Wissenslogs Sprechstunde

Schokolade ist gut für das Herz

31. März 2010, 12:10

Gerade zu Ostern nimmt der Schokoladenkonsum (getarnt als Hasen und Eier) wieder immens zu. Da kommt die folgende Studie gerade Recht, deren Ergebnisse darauf hinweisen, dass Schokolade vor Herzinfarkt und Schlaganfall schützen kann.

Deutsche Wissenschaftler untersuchten über einen Zeitraum von acht Jahren insgesamt 19.357 Probanden zwischen 35 und 65 Jahren. Neben der Vorliebe für Schokolade (weiß, hell oder dunkel) wurden auch Ernährungsgewohnheiten und der Lebensstil mit in die Analyse aufgenommen.Keiner der Probanden hatte bisher einen Schlaganfall- oder einen Herzinfarkt erlitten. Ebenso wenig wurden blutdrucksenkende Medikamente eingenommen. Anschließend wurden vier Gruppen gebildet, je nachdem, wieviel Schokolade die Teilnehmer täglich zu sich nahmen.

Die Ergebnisse: bei einem täglichen Konsum von 7,5 Gramm Schokolade war der Blutdruck niedriger und das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden war um 39% erniedrigt (im Verlgeich zu der Gruppe, die täglich 1,7 Gramm Schokolade zu sich genommen hatte). Verantwortlich dafür ist offenbar der in der Schokolade enthaltene Stoff Flavanol. Dieser sorgt dafür, dass sich die glatte Muskulatur in den Gefäßen entspannt und senkt auf diese Weise den Blutdruck.

Das ist doch endlich mal eine gute Nachricht, mag sich nun der ein- oder andere denken. Jedoch Vorsicht: Zum einen entsprechen 7,5 Gramm etwa 1-2 Stück Schokolade täglich. Es ist also nicht die Rede von einer ganzen Tafel.

Daher müssten sich die Schokoladenfans also einschränken, wenn sie die positive Wirkung der leckeren Süßigkeit nicht ins Gegenteil verkehren wollen. Zum anderen ist das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall natürlich erhöht, wenn der Betreffende unter Übergewicht leidet. Es kommt also hier, wie überall, auf die Dosis an. Ferner sei noch darauf hingewiesen, dass es außer dem Übergewicht auch noch andere Risikofaktoren für die genannten Erkrankungen gibt (beispielsweise Rauchen. In diesen Fällen ist es denkbar, dass der schützende Effekt der Schokolade wiederum eingeschränkt ist.

In jedem Falle zeigen die Ergebnisse, dass es sogar mit Genuss möglich ist, etwas für seine Gesundheit zu tun. Nur eben in Maßen. Desweiteren tun eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige sportliche Betätigugn ihr Übriges. Anschließend können Sie sich dann ohne schlechtes Gewissen dem Schokogenuss hingeben.



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Schützt Rauchen vor Parkinson?

16. März 2010, 09:58

Dass Rauchen gesundheitsschädlich ist, steht außer Frage. Und bis jetzt wäre niemand auf die Idee gekommen, dass Rauchen neben seinen unerfreulichen möglichen Nebenwirkungen (zum Beispiel Lungenkrebs, Kehlkopfkrebs, chronisch obstruktive Lungenerkrankung) auch positive Effekte haben könnte.

Die Ergebnisse aus einer neuen amerikanischen Studie zeigen nun, dass sich diese Sichtweise in Zukunft ändern könnte. So fanden die Wissenschaftler heraus, dass Rauchen möglicherweise das Risiko vermindert, an Parkinson zu erkranken.

Zum Design: es wurden die Daten von 305 468 Probanden zwischen 50 und 71 Jahren ausgewertet. Alle waren Mitglieder der amerikanischen Vereinigung der Ruheständler. Neben Lebensgewohnheiten und Ernährung wurde in Umfragen auch das Rauchverhalten erfasst. Von den Teilnehmern entwickelten 1662 die Parkinson Krankheit.

Die Ergebnisse: regelmäßige Raucher hatten ein bis zu 44% geringeres Risiko, an Parkinson zu erkranken. Die Wissenschaftler fanden weiterhin heraus, dass offenbar die Zahl der Zigaretten pro Tag keine große Rolle spielt. Wichtig ist der Zeitraum, in dem die Teilnehmer geraucht hatten. Probanden, die 40 Jahre und länger geraucht hatten bekamen mit 46% geringerer Wahrscheinlichkeit die Parkinson Krankheit. Bei Tabakkonsum über eine Zeit von 30 bis 39 Jahren ermittelten die Forscher eine 35% geringere Wahrscheinlichkeit, während es bei ein bis neun Jahren immer noch 8% waren.

