Kevin allein in der Unterschicht?
Die Vornamen-Studie, die ich hier am Samstag besprochen habe, hat auch Christian Reinboth (Frischer Wind/ScienceBlogs.de) beschäftigt. Er überlegt (ähnlich wie Sprachlogleser Arndt in einem Kommentar zu meinem Beitrag), ob Kinder mit unterschichttypischen Namen möglicherweise deshalb als weniger leistungsfähig angesehen werden, weil sie es im Durchschnitt eben aufgrund ihrer Schichtenzugehörigkeit tatsächlich sind. In diesem Zusammenhang fragt er, ob es überhaupt schichtentypische Namen gibt, denn das wäre natürlich eine Voraussetzung für diese Überlegung.
Zu der grundsätzlichen Überlegung selbst kann ich nicht viel sagen. Ich halte sie nicht für grundsätzlich unplausibel, wobei ich noch einmal darauf hinweisen muss, dass Lehrer/innen sich von möglichen Vorurteilen gegenüber bestimmten Namen bei der Notengebung eben nicht beeinflussen lassen.
Aber die Frage, ob es schichtenspezifische Vornamen gibt, kann ich auf der Grundlage einer aktuellen, sehr ausführlichen Studie des berliner Soziologen Jürgen Gerhards klar mit „Ja“ beantworten. (weiter)
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