Biesalski: Vortrags-Fazit
Prof. Dr. med. Hans K. Biesalski
Universität Hohenheim
Im ersten Hohenheimer Ernährungsgespräch konnte eindrucksvoll belegt werden, dass die Daten der Nationalen Verzehrsstudie (NVS II) nach welchen die Deutschen gerade einmal 50% der Empfehlungen für Vitamin D erreichen, wissenschaftlich belegt sind und es darüber hinaus für die Gesundheit der Bundesbürger Konsequenzen hat.
So konnte Frau Dr. Hintzpeter vom Robert Koch Institut Berlin anhand einer Untersuchung bestätigen, dass die wünschenswerten Blutwerte an Vitamin D bei vielen Kindern und Jugendlichen, aber auch bei vielen älteren Menschen nicht erreicht werden. Dies ist ein starker Hinweis darauf, dass nicht nur die Zufuhr mit Ernährung unzureichend ist, sondern, dass die Synthese in der Haut, die durch UVB-Licht angeregt wird, ebenfalls nicht ausreicht. Letzteres hat im Wesentlichen damit zu tun, dass sich Kinder und Jugendliche nicht oft genug im Freien bewegen, bzw. der berufliche Alltag den Kontakt mit der Sonne nicht in ausreichender Menge ermöglicht. Bei alten Menschen ergibt sich dazu noch die besondere Problematik, dass die Synthese an Vitamin D in der Haut weit unter dem liegt, was in jüngeren Jahren möglich ist. Dies zeigt sich in den vorgestellten Studien eindrucksvoll daran, dass die normalerweise beobachteten jahreszeitlichen Schwankungen bei alten Menschen so nicht mehr auftreten wie bei jüngeren. Konsequenzen einer unzureichenden Vitamin D-Versorgung, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen sind ein deutlich erhöhtes Risiko für Osteoporose im späteren Alter und damit eine Einschränkung der Lebensqualität. Eine schlechtere Versorgung bei älteren Menschen erhöht das Risiko für Frakturen, aber auch gleichzeitig die Krankheitsanfälligkeit gegenüber Infekten.
Eine Reihe weiterer Erkrankungen, einschließlich Krebserkrankungen, werden durch unzureichende Vitamin D-Zufuhr begünstigt. Aus diesem Grund kamen die Experten in der abschließenden Diskussion zu dem Ergebnis, dass hier eine verstärkte Aufklärungsarbeit über die Notwendigkeit einer ausreichenden Vitamin D-Versorgung geleistet werden muss oder andererseits geprüft werden sollte, inwieweit für diese speziellen Altersgruppen, Kinder, Jugendliche, aber auch alte Menschen, angereicherte Lebensmittel oder Supplements empfohlen werden sollten.
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