Für den Studienleiter Honglei Chan vom National Institute of Environmental Health Science in Research Triangle Park (North Carolina) sind diese Ergebnisse die Grundlage für weitere Forschungen. Am Tiermodell soll herausgefunden werden, welche Tabakbestandteile sich wie auf die Krankheit auswirken. Eines jedoch betont der Wissenschaftler: aufgrund der schädlichen Wirkung des Rauchens könne man potentiellen Parkinson Patienten natürlich nicht empfehlen, das Rauchen als Prophylaxe gegen die Krankheit einzusetzen.

Der letzte Satz ist sicher der entscheidende. Grundsätzlich sollten die Ergebnisse dieser Studie weder die Raucher beflügeln ("wie gut, dass ich rauche, dann bekomme ich kein Parkinson") noch bisherige Nichtraucher aus Angst vor der Parkinsonkrankheit zur Zigarette greifen lassen. Es könnte jedoch ein spannender Ansatz zur weiteren Forschung sein. Denn vielleicht gelingt es, einen bestimmten Stoff aus den Zigaretten zu isolieren und so aufzubereiten, dass er nicht mehr schädlich ist. Dieser könnte dann als Medikament zur Vorbeugung gegen die Parkinson Krankheit eingesetzt werden. Ansonsten gilt auch weiterhin: Rauchen ist nicht gut für die Gesundheit und die möglichen Folgen einer langen Raucherkarriere wiegen die Vorteile der Parkinsonprophylaxe nicht auf.

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Kernspin statt Mammographie?

05. März 2010, 10:25

Bei Frauen in Deutschland ist Brustkrebs mit einem Anteil von 28 % aller Krebsneuerkrankungen die häufigste Krebserkrankung. Jede achte bis zehnte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Auch aus diesem Grunde wurde vor kurzem das größte, bisher bekannte Screening Programm angestoßen. Alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren werden angeschrieben und zur Vorsorge eingeladen. Wie es die Leitlinien vorschreiben, erfolgt das Screening mittels der Mammographie. (weiter)

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Haustierverbot in Flugkabinen?

23. Februar 2010, 10:26

Die deutsche Gesellschaft mit dem Kranich macht es schon lange, eine kanadische Fluggesellschaft seit Juli 2009: sie bietet Passagieren die Möglichkeit, ihre Haustiere in der Kabine mit zu nehmen. Kanadische Asthmaexperten (PDF) fordern jetzt jedoch ein Verbot dieses Transportes.

Die Argumentation: Menschen, die an einer Allergie gegen Katzen- oder Hundehaare leiden, könnten im Flugzeug einer erhöhten Gefahr ausgesetzt werden. Zwar sei das Risiko einer schweren, allergischen Reaktion (zum Beispiel ein anaphylaktischer Schock) nicht sehr groß, auf der anderen Seite gäbe es jedoch in Flugzeugen, weit ab von jedem Krankenhaus, nur eingeschränkte Möglichkeiten der medizinischen Versorgung. (weiter)

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Rauchentwöhnung ohne Hilfsmittel

10. Februar 2010, 10:56

Nachdem der vorletzte Artikel in der Sprechstunde zum Thema "Mäuse erschnuppern Lungenkrebs im Urin" einen wahren Sturm an Kommentaren zum Thema Rauchen ausgelöst hat, widmet sich die Autorin im heutigen Blogartikel nochmals dem Thema. Diesmal allerdings von einer anderen Seite, denn es geht um die Rauchentwöhnung. Dass das entgegen aller medienwirksamen Berichte auch sehr gut ohne Hilfsmittel funktioniert, haben nun australische Forscher heraus gefunden. (weiter)

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Mit dem Antidepressivum gegen die Folgen des Schlaganfalls

02. Februar 2010, 18:33

Der Schlaganfall ist ein häufiges Vorkommnis. Weltweit steht er an zweiter Stelle der Todesursachen und ist die dritthäufigste Ursache für Behinderungen und vorzeitige Invalidität in Europa. Im Jahre 2003 starben in Deutschland 75 114 Menschen an einem Schlaganfall. (weiter)

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Mäuse erschnuppern Lungenkrebs im Urin

28. Januar 2010, 10:18

Lungenkrebs ist immer noch die häufigste Krebstodesursache auf der Welt. Nach Angaben des Robert Koch-Institutes erkranken in Deutschland pro Jahr über 46.000 Menschen an Lungenkrebs. Bei Männern und Frauen ist Lungenkrebs die dritthäufigste Krebserkrankung. Da die Krankheit oft erst spät erkannt wird, kommt meist jede therapeutische Maßnahme zu spät. Nur 25% der Fälle werden entdeckt, bevor es zu einer Metastasierung gekommen ist. (weiter)

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Schützt Helicobacter Pylori vor dem Ausbruch von Tuberkulose?

21. Januar 2010, 10:29

Die Tuberkulose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die sich in den meisten Fällen in der Lunge manifestiert und vom Mycobacterium tuberculosis ausgelöst wird. Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist rund ein Drittel der Weltbevölkerung mit Tuberkulose infiziert, aber nur ein Zehntel der Infizierten erkrankt auch daran. Die Tuberkulose tritt häufig in Ländern mit schlechten, hygienischen Bedingungen auf, die meisten Fälle werden aus Asien, Afrika sowie aus den Staaten der früheren Sowjetunion gemeldet. (weiter)

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Licht im Dunklen der Migräneanfälle

11. Januar 2010, 11:51

Fast könnte man diesen Blog in den "Migräne-Blog" umbenennen, gibt es doch hier zahlreiche Artikel zu eben jener Erkrankung.
Das mag zum einen daran liegen, dass die Autorin aus eigener Erfahrung und somit persönlichem Interesse schreibt.
Zum anderen handelt es sich bei der Migräne um eine Volkskrankheit und jede neue Studie, die zu dem Thema
durchgeführt wird, könnte mehr Licht ins Dunkle bringen. (weiter)

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Botox im Kampf gegen die Migräne

05. Januar 2010, 11:48

Wir kennen es vor allem aus der Welt der Stars und Sternchen. Es gibt kaum einen Promi, der sich nicht mit Botox hätte behandeln lassen, ob er es nun zu gibt oder nicht. Und so ist diese Substanz in der Öffentlichkeit vor allem bekannt und auch ein wenig belächelt als Faltenglätter und Must Have für die wirklich Wichtigen.

Dass es aber auch noch ganz andere Wirkweisen hat, weiß kaum einer. So wird das Botulinum Toxin schon seit längerer Zeit als Therapie bei schweren, neurologischen Erkrankungen eingesetzt oder auch bei Bewegungsstörungen infolge von Hirnschäden. Bei bestimmten Fehlhaltungen ist es nach Angabe der aktuellen Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) sogar Mittel der ersten Wahl.

Und nun könnte sich das Therapiespektrum des Nervengiftes noch um eine Indikation erweitern, nämlich: Migräne.

Die Ergebnisse zweier Studien mit 1400 europäischen und nordamerikanischen Teilnehmern belegen, dass die Injektion von Botox die Kopfschmerztage deutlich stärker verringerte, als es die Injektion mit einem Placebo tat.

Über einen Zeitraum von 24 Wochen wurden den Probanden das Botox in geringen Mengen in die Kopf- Gesichts- und Nackenmuskeln injiziert. Nach dieser Zeit hatten die Betroffenen neun schmerzfreie Tage mehr. Und wer je unter Migräne gelitten hat weiß, dass jeder Tag ohne Schmerzen ein Geschenk ist.

 

Die Migräne ist eine Volkskrankheit, etwa 10-12% der deutschen Bevölkerung leidet darunter, wobei Frauen doppelt so häufig betroffen sind, wie Männer. Warum genau es zur Migräne kommt, ist noch nicht abschließend geklärt. Für das Auslösen eines Anfalls scheint es bestimmte Triggerfaktoren zu geben, die je nach Person unterschiedlich sind. Dazu zählen der hormonelle Status, bestimmte Nahrungsmittel, Stress, Schlafstörungen oder auch Umwelteinflüsse (z.B. Kälte, Hitze).

 

Es gibt derzeit viele Migränemittel auf dem Markt und viele sind sicher gut wirksam und bringen den Betroffenen Linderung. Nach Angaben des Instituts für Kinderschmerztherapie leiden allerdings alleine in Deutschland rund 200.000 Kinder (und vermutlich noch viel mehr Erwachsene) an therapierefraktärer Migräne. Das heißt: ein Anfall kann mit den derzeitig vorhandenen Medikamenten nicht bekämpft werden.

 

Insofern bedeutet die aktuelle Studie mit dem Botulinumtoxin vielleicht einen Hoffnungsschimmer für all diejenigen, die den Migräneanfällen hilflos ausgeliefert sind. Denn was sind schon ein paar Falten gegen einen klaren und schmerzfreien Kopf?

 

 



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