Wissenslogs Vom Hai gebissen

Ökologische Tierhaltung doch nicht besser? (Update)

15. Januar 2010, 23:56

Dieser Artikel ist eine Einleitung zu weiteren Artikeln zu diesem Thema

So, nun will auch ich mal das Jahr 2010 als Blogger begrüßen. Dabei beschäftigt mich das Thema dieses Artikels schon seit 2009. Irgendwie kennt sie jeder. Schließlich kann man sie im Supermarkt kaum übersehen. Ich spreche von Öko- oder Bio-Produkten. Es gibt sie pflanzlich in Form von Obst und Gemüse oder tierisch als saftiges Steak zum Beispiel. Was bei Pflanzen eher weniger ins Gewicht fällt, spielt bei Fleisch für einige Verbraucher eine wichtige Rolle: die Art und Weise, wie die Tiere behandelt wurden, bevor sie in Form von Fleischhappen in den Küchen des Landes zubereitet werden. Dabei scheint die Sache ziemlich klar: den Tieren aus ökologischer Haltung geht es besser als denen aus konventioneller Haltung. Mit dem Adjektiv "besser" assoziiert der Verbraucher dabei eine dem jeweiligen Tier entsprechend artgerechtere Haltung und eine bessere Behandlung - oder einfach gesündere Tiere - und ist auch bereit, mehr Geld für das Fleisch ökologisch gehaltener Tiere zu bezahlen. Soweit alles klar. Noch. Vor einigen Wochen erfuhr ich dann bei der Lektüre eines Magazins, dass das alles gar nicht so einfach ist. Ökologisch gehaltene Tiere sind gar nicht unbedingt gesünder als konventionell gehaltene Artgenossen. Also habe ich den für diese bestimmte Studie verantwortlichen Wissenschaftler Prof. Dr. Albert Sundrum (Agrarprofessor an der Universität Kassel) gebeten, er möge mir doch bitte etwas Material zusenden. Das hat er dann auch so reichlich getan, dass ich das alles gar nicht in einen Artikel bekomme, weshalb ich hier erstmal den Rahmen zu erläutern versuche.  (weiter)

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Masturbieren für den Arterhalt

10. Dezember 2009, 00:22

Klingt irgendwie unsinnig? Keineswegs!

Keine Frage, es wirkt einfach nicht besonders natürlich, wenn man beobachtet, wie ein Mensch einem gestandenen Zuchthengst an das harte Glied greift, um eine gezielte Ejakulation in einer eigens dafür entwickelten künstlichen Vagina zu ermöglichen. Auch das danach mithilfe technischer Geräte in das weibliche Tier hineinbugsierte Sperma hat nicht wirklich viel mit sexueller Freude zu tun. Umso paradoxer erscheint es auf den ersten Blick, dass die auf diesem Gebiet erworbenen Kenntnisse und Erfahrungen nun vielleicht dazu genutzt werden könnten, um das Überleben des Sabah-Nashorns in freier Natur zu sichern. Dabei handelt es sich mit einer Schulterhöhe von 130 cm um das kleinste Nashorn der Welt, das überwiegend in den Flachlandregenwäldern des malaysischen Bundestaates Sabah auf der Insel Borneo lebt. Allerdings wird man es dort wohl nicht mehr allzu lange antreffen, denn die Population besteht nur noch aus 50 Tieren. Dabei ist der Erhalt der Population nicht nur deshalb wichtig, weil es ziemlich schade wäre, wenn die Tiere einfach von dieser Welt verschwänden. Das Sabah-Nashorn ist eine sogenannte Indikatorart, das bedeutet, dass sich das Aussterben auch auf andere Tiere des dortigen Ökosystems negativ auswirken würde.  (weiter)

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Zukünftige Steaks und die Gegenwart

28. November 2009, 12:15

Als ich in den letzten Tagen mal wieder die Artikel und Kommentare meines Blogs durchgesehen habe - ja, ich bin so ein unglaublicher Narzisst, dass ich meine eigenen Artikel lese *lacht* - fiel mir auf, dass ich den Weiß-Blauen Belgier zwar schon öfter erwähnt habe, aber nie wirklich erläutert habe, um welche Art von Rinderrasse es sich genau handelt. Das möchte ich hier in diesem Artikel heute nachholen. Auch auf Schweine sollte ich nochmal kurz eingehen, da ich diese auch gerne für einige Beispiele heranziehe. Bevor ich allerdings darauf zu sprechen komme, möchte ich noch mal kurz zusammenfassen, was für mich in der Diskussion unter meinem Klonfleisch-Artikel nochmal sehr deutlich wurde... (weiter)

