Der Hansen-Faktor
James Hansen ist Leiter des NASA-Klimaforschungsinstituts in New York und einer der prominentesten amerikanischen Klimatologen. Im Sommer 1988 erregte er Aufsehen, als er vor dem US-Kongress drei Szenarien der künftigen Klimaerwärmung präsentierte. Zwanzig Jahre später wissen wir: Hansen hatte damals Recht. Das mittlere Szenario B, von ihm damals als das plausibelste Szenario bezeichnet, trat ein (siehe Diskussion hier).
Nun hat Hansen mit einer neuen Arbeit international ein breites Medienecho ausgelöst – u.a. Guardian, FAZ und taz berichteten, die taz druckte dazu auch ein Interview mit mir, und auch aus der Politik erreichten mich Anfragen dazu. Zu den Koautoren von Hansen bei dieser Studie gehören einige der führenden Paläoklimatologen, wie Jim Zachos von der University of California und Valerie Masson-Delmotte vom Institut Pierre Simon Laplace bei Paris, denen wir wichtige Erkenntnisse über die Klimaentwicklung in der Erdgeschichte verdanken. Daten über diese früheren, natürlichen Klimaveränderungen sind es denn auch, auf denen die Analyse von Hansen und Kollegen beruht. Die wichtigste Folgerung der Autoren lautet, dass die CO2-Konzentration unterhalb von 350 ppm stabilisiert werden muss, um unsere Erde in einem Zustand zu erhalten, „der dem ähnelt, auf dem die Zivilisation sich entwickelte und an den das Leben auf der Erde angepasst ist“. Das ist insofern radikal, als 350 ppm deutlich unterhalb der heutigen CO2-Konzentration liegt, denn der Mensch hat diese bereits von 280 auf derzeit 385 ppm erhöht.
Die Klimasensitivität
Dabei machen sich Hansen et al. ein einfaches Prinzip zu nutze: kennt man den Antrieb früherer Klimaveränderungen (konkret ist das die Veränderung in der Strahlungsbilanz der Erde, gemessen in Watt pro Quadratmeter) sowie die Reaktion des Klimasystems darauf (v.a. die globale Temperaturänderung), dann kann man daraus die Empfindlichkeit des Klimasystems ableiten. Wir nennen dies die „Klimasensitivität“ – genau diese Zahl muss man kennen, um die Reaktion des Klimas auf unsere CO2-Emissionen zu berechnen. (Diese Konzepte werden z.B. in unserem Büchlein „Der Klimawandel“ näher erklärt.) Je empfindlicher das Klimasystem in der Vergangenheit reagiert hat, je heftiger also frühere Klimaveränderungen wie die großen Eiszeiten gewesen sind, desto stärker wird auch die globale Erwärmung ausfallen.
Abschätzungen der Klimasensitivität aus paläoklimatologischen Daten hat es bereits früher gegeben, u.a. aus meiner Arbeitsgruppe am Potsdam-Institut (siehe Studie und PM vom August 2006), und diese sind auch in den letzten IPCC-Bericht eingeflossen. Seit den 1970er Jahren gilt eine globale Erwärmung von 3 ºC bei CO2-Verdopplung als wahrscheinlichster Wert der Klimasensitivität; der neue IPCC-Bericht gibt den Unsicherheitsbereich mit 2 – 4,5 ºC an. Über die bis hierher gesagten Dinge besteht weitgehend Konsens unter Klimatologen.
Neu und kontrovers
Substanziell neu und sicher kontrovers sind zwei Dinge an der Arbeit von Hansen et al.
1. Hansen et al. versuchen aus der Erdgeschichte abzuleiten, bei welcher CO2-Konzentration die Kontinentaleismassen verschwinden. In den letzten 65 Millionen Jahren, also in der Erdneuzeit (Känozoikum), ist die CO2-Konzentration aus natürlichen Gründen (Plattentektonik – auch dies ist in unserem Buch erläutert) langsam abgesunken. Dabei hat das Klima sich immer weiter abgekühlt, bis vor 34 Millionen Jahren die Vereisung begann, zunächst in der Antarktis. Hansen et al argumentieren, dass die Vereisung bei einer CO2-Konzentration zwischen 350 und 500 ppm einsetzte. Auf dieser Basis kommen sie zu dem Schluss, dass eine CO2-Konzentration über 350 ppm die Gefahr birgt, dass die Eismassen abtauen und damit der Meeresspiegel um bis zu 70 Meter ansteigt.
Ich halte diese Abschätzung aus folgendem Grund für fragwürdig. Sie setzt voraus, dass in einem sich abkühlenden Klima die Eismassen bei der gleichen kritischen CO2-Menge zu wachsen beginnen, wie sie in einem sich erwärmenden Klima dann wieder verschwinden. Diese Annahme ist jedoch wahrscheinlich falsch, und zwar aufgrund der Eis-Albedo Rückkopplung. Dadurch stabilisieren Eismassen sich gewissermaßen selbst, indem sie Sonnenstrahlung reflektieren und das Klima abkühlen. Man muss das Klima deshalb stärker aufheizen, um sie wieder loszuwerden. Physiker nennen dieses Verhalten „Hysterese“. Im Grundsatz ist dies für Eismassen seit Jahrzehnten bekannt; eine Untersuchung dieses Hysterese-Verhaltens in unserem Klimamodell haben meine PIK-Kollegen Reinhard Calov und Andrey Ganopolski 2005 publiziert. Die Schwelle zum Abtauen des Eises verschiebt sich dadurch zu deutlich höheren CO2-Werten. Dem entgegen muss man allerdings bedenken, dass ja nicht nur ein völliges Abtauen der Eismassen für die Menschen katastrophale Folgen hätte. Schon ein Eisverlust von 5% würde den Meeresspiegel um über 3 Meter steigen lassen. Die von Hansen et al. untersuchten Paläodaten liefern leider keine Auskunft darüber, bei welchem CO2-Gehalt eine solche 5%-Schrumpfung der Eisschilde zu erwarten wäre.
2. Hansen und Kollegen definieren eine neue Art von Klimasensitivität – nennen wir sie zur Unterscheidung die „Erdsystem-Sensitivität“. Sie unterscheidet sich dadurch von der herkömmlichen Klimasensitivität, dass sie einige sehr langsam wirkende Rückkopplungen einbezieht, die normalerweise in der Klimasensitivität nicht enthalten sind. Insbesondere sind dies Rückkopplungen durch die Veränderungen der Kontinentaleismassen, der Landvegetation und durch klimatisch bedingte Freisetzung von Treibhausgasen wie CO2 und Methan (also nicht direkte menschliche Emissionen). Hansen et al. gehen davon aus, dass diese Rückkopplungen den Klimawandel noch verstärken – dem kann ich zustimmen, denn jeder einzelne dieser Feedbacks ist sehr wahrscheinlich verstärkend. Nicht folgen kann ich jedoch Hansen et al. bei dem Versuch, diese Erdsystemsensitivität aufgrund von Eisbohrkerndaten aus der Antarktis zu quantifizieren – sie kommen auf ein Ergebnis von 6 ºC für CO2-Verdoppelung, also das Doppelte der herkömmlichen Klimasensitivität. Diese Abschätzung hat jedoch eine grundlegende Schwäche. Denn bei der Analyse wird das Wachsen und Schrumpfen der Kontinentaleismassen während der Eiszeitzyklen als verstärkende Rückkopplung auf die CO2-Veränderungen aufgefasst. Wir wissen jedoch, dass diese Vereisungen direkt durch Veränderungen in der Erdbahn und die damit verbundene starke Veränderung der saisonalen Sonneneinstrahlung ausgelöst wurden (die Milankowitsch-Zyklen – sorry, wenn ich auch hier für Näheres auf unser Buch verweise). Damit wird diese Rückkopplung von Hansen et al. zwangsläufig stark überschätzt.
