Kehl – Quoi?

von Zugbegleiter, 24. November 2009, 11:22

In Kehl geraten wir in arge Verständigungsschwierigkeiten. Da wir direkt an der französischen Grenze Station machen, direkt bei Straßburg, haben wir so einige französische Besucher.

Zwar haben wir mit unserer Presenterin Sophie sogar eine französische Muttersprachlerin an Bord, aber längst nicht alle aus dem Team können französisch sprechen. Leider auch kein einziger Mitarbeiter aus dem Mitmachlabor. Also sieht sich Yvonne mit fragenden Kinderaugen konfrontiert, die leider eine ihr unverständliche Sprache sprechen. Zum Glück gibt es zum einen Zeichensprache und zum anderen stets den ein oder anderen Familienvater, der sich als Übersetzer anbietet.

Doch auch die deutschen Kinder benutzen Vokabeln, die sich nicht unbedingt sofort erschließen. Zwei Zweitklässler versuchen sich am Experiment „Heiße Zellen“. Für jeden gibt es dabei ein kleines Anleitungsbuch, womit die Kinder sich die Experimente selber erarbeiten können. Eins der Kinder greift sich das Buch, liest eifrig den Text und verkündet voller Engagement: „Also. Als erstes brauchen wir einen Borsten.“ Einen ‚Borsten’? Was ist denn wohl ein ‚Borsten’? Das fragen sich sowohl die Kinder als auch wir. Für die Kinder gibt es die Auflösung, dass damit eine ‚Bürste’ gemeint ist. Für uns haben unsere Presenter Elisabeth und Boris andere Lösungen parat:


Niedlich: Ein kleiner Borsten. Künstlerin: Santa Elisabeth


So könnte ein Borsten auch aussehen. Künstler: Sir Ob

Wo wir schon so nah an der französischen Grenze sind, machen wir einen kleinen Ausflug nach Straßburg. Eine hübsche Stadt mit vielen alten Bauten. So romantisch!

 

Verzückt steht Meike vor einem romantischen Café. Foto: Tine de Maeyer

 

Wir können unseren Augen kaum trauen. Der Science Express steht mitten in der Stadt. Ach nee, doch nicht. Nur eine billige Kopie, nicht einmal richtig ähnlich sieht er ihm. Außerdem gibt es keine Waggons, nur eine Lok. Und heiße Maronen. Kein Vergleich!

 

Ein Imbiss in Form einer Lok in Straßburg. Foto: Meike Jotzo

 

Abends gehen wir – wieder auf deutschem Boden – lecker Tapas essen. Ein typisch deutsches Gericht... Im Kerzenschein genießen wir einen unserer letzten gemeinsamen Abende. Das Projektende ist nun nicht mehr fern, Kehl ist unsere letzte Station außerhalb von Berlin. Jetzt darf der Zug nur noch einmal nach Hause fahren, dorthin, wo er hergestellt wurde. Los geht es nach Berlin, der Vorhang öffnet sich dort zum letzten Mal.

 

Tapas bei Kerzenschein. Foto: Meike Jotzo



Auch die Kinder sind traurig und sagen uns Tschüs. Foto: Ulrike Richter

 

Tine de Maeyer, Meike Jotzo


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