Wissenslogs Vom Hai gebissen

"Echte" coole Säue

14. April 2010, 00:40

Ich hatte mich im September letzten Jahres an dieser Stelle einem Artikel gewidmet, in dem der Philosoph Adam Shriver vorgeschlagen hat, wir sollten doch gen-technisch modifizierte Tiere entwickeln, die keinen Schmerz mehr spüren können. Der Sinn dahinter sollte sein, dass wir den Tieren damit einen Teil des Leids ersparten, welches ihnen während der Mast oder des Transportes widerfährt. Warum diese Idee ziemlicher Unsinn ist, hatte ich in meinem Artikel dann auch erläutert. Über eine viel interessantere - und vor allem wissenschaftlich fundiertere - Methode, das Leben der Tiere bzw. ihr Wohlbefinden zu verbessern, stieß ich dann vor ein paar Tagen. (weiter)

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Bio, konventionell und dann?

26. März 2010, 00:36

oder: Über die menschliche Neigung zu einfachen Lösungen

Volker Pispers sagte mal: Wenn man weiß, wer der Feind ist, dann hat der Tag Struktur. Ich glaube, er nutzte dabei den Feminismus als Beispiel, aber das tut jetzt nichts weiter zur Sache. Wenn ich Berichte in den Medien verfolge, gewinne ich immer wieder den Eindruck, dass wir Menschen gar keine richtigen - im Sinne von ausgereiften - Lösungen wollen. Wir erfahren etwas über einen Skandal und wollen direkt den Schuldigen ausmachen. Sollte irgendwie ein Konzern involviert sein, ist es natürlich eben dieser. Alles andere ist so gut wie ausgeschlossen. Schön ist auch das viel gelesene Argument, dass uns in Supermärkten bestimmte Produkte psychologisch so präsentiert werden, dass wir gar nicht anders können als diese zu kaufen. Und deshalb sind die Märkte schuld. Häh? Natürlich ist es so, dass mir im September schon die ersten Schoko-Weihnachtsmänner entgegengrinsen. Aber muss ich deshalb einen kaufen? Schießen die mich vielleicht über den Haufen, wenn ich sie ignoriere? Mag sein, dass es da Versuche gibt, die Kunden irgendwie psychologisch zu beeinflussen durch Anordnung oder Präsentation, aber am Ende entscheide immer noch ich, was ich kaufe und nicht der Supermarkt. Und wenn ich im September Gummibärchen will, dann kaufe ich Gummibärchen - das gilt übrigens auch für Dezember - und keinen Schoko-Nikolaus, auch wenn die Kerle nur einen Meter daneben stehen. Und wenn ich im April einen haben möchte, hab ich eben Pech gehabt...So, das musste mal raus.  (weiter)

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Warum Tierschutz - Bedeutung und Hintergründe

11. März 2010, 20:15

Das Thema "Ökologische Tierhaltung" beschäftigt mich ja nun schon etwas länger, was sich hier zwar erst in zwei Artikeln niedergeschlagen hat, allerdings werden da noch einige folgen. So stoße ich auf meinen täglichen Streifzügen durch die Weiten des Internets immer wieder auf interessante Artikel, neue Erkenntnisse und Videos. Da ich mir natürlich nicht alles merken kann, habe ich mir für dieses Problem ein neues Blog eingerichtet, wo ich meine Ausbeute einfach lagern und meinen Lesern - zumindest über Twitter - sofort zugänglich machen kann. Hier werde ich dann - wenn nötig - einfach auf diese Fundstücke verweisen. So, jetzt aber genug der selbst-darstellenden Einleitung...In diesem Beitrag möchte ich mich mit einem ethischen Thema beschäftigen, welches auch eine - durchaus wichtige - Rolle in der ökologischen Tierhaltung spielt - dem Tierschutz. Oder anders formuliert: Warum sollten wir uns eigentlich um Tierschutz bemühen oder eine grundsätzliche Ethik-Debatte zu verschiedenen Themen führen? Dazu mache ich mir persönlich zwar auch hin und wieder meine Gedanken, allerdings habe ich mir für diesen Artikel ein wenig Hilfe geholt von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen. Genauer gesagt war Dr. Uta Eser so freundlich, mir ihren Vortrag zu dem Thema Tierschutz und Ethik zuzusenden, den sie auf der 15. Internationalen Fachtagung zum Thema Naturschutz am 25. Februar gehalten hat und auf den hier ich auszugsweise näher eingehe. (weiter)

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Schweine in ökologischer Haltung

26. Februar 2010, 12:31

"Man muss ein Schwein sein auf dieser Welt" - ein Lied von den Prinzen, aus meiner Sicht schon Urzeiten her. Vermutlich meinten sie damit aber keineswegs die Tiere, die in unserem Leben oft nur als Schnitzel oder Braten vorkommen. Ein Leben, das vornehmlich aus "Dickwerden" - auch Mästen genannt - besteht und letztlich im Schlachthof endet - erscheint nicht besonders erfüllt. Auch die Haltungsbedingungen geraten oft in die Kritik. Und außerdem: welchen Tieren geht es denn nun besser? Denen aus ökologischer Haltung oder denen aus konventioneller Haltung? Und ist der augenscheinlich logisch wirkende Punkt richtig, dass traditionelle Haustier-Rassen für eine Ökohaltung besser geeignet sind als jene, die für die konventionelle Haltung optimiert wurden? (weiter)

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Quatsch mit Umfragen

14. Februar 2010, 23:07

Umfragen sind äußerst beliebt, wenn es darum geht, die eigene Meinung mit Argumenten zu stärken. Sie sind schnell erstellt und außerdem kommt es immer gut an, wenn Menschen auf der Straße oder im Internet das Gefühl der Mitbestimmung haben. In diesem Artikel soll es um das Thema Klonfleisch gehen. Ich hatte schon mal in einem vorigen Beitrag erwähnt, um was es sich dabei handelt und wieso mir die ethischen Bedenken nicht unbedingt einleuchten, was aber keineswegs eine wie auch immer geartete Verwendung legitimieren soll. Spielte dabei die wissenschaftliche Argumentation des Ethik-Rates die Hauptrolle, soll es hier um Darstellung des Klonens für den "normalen" Leser gehen - sozusagen um die Art der Kommunikation dieses wissenschaftlichen Themas in Kombination mit einer Umfrage. (weiter)

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Ökologische Tierhaltung doch nicht besser? (Update)

15. Januar 2010, 23:56

Dieser Artikel ist eine Einleitung zu weiteren Artikeln zu diesem Thema

So, nun will auch ich mal das Jahr 2010 als Blogger begrüßen. Dabei beschäftigt mich das Thema dieses Artikels schon seit 2009. Irgendwie kennt sie jeder. Schließlich kann man sie im Supermarkt kaum übersehen. Ich spreche von Öko- oder Bio-Produkten. Es gibt sie pflanzlich in Form von Obst und Gemüse oder tierisch als saftiges Steak zum Beispiel. Was bei Pflanzen eher weniger ins Gewicht fällt, spielt bei Fleisch für einige Verbraucher eine wichtige Rolle: die Art und Weise, wie die Tiere behandelt wurden, bevor sie in Form von Fleischhappen in den Küchen des Landes zubereitet werden. Dabei scheint die Sache ziemlich klar: den Tieren aus ökologischer Haltung geht es besser als denen aus konventioneller Haltung. Mit dem Adjektiv "besser" assoziiert der Verbraucher dabei eine dem jeweiligen Tier entsprechend artgerechtere Haltung und eine bessere Behandlung - oder einfach gesündere Tiere - und ist auch bereit, mehr Geld für das Fleisch ökologisch gehaltener Tiere zu bezahlen. Soweit alles klar. Noch. Vor einigen Wochen erfuhr ich dann bei der Lektüre eines Magazins, dass das alles gar nicht so einfach ist. Ökologisch gehaltene Tiere sind gar nicht unbedingt gesünder als konventionell gehaltene Artgenossen. Also habe ich den für diese bestimmte Studie verantwortlichen Wissenschaftler Prof. Dr. Albert Sundrum (Agrarprofessor an der Universität Kassel) gebeten, er möge mir doch bitte etwas Material zusenden. Das hat er dann auch so reichlich getan, dass ich das alles gar nicht in einen Artikel bekomme, weshalb ich hier erstmal den Rahmen zu erläutern versuche.  (weiter)

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Masturbieren für den Arterhalt

10. Dezember 2009, 00:22

Klingt irgendwie unsinnig? Keineswegs!

Keine Frage, es wirkt einfach nicht besonders natürlich, wenn man beobachtet, wie ein Mensch einem gestandenen Zuchthengst an das harte Glied greift, um eine gezielte Ejakulation in einer eigens dafür entwickelten künstlichen Vagina zu ermöglichen. Auch das danach mithilfe technischer Geräte in das weibliche Tier hineinbugsierte Sperma hat nicht wirklich viel mit sexueller Freude zu tun. Umso paradoxer erscheint es auf den ersten Blick, dass die auf diesem Gebiet erworbenen Kenntnisse und Erfahrungen nun vielleicht dazu genutzt werden könnten, um das Überleben des Sabah-Nashorns in freier Natur zu sichern. Dabei handelt es sich mit einer Schulterhöhe von 130 cm um das kleinste Nashorn der Welt, das überwiegend in den Flachlandregenwäldern des malaysischen Bundestaates Sabah auf der Insel Borneo lebt. Allerdings wird man es dort wohl nicht mehr allzu lange antreffen, denn die Population besteht nur noch aus 50 Tieren. Dabei ist der Erhalt der Population nicht nur deshalb wichtig, weil es ziemlich schade wäre, wenn die Tiere einfach von dieser Welt verschwänden. Das Sabah-Nashorn ist eine sogenannte Indikatorart, das bedeutet, dass sich das Aussterben auch auf andere Tiere des dortigen Ökosystems negativ auswirken würde.  (weiter)

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Zukünftige Steaks und die Gegenwart

28. November 2009, 12:15

Als ich in den letzten Tagen mal wieder die Artikel und Kommentare meines Blogs durchgesehen habe - ja, ich bin so ein unglaublicher Narzisst, dass ich meine eigenen Artikel lese *lacht* - fiel mir auf, dass ich den Weiß-Blauen Belgier zwar schon öfter erwähnt habe, aber nie wirklich erläutert habe, um welche Art von Rinderrasse es sich genau handelt. Das möchte ich hier in diesem Artikel heute nachholen. Auch auf Schweine sollte ich nochmal kurz eingehen, da ich diese auch gerne für einige Beispiele heranziehe. Bevor ich allerdings darauf zu sprechen komme, möchte ich noch mal kurz zusammenfassen, was für mich in der Diskussion unter meinem Klonfleisch-Artikel nochmal sehr deutlich wurde... (weiter)

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Klonfleisch und Ethik - eine Betrachtung

05. November 2009, 20:35

Vor einem guten halben Jahr hat Klonfleisch für Furore gesorgt. Und das nicht nur bei den Menschen, die sich eher weniger mit den Hintergründen und biologischen Mechanismen auskennen. Auch Journalisten tappten gerne in die Falle und warfen Klonen und Gentechnik wild durcheinander, wenn sie es nicht schon auf den Tellern der Verbraucher sahen. Jetzt habe ich vor einigen Tagen diesen Artikel entdeckt, dem zufolge der Deutsche Ethikrat die Diskussion um den kommerziellen Vertrieb des Klonfleisches weiter ausbauen möchte. (weiter)

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Empathie - Über die Verklärung der Natur

23. Oktober 2009, 23:20

Es gibt Videos und Filme, die einem nahe gehen, bei denen man vielleicht auch mal mit den Tränen kämpft und die einen dann mit einem ganz merkwürdigen Gefühl zurücklassen, das einen für den Rest des Tages gefangen hält. Meist tut die aufkommende Herbst-Stimmung ihr Übriges und so gibt man sich diesem Gefühl hin und denkt über das nach, was man gerade gesehen hat. So wäre es mir heute fast passiert, bei einem Video, das mir zugeschickt wurde. Der Titel lautet "Empathie". Dabei handelt es sich um Einfühlungsvermögen, also die Fähigkeit, sich in die Gefühlswelt anderer hineinzuversetzen. In dem gut 10 Minuten langen Video sieht man dann auch eine Reihe sehr ungewöhnlicher Beziehungen zwischen Tieren, die man so nicht erwartet hätte. (weiter)

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szmtag