fachtagung zum Thema Naturschutz am 25. Februar gehalten hat und auf den hier ich auszugsweise näher eingehe. (weiter)

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Quatsch mit Umfragen

14. Februar 2010, 23:07

Umfragen sind äußerst beliebt, wenn es darum geht, die eigene Meinung mit Argumenten zu stärken. Sie sind schnell erstellt und außerdem kommt es immer gut an, wenn Menschen auf der Straße oder im Internet das Gefühl der Mitbestimmung haben. In diesem Artikel soll es um das Thema Klonfleisch gehen. Ich hatte schon mal in einem vorigen Beitrag erwähnt, um was es sich dabei handelt und wieso mir die ethischen Bedenken nicht unbedingt einleuchten, was aber keineswegs eine wie auch immer geartete Verwendung legitimieren soll. Spielte dabei die wissenschaftliche Argumentation des Ethik-Rates die Hauptrolle, soll es hier um Darstellung des Klonens für den "normalen" Leser gehen - sozusagen um die Art der Kommunikation dieses wissenschaftlichen Themas in Kombination mit einer Umfrage. (weiter)

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Zukünftige Steaks und die Gegenwart

28. November 2009, 12:15

Als ich in den letzten Tagen mal wieder die Artikel und Kommentare meines Blogs durchgesehen habe - ja, ich bin so ein unglaublicher Narzisst, dass ich meine eigenen Artikel lese *lacht* - fiel mir auf, dass ich den Weiß-Blauen Belgier zwar schon öfter erwähnt habe, aber nie wirklich erläutert habe, um welche Art von Rinderrasse es sich genau handelt. Das möchte ich hier in diesem Artikel heute nachholen. Auch auf Schweine sollte ich nochmal kurz eingehen, da ich diese auch gerne für einige Beispiele heranziehe. Bevor ich allerdings darauf zu sprechen komme, möchte ich noch mal kurz zusammenfassen, was für mich in der Diskussion unter meinem Klonfleisch-Artikel nochmal sehr deutlich wurde... (weiter)

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Klonfleisch und Ethik - eine Betrachtung

05. November 2009, 20:35

Vor einem guten halben Jahr hat Klonfleisch für Furore gesorgt. Und das nicht nur bei den Menschen, die sich eher weniger mit den Hintergründen und biologischen Mechanismen auskennen. Auch Journalisten tappten gerne in die Falle und warfen Klonen und Gentechnik wild durcheinander, wenn sie es nicht schon auf den Tellern der Verbraucher sahen. Jetzt habe ich vor einigen Tagen diesen Artikel entdeckt, dem zufolge der Deutsche Ethikrat die Diskussion um den kommerziellen Vertrieb des Klonfleisches weiter ausbauen möchte. (weiter)

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Empathie - Über die Verklärung der Natur

23. Oktober 2009, 23:20

Es gibt Videos und Filme, die einem nahe gehen, bei denen man vielleicht auch mal mit den Tränen kämpft und die einen dann mit einem ganz merkwürdigen Gefühl zurücklassen, das einen für den Rest des Tages gefangen hält. Meist tut die aufkommende Herbst-Stimmung ihr Übriges und so gibt man sich diesem Gefühl hin und denkt über das nach, was man gerade gesehen hat. So wäre es mir heute fast passiert, bei einem Video, das mir zugeschickt wurde. Der Titel lautet "Empathie". Dabei handelt es sich um Einfühlungsvermögen, also die Fähigkeit, sich in die Gefühlswelt anderer hineinzuversetzen. In dem gut 10 Minuten langen Video sieht man dann auch eine Reihe sehr ungewöhnlicher Beziehungen zwischen Tieren, die man so nicht erwartet hätte. (weiter)

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Neuro-Enhancement: Roll on und Pfoten weg

09. Oktober 2009, 14:11

Als Student ist mir die im Memorandum beschriebene Situation in gewisser Weise bekannt. Gerade in der Prüfungsphase, wo die Klausuren und mündlichen Prüfungen Schlag auf Schlag kommen, kann es immer mal passieren, dass man nicht jede Prüfung besteht, während die Studienkollegen - mit denen man regelmäßig das eine oder andere Bier körperlich entsorgt - allen Grund zum Feiern haben. Natürlich gilt dieses Szenario auch umgekehrt. Was macht man also? Es ist immer wieder ein Kampf. Eigentlich niedergeschlagen und lustlos wird man dann doch überredet irgendwo den Erfolg der Freunde zu feiern. Und dann passiert etwas  Eigenartiges: während der Weg zur Disco oder Kneipe die Hölle ist - man hat die Nacht vorher kaum geschlafen und die Enttäuschung verstärkt so ziemlich jedes negative Gefühl noch um ein Vielfaches - ist man spätstens nach dem dritten Bier ziemlich gut drauf ohne betrunken zu sein. Die Musik stimmt, weibliche Ausblicke sind hervorragend und der Gerstensaft gut gekühlt. Passt. Am Ende knallt einem die Wirkung der alloholischen Jährung dann doch arg einen vor den Latz, aber der Abend war gut. Und nein, ich meine nicht nur die geballte Wirkung dreier Biere... (weiter)

