Warum Handball langweiliger ist als Fußball
An dieser Stelle veröffentlichte Metin Tolan bis August 2009 seine
Beiträge zur Physik des Fußballs. Er schrieb über "Das Tor der Woche", den
"Meister der Herzen" und den "Ballack-Hammer. Seine Beiträge erscheinen im
Frühjahr 2010 mit dem Titel "So werden wir Weltmeister - Die Physik des
Fußballspiels" als Buch beim Piper-Verlag.
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Wenn Sie jetzt schon etwas von Metin Tolan lesen wollen, empfehlen wir
Ihnen: "Geschüttelt, nicht gerührt - James Bond und die Physik"
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Fussball ist langweilig,viele Spiele 90 min. und dann 0-0.Ich habe noch kein handball spiel mit 0-0 gesehen.
Wie mein Vorredner ja schon richtig bemerkt hat ist Fußball wohl hauptsächlich deshalb nicht jedermanns geschmack, weil es im Gegensatz zu Handball oder auch Basketball keine anti - Zeitspiel Regel gibt.
Deshalb gibt es ja öfters Spiele zwischen einem guten und einem eher am Tabellenende angesiedelten Team die z.B. 0-0 oder 1-1 ausgehen. Dadurch hat das schlechtere Team insofern für eine Überraschung geschorgt, als das es immerhin einen Punkt herausgeholt hat, und das nur durch viel hin - und herpassen.
Beim Handball kommt das weit weniger häufig vor, weil eine solche Verzögerung eben als Zeitspiel gewertet wird, wodurch die besseren Mannschaften auch öfters gewinnen.
Soweit zumindest meine Überlegung, allerdings verfolge ich weder die Handball, noch die Fußballsaison genau genug um mit empirischen Belegen aufwarten zu können ;-)
PS: Ein großes Lob an Hr Tolan, der Fußball Blog ist einer meiner Lieblinge!
Geht mir doch weg mit Eurer Statistik. Spannung wird doch nicht durch eine Platzierung in einer Tabelle erzeugt! Das ist doch nicht der Sinn eines Sports!Gott sei Dank gibt neben der wissenschaftlichen-mathematischen Betrachtung immer noch das Erlebnis des Spiels! Hierbei kann ich nur sagen, dass ich bei Handballspielen schon alle emotionalen Höhen und Tiefen durchlaufen habe. Ein Spiel das nach zweimal 30 Minuten mit einem Tor Differenz endet, ist zwangsläufig Spannung pur. Tempo, Bewegung und Präzision eines Handballspiels sind auf einem weit höheren Niveau.
Warum erscheint uns Mitteleuropäern ein Cricketspiel weitaus langweiliger als ein Baseballspiel? Tempo ist höher, Spieldauer ist kürzer und es ist mehr Aktion beim Baseball und somit kurzweiliger.
Sowohl als Zuschauer wie auch als Spieler hat Handball bei mir einen deutlichen Vorsprung gegenüber Fußball. Das Spiel soll die Spannung erzeugen und das erfüllt Handball für mich eben deutlicher.
Neben Zuschauer eines Spiels und Spieler gibt es aber noch eine dritte Betätigung bei einer Sportart: Vereins-Fan.
Selbst als Fan einer Runkelrüben-Mannschaft kann man beim Fußball hoffen gegen die Bayern zu gewinnen. Oder gar um die Meisterschaft zu spielen. Wenn Handball sich aber tatsächlich so stark in Gewinner- und Verlierervereine spaltet wie der Tabellenvergleich suggeriert, dann ist es spannender Fußballfan zu sein.
Die Analyse hier ist durchaus richtig, allerdings wird die Tatsache verkannt, dass gerade wegen der wenigen Tore im Fussball man sich als Fussballfan jede Woche sehr viele langweilige, weil ausschließlich von der Taktik geprägte Spiele anschauen müssen; denn siehe oben schon 1 Tor kann im FB entscheidend sein. Wenn demnach nicht das Ergebnis einer Partie im Vordergund steht, sondern auch der Genuß, eine attraktive Sportart anzuschauen, so hängt der Handball den Fussball um Längen ab. Warum ? Es ist einfach im HB immer etwas los - ganz im Gegensatz zum FB; leider. Man verläßt demnach ein Handballspiel stets mit dem Gefühl, dass man gut unterhalten wurde. Das kann man beim FB nun wirklich nicht behaupten. Noch etwas zur Attraktivität: Zu meiner Zeit als HBler - 70er/80er Jahre - war das Spiel noch sehr statisch und schematisch. Meistens waren die beiden Rückraumspieler die besten Torschützen, sodass die Aufgabe der anderen 4 Feldspieler lediglich war, die beiden frei zu sperren. Durch die Zunahme der Dynamik des HB Spiels sowie durch die immer ausgefeiltere Technik - wir Menschen sind nun einmal mit den Händen geschickter als mit den Füßen - verteilen sich die Torerfolge praktisch auf alle Feldspieler. Die deutsche HB WM Mannschaft 2007 war hierfür der beste Beweis. Andere Teams hatten bessere Tor"jäger", aber die deutsche Mannschaft hatte das beste "Team", denn jeder konnte Tore schiessen (werfen). Fazit: Fussball ist populärer, auch weil es einfacher zu verstehen ist; beim Handball ist der "Erlebniswert" höher; meine Meinung.
