Das optimale Elfmeterschießen
An dieser Stelle veröffentlichte Metin Tolan bis August 2009 seine
Beiträge zur Physik des Fußballs. Er schrieb über "Das Tor der Woche", den
"Meister der Herzen" und den "Ballack-Hammer. Seine Beiträge erscheinen im
Frühjahr 2010 mit dem Titel "So werden wir Weltmeister - Die Physik des
Fußballspiels" als Buch beim Piper-Verlag.
Noch kann der Titel nicht bestellt werden. Wenn Sie das Erscheinen nicht
verpassen wollen, können Sie sich gerne vom science-shop informieren
lassen. Schicke Sie dazu einfach eine kurze Mail mit dem Betreff
"Tolan-Buch" an info@science-shop.de
Wenn Sie jetzt schon etwas von Metin Tolan lesen wollen, empfehlen wir
Ihnen: "Geschüttelt, nicht gerührt - James Bond und die Physik"
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ich habe vor zwei jahren einmal zwei dutzend elfmeterschießen ausgewertet, aufgeschlüsselt nach den spielständen nach welchem schuss und der trefferwahrscheinlichkeit ...
interessant ist zum einen das:
wenn ich nun die elfer nr.3 oder nr.5 (von 10) heranziehe, komme ich auf folgende (gewiss nicht repräsentative, aber womöglich doch tendenzielle) werte:
das team hat ein tor vorsprung vor dem 3. oder 5. schuss: 5 treffer/5 fehlschüsse.
es steht unentschieden vor dem 3. oder 5. schuss: 21 treffer / 6 fehlschüsse.
das team hat ein tor rückstand vor dem 3. oder 5. schuss: 0 treffer / 3 fehlschüsse.
nähmen wir nun einmal spaßeshalber an, das sei repräsentativ, dann bedeutete dies, dass ein anfangs ausgeglichen ablaufendes elferschießen die trefferwahrscheinlichkeit erhöht. sobald aber eine mannschaft führt oder zurückliegt, sinken die chancen auf einen treffer.
interessant hieran ist: wenn ein team führt, können die schützen auch zu sicher sein - warum sollten sie nervös sein? auch zu große sicherheit führte dann zu einem fehlschuss.
im übrigen: der erste schuss überhaupt hat die höchste trefferquote in meiner untersuchung (was - inzwischen - aber auch bei den wettanbietern berücksichtigt wird ;)
was könnte man daraus folgern? dass die trainer immer den besten schützen als erstes schießen lassen? oder würde ein schlechter schütze, wenn er am anfang antreten darf, tatsächlich auch eine bessere quote erzielen?
allerdings: wenn ich nun die schlechten gleich schießen lasse, dann kann ich dabei in rückstand geraten ... so dass der druck auf die eigentlich guten schützen so groß wird, dass auch diese nun viel schlechter treffen ...
es wäre schon spannend, hier eine optimale strategie zu entwerfen, ähnlich dem schach ... nur ist ein elferschießen viel näher am leben, viel weniger abstrakt als ein verschieben von figuren mit fixen eigenschaften ... während der 'charakter' eines fussballspielers oder torwarts deutlich schwerer zu kalkulieren ist, hinzu kommt noch die unregelmäßigkeit der verhältnisse, also außenbeeinflussungsfaktoren, platzfaktoren usw..
beste grüße!
tg
"Als Dortmunder muß ich dieses Mal natürlich auf das äußerst unglückliche Ausscheiden der Borussia am Mittwoch im UEFA-Cup gegen Udinese eingehen."
Ich als Schalker muß an dieser Stelle meine Freude ausdrücklich kundtun, daß der östliche Nachbar nicht mehr im europäischen Wettbewerb teilnimmt. :-)
Wieder einmal eine ausgezeichnete Analyse aus der Bereich des Fußballspiels. Man darf gespannt sein, was M.Tolan demnächst noch alles aus dem Hut zieht.
Grüße
W.T.