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Bildungsstreik, G8 und die alltägliche Unbedachtheit...

20. November 2009, 15:17

Der Bildungsstreik zeigt eindrucksvoll, wie sehr Studierenden, aber auch Schülern "das Wasser bis zum Halse steht". Aus aktuellem Anlass, und zugegebenermassen mit persönlichem Bezug, möchte ich hier einmal auf die alltägliche Unbedachtheit aufmerksam machen, die einem das Leben doch so unnötig verkomplizieren kann.

Als Vater muss ich leider feststellen, dass die G8-Einführung, nun, ein wenig überhastet war. Da, wo theoretisch Lehrpläne gestrafft werden sollten, wird praktisch das G9-Pensum einfach auf 8 Jahre verteilt, die Schüler entsprechend belastet. Nun sollte man meinen, dass die Schulen sich zumindest bemühen, die Situation so verträglich wie möglich zu machen. Das klappt auch meist - wenn da nicht immer wieder Situationen wären, die einen an der Motivation der Offiziellen zweifeln lassen... (weiter)

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Zensurtag: Einstieg in den Überwachungsstaat?

28. Juli 2009, 17:01

Dem 1. August 2009 kann man durchaus eine historische Dimension zusprechen: so kann man behaupten, dass Deutschland mit dem neuen §8a des Telemediengesetzes wieder mit Massen-Zensur und dem Aufbau einer Zensurinfrastruktur beginnt.

Je nach politischer Coleur mag das als zu harmlos formuliert angesehen werden, oder auch schon als pure Volksverhetzung. Fakt ist aber, dass die neue deutsche Republik (meines Wissens nach) nun erstmal wieder über ein gesetzlich sanktioniertes Zensurinstrumentarium verfügt. Der offzielle Name "Zugangserschwerungsgesetz" ändert daran wenig (welcher Zensor lässt sich schon gerne als solcher bezeichnen, man Frage nur bei den Chinesen nach...).

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Sicherheit vs. Freiheit 2.0

12. Mai 2009, 10:09

Momentan beschäftigt die Diskussion rund um Internet-Sperren zur Einschränkung von Kinderpornographie die Republik und die Internetbenutzer im Besonderen. Spätestens seit der Online-Petition gegen den Gesetzentwurf ist das Thema wieder in aller Munde.

Ich möchte es mir daher nicht nehmen lassen, auch einmal Stellung zu diesem Thema zu beziehen - und dabei direkt darauf hinweisen, dass es sich eigentlich um einen viel grösseren Problemkreis handelt.

Denn tatsächlich geht es nur vordergründig um das Problem Kinderpornographie. Wirklich geht es darum, in welchem Masse wir bereit sind, Einschränkungen unserer Freiheit zugunsten der Sicherheit in Kauf zu nehmen. Im konkreten Fall geht es dann diesmal um die Sicherheit der Kinder vor Mißbrauch. Ein sicherlich sehr wichtiges Thema, das gerade mich als Vater sehr betroffen macht. Ich muss gestehen, dass ich den Schutz von Kindern als sehr wichtiges Gut ansehe, dass auch in einer Güterabwägung Vorzug vor vielen anderen Gütern geniessen sollte. Dennoch muss aber die Frage erlaubt sein, ob Massnahmen

  • wirksam
  • angemessen

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Bahn-Datenaffäre, Datenschutz und Bequemlichkeit

30. März 2009, 11:09

Bahn-Chef Mehdorn steht zur Zeit im Zentrum der Kritik. Die Bespitzelung von Mitarbeitern, Lieferanten und sonstigen Externen schafft persönliche Betroffenheit in der ganzen Republik. Und mit dem Löschen von Email wird gleich ein weiteres scheinbares Tabu unserer Informationsgesellschaft gebrochen.

Kurz: die Aufregung ist groß, das öffentliche Entsetzen (erfreulicherweise) sehr hoch. Aber: was wird bleiben, wenn der erste Sturm der Entrüstung abgeflacht ist? An einen ähnlichen Datenskandal bei der Telekom mögen sich Viele vielleicht noch erinnern, die Überwachungsmentalität bei Lidl ist da schon weit mehr in Vergesslichkeit geraten. Meiner Meinung nach betrachten wir hier nur die Spitze eines Eisbergs. Denn nur wenige Fälle sind so spektakulär wie Bahn, Telekom und Co. und schaffen es in die auflagenstarken Massenmedien. Im Kleinen sind Vergehen gegen die Datenschutzgesetze meines persönlichen Empfindens nach eher häufig und werden oft als Kavaliersdelikt betrachtet.

Mit verantwortlich für das Problem ist allerdings auch, dass wir als Gesellschaft uns viel zu wenig für das Thema interessieren. In unserer Informationsgesellschaft entstehen täglich wahre Fluten von Daten. Da sei nur das Handy genannt, mit dem wir selbst die lückenlose Aufzeichnung unserer Bewegungsprofils ermöglichen. Und auch das Medium Email, das ich sehr schätze, ermöglicht erst so manchen Datenschutzskandal: telefonische und schriftliche Kommunikation kann selbstverständlich auch überwacht werden. Die vollautomatische Überwachung des Mailverkehrs ist aber mit trivialem Aufwand schon Kleinunternehmen möglich. Und wer sich dann die Mühe macht, Blog- und Twitter-Posts einmal auf Persönliches zu untersuchen und dieses dann mit anderen Informationsquellen korreliert, wird schnell feststellen wie sehr wir schon zum gläsernen Menschen a la Orwell geworden sind. Kunden-, Bank- und Kreditkarten will ich da nur noch am Rande erwähnen. Wirklich wohl kann sich in diesem Umfeld eigentlich nur noch fühlen, wer über die Konsequenzen gar nicht nachdenken möchte.
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