Ich finde den Versuch eine sehr emotionale Sache mit rationalen Zahlenspielen zu erklären äusserst schwierig wenn nicht schon unmöglich.
Ausserdem wird hier eine ganze Liga verglichen und nicht die Sportart im Allgemeinen. Ich meinerseits gehe öfters Handball schauen als Fussball und dies nicht weil die Tabellensituation viel mehr Überraschung bereithält sondern weil im Handball immer was geht. Ob etwas nun interessant, langweilig oder überraschend ist, ist eine sehr emotionale Frage und wird, deshalb wahrscheinlich für jeden anders rational Beschrieben.
Ich kann die Argumentation nicht wirklich verstehen. Wenn ich Sport gucke, will ich schöne Tore, Spielzüge usw sehen. Das macht es aus. Und da ist Handball weitaus interessanter. Das Problem ist einfach, dass Fussball einen höheren Stellenwert in der Gesellschaft hat und damit eine breitere Basis. Gegenbeispiel: Feldhockey. Da sieht es ähnlich wie beim Fussball aus. Es fallen wenige Tore und es kann auch eine schwache Mannschaft ein Spiel gewinnen. Aber will man das eigentlich? Ist es nicht viel befriedigender zu wissen, dass die bessere Mannschaft gewonnen hat? Und nicht die mit mehr Glück? Ich finde hier wurden wunderbare Argumente GEGEN Fussball gebracht. Im Handball ist nämlich Präzision und können wichtiger als im Fussball.
Betrachtet man wie im Artikel geschehen nur die Tabellen der Ligen, ist die Argumentation schlüssig. Es ist richtig, dass die Abschlusstabelle im Handball stets weitgehend vorhersagbar ist. Richtig ist auch, dass der Ausgang eines Handballspiels Meister gegen Absteiger nicht wirklich offen ist. Aber langweiliger als Fußball?
Ganz anders schneidet Handball im Vergleich nämlich ab, wenn man die Qualität und den Spielverlauf echter Spitzenspiele vergleicht. Ich habe allein in der abgelaufenen Handballsaison mehrere Spiele erleben dürfen, in denen die Führung mehrfach wechselte, in denen Mannschaften schier unaufholbare Rückstände in Siege ummünzten, in denen während des gesamten Spiels die Führung ständig wechselte. All das macht die Mehrzahl der Handballspiele wesentlich abwechslungsreicher als Fußballspiele. Ich habe in meinem Leben wohl eine vierstellige Zahl von Fußballspielen gesehen. Stimmt schon: ich wusste nie vorher, wie es ausgehen würde -- im Gegensatz zu den meisten Handballspielen. Kurzweiliger unterhalten wurde ich jedoch beim Handball. Ganz abgesehen von der höheren Qualität im internationalen Vergleich.
Die Handball-Bundesliga ist in den letzten Jahren ausgeglichener geworden. Heute spielen ungefähr zwölf Mannschaften auf gutem Niveau, die besten drei bis fünf stellen echte Weltklasse dar. Auch diese Leistungsdichte, die es so im deutschen Liga-Fußball nicht gibt und nie gab, spricht für den Handball.
Für mich steht fest, dass es reichlich müßig ist, Handball und Fußball miteinander zu vergleichen. Klar ist für mich aber vor allem, dass ich NICHT, niemals zum Fußball gegangen bin, um spannende Spiele zu erleben. Alles, was zählt, ist der Sieg der eigenen Mannschaft. Nachzulesen bei Nick Hornby. Und weil der das ulimative Buch über Fußball längst geschrieben hat, sollte man aufhören, pseudo-wissenschaftlichen Quark darüber zu schreiben.
Hoffentlich geht die Saison bald endlich wieder los. Sowohl die Fußball- als auch Handballsaison.
Merhaber Metin,
Beim Handball gibt es mehr körperliche Härte in den Zweikämpfen, Offensive und Defensive wechseln innerhalb einer Minute mehrmals, besonders seit es die zweite Welle im HB gibt, was diesem Sport noch mehr Attraktivität verleiht.(beim FB kann ein 0:0 schon dämpfen, auch wenns ein 'gutes Spiel' war- doch das Publikum will stets Tore sehen, oder??) Und wie die Vorposter schon schrieben, jeder Spieler kann beim HB zum Goalgetter avancieren.(klar können auch Verteidiger im FB scoren..) Es gibt aber kein 'Ball in den eigenen Reihen halten'- da gibt's Zeitspiel. Mann kommt also großteils nur über die Offensive zum Erfolg, da es im Hb auch kaum Sinn macht, auf ein Remis zu spielen.
Andererseits wird HB nie so populär sein wie FB. Ich habe selbst 13 Jahre lang aktiv HB gespielt, und ich liebe diesen Sport. Doch FB, bzw. mein Club(Rapid Wien) ist für mich eine Art Religion, eine Liebe, ein Sinn des Lebens. Ein klasse FB-Spiel und ein klasse HB-Spiel sind zwei versch. paar Schuhe. Da gibt's keine Vergleiche zu ziehen... Beides ist Opium fürs Volk, und ich ergötze mich an beidem.... Ciao Metin