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Was Sie schon immer über Woody Allen wissen wollten, aber nie zu fragen wagten

von Edgar Dahl, 12. Juli 2009, 11:21

Seit nunmehr vierzig Jahren dreht Allen Stuart Konigsberg, besser bekannt als Woody Allen, alljährlich einen neuen Film. Dank solcher Streifen wie „Stardust Memories“, „Annie Hall“ und „Manhattan“ bezeichnet man ihn gerne als New Yorks „Stadtneurotiker“. Kürzlich wurde ihm jedoch die Ehre zuteil, auch als einer der bedeutendsten Philosophen unserer Zeit anerkannt zu werden. In dem von Mark T. Conrad und Aeon J. Skoble herausgegebenen Buch „Woody Allen and Philosophy: You Mean My Whole Fallacy is Wrong?“ wird er von fünfzehn namhaften akademischen Philosophen als einer „der größten Geister der Gegenwart“ gefeiert. Höchste Zeit also, sich mit seiner Philosophie auch in Deutschland etwas näher vertraut zu machen. Um mir dabei behilflich zu sein, erklärte sich Woody Allen dankenswerter Weise zu einem Treffen in seinem Lieblingsrestaurant, dem „Elaine’s“, bereit, um zwanglos mit mir über Gott und die Welt zu plaudern. Ohne jede überflüssige Prolegomena stießen wir denn auch gleich ins Herz seiner Philosophie vor.

Mr. Allen, wie sehen Sie das Leben?

Lassen Sie mich das anhand eines bekannten Witzes veranschaulichen. Sitzen zwei ältere Damen in einem Restaurant in den Catskills. Sagt die eine: „Das Essen hier ist wirklich grauenhaft.“ „Ja“, erwidert die andere, „und dazu sind die Portionen noch so klein.“ Nun, genauso sehe ich das Leben. Es ist voller Leid, Elend und Einsamkeit - und dazu ist es noch im Handumdrehen vorbei.

Ihre frühere Lebenspartnerin Diane Keaton hat einmal gesagt, „für Woody ist der Sarg immer halb voll!“ Woher stammt eigentlich Ihr Pessimismus?

Von Schopenhauer. Genau wie er, denke ich, dass es das Beste wäre, gar nicht geboren zu werden. Doch wem passiert das schon?

Wie sind Sie eigentlich zur Philosophie gekommen?

Auf Umwegen. Da mein Vater wollte, dass ich etwas Anständiges lerne, hatte ich mich ursprünglich für Wirtschaftswissenschaften eingeschrieben. Mit meiner ersten Semesterarbeit hatte ich auch recht großen Erfolg. Die Quintessenz lautete, dass Geld besser als Armut ist, wenn auch nur aus finanziellen Gründen. Mit meiner zweiten Arbeit, „Inflation und Depression – wie ziehe ich mich für beides richtig an?“, erzielte ich jedoch nicht den erwarteten Erfolg. Ich glaube, mein Professor bezeichnete meinen Traktat kurzerhand als „den Gipfel mongoloiden Denkens“.

Wie ging’s dann weiter? 

Danach verdingte ich mich für einige Zeit als Gagschreiber für diverse Talkshows. Es war eine wunderbare Zeit. Ich erinnere mich noch an einen Abend in McGinnis’ Bar am Broadway, in dem ich an dem opulentesten Käsekuchen der Welt herumspachtelte. Gleich neben mir stand eine nervenzermürbende Blondine, die unter ihrem schwarzen Hemdchen dermaßen herausfordernd Ebbe und Flut machte, dass mir der Wahn kam, ich sei Humphrey Bogart. Die vergangenen fünfzehn Minuten war mein „Darf ich mal um den Senf bitten?“ das Zentralthema unserer Beziehung gewesen, trotz verschiedener Versuche meinerseits, ein bisschen action zu entwickeln. Wie die Dinge lagen, hatte sie mir den Senf rübergeschoben, und ich war gezwungen, einen Klecks davon auf meinen Käsekuchen zu löffeln, um die Ehrlichkeit meiner Bitte zu beweisen.

