Die „Coca-Cola-Formel“ eines Fussballs
An dieser Stelle veröffentlichte Metin Tolan bis August 2009 seine
Beiträge zur Physik des Fußballs. Er schrieb über "Das Tor der Woche", den
"Meister der Herzen" und den "Ballack-Hammer. Seine Beiträge erscheinen im
Frühjahr 2010 mit dem Titel "So werden wir Weltmeister - Die Physik des
Fußballspiels" als Buch beim Piper-Verlag.
Noch kann der Titel nicht bestellt werden. Wenn Sie das Erscheinen nicht
verpassen wollen, können Sie sich gerne vom science-shop informieren
lassen. Schicke Sie dazu einfach eine kurze Mail mit dem Betreff
"Tolan-Buch" an info@science-shop.de
Wenn Sie jetzt schon etwas von Metin Tolan lesen wollen, empfehlen wir
Ihnen: "Geschüttelt, nicht gerührt - James Bond und die Physik"
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Lieber Herr Tolan,
das Gute an Ihren Beiträgen ist, dass Sie physikalische und andere Theorien am Konkreten demonstrieren.
Wer als Sprecher das tut, zeigt, dass er dem Zuhörer die Sache näher bringen will, vor allem wenn er das konkretisierende Beispiel aus dessen Lebenswirklichkeit wählt. Wenn er obendrein selbst das Beispiel liebt, steigert er seine Eloquenz lustvoll zum beiderseitigen Profit. In Ihrem Fall ist das mit Fußball wunderbar gegeben. So weit meine Theorie.
Das Schlechte an Ihren Beiträgen ist, dass mich Fußball nicht sonderlich interessiert. So muss ich regelmäßig eine Transferarbeit leisten, indem ich Ihre Ausführungen theoretisch wieder etwas anhebe, um das Ergebnis dann auf mein eigenes Anwendungsbeispiel fallen zu lassen. Ich spiele Golf und somit ist das beim Ballflug ein Leichtes, während statistische Ligabetrachtungen kaum ein Gegenstück finden. Soweit meine Praxis.
Pädagogisch ist das Verfahren natürlich ideal. So werde ich gezwungen, mächtig hin und her zu denken. Das trainiert nicht nur meinen Geist, sondern ich erhalte tiefere Einsichten in den Stoff – hätte mein alter Physiklehrer gesagt und der hatte immer recht. Die Synthese ergibt also einen dialektisch erzielten Mehrgewinn im Lernerfolg. Soweit das Ideal.
Und nun zum Ballflug. All die Dinge, die Sie über den Fußball geschrieben haben, treffen für den Golfball noch mehr zu: höhere Geschwindigkeit, noch höherer Spin (bis 200 Umdrehungen pro Sekunde), höhere Rauhigkeit der Balloberfläche durch die typischen „Dimples“ und dadurch extreme Flugkurven und Auftriebe etc.
Was aber auffällt, ist, dass Ihre gesamte Erklärung von dem Satz „Zunächst strömt die Luft um die Kugel herum, um sich dann etwa bei der Hälfte von ihrer Oberfläche abzulösen“ abhängt, denn „Dieses Ablösen ist offensichtlich die Ursache der Wirbelbildung und somit des Luftwiderstandes“. Sie und der Leser fragen an dieser Stelle „warum löst die Luft sich ab“. Und nun meine ich, dass Sie sich um die Antwort mithilfe der Viskosität etwas herum mogeln. Vielleicht habe ich es auch nur nicht richtig verstanden. Egal wie: in dieser Frage würde ich um Nachschlag bitten, wie auch insgesamt um weitere spannende Aufklärung.