Klimawette Teil 2
Letzte Woche haben wir eine Wette gegen die Vorhersage einer "Pause der globalen Erwärmung" von Keenlyside et al. in Nature angeboten. Bei der Gelegenheit versprachen wir, unsere wissenschaftlichen Argumente darzulegen – hier sind sie. Dass die Prognose von Keenlyside et al. zutreffend ist, bezweifeln wir aus folgenden Gründen:
1) Die Abbildung 4 aus ihrer Arbeit (siehe unseren letzten Beitrag) zeigt, dass ein gängiges Klimaszenario vom IPCC-Typ etwas bessere Ergebnisse für die globalen Durchschnittstemperaturen liefert als ihre neue Methode unter Einbeziehung der beobachteten Oberflächentemperaturen der Ozeane (siehe auch die Zahlen der Korrelationen in der Legende).

Abbildung von Keenlyside et al. (2008). Die rote Linie zeigt Beobachtungsdaten (HadCRU3), die schwarze Linie ein standardisiertes IPCC-Szenario (bis 2000 angetrieben durch beobachtete Antriebe, danach mit dem A1B-Emmissionszenario) und die grünen Punkte die Prognose mit initialisierten Oberflächentemperaturen der Ozeane. Alle Werte sind Durchschnittswerte für je zehn Jahre.
Dass das klassische Erwärmungsszenario bessere Ergebnisse liefert ist sehr bemerkenswert, da es keine Beobachtungsdaten verwendet. Die grüne Kurve, die ein Satz einzelner Zehnjahresprognosen und keine Zeitreihe ist, startet jedes mal neu sehr nah am tatsächlich beobachteten Klima, weil sie mit tatsächlich gemessenen Meerestemperaturen initialisiert wird. Deswegen kann dieses Modell schon konstruktionsbedingt nicht sehr weit von den beobachteten Daten abweichen, im Gegensatz zur "frei" modellierten schwarzen Zeitreihe. Dass letztere dennoch bessere Ergebnisse liefert, zeigt, dass die Initialisierungs-Technik die Prognosen nicht verbessert.
2) Ihre Abkühlungsvorhersagen haben keinen Test während der "hindcasting"-Periode bestanden. Die 10-Jahres-Mittel der globalen Temperaturen sind während der gesamten Zeit monoton gestiegen – siehe die rote Linie in ihrer Graphik). Das Verfahren hat allerdings offenbar zwei falsche Abkühlungsvorhersagen gemacht: für das Jahrzehnt um 1970 und das um 1999.
3) Nicht nur erzeugt ihr Verfahren zu niedrige Temperaturen für den Zeitraum von 1994-2004, sondern praktisch sicher auch für 2000-2010. Damit ihre Vorhersage für den Zeitraum 2000-2010 korrekt ist, müssen alle verbleibenden Monate dieses Zeitraumes so kalt sein wie der Januar 2008 – der in diesem Jahrzehnt mit Abstand der kältelste Monat war. Es müsste also in den nächsten zweieinhalb Jahren eine extreme Abkühlung eintreten.
4) Auch für die europäischen Temperaturen (Abb. 3c in der Veröffentlichung und nicht Gegenstand unserer Wette) ist die Vorhersagekraft des Verfahrens von Keenlyside et al. nicht besonders eindrucksvoll. Die Methode prognostizierte seit 1970 mehrmals Abkühlungen, die Temperatur stieg jedoch jedes Mal an. Man muss bedenken, dass alle ihre Vorhersagen nah an der roten Linie starten; praktisch jede Prognose erwies sich als kälter als das, was dann tatsächlich eintrat. Die Vorhersagen nach dieser Methode scheinen einen systematischen Fehler aufzuweisen.