„Ich höre die Eierpreise steigen“, wagte ich schließlich zu äußern und tat so gleichgültig wie jemand, der im Nebenberuf Großkonzerne fusioniert. Weil ich nicht mitgekriegt hatte, dass ihr Kerl reingekommen war und direkt hinter mir stand, schoss ich einen ausgehungerten Blick auf sie ab und erinnere mich noch, ungeheuer kluges Zeug über Friedrich Nietzsche losgelassen zu haben, bevor ich das Bewusstsein verlor.

Das Nächste, was ich wieder weiß, ist, dass ich im Mount Sinai Hospital erwachte. Während meiner Genesung wandte ich mich den Werken einiger der bedeutendsten Philosophen des Abendlandes zu – ein Stapel Bücher, den ich extra für so eine Gelegenheit beiseite getan hatte. Ohne auf die chronologische Ordnung zu achten, fing ich mit Kierkegaard und Sartre an und ging dann schnell zu Hegel, Fichte, Schleiermacher und Heidegger über. Das langweilte mich gar nicht so, wie ich gedacht hatte; im Gegenteil, ich war fasziniert von der Munterkeit, mit der diese großen Geister entschlossen der Ethik, dem Leben und dem Tode zu Leibe rückten. Ich erinnere mich noch an meine Reaktion auf eine der typischen glänzenden Erkenntnisse Heideggers: „Die Offenbarung des Universums als einer komplexen Idee seiner selbst im Gegensatz zum Sein in oder außerhalb des wahren Seins ist in sich ein begriffliches Nichts in Beziehung zu jeder abstrakten Form des Seienden oder Sein-Sollenden und den Gesetzen des objektiven Seins oder objektiven Andersseins nicht unterworfen.“ Diese Einsicht trieb mir die Tränen in die Augen. Mein Gott, dachte ich, so gescheit müsste man sein! Gewiss, diese Passage war mir absolut unverständlich, aber was sagte das, solange Heidegger Spaß daran gehabt hatte. 

Plötzlich überzeugt davon, dass die Metaphysik genau das wäre, was ich schon immer hätte tun sollen, nahm ich meinen Federhalter und fing sofort an, meine eigenen Betrachtungen zu notieren. 

Können Sie uns eine kleine Kostprobe geben?  

Gern. Doch ich muss noch einmal daran erinnern, dass ich im Krankenhaus lag, als ich mit der Philosophie begann. Naheliegenderweise kreisten meine Gedanken daher zunächst um den Tod und das Sterben.

Wie auch immer, hier sind meine ersten drei Aphorismen:

Ich glaube an kein Leben nach dem Tode, obwohl ich immer Unterwäsche zum Wechseln bei mir habe.

Ich habe keine Angst vor dem Sterben. Ich will nur nicht dabei sein, wenn es passiert.

Auf der Plusseite ist das Sterben eines der wenigen Dinge, die leicht auch im Liegen erledigt werden können. 

Wie Sokrates sah ich meine Aufgabe aber nicht so sehr darin, Antworten zu geben, als vielmehr Fragen zu stellen. 

Wie zum Beispiel? 

Gibt es eine Trennung zwischen Leib und Seele, und, wenn ja, was ist günstiger zu besitzen? Was passiert mit der Seele nach dem Tode? Wie wird sie damit fertig? Oder: Warum sind unsere Tage gezählt und nicht, sagen wir, buchstabiert?

Haben Sie eigentlich je Philosophie an einer Universität studiert? 

Ja, für kurze Zeit. Ende der 60er Jahre hatte ich mich an der New York University immatrikuliert und unter Sandor Nadelmann studiert. Vielleicht kennen Sie ihn. Er war ein Spezialist für Jaspers. Er unterschied zwischen der Existenz an sich und der Existenz als solcher und wusste, eine sei besser, entsann sich aber nie, welche. Bei ihm habe ich auch meinen Bachelor mit einer Arbeit zur Ethik gemacht. Der Titel lautete: „Der kategorische Imperativ und sechs Möglichkeiten, ihn sich zunutze zu machen.“ 

Warum haben Sie nicht noch Ihren Masters gemacht? 

