Hurrikane in der Morgenpost
In der Morgenpost erschien gestern ein Artikel von Ulli Kulke, an dem sich sehr schön einige der Mechanismen analysieren lassen, mit denen "Klimaskeptiker" in den Medien regelmäßig die Leser zu verwirren suchen. Schon der Titel ist klassisch: "Gibt es wirklich mehr Stürme?" Denn Journalisten wie Kulke wissen ja, ganz im Gegensatz zu uns Klimatologen, was "wirklich" mit dem Klima los ist. Nämlich:
Viele sagen, der Klimawandel sorge für immer mehr und stärkere Unwetter. Doch tatsächlich besagt die Statistik etwas ganz anderes.
Welche Statistik das besagt, dazu kommen wir noch. Zunächst werden von Kulke auf suggestive Weise die Einschätzungen renommierter Wissenschaftler und die Publikation von Fachartikeln in die Nähe gezielter Angstmache gerückt, etwa wenn er schreibt, dass die Tropenstürme Angst machen und der Nature-Artikel von Elsner et al. "zielsicher zum erwarteten Saisonhöhepunkt platziert" wurde. Man muss nur in das Paper schauen - die Autoren haben es am 25. Januar eingereicht, und jeder, der den Review-Prozess kennt, der weiß, dass gar nicht absehbar ist, ob der Artikel dann im Mai, September oder Dezember erscheint (oder gar nicht) - das hängt vor allem von den Fachgutachtern ab. Forscher reichen einfach dann einen Artikel bei Nature ein, wenn sie mit der Arbeit daran fertig sind.
Dagegen werden die Aussagen eines einzelnen Skeptikers unkritisch als ausgemachte Wahrheit präsentiert. Es ist überhaupt nichts dagegen einzuwenden, auch die Stimmen von Skeptikern in einem solchen Artikel zu zitieren - allerdings sollte für die Leser erkennbar sein, dass es sich eben nur um einzelne Stimmen handelt. Und deren Renommee und Position sollte nicht künstlich überhöht werden. Der erste Kronzeuge von Kulke ist Chris Landsea, den er vorstellt als "wissenschaftlichen Direktor des National
Hurricane Center der USA". Seltsam - laut Organigramm des NHC (und laut US-Medien) ist Landsea einfach "Science and Operations Officer" im "Technical Support Branch" des
National Hurricane Center.
Sein zweiter Kronzeuge ist "der deutsche Hurrikan-Experte Thomas Sävert". Fachpublikationen zum Thema hat Sävert allerdings keine. Soweit ich erkennen kann, handelt es sich um eine Privatperson, die eine
Website zu Naturgewalten betreibt, von Erdbeben über Meteoriten bis zu Vulkanen. Auf dieser Website findet man heraus, dass Säverts Aussagen zu Hurrikanen "stark angelehnt an die amerikanische
Version von Chris
Landsea" sind. Und auf Landseas home page findet man eine deutsche Fahne als Link zur
"German version" seiner Seite - dieser Link führt... auf die Seite von Sävert. Sävert ist offenbar einfach jemand, der die home page von Landsea ins Deutsche überträgt.
Doch Kulke präsentiert uns Landsea und Sävert wie zwei unabhängige Experten, die das Gleiche sagen. So wird aus einer Einzelstimme von Landsea gleich eine breiter geteilte Einschätzung konstruiert.
Die Kernaussage ist:
Die Hurrikan-Aktivitäten haben über diesen Zeitraum – der in etwa identisch ist mit der Periode, in der laut Weltklimarat IPCC der Mensch zum Klimasünder wurde – in keiner Hinsicht zugenommen, weder was die Anzahl noch was ihre Stärke angeht.
Das ist also die eingangs zitierte Statistik - von Kulke gefunden in einer Tabelle auf der home page von Thomas Sävert. Die Widerlegung mehrerer in Nature und Science erschienener wissenschaftlicher Studien, und Basis seiner Gewissheit, was "wirklich" mit dem Klima los ist.
Es handelt sich bei der Tabelle um einen Datensatz, der nur die Hurrikane erfasst, die auf die Küste der USA getroffen sind - ein kleiner Bruchteil der weltweiten Tropenstürme. Dass diese Zeitreihe keinen Trend aufweist, ist lange bekannt. Schon 2005 hat der amerikanische Hurrikanforscher Kerry Emanuel vom MIT darauf hingewiesen, dass diese Untermenge der Hurrikandaten schlicht zu klein ist, um einen statistisch signifikanten Trend zu erwarten - siehe seinen damaligen Beitrag, in dem er dies durchrechnet und zum Schluss kommt:
An analysis of the wind speeds at landfall of hurricanes also shows no long-term trend. This is not at all surprising, simply because there are far too few landfalling events to begin to see any trends. As mentioned above, the data of landfalling hurricanes in the U.S. is less than a tenth of a percent of the data for global hurricanes over their whole lifetimes.
Kulke wärmt damit einfach ein Jahre altes Argument auf, das in der Forschergemeinde aus guten Gründen wenig Gewicht hat, und tut so, als widerlege dies die seither in der Fachliteratur erschienenen Datenanalysen. Der IPCC-Bericht ist im letzten Jahr unter voller Berücksichtigung dieser Daten genau zum gegenteiligen Schluss wie Kulke gekommen - ein seriöser Artikel hätte diese Kleinigkeit wohl erwähnen müssen. Den Datensatz für die Gesamtzahl der Hurrikane im Atlantik haben wir ja in Hurrikane und Klima bereits gezeigt - auch in der von Landsea vorgeschlagenen Fassung.
Am Ende seines Artikels kommt wieder Kulkes Lieblingsthese:
Was das laufende Jahrzehnt angeht, ist ohnehin die Frage, inwieweit dies zu irgendeinem Beweis dienen kann. Seit 1998 ist es, auch nach Einschätzungen einiger Experten des IPCC, nicht mehr signifikant wärmer geworden.
Dies haben wir hier bereits ausgiebig diskutiert. Fängt man die Trendbestimmung nicht 1998 (also in einem besonders warmen Jahr) sondern zum Beispiel 1999 an, ging es besonders steil bergan mit den Temperaturen. Beide Trends, ob ab 1998 oder 1999, sind statistisch nicht signifikant, da der Zeitraum dafür zu kurz ist (damit ist Kulkes Satz oben übrigens wortwörtlich korrekt, aber irreführend). Zudem ist die Logik verquer. Wenn im laufenden Jahrzehnt, dem wärmsten Jahrzehnt seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, besonders viele starke Stürme auftreten, dann stützt das natürlich die These, dass die Erwärmung stärkere Stürme fördert - ganz unabhängig davon, ob es nun innerhalb dieses Jahrzehnts einfach nur konstant warm war oder die Temperaturen noch weiter gestiegen sind.
Eine kritische Diskussion von Klimastudien in den Medien ist notwendig und willkommen, und Landsea gehört zu den ernst zu nehmenden Forschern, deren Stimme man hören und deren Argumente man abwägen sollte. Wozu ein unkritisches Übernehmen der Pressemitteilungen von Klimainstituten führen kann, haben wir gerade auf RealClimate am aktuellen Beispiel Meeresspiegel diskutiert. Eine kritische Diskussion kann aber nicht darin bestehen, dass ein Journalist die Interpretation stets in eine bestimmte, ihm politisch genehme Richtung hindreht und es dabei mit der Wahrheit nicht ganz so genau nimmt.
Bei einem derartigen Artikel hat der normale Zeitungsleser praktisch keine Chance, sich eine fundierte eigene Meinung zu bilden. Er kann nicht wissen, dass Landsea gar nicht "wissenschaftlicher Direktor des NHC" ist. Er kann nicht wissen, dass Sävert wohl kaum ein "Hurrikanexperte" ist, sondern einfach jemand, der Landseas Website ins Deutsche überträgt. Und er kann nicht wissen, wie die Fachwelt und der IPCC den nur sehr begrenzt aussagekräftigen Datensatz einschätzen, der ihnen von Kulke als "der zuverlässigste" vorgestellt wird. Auf solche Grundfakten muss ein Zeitungsleser sich aber verlassen können. Nach meiner Überzeugung sind daher hier die Redaktionen in der Verantwortung, in deren Interesse es doch eigentlich liegen sollte, dass ihre Leser mit verlässlichen und wahrhaftigen Informationen versorgt werden
p.s. Der Artikel war auch in der Welt am Sonntag abgedruckt.
Links: Weitere Beispiele ähnlicher Artikel von Ulli Kulke sind hier und hier besprochen, sowie im Buch Wie bedroht sind die Ozeane?
Update 1.12.08: NOAA zum Abschluss der Saison: Atlantic Hurricane Season Sets Records
Ähnliche Artikel:
- Treibhauseffekt widerlegt!
- Hurrikane und Klima
- Keine Angst vorm Ozean
- Neue Umfrage unter Klimaforschern




Herr Sävert,
ich finde ihre Seite prima gemacht, einen Haufen Links, schoene Bilder und ich bin Sache in einem umgangssprachlichen Sinne sind sie Experte. Andererseits: Wieviele wissenschaftliche Veroeffentlichungen zu dem Thema haben sie verfasst? Was genau besagen ihre ARbeiten zum Thema Erhöhung der Ozeantemperatur und Zusammenhang zu Hurrikananzahl und -intensität?
Welche Methoden haben sie dafuer entwickelt?
Falls die Antwort auf solche Frage immer wieder nur ist: Das habe ich da und da gelesen, dann werde sie doch eingestehen muessen, dass es einen Unterschied gibt zwischen Ihnen einerseits und Landsea oder Emanuel andererseits?
Die "Frechheit", von der Sie sprechen, besteht vielleicht gerade darin, diesen Unterschied nicht mehr wahrnehmen zu wollen.
hat Ludmila Carone bei den Scienceblogs ein paar Worte verloren. Executive summary ihrer Schlussfolgerungen: Mehr Schein als Sein.
Wieso muss man wissenschaftliche Veröffentlichungen nachweisen um als Experte zu gelten? Viele Wissenschaftler arbeiten in der freien Wirtschaft und dürfen und/oder wollen ihre Forschungsergebnisse überhaupt nicht veröffentlichen.
Vieleicht wäre es ratsamer für Prof. Rahmstorf gewesen, sich vorher mit Herrn Sävert in Verbindung zu setzen um dessen Reputation abzuklopfen.
@ Fischer
Wer sind die grössten Hurricanespezialisten? http://en.wikipedia.org/...tional_Hurricane_Center "Senior hurricane specialists
Dr. Lixion Avila, specialist since 1987"
Und was hat sie publiziert? http://adsabs.harvard.edu/abs/1996GeoRL..23.1697L "Downward trends in the frequency of intense Atlantic hurricanes during the past five decades"
Und mit wem zusammen? Ja, Mit Chris Landsea! Was Ludmilla Carone auf ihrem Blog erzählt ist absolut unterste Diksussionskultur.
"Die Hurrikan-Spezialisten stehen etwas weiter oben und wie man genau sieht: Landsea ist nicht darunter."
Ist jetzt der Direktor eines Instituts der grösste Spezialist? Oder ist es der, der auf dem Gebiet am längsten und intensivsten forscht?
Aus Wikipedia (zu C. Landsea) :
"2007 NOAA Administrator's Award for "establishing and administrating the Joint Hurricane Testbed, NOAA's first U.S. Weather Research Program testbed, accelerating research into operations, greatly improving forecasts." [1]
United States Department of Commerce Bronze Medal Award for Superior Federal Service (Oct 2000)(co-recipient) for "issuing the accurate and first official physically based Atlantic Seasonal Hurricane Outlooks for the 1998/1999 seasons, based upon new research"[2]
American Meteorological Society's Banner I. Miller Award (May 1993)(co-recipient) for the "best contribution to the science of hurricane and tropical weather forecasting published during the years 1990 - 1992."
Ich denke, dass sich dazu eigentlich jeder Kommentar erübrigt. Ausserdem finde ich das ungerechtfertigte Herabwürdigen von Wissenschaftlern einfach umöglich, ob das jetzt Chris Landsea betrifft oder Stefan Rahmstorf.
Freundliche Grüsse
Eddy
"Forscher reichen einfach dann einen Artikel bei Nature ein, wenn sie mit der Arbeit daran fertig sind."
Ach, wenn es sich um wichtige Veröffentlichungen handelt, dann kann es schonmal vorkommen, daß ein Papier ein paar Jahre vorher eingereicht wird, bevor nach etwas Druck die zugehörigen Supplementary Informations nachgeschoben werden ... die der Arbeit eigentlich widersprechen.
http://bishophill.squarespace.com/...us-paper.html
Herr Rahmstorf, Sie präsentieren den Lesern hier einen wirklich rührig-naiven Blick auf den Wissenschaftsbetrieb. Doch jeder Leser, der selbst einen Job hat, weiß, wie es in der beruflichen Wirklichkeit zugeht: Opportunistisch, intrigant und bisweilen unglaublich unverfroren.
Bin mal gespannt, ob dieser Kommentar veröffentlicht wird.
@Rahmstorf:
Es wird Zeit den vorliegenden Blog-Beitrag mal unter die Lupe nehme.