Fazit
Die neue Hansen-Arbeit bringt viele richtige und bedenkenswerte Argumente vor. Zu Recht lenkt sie den Blick darauf, dass die Erdgeschichte für ein instabiles Klimasystem spricht, das auf Störungen heftig reagiert. Diese Argumentation stützt auch der IPCC-Bericht, der ein 65-seitiges Kapitel zu den natürlichen Klimaveränderungen der Erdgeschichte enthält (disclosure: ich bin einer der Autoren dieses Kapitels). Bei den Diskussionen innerhalb des IPCC gab es tatsächlich eine gewisse Spannung zwischen den Paläoklimatologen und den „Zukunftsmodellierern“ (IPCC-Kapitel 10), weil erstere die Folgen unserer Treibhausgasemissionen eher noch pessimistischer einschätzen – zum Beispiel in der viel diskutierten Meeresspiegelfrage. Während ich also qualitativ Hansens Argumentation teile, halte ich seine quantitativen Abschätzungen aus den oben genannten Gründen für nicht überzeugend.
Regelrecht falsch waren einige der Medienberichte. Der Guardian zitierte Hansen mit der Aussage, das EU-Ziel von einer CO2-Stabilisierung bei 550 ppm sei viel zu lasch und müsse radikal revidiert werden. Dies ist insofern falsch, als die EU überhaupt kein 550-ppm Ziel verfolgt. Das übergeordnete EU-Ziel ist die Begrenzung der globalen Erwärmung auf maximal 2 ºC. Dabei ist den maßgeblichen EU-Politikern völlig klar, dass dazu eine Stabilisierung der Treibhausgase deutlich unterhalb von 450 ppm CO2-äquivalent nötig ist – das steht im IPCC-Bericht, und daran orientiert sich ja auch die EU-Politik, den Ausstoß von Treibhausgasen global bis 2050 mindestens zu halbieren und in Europa sogar um 80% zu reduzieren. Hansens 350 ppm beziehen sich auf CO2 alleine – die maximal 450 ppm der EU dagegen auf alle Treibhausgase zusammengerechnet und als CO2-äquivalent angegeben. Diese Werte liegen daher gar nicht weit auseinander. Das sieht man auch daran, dass Hansen die Begrenzung der weiteren Erwärmung (ab heute) auf 1 ºC für notwendig hält – 1 Grad ab heute sind aber 1,7 oder 1,8 Grad über der vorindustriellen Temperatur, sehr ähnlich dem 2-Grad-Limit der EU. Der IPCC-Bericht sagt dazu (WG3, Tabelle SPM 5), dass eine Stabilisierung bei 350-400 ppm CO2, entsprechend 445-490 ppm CO2-äquivalent, zu einer Erwärmung um 2,0- 2,4 ºC führen würde (über das vorindustrielle Niveau). Damit unterscheiden sich Hansens Zahlen nur wenig von denen des IPCC und den Zielen der EU. Einen Frontalangriff auf den IPCC stellen sie jedenfalls nicht dar, wie es von einigen Journalisten interpretiert wurde.
Damit gibt diese neue Arbeit auch keinen Anlass zu einem radikalen Umdenken in der EU-Klimapolitik. Diese Politik hat m.E. die richtigen Ziele – allerdings müssen sie auch konsequent umgesetzt werden.
p.s. Zwei aktuelle Kurzmeldungen:
Die NOAA hat bekannt gegeben, dass der März 2008 über den Landgebieten der Erde der wärmste März seit Beginn der Aufzeichnungen vor 129 Jahren gewesen ist.
Unser englisch-sprachiges Schwesterblog realclimate ist von TIME Magazine unter die 15 besten Klima- und Umweltsites gewählt worden.
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"Darüber hinaus kann man Anhand von Vulkanausbrüchen und den damit einhergehenden Aerosoleausstoß nachweisen, dass das Erdklima auf den für uns interessanten und beobachtbaren Zeitskalen auf veränderungen dieser sog. "forcings" reagiert."
Sorry, stoßen Menschen keine Aerosole aus und sind die nicht klimawiksam?
Die Aerosole haben global seit den 80ern stark abgenommen und waren in den 60er, 70er Jahren für die kalten Temperaturen mit verantwortlich.
http://www.oekologismus.de/...topic.php?f=2&t=
Damals wurde von einigen Wissenschaftlern eine neue Eiszeit befürchtet und geisterte durch die Presse - nicht ganz so schlimm wie heute die s.g. Anthropogene Erwärmung
( s.g . nur für Anthropogen (!))
Durch den Zusammenbruch des Ostblocks und der Stillegung vieler Industrien und dem Beenden des Verbrennens der schwefelhaltigen Braunkohle, verbunden mit Luftreinhaltungsmaßnahem, die seit Anfang der 70iger Jahre in den Schubladen lagen, kam es eben nicht zu der befürchteten Abkühlung. Die reinere Luft und die Sonnenaktivität, wie sie von Borchert detailliert dargestellt wird, haben ab Ende der 80iger für die Erwärmung gesorgt.
Das ganze Thema wird auch heute unter dem Begriff "Global Dimming" diskutiert und kam zu Tage, als man Veränderungen in den Temperaturkurven feststellte, die im Zusammenhang mit dem 3-tägigen Flugverbot in den USA nach 9/11 auftauchten.
http://www.oekologismus.de/...pic.php?f=2&t=37
Für mich persönlich ist Herr Rahmstorf viel zu unwichtig um "verhaßt" zu sein, da gehört sehr viel mehr dazu, aber in der Sache und als Person ist er kritikwürdig - mehr nicht, mehr ist zu diesem Posting nicht zu sagen
Sie schreiben:
"Es ist schon ein wenig kindergartenhaft hier zu verkünden: aber eine Skeptikerwebsite hat letztes Jahr auch mal einen Preis bekommen! Vor allem erzählst Du aber nicht das interessante an dieser Geschichte: die Abstimmung wurde manipuliert. Siehe detaillierte Beschreibung in http://www.tellinya.com/...-anatomy-of-a-break-in/
Das ist der Grund, wieso die Organisatoren es dann als "unentschieden" deklariert haben, obwohl Climate Audit die meisten Stimmen hatte. So ist es immer mit den Verlautbarungen der Klimaskeptiker: recherchiert man nach, zerplatzen sie wie eine Seifenblase. Datenkurven erweisen sich als gefälscht oder widerlegt oder sie zeigen nicht das, was behauptet wird; Astrologie wird einem als Wissenschaft verkauft; angebliche Klimaforscher oder Professoren sind gar keine, usw. usw. Ich glaube inzwischen nichts mehr, was von dieser Seite behauptet wird."
Ich erwarte mir von einem Diskussionspartner in einem wisseschaftlichen Blog den nötigen Respekt. Habe ich ihnen das "Du" angeboten? Nein! Also bitte, bleiben Sie höflich!
Wenn mein Hinweis auf die Scienceblog Awards "kindergartenhaft" ist, dann wäre der Hinweis von Herr Rahmstorf auf den "Klima und Umweltpreis" mindestens genauso "kindergartenhaft". Was soll das? Hat das irgend etwas mit dem Thema zu tun? Nein!
Ihre weitere Aussage ist aber nun wirklich "kindergartenhaft". Wenn Herr Rahmstorf hier Herr Hansen kritisiert ist er ebenfalls "Skeptiker" und ihnen zufolge gilt er dann "als gefälscht oder widerlegt oder sie zeigen nicht das, was behauptet wird".
Also verschonen Sie uns bitte mit ihrem kumpel- und oberlehrerhaften Geschwafel ohne Inhalt und erlauben Sie uns dem echten Wissenschaftler in diesem Blog die Fragen zu stellen, die uns zu dem machen was wir sind: "Skeptisch gegenüber einigen Mainstreamaussagen in der Klimatologie".
Dummes Gequatsche macht sicherlich niemandem zu einem besseren Menschen, wie Sie offensichtlich fälschlicherweise denken.
Schade drum, dachte wenigstens bei Herr Rahmstorf von diesem Schwachsinn verschont zu bleiben. Das gilt ach für einige Skeptiker!!!!!!
Schade drum
Moin,
ich hätte nie gedacht, dass ich anfangen würde, mich hier zu beteiligen. Was solls...
Der Link von Krishnag zur Säkularstation auf dem Telegrafenberg in Potsdam zeigt auf eine Kurve, die folgende Erklärung trägt:
"Unter Globalstrahlung versteht man die gesamte kurzwellige Himmelsstrahlung, die auf eine horizontale Fläche am Boden einfällt. Dazu zählt sowohl die direkte solare Strahlung als auch die diffuse Himmelsstrahlung, die aus reflektiertem und gestreutem Sonnenlicht resultiert."
Um anhand dieser Daten eine Aussage über die Veränderung der Sonneneinstrahlung zu machen, muss man also den Anteil der diffusen Himmelsstrahlung kennen. Darüber wird an dieser Stelle aber keine Aussage gemacht.
"Sorry, stoßen Menschen keine Aerosole aus und sind die nicht klimawiksam?"
Bereits in meinem letzten Beitrag habe ich dazu geschrieben:
Es gibt noch eine Reihe weiterer Mechanismen die Einfluss auf die Absorption der Strahlungsenergie haben, wie z.B. die Aerosolkonzentration oder die Beschaffenheit der Erdoberfläche, allerdings glaube ich, dass diese Beiträge entweder vernachlässigbar, weil regional bergrenzt, sind, oder sie treten als Rückkopplung [...] auf, nachdem es bei einem der drei o.g. Mechanismus zu Veränderungen gekommen ist.
Dass es keine anthropogenen Einfluss auf die Aerosolkonzentration gibt, habe ich (wenn ich mich richtig verstehe) nirgends gesagt.
Die Aussage bzgl. der Vulkane diente einem anderen Zweck.
Damit verabschiede ich mich wieder aus der Runde, neben dieser Diskussion muss ich gelegentlich noch einer Erwerbstätigkeit nachgehen und möchte auch Zeit meiner Familie meine Freunden und meinen übrigen Interessen widmen.
Deshalb empfinde ich die überproportional hohe Beitragsdichte einiger Weniger als störend, eben weil sie die Beteiligung Anderer sehr aufwändig macht. Aber das ist auch nur meine Meinung.
Guten Abend
ein Anderer wird kommen
Können Sie sich mit Ihren Beiträgen bitte etwas zurückhalten? 3 von 4 Beiträgen in diesem Forum stammen nur von Ihnen...
- Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Danke.
Die Redaktion -
Diakutieren Sie das Bitte woanders. Danke.
Die Redaktion
„Die Temperaturmessungen im Bohrloch haben dagegen den Nachteil, dass sie ja die heutigen Temperaturen messen und nicht die damaligen Bedingungen; man muss mit Hilfe von Simulationsrechnungen daraus die damaligen Temperaturen berechnen, was nur mit erheblicher Unsicherheit und variabler und für das Mittelalter sehr grober Zeitauflösung gelingt.“
Herr Rahmstorf, da muss ich Sie leider korrigieren. Mann misst direkt die Temperaturen der Vergangenheit. Von der Oberfläche aus wandern das Temperatursignal mit der Zeit in die Tiefe und überlagert den geothermischen Hintergrundgradienten in Wellenform. Ausschläge nach rechts stellen Warmzeiten dar, Ausschläge nach links Kaltzeiten. Aus der Tiefenlage und Amplitude des Signals kann man direkt die Dauer und Ausprägung der vergangenen Warm- und Kaltzeiten berechnen. (geotherm. Gradient, Wärmeleitfähigkeit und Temperaturleitfähigkeit des Untergrundes sind durch Messungen bekannt).
[Antwort: Danke für die Belehrung. Wie Sie im letzten Satz sagen: die frühere Temperatur wird berechnet. Die Lösung dieser Inversionsrechnung ist nicht eindeutig, es gibt unendlich viele Lösungen, daher muss man Modellannahmen treffen, um den Satz einzuschränken. S.R.]
Bohrlochinversionen aus aller Welt (nicht nur in Grönlad) zeigen sehr schön das Optimum des Holozäns und die mittelalterliche Warmzeit.
http://scienceblogs.com/...pload/2007/02/huang.png
http://www-personal.umich.edu/...eng/97GL01846.pdf
http://www.clim-past.net/...2007/cp-3-237-2007.pdf