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Prognosen - Zukunft ohne Dynamik

29. August 2009, 12:13

Ich muss ja immer ein wenig schmunzeln, wenn ich lese, dass der Mensch das intelligenteste Lebewesen auf diesem Planeten sein soll. Wenn dem so ist, was sind das dann für Lebewesen, denen an der Kasse erst beim Bezahlen auffällt, dass sie kein Geld mehr haben? Handelt es sich um Aliens, die es nicht schaffen, auf eine Autobahn zu fahren ohne einen Stau zu fabrizieren? Wenn ich tatsächlich zu einer derart intelligenten Spezies gehören soll, wieso schaffe ich es dann immer, mich an die falsche Kasse zu stellen - also dort, wo die Menschen sind, die offenbar noch nie in ihrem Leben etwas gekauft haben? Genug der Häme. Zweifellos hat der Mensch  - oder besser: haben einige Menschen - unser Leben durch ihre Ideen und ihren Forschergeist revolutioniert und damit bedeutend geprägt. (weiter)

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Der Hund - wirklich der beste Freund des Menschen?

23. August 2009, 17:53

 Nachdenkliches über das Zusammenleben von Mensch und Hund

Steht man vor einem Bücherregal, wird man nahezu erschlagen von Ratgebern, deren Autoren mir erzählen wollen, wie ich einen Hund zu halten habe. Tatsächlich gibt es da einige Grundregeln, die man beachten sollte und das auch völlig unabhängig davon, ob man nun einen Mops oder einen Rottweiler sein Eigen nennt. Dazu gehören zum Beispiel klare Ansagen. Einen rhetorisch brillianten Satz, möglichst mit mehreren Nebensätzen, versteht kein Hund. Auch die Rangordnung sollte einigermaßen geklärt sein. Wenn der Hund auf dem Sofa sitzt, während dem Menschen der Teppich bleibt, ist irgendetwas arg schief gelaufen. Dass man in der Erziehung oder während der menschlich-tierischen Kommunikation schon mal Fehler macht - gerade wenn man seinen "ersten" Hund hat - das ist völlig verständlich. Man sollte das dann aber auch bemerken und entsprechende Hilfe nutzen, damit der Kumpel nicht zum Albtraum mutiert. Was mich immer wieder massiv erschüttert, sind die Hinweise im Radio, dass mal wieder irgendwo ein Hund an der Autobahn ausgesetzt wurde. Und das meist nur, weil Hund und der jährliche Sommerurlaub gerade irgendwie nicht zusammenpassten. Was muss in Menschen vorgehen, die einfach mal ihren Hund entsorgen, nur um mal zwei Wochen Urlaub zu machen? Noch "besser" sind die Menschen, die ihren Hund im Sommer nur mal eben im Auto lassen und dieser dann qualvoll verendet. Wie schnell sich ein Wagen aufheizt, das kann man gut testen. Einfach das Auto mit Klimaanlage auf eine bestimmte Temperatur kühlen, dann in der Sonne parken und abstellen. Der Wagen ist schon heiß, da sucht der eine oder andere noch seine Stoppuhr...

Aber nicht nur das lässt mich immer wieder den Kopf schütteln. Werden die einen einfach weggeworfen, müssen andere Glitzerhalsbänder und andere Lifestyle-Kram über sich ergehen lassen. Offensichtlich ist da etwas verloren gegangen: der Blick, dass es sich bei einem Hund um ein Lebewesen handelt, das schon seit Jahrtausenden den Menschen begleitet und dabei domestiziert wurde. So haben sich mit der Zeit Hunde entwickelt, die eine Aufgabe hatten. Ihnen lagen und liegen auch jetzt noch bestimmte Aufgaben schlicht im Blut. So gibt es Hütehunde, Jagdhunde, Schutzhunde...

Schaut man sich mal in einem Tierheim um und achtet dabei auf die Abgabegründe, dann stellt man schnell fest, dass viele Leute diesen Faktor einfach unterschätzt haben. "Übertriebener Schutz- und Jagdtrieb" finden sich immer wieder. Hunde brauchen nun mal eine Aufgabe. Entweder die, für die sie ehemals gezüchtet wurden oder etwas ähnliches. 23 Stunden schlafen ist dagegen keine wirkliche Alternative.

Ein Hund will aber nicht nur beschäftigt werden, sondern er muss auch mal ausruhen. Und das kann er am besten bei seiner Familie, denn Hunde sind Rudeltiere. 

Offensichtlich gibt es hier ein Verteilungsproblem, denn angesichts überbordender Ratgeber-Regale zur Hundehaltung und Tiersendungen kann man nich gerade von mangelnder Bereitschaft bei der Wissensteilung sprechen. Irgendwie muss derartiges Wissen aber auch dahin, wo es gebraucht wird und nicht dorthin, wo die Leute ohnehin schon vieles wissen oder auch bereit sind, sich mit dem Thema "Hund" zu beschäftigen - ein Problem, das schon in der "Guten Stube" (hier bei den Wissenslogs) aufgetaucht ist. Vielleicht ergibt sich ja der eine oder andere Lösungsansatz...



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