Karlsruhe – einfach vorbildlich!
Zuerst einmal bleibt festzuhalten: Was für eine schöne Stadt! Wir fühlen uns alle sehr wohl hier und genießen unseren freien Tag vor der Zugeröffnung. Einige von uns zieht es ins ZKM (Zentrum für Kunst und Medientechnologie). Tine, Heidrun und ich schauen uns die aktuelle Ausstellung an, You_ser: Das Jahrhundert des Konsumenten. Tine muss natürlich erst mal alles anfassen - was hier auch ausdrücklich erwünscht ist! Begeistert fährt sie mit der Hand durch von der Decke hängende, dünne Metallstäbe, die anschließend funkensprühend zusammenprallen. Wunderkerzen selbstgemacht. Erst durch die Mitarbeit der Besucher werden die einzelnen Exponate zu Kunst. Heidrun, unsere Ethnologin, hält nichts mehr - weg ist sie und stöbert durch die Ausstellung. Besonders angetan hat es Tine und mir ein Film- und Fernsehexperiment aus dem Jahre 1970. Eigentlich gar nichts Besonderes mehr: Die Besucher werden live von einer Kamera gefilmt, das Bild wird auf einen kleinen Fernseher übertragen und davor steht ein Mikrofon mit Verzerrungseffekt. Trotzdem wir hier mordsmäßig Spaß. Genau wie die erstaunten Passanten 1970, deren Aufnahmen in der Nähe ebenfalls gezeigt werden. Aber auch die anderen Ausstellungsstücke sind beeindruckend. Zum Beispiel der durch weiße Planen abgegrenzte Raum, in dem durch nicht sichtbare Beamer ganze Bücher an alle vier Wände projiziert werden, sowohl Texte als auch Bilder. Mehrere Stimmen gleichzeitig lesen die Inhalte dabei vor.

Tine hält eines der magischen Bücher in der Hand.
Expedition Zukunft / Zugteam
Oder der Beamer, der die Gesichter der Besucher so aussehen lässt, als wären sie am Grunde eines kleinen Teichs.
Tine und ich betrachten unsere Teich-Gesichter.
Expedition Zukunft / Zugteam
Auch schön: Die Autofokusfalle. Steht ein Besucher an der richtigen Stelle vor einer ausgestellten Kamera, macht sie ein Foto und zeigt das entstandene Bild auf einem Computerbildschirm.
In dem Moment sage ich gerade zu Tine: "Die Kamera löst ja gar
nicht aus..." - KLICK!
Expedition Zukunft / Zugteam
Karlsruhe ist übrigens eine Stadt, in der vergleichsweise viel Werbung für unseren Zug gemacht wird. An jeder Ecke treffen wir auf eines unserer Plakate. Schon direkt am ersten Abend sehen wir einige. Auch von dem Lokal aus, wo wir Abend essen, sieht man die Ankündigung an einer Litfaßsäule.
Yvonne trinkt einen Schluck auf unser Plakat im Hintergrund.
Expedition Zukunft / Zugteam
Heidrun entspannt bei einem Glas Wein.
Expedition Zukunft / Zugteam

Auch im Fenster eines Bäckers direkt am Marktplatz hängt
ein Zug-Plakat.
Expedition Zukunft / Zugteam
Auch am Zug selbst lässt uns die Stadt Karls"ruhe" eben nicht in Ruhe. Unter anderem die Universität Karlsruhe und das Forschungszentrum präsentieren ihre Arbeiten und schaffen auf Plakaten Verbindungen zu den Themen unserer Wagen. Es dauert eine Weile, bis wir am Zug wissen, von welchen ominösen "Taschen" unsere Besucher sprechen. "Was ist denn in diesen Taschen?" oder "Haben Sie noch welche von diesen Taschen?" werden wir gefragt. Bis es einer von uns entdeckt: Auf dem Bahnsteig werden Karlsruhe-Taschen verteilt - auf so eine harte Konkurrenz sind wir gar nicht vorbereitet! Dafür gibt es bei uns das gute alte Spektrum-Sonderheft und die Zuro-Li-Kinderbroschüre. So nämlich. Ätsch!

Karlsruhe
präsentiert sich rund um den Zug äußerst gelungen – ein Vorbild für andere
Städte.
Expedition Zukunft / Meike Jotzo
Außerdem
gibt es natürlich auch in Karlsruhe die ein oder andere nette Szene mit unseren
Besuchern. So geht ein Vater mit seinem Sohn durch Wagen 3, bio + nano. Dort
steht ein 3D-Bildschirm, an dem man organische Moleküle betrachten kann. Der
Vater stellt fest: "Dieses 3D, das ist schon schwierig, da macht das
Gehirn irgendwann nicht mehr mit." Daraufhin
der Sohn, ganz trocken: "Meins schon." Dreht sich um und geht weiter.
Na, na, na, das ist aber nicht so nett!

Ist die Warteschlange überwunden, können sich die Besucher in aller Ruhe der Ausstellung widmen.
Expedition Zukunft / Meike Jotzo
Ein kleiner
Knirps namens Marvin dagegen ist so lieb, der unterhält das ganze Zugteam,
überall, wo er gerade auftaucht. Vorne fragt er Andreas, wie denn die Lok ans
andere Ende vom Zug kommt, wenn der in die andere Richtung fahren soll.
Geduldig erklärt Andreas ihm, wie die Weichen dafür sorgen, dass die Lok auf ein
anderes Gleis kommt, von dort an das andere Ende fährt und durch andere Weichen
wieder auf das Zuggleis geleitet wird. Hinten am Counter in Wagen 12 ist Marvin
ganz kritisch: "Einen Stempel? Weiß ich nicht, ob ich das will. Was ist
denn ein Stempel?" Wir erklären es ihm, doch Marvin entscheidet sich
dagegen. Einen
Ball, ja, einen Ball würde er wohl nehmen, aber nicht so einen komischen
Stempel. So ein kleiner Junge, der nicht mal über den Tresen schauen kann, aber
schon so genau hinterfragt und Entscheidungen trifft. Das wird bestimmt mal ein
großer Wissenschaftler...
Wir lernen auch einiges über den Karlsruher Dialekt. Ein Pärchen bringt uns in Engelsgeduld folgenden Satz bei, den wir im Chor wiederholen. Ich versuche mal, den Wortlaut durch folgende Schreibweise darzustellen: "Zwoi woiche Oier in oiner Roihe, dicht hinnerenanna." Na, wenn das kein Karlsruher Badisch ist! Auch zu den Unterschieden lernen wir was: In Karlsruhe heißt es "hascht" (für "hast du"), im Schwäbischen heißt es "hoscht" und im Südbadischen heißt es "häscht". Nach dieser Städtereise bin ich multidialektisch begabt, so viel steht fest!
Am Ende eines Arbeitstages liefern wir uns noch einen Battle, also einen Wettkampf innerhalb des Zugteams. Die Aufgabe: Wer kommt am schnellsten wieder zurück an den Karlsruher Hauptbahnhof, von Karlsruhe-Durlach also zurück zu unserem Hotel? Denn die Züge kommen hier immer geballt in Abständen von fünf Minuten - bloß sind auch einige davon zu spät. Die Kunst ist es also, den Zug zu erwischen, der am frühesten abfährt. Leider ist es bei folgenden Bildern die Gruppe auf dem gegenüberliegenden Gleis geworden...

Diese Gruppe hat das richtige Gleis gewählt.
Expedition Zukunft / Zugteam

Wir müssen uns auf unserem Gleis noch etwas länger gedulden.
Expedition Zukunft / Zugteam
Meike Jotzo



Freut mich, dass es Euch in KA so gut gefallen hat.
Der Zug war sehr interessant, wobei ich mir für kleinere Kinder mehr Interaktivität gewünscht hat. Es gab zwar einiges zu entdecken, aber so viel Text macht Kindern nicht besonders viel Spaß.
Hervorragend....!!!
Kommt bald mal wieder.
"Zwoi woiche Oier in oinere Roih, dicht hinnerenanna.", heißt es übrigens.
I.d.S.
Viele Grüße aus KA