Sie bemängeln den Titel des Zeitungsartikels, doch hätten Sie zum gleichen Thema einen nicht minder "klassischen" Titel gewählt: vielleicht "Mehr Stürme durch Klimaerwärmung", oder so ähnlich. Was ist am Titel "Gibt es wirklich mehr Stürme?" auszusetzen? Etwa, das jemand wagt, eine Frage zu stellen?
Ihr Einwand:
"Denn Journalisten wie Kulke wissen ja, ganz im Gegensatz zu uns Klimatologen, was "wirklich" mit dem Klima los ist."
Dazu legen Sie Kulke folgenden Satz in den Mund, DEN ER SO NICHT GESAGT HAT (auch nicht sinngemäss): "Viele sagen, der Klimawandel sorge für immer mehr und stärkere Unwetter. Doch tatsächlich besagt die Statistik etwas ganz anderes."
[Antwort: Folgen Sie dem Link zu Kulkes Artikel in Zeile 1 meines Artikels oben - ich habe dieses Zitat mit cut-and-paste direkt und wörtlich daraus entnommen. Stefan Rahmstorf]
Das Wort "tatsächlich" hat Kulke IN GANZ ANDERER WEISE VERWENDET: "Die gefühlte Zunahme von Hurrikans ist da, in Anzahl und in Stärke. TATSÄCHLICH sind jedoch Zweifel angebracht."
Kulke redet von ZWEIFEL, Herr Rahmstorf, nicht von Gewissheit! Von Ihrem Vorwurf bleibt also nicht mehr übrig als reine Polemik.
Ihr Einwand:
"Zunächst werden von Kulke auf suggestive Weise die Einschätzungen renommierter Wissenschaftler und die Publikation von Fachartikeln in die Nähe gezielter Angstmache gerückt (...)"
Das Wort "Angst" kommt ein einziges Mal in diesem Artikel vor: "Die Saison 2008 der atlantischen Wirbelstürme jagt ihrem Höhepunkt entgegen, und sie macht ANGST." Aus dem weiteren Text geht hervor, dass Kulke meint, ein Team der Florida State University hätte sich dies zunutze gemacht - nicht aber das dieses Team die Angst erst ERZEUGT hätte, wie Sie unterstellen.
Ihr Einwand:
"Dagegen werden die Aussagen eines einzelnen Skeptikers unkritisch als ausgemachte Wahrheit präsentiert."
Pardon, das stimmt einfach nicht! Ich habe den Artikel mehrmals gelesen und ich kann nicht erkennen, wo Kulke irgenwo den Eindruck zu erwecken sucht, die von Ihnen kritisierten Aussagen seien die "ausgemachte Wahrheit". Diese Ihre Feststellung ist haltlos, Herr Rahmstorf !
Im übrigen handelt es sich bei diesem "einzelnen Skeptiker" nicht um irgend jemanden, wie Sie selbst zugestehen: "(...) und Landsea gehört zu den ernst zu nehmenden Forschern, deren Stimme man hören und deren Argumente man abwägen sollte." Na bitte!
Ihr Einwand:
"Es ist überhaupt nichts dagegen einzuwenden, auch die Stimmen von Skeptikern in einem solchen Artikel zu zitieren - allerdings sollte für die Leser erkennbar sein, dass es sich eben nur um einzelne Stimmen handelt."
Tut er doch, Namen werden genannt! Von einzelnen Stimmen kann man insofern nicht reden, als dass es z.Zt. etwa 20 aktuelle Theorien zur globalen Sturmentwicklung gibt, die zu widersprüchlichen Schlussfolgerungen im Hinblick auf den Zusammenhang zur postulierten Klimaerwärmung kommen. Kulke hat es nur versäumt, darauf hin zu weisen.
Ihr Einwand:
"Doch Kulke präsentiert uns Landsea und Sävert wie zwei unabhängige Experten, die das Gleiche sagen. So wird aus einer Einzelstimme von Landsea gleich eine breiter geteilte Einschätzung konstruiert."
Entschuldigung, Wenn zwei das gleiche sagen, dann sind das ZWEI (Einzel-)Stimmen, Herr Rahmstorf!
Herr Sävert hat sich zu seiner fachlichen Qualifikation ja schon zuvor deutlich geäussert! Völlig unbehelligt ist das davon, was Kulke schreibt: "Der deutsche Hurrikan-Experte Thomas Sävert hat sie (die Statistik über alle Hurrikans sein, die seit 1850 die Küste der USA heimsuchten) auf seiner Homepage nach den Daten von Chris Landsea in einer Tabelle zusammengestellt."
Ihr Einwand:
"Kulke wärmt damit einfach ein Jahre altes Argument auf, das in der Forschergemeinde aus guten Gründen wenig Gewicht hat, und tut so, als widerlege dies die seither in der Fachliteratur erschienenen Datenanalysen."
Kulke tut keineswegs so, als WIDERLEGE er etwas, sondern er macht auf ZWEIFEL aufmerksam, die aus der "Forschergemeinde" kommen (in Form von Studien).
Ihr Einwand:
"Der IPCC-Bericht ist im letzten Jahr unter voller Berücksichtigung dieser Daten genau zum gegenteiligen Schluss wie Kulke gekommen."
Na, das ist doch nur eine Nebelkerze, Herr Rahmstorf ! IPCC-Berichte beruhen auf Konsens. Konsens aber ist ein Kriterium zur politischen Entscheidungsfindung, nicht zur Bewertung wissenschaftlicher Forschung. Ergo sind in IPCC-Berichten gezogene Schlüsse wissenschaftlich angreifbar.
Ihr Einwand:
"Wenn im laufenden Jahrzehnt, dem wärmsten Jahrzehnt seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, besonders viele starke Stürme auftreten, dann stützt das natürlich die These, dass die Erwärmung stärkere Stürme fördert"
Aber Herr Rahmstorf, ich wundere mich! Ein Jahrzehnt ist doch kein klimarelevanter Zeitraum!
Ihr Einwand:
"Bei einem derartigen Artikel hat der normale Zeitungsleser praktisch keine Chance, sich eine fundierte eigene Meinung zu bilden. (...) Er kann nicht wissen, dass Sävert wohl kaum ein Hurrikanexperte ist".
Wenn der normale Zeitungsleser nicht wissen kann, was von Sävert zu halten ist - nun, dann befindet er sich mit seiner Unwissenheit ja in Ihrer guten Gesellschaft, Herr Rahmstorf ! Schön übrigens, dass Sie das Wörtchen "fundiert" eingeschoben haben. So gestehen Sie zu, dass sich der normale Zeitungsleser sehr wohl eine Meinung bilden kann. Und zwar eine, die Ihren klimatischen Vorstellungen nicht zwanghaft folgen muss.
Vereinzelte, nicht IPCC-konforme Zeitungartikel, wie der von Ihnen verrissene, sind Ausdruck einer lebendigen demokratischen Gesellschaft, die abweichende Ansichten aus gutem Grunde(!) zulässt. Dem wollen Sie sich doch nicht etwa in den Weg stellen, Herr Rahmstorf?
Die Leugnung eines von der Menschheit verursachten Klimawandels erinnert mich ein bisschen an die Leugnung von manchen Menschen bis hin zu Südafrikas Präsident Mbeki, dass HI-Viren die Krankheit AIDS verursachen, was bereits fatale Folgen für Tausende hatte. Einen ähnlichen Fehler beim Thema Globale Erwärmung zu machen wäre um einiges fataler.
Sie haben völlig recht! Der folgende Vorwurf meinerseits an Ihre Adresse ist eindeutig falsch! Ich habe dummerweise den Absatz über dem grossen Foto übersehen. Das ist sehr ärgerlich. Ich bitte um Entschuldigung und ziehe ihn selbstverständlich ohne wenn und aber zurück:
Dazu legen Sie Kulke folgenden Satz in den Mund, DEN ER SO NICHT GESAGT HAT (auch nicht sinngemäss): "Viele sagen, der Klimawandel sorge für immer mehr und stärkere Unwetter. Doch tatsächlich besagt die Statistik etwas ganz anderes."
"I tell people I was born a Hindu who believes in reincarnation. It will take me the next six lives to neutralize my carbon footprint. There’s no way I can do it in one lifetime."
(Rajendra Pachauri, Vorsitzender des IPCC seit 2002, mit absoluter Mehrheit im ersten Wahlgang gewählt)
http://blogs.news.com.au/...hief_leave_it_to_later
@Robert
Über diesen Punkt der Diskussion sind wir lange raus.
Mit unschlichewn "Leugnern" würde sich ein Wissenschftler wie Herr Rahmstorf niemals einlassen.
Was hat, nebenbei, HIV mit Klima zu tun ?
"Leugner" als Begriff hat hier wahrlich überhaupt nichts zu suchen
Fest steht, wie die Diskussion hier läuft, das es zu vielen Punkten Klärungs- und Forschungsbedarf vorliegt.
WEr primitiv mit der Leugner-Keule kommt, ohne was sachliches beizuragen - dem sag ich tschüß