Offen gestanden, ist das meiner damaligen Freundin zuzuschreiben. Sie hatte bereits einen PhD in Philosophie. Sie war reizend, aber Solipsistin. Nach dem Sex hatten wir oft stundenlange Diskussionen über Ontologie, die jedes Mal damit endeten, dass sie mir bewies, dass ich gar nicht existiere.

Ich nehme an, dies war die Zeit, in der Sie sich der Psychoanalyse zugewandt haben? 

Nein, das kam erst später. Zunächst plagten mich nur Zweifel. Was ist, wenn alles eine Illusion ist und nichts existiert? In dem Fall hätte ich entschieden zu viel für meinen Teppich bezahlt. Wenn Gott mir doch irgendein klares Zeichen geben würde! Wie zum Beispiel, bei einer Schweizer Bank eine großzügige Einzahlung auf meinen Namen zu machen.

Langsam machte sich eine regelrechte Todessehnsucht in mir breit. Ich fragte mich: Warum diese Absurdität nicht beenden? Warum in diesem sinnlosen Treiben namens Leben fortfahren? Warum, es sei denn, irgendwo in uns sagt eine Stimme: „Lebe!“ Immer hören wir von irgendwoher aus unserem Inneren den Befehl: „Lebe weiter!“ In meinem Fall erkannte ich die Stimme. Es war die Stimme meines Versicherungsvertreters. Ich denke, es muss in dieser Phase meines Lebens gewesen sein, dass ich einen Analytiker aufgesucht habe. 

Gehen Sie immer noch regelmäßig in die Psychoanalyse?

Nein, ich habe meinen Analytiker schon 200 Jahre nicht mehr gesehen. Wäre ich regelmäßig hingegangen, wäre ich heute aber bestimmt bald geheilt.

Das klingt, als hätten Sie Ihr Vertrauen in die Psychoanalyse verloren. 

Ehrlich gesagt, halte ich die Psychoanalyse für ein Märchen, das lediglich von der Couchindustrie am Leben gehalten wird.

Aber waren Sie nicht immer ein großer Bewunderer von Sigmund Freud? 

Ja, aber nur solange, bis meine erste Frau mit einem Freudianer durchbrannte. Als ich sie fragte, warum sie mit ihrem Analytiker geschlafen hatte, antwortete sie kalt: 

„Das gehörte zur Therapie. Nach Freud ist Sexualität der goldene Weg zum Unbewussten.“ 

„Freud hat gesagt, die Träume sind der Weg zum Unbewussten“, erwiderte ich. 

„Sexualität, Träume – willst Du Haarspalterei betreiben?“, sagte sie schnippisch und packte ihre Koffer. 

Wie halten Sie es eigentlich mit der Religion? 

Ich bin von Kindesbeinen an Skeptiker gewesen. Doch als ich Soon-Yi, meine jetzige Frau, kennenlernte, war ich tatsächlich kurze Zeit von der Existenz eines höheren Wesens überzeugt. In ihrer Unschuld, ihrer Reinheit und ihren Kurven erschien sie mir wie die Antwort auf Hiob.

Weil wir gerade davon sprechen, halten Sie das Theodizee-Problem für lösbar? 

Nicht wirklich. Wenn es einen allwissenden, allmächtigen und allgütigen Gott gibt, warum gab es dann den Holocaust, Tsunamis oder Reality-TV-Shows wie „Big Brother“?

Schließen Sie daraus, dass es keinen Gott gibt? 

Ich denke, wenn es einen Gott gibt, ist er nicht zwangsläufig böse. Ich meine, alles, was man ihm vorwerfen könnte, ist, dass er einfach nicht genug aus seinem Talent gemacht hat. 