5) Eine der zentralen Aussagen des Papers ist, dass die Methode erlaubt, das Verhalten der MOC (meridional overturning circulation, meridionale Umwälzbewegung) im Atlantik vorherzusagen. Mangels Daten wissen wir nicht, wie sich die MOC verändert. Daher diagnostizieren die Autoren den Zustand der MOC aus den Oberflächentemperaturen – vereinfacht gesagt: Ein warmer nördlicher Atlantik deutet auf eine starke MOC hin, ein kühler auf eine schwache MOC (es ist in Wirklichkeit ein bisschen komplizierter). Ihr Verfahren passt die Meerestemperaturen des Modells der Wirklichkeit an, bevor die Vorhersage startet. Aber erzeugt man so eine korrekte Reaktion der MOC? Angenommen, der Atlantik im Modell ist zu kalt. Das Bedeutet in Keenlysides Ansatz, dass die MOC zu schwach ist. Die Oberflächentemperatur im Modell wird dann ein wenig erhöht. Aber dadurch verringert man die Dichte des Oberflächenwassers und erhöht seinen Auftrieb, was die MOC tendenziell abschwächt statt sie zu verstärken! Es erscheint uns daher unwahrscheinlich, dass man das Verhalten der MOC mit diesem Verfahren richtig hinbekommt. Es wäre schön, wenn dies in einem "perfekten Modell" Experiment untersucht würde, wo die Methode benutzt wird, um das Verhalten einer anderen Modellsimulation vorherzusagen statt der Realität (dann hat man viel mehr Daten zur Verfügung). Wenn die Methode in einer solchen Situation versagt, wird sie das auch in der realen Welt tun.
6) Wenn Modelle von einer Kopplung an beobachtete Meerestemperaturen auf eine eigene Berechnung dieser Oberflächentemperaturen umgestellt werden, erleiden sie einen so genannten Kopplungsschock. Das ist nur schwer, wahrscheinlich sogar unmöglich, zu vermeiden, wie Experimente mit "perfekten Modellen" gezeigt haben (z.B. Rahmstorf, Climate Dynamics 1995). Diese Schwierigkeit stellt eine erhebliche Herausforderung für den von Keenlyside et al. gewähltem Vorhersage-Typ dar, bei dem so ein Übergang zu frei kalkulierten Oberflächentemperaturen direkt zu Beginn der Prognose auftritt. Als Antwort auf diesen Kopplungsschock treten im Modell typischerweise einige Jahrzehnte lang MOC-Oszillationen auf, etwa in der Stärke, wie sie im Modell von Keenlyside et al. zu beobachten sind. Wir vermuten, dass dieser Kopplungsschock, der keine realistische Klimaschwankung, sondern ein Modellierungsartefakt ist, wesentliche Auswirkungen auf die Ergebnisse der Simulation hat. Ein möglicher Test wären wieder "perfektes Modell" Experimente wie oben erwähnt, oder eine Analyse der Strahlungsbilanz in "freien" Modellläufen und solchen mit Anpassung an beobachtete Meerestemperaturen - ein signifikanter Unterschied zwischen beiden könnte einiges erklären.
7) Wie gut das Modell von Keenlyside et al. im Bezug auf die MOC arbeitet, können wir anhand der Karte der Vorhesagegüte in Abb. 1a sehen. Die Darstellung zeigt blaue Gebiete in der Labradorsee, im Europäischen Nordmeer sowie dem Golfstromgebiet. Diese blauen Bereiche kennzeichnen "negativen skill“, das heißt, das Verfahren der Datenassimilation verschlechtert die Vorhersage, statt sie zu verbessern. Diese Gebiete sind gerade die entscheidenden für die MOC, und das zeigt unserer Meinung nach, dass das Verfahren aus den unter den Punkten 5 und 6 genannten Gründen die variationen der MOC nicht korrekt beschreibt.
8) Die vom IPCC verwendeten Klimamodelle, alle im CMIP3-Modellarchiv der Öffentlichkeit zugänglich, beinhalten bereits natürliche Schwankungen der MOC sowie die Variabilität im tropischen Pazifik oder die Nordatlantische Oszillation. Einige berücksichtigen auch Schätzungen über die Variabilität der Sonneneinstrahlung im Antrieb. Im Prinzip sollten daher in allen diesen Modellen Abkühