26. November 2009, 02:37
Wenn von Philosophen die Rede ist, denkt man gern an kauzige Einzelgänger. Da ist beispielsweise Diogenes in der Tonne, der auf die Frage Alexander des Großen, ob er etwas für ihn tun könne, lakonisch antwortete: „Ja, du könntest mir ein Stück aus der Sonne gehen.“ Dann ist da natürlich der pedantische Immanuel Kant, der seinen Tagesablauf so strikt festlegte, dass selbst die kleinste Abweichung ihm existenzielle Ängste verursachte. Nachdem er einmal von einem Edelmann zu einer Spazierfahrt über Land eingeladen worden war und etwas später als gewohnt in seine Studierstube zurückkehrte, entwickelte er daraus sogleich den kategorischen Imperativ, „sich nie von jemanden zu einer Spazierfahrt mitnehmen zu lassen“. Und schließlich ist da noch der mürrische Arthur Schopenhauer, der so misstrauisch war, dass er sich nie von einem Barbier rasieren ließ, weil er fürchtete, er könne ihm mit dem Schermesser die Kehle durchschneiden. Nach Schopenhauer waren die Menschen ein solches Schlangen und Otterngezücht, dass sie ihren Nächsten umbringen würden, „nur um sich mit dessen Fette die Stiefel zu schmieren.“
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