Was interessiert Sie neben der Philosophie noch?   

Die Physik. Sie hatte schon in meiner Kindheit einen großen Einfluss auf mich. Als ich das erste Mal hörte – ich denke, ich war da in der sechsten Klasse –, dass das Universum expandiert, habe ich sofort aufgehört, meine Hausaufgaben zu machen. Was soll ich noch Hausaufgaben machen, dachte ich, wenn unsere Sonne in fünf Milliarden Jahren ohnehin in einer Supernova verglühen und hier dann alles den Bach runtergehen wird?Ich halte mich über die Physik stets auf dem Laufenden. Jeden Dienstag tauchen der Big Bang, die Multiversen oder die Stringtheorie im Wissenschaftsteil der TIMES auf, und als Folge davon bin ich in allgemeiner Relativität und Quantenmechanik jetzt ebenso fit wie Einstein – Einstein Moomjy, meinen Blumenverkäufer, meine ich natürlich. 

So weiß ich aus der Physik beispielsweise, dass einem, der am Ufer steht, die Zeit schneller vergeht als jemandem auf einem Schiff, besonders wenn der auf dem Schiff seine Frau dabei hat. Ich denke, das einzig Gute an der kürzlich entdeckten Identität von Raum und Zeit ist, dass unsere Freunde, wenn wir in die Tiefen des Universums reisen und dreitausend Erdenjahre unterwegs sind, bei unserer Rückkehr alle tot sein werden, wir selbst aber noch nicht einmal Botox brauchen. 

Die Physik ist in meinen Augen aber nicht nur von theoretischem, sondern auch von praktischem Interesse. So habe ich letztens beispielsweise bemerkt, dass meine Frau eher ein Wellen- als ein Teilchentyp ist, bloß hängen bei ihr die Wellen etwas durch. Möglicherweise hat sie aber auch einfach zu viele Quarks. Seit mir dies aufgefallen ist, versuche ich mich immer häufiger dem Gravitationsfeld meiner Sekretärin zu nähern. Wann immer ich in ihre Nähe komme, fühle ich meine Strings vibrieren. Ich will dann nur noch eines: meine schwachen Bosonen um ihre starken Gluonen schlingen und bis zum Big Crunch mit ihr quantentunneln. Dummerweise setzt dann jedes Mal die Heisenberg’sche Unschärferelation ein, so dass ich ihre Position und Geschwindikeit nicht gleichzeitig bestimmen kann.

Die Physik kann mit Ausnahme des schönen Geschlechts alles erklären. Dennoch beschäftigen sich einfach zu wenige Menschen mit ihr. Kürzlich, als ich einmal einsam war, hatte ich mir beispielsweise eine schwarze Prostituierte aufs Zimmer bestellt. Um miteinander warm zu werden, habe ich ihr von der Schrödinger-Gleichung und Schwarzen Löchern erzählt. „Du weißt doch, was ein Schwarzes Loch ist?“ fragte ich sie. „Klar“, antwortete sie, „damit verdiene ich doch meinen Lebensunterhalt.“

Ich sehe schon, Sie könnten noch stundenlang über Physik plaudern. Doch wenn Sie gestatten, lassen Sie mich kurz ein anderes Thema anschneiden. Welche Art von Musik schätzen Sie eigentlich? Außer Jazz natürlich!

Wenn ich nicht gerade Cole Porter oder George Gershwin höre, lausche ich gerne den Russen – Sie wissen schon, Tschaikowski und Rachmaninow. Ich hatte es eine Zeit auch mal mit Wagner versucht, doch das ging schief. Jedes Mal, wenn ich die Walküre hörte, bekam ich den unwiderstehlichen Drang, in Polen einzumarschieren.

Darf ich fragen, woran Sie im Moment gerade arbeiten?

Sicher. Ich versuche mich erstmals an einer Operette. Sie spielt im Wien der Jahrhundertwende. Freud, Klimt, Zweig, Kafka, Mahler, Schnitzler, Werfel und Rilke treten in ihr auf. Zuerst kommt die Ouvertüre, die ich mir leicht und eingängig vorstelle, aber im Zwölftonsystem – ein Gruß an Schönberg. Dann geht der Vorhang auf. Auf der Bühnenmitte wird eine Couch runtergelassen. Während Gustav Mahler auf der Couch liegt, singt Sigmund Freud eine tolle Comedynummer, „Sagen Sie einfach, was Ihnen als Erstes einfällt!“ Doch den Höhepunkt bildet sicher der Zweite Akt, in dem Alma Mahler und Ludwig Wittgenstein im Duett singen „Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen“. Der Chor tanzt die Geburt der Sprachphilosophie, und Alma schmettert mit grenzenloser Libido: „Popp mich, Popper!“

Sie werden nächsten Winter 75 Jahre alt. Gibt es irgendetwas in ihrem Leben, das Sie bereuen?  

Das einzige, was ich bereue, ist, dass ich kein anderer bin.

Das meinen Sie doch nicht ernst, oder? Immerhin sind Sie doch einer der bekanntesten und erfolgreichsten Filmemacher der Welt. Sind Sie nicht zumindest ein wenig Stolz auf Ihr Werk?

Ich glaube, es gibt keinen Grund, auf irgendetwas stolz zu sein. Letztlich ist doch alles eine Sache des Glücks. Wenn ich nicht zufällig in Brooklyn, sondern in Krakau geboren worden wäre, wäre ich heute wahrscheinlich ein Lampenschirm.

Mr. Allen, haben Sie vielen Dank für dieses Gespräch.

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Kommentare

  1. Arvid Leyh Grandios!
    13.07.2009 | 10:00

    Danke für die montagmorgendlichen Lacher!!

  2. Helmut Wicht @ Dahl
    13.07.2009 | 12:31

    Frage:
    "Gehen Sie immer noch regelmäßig in die Psychoanalyse?"

    Woody Allen:
    "Nein, ich habe meinen Analytiker schon 200 Jahre nicht mehr gesehen. Wäre ich regelmäßig hingegangen, wäre ich heute aber bestimmt bald geheilt."

    Seltsam. Bei der Art, wie die Allenschen Scherze funktionieren, hätte ich hier eigentlich erwartet: "...wäre _er_ heute aber bestimmt bald geheilt."

    Ich hab' Spass bei der Lektüre gehabt, danke!

  3. Mona kein Betreff
    13.07.2009 | 13:05

    Sehr erhellend, äh, erheiternd!

  4. Uwe Lehnert Woody Allen
    15.07.2009 | 09:15

    Es muss ein Vergnügen sein, sich mit solchen Menschen zu unterhalten. Für mich verbindet sich bei ihm in selten zu beobachtender Weise eine intelligente und nonkonformistische Beobachtungsgabe, Witz mit wahrhaft überraschenden Bezügen und eine inzwischen die Dinge auch mal hinnehmende Altersweisheit. Mehr von solchen Menschen auf der Welt – und es ginge uns allen wahrscheinlich besser. Ein wahrer Philosoph, er interpretiert nicht nur die Welt, er versuchte auch, sie durch seine filmischen Botschaften ein wenig zu verändern. Ein Vorbild mit menschlichen Schwächen, wie wir aus seiner Vergangenheit auch wissen. Er führt uns vor, wie man am besten überleben kann: mit winkelzügigem Witz und Humor, der auch vor sich selbst nicht halt macht. Aber gibt es etwas, was er überhaupt noch ernst nimmt? Dennoch: man kann von solchen Menschen viel lernen.