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Klonfleisch und Ethik - eine Betrachtung

05. November 2009, 20:35

Vor einem guten halben Jahr hat Klonfleisch für Furore gesorgt. Und das nicht nur bei den Menschen, die sich eher weniger mit den Hintergründen und biologischen Mechanismen auskennen. Auch Journalisten tappten gerne in die Falle und warfen Klonen und Gentechnik wild durcheinander, wenn sie es nicht schon auf den Tellern der Verbraucher sahen. Jetzt habe ich vor einigen Tagen diesen Artikel entdeckt, dem zufolge der Deutsche Ethikrat die Diskussion um den kommerziellen Vertrieb des Klonfleisches weiter ausbauen möchte. (weiter)

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Empathie - Über die Verklärung der Natur

23. Oktober 2009, 23:20

Es gibt Videos und Filme, die einem nahe gehen, bei denen man vielleicht auch mal mit den Tränen kämpft und die einen dann mit einem ganz merkwürdigen Gefühl zurücklassen, das einen für den Rest des Tages gefangen hält. Meist tut die aufkommende Herbst-Stimmung ihr Übriges und so gibt man sich diesem Gefühl hin und denkt über das nach, was man gerade gesehen hat. So wäre es mir heute fast passiert, bei einem Video, das mir zugeschickt wurde. Der Titel lautet "Empathie". Dabei handelt es sich um Einfühlungsvermögen, also die Fähigkeit, sich in die Gefühlswelt anderer hineinzuversetzen. In dem gut 10 Minuten langen Video sieht man dann auch eine Reihe sehr ungewöhnlicher Beziehungen zwischen Tieren, die man so nicht erwartet hätte. (weiter)

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Neuro-Enhancement: Roll on und Pfoten weg

09. Oktober 2009, 14:11

Als Student ist mir die im Memorandum beschriebene Situation in gewisser Weise bekannt. Gerade in der Prüfungsphase, wo die Klausuren und mündlichen Prüfungen Schlag auf Schlag kommen, kann es immer mal passieren, dass man nicht jede Prüfung besteht, während die Studienkollegen - mit denen man regelmäßig das eine oder andere Bier körperlich entsorgt - allen Grund zum Feiern haben. Natürlich gilt dieses Szenario auch umgekehrt. Was macht man also? Es ist immer wieder ein Kampf. Eigentlich niedergeschlagen und lustlos wird man dann doch überredet irgendwo den Erfolg der Freunde zu feiern. Und dann passiert etwas  Eigenartiges: während der Weg zur Disco oder Kneipe die Hölle ist - man hat die Nacht vorher kaum geschlafen und die Enttäuschung verstärkt so ziemlich jedes negative Gefühl noch um ein Vielfaches - ist man spätstens nach dem dritten Bier ziemlich gut drauf ohne betrunken zu sein. Die Musik stimmt, weibliche Ausblicke sind hervorragend und der Gerstensaft gut gekühlt. Passt. Am Ende knallt einem die Wirkung der alloholischen Jährung dann doch arg einen vor den Latz, aber der Abend war gut. Und nein, ich meine nicht nur die geballte Wirkung dreier Biere... (weiter)

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Und alle haben Hunger...

25. September 2009, 01:01

Gentechnik - momentan wird wohl kaum ein anderes Thema so aufgeregt diskutiert. Dabei sind die Fronten glasklar. Die Befürworter sehen in der Gentechnik die große Chance, zum einen die Nutzung landwirtschaftlicher Flächen zu optimieren (geringere Nutzung von Pestiziden, höhere Erträge) und zum anderen die Möglichkeit, auch Pflanzen zu entwickeln, die besser an schwierige Umstände wie Dürren angepasst sind. Die Gegner dagegen sind überzeugt, dass die grüne Gentechnik lediglich dazu dient, die Bauern in die Konzernabhängigkeit zu treiben, während die Menschen ungeahnten Gefahren wie Spätfolgen ausgesetzt werden, wenn sie derartige Lebensmittel verzehren. (weiter)

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Mensch und Natur - Gentechnik immer die Lösung?

07. September 2009, 22:11

Massentierhaltung und eine fortschreitende Technisierung in diesem Bereich lassen sich wohl nicht mehr verhindern. Also lasst uns doch einfach die Tiere gentechnisch derart beeinflussen, dass sie schlicht keine Schmerzen mehr spüren können und somit ihre Leiden minimiert werden. (weiter)

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Etiketten - Zwischen Information und Konfusion

04. September 2009, 21:26

Transparenz ist bei Lebensmitteln momentan schwer angesagt. Der Kunde soll wissen, was er kauft. Neben der möglichen Zurückverfolgung von Fleisch, Käse und anderer Nahrung haben auch Symbole Konkunktur, die den Kunden auf etwas bestimmtes hinweisen sollen. Spontan fällt mir ein grünes Zeichen ein, das vor einigen Wochen durch die Medien geisterte. Mit diesem Etikett sollten solche Produkte gekennzeichnet werden, die ohne Gentechnik produziert wurden und auch nichts davon enthalten. Auch in Kommentaren unter Blogartikeln taucht immer wieder der Wunsch einer besseren Information auf. Dabei sind Etiketten an sich erstmal nichts Schlechtes, sie aber als Informationsquelle anzusehen und zu nutzen, das finde ich einigermaßen problematisch - auch im Hinblick auf Gentechnik. Warum das so ist, das werde ich im folgenden Artikel kurz beschreiben.

Chymosin ist der Hauptwirkstoff des Labferments, einer Substanz, die man in den Mägen noch säugender Kälber findet. Das Chymosin ermöglicht den Kälbern die Verwertung der Milch. Allerdings profitieren nicht nur die Kälber davon, sondern auch wir, die Menschen, wenn wir Käse essen. Das Enzym ist nämlich für die Spaltung des Caseins zuständig, was zu einer Verdickung der Milch führt, in dem das Casein verklumpt und sich von der wässrigen Molke trennt. Danach beginnt der Reifeprozess der werdenden Käses.

Die Gentechnik-Variante der Chymosin-Gewinnung sieht jetzt so aus, dass lediglich das Gen für Chymosin - und nicht der ganze Magen eines Kalbes - benötigt wird. Dieses wird dann auf Produktionsorganismen wie Hefen oder Schimmelpilze übertragen, die sich dann - schön kultiviert - fleißig an die Arbeit machen, was soviel heißt wie: sie vermehren sich.

Das, was ich hier kurz erklärt habe, passt aber auf kein Etikett, Symbol oder Was-auch-immer. Das bedeutet, dass die Menschen im Supermarkt weiterhin fröhlich Käse kaufen und essen, obwohl sie Gentechnik vielleicht sogar ablehnen würden. Ob sich die Ablehnung nun auf Gentechnik in der Nahrung oder auf Produktionsschritte bezieht, lasse ich jetzt mal außen vor. Sicherlich gäbe es aber allerhand Konfusion unter Verbrauchern, würde der eine oder andere Käse plötzlich mit einem Etikett versehen, das ihn kurz und knapp als "gentechnisch" ausweisen würde, auch wenn er nichts dergleichen enthielte.

Momentan ist eine derartige Kennzeichnung auch nicht vorgeschrieben - zum Glück.

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Prognosen - Zukunft ohne Dynamik

29. August 2009, 12:13

Ich muss ja immer ein wenig schmunzeln, wenn ich lese, dass der Mensch das intelligenteste Lebewesen auf diesem Planeten sein soll. Wenn dem so ist, was sind das dann für Lebewesen, denen an der Kasse erst beim Bezahlen auffällt, dass sie kein Geld mehr haben? Handelt es sich um Aliens, die es nicht schaffen, auf eine Autobahn zu fahren ohne einen Stau zu fabrizieren? Wenn ich tatsächlich zu einer derart intelligenten Spezies gehören soll, wieso schaffe ich es dann immer, mich an die falsche Kasse zu stellen - also dort, wo die Menschen sind, die offenbar noch nie in ihrem Leben etwas gekauft haben? Genug der Häme. Zweifellos hat der Mensch  - oder besser: haben einige Menschen - unser Leben durch ihre Ideen und ihren Forschergeist revolutioniert und damit bedeutend geprägt. (weiter)

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