  5. Edgar Dahl Meeting Woody
    17.07.2009 | 13:20

    Ja, es wäre sicher ein Vergnügen, sich einmal mit Woody Allen persönlich zu treffen. Zugleich hätte ich aber auch Angst davor, dass meine Begegnung mit ihm ähnlich verlaufen könnte wie seine Begegnung mit Ingmar Bergman. Es heißt, dass Woodys Agent ein persönliches Treffen mit Bergman arrangiert haben soll. Beide trafen sich in der Lobby eines Hotels in New York City. Nachdem sie sich freundschaftlich begrüßt und die Hand geschüttelt haben, sollen sie für 45 Minuten wortlos einander gegenüber gesessen haben - Woodys Respekt vor Bergman machte offenbar jedes Gespräch unmöglich!

  6. Amcoran kein Betreff
    20.07.2009 | 15:14

    Ich kann an Woody Allen nichts Besonderes finden. Er ist einer von vielen, die heutzutage "Philosoph" genannt werden und tatsächlich wenig Ahnung haben. Dieses Interview hat mich darin wieder bestätigt. Er gibt banale Phrasen ohne Sinnzusammenhang von sich. Das renommierte Philosophen ihn als "einer der größten Geister der Gegenwart" bezeichnen, ist einerseits verwunderlich, sagt aber andererseits doch einiges über den Zustand unserer Gesellschaft aus.

  7. Edgar Dahl Kann man über Humor streiten?
    23.07.2009 | 13:21

    Über Geschmack kann man bekanntlich nicht streiten. Dennoch tun wir es unaufhörlich: "Du willst doch nicht im Ernst behaupten, dass Cameron Diaz auch nur halb so schön ist wie Penelope Cruz!" Oder: "Du willst doch nicht sagen, dass Michael Jackson ein besserer Musiker als Tom Waits ist!"

    Beim Humor ist es offenbar nicht viel anders. Zuweilen heißt es: "Monty Python ist zehnmal besser als Woody Allen!" Doch lassen sich solche Aussagen wirklich rational begründen?

  8. Luchs kein Betreff
    23.07.2009 | 15:26

    Vielen Dank. Meine Bewunderung und Sympathie gegenüber Woody Allen ist noch einmal gewachsen.

    Humor ist, wenn man lacht. Schwarzer Humor ist, wenn man trotzdem lacht.

    mfg
    Luchs

  9. Jan Interview?
    11.08.2009 | 16:24

    Mehr als ein Interview sieht aus wie eine Collage aus Allen Zitate die schon mal in alle seine Filme und Bücher vorgekommen sind. Das neueste für mich wäre diese "Operette" wenn es auch nur ironisch gemeint war. Letztendlich finde ich gut wenn das Deutsche Publikum sich mehr für Allen interessiert und sein Privatleben beiseite lassen würde... seine Art die Sachen darzustellen ist viellicht nicht jedermanns Sache, aber es ist auf jeden fall eine alternative zur Popcorn Filme. Ich habe bisher über 30 Filme von Woody Allen angeschaut und immer etwas neues und aufregendes gefunden und immer etwas zum Nachdenken. Das können nicht viele Regisseure der neuere Generationen die mehr Konsum-Orientiert sind.

  10. Edgar Dahl @ - Jan: Interview oder Collage
    15.08.2009 | 09:49

    Ja, dies ist kein wirkliches Interview, sondern eine bloße Collage - Zitate, zusammengestellt aus seinen Filmen und Büchern.

  11. Martin Klähn Woody
    21.09.2009 | 19:11

    Moin Edgar,

    es gibt natürlich noch weitergehende Fragen: z.B. Gibt es ein Leben nach dem Tod und kann man da auch duschen?

    Beste Grüße
    Martin

  12. Edgar Dahl kein Betreff
    02.10.2009 | 00:50

    Hi Martin, wie schön, Dich über diesen Blog wiederzutreffen. Schick' mir doch mal Deine Kontaktadresse an Edgar.Dahl@ukmuenster.de

    Woody Allen hat jetzt übrigens eine Replik auf Martin Heideggers epochales Werk "Sein und Zeit" veröffentlicht: "Das Nichtvorhandensein: Was man tut, wenn es einen plötzlich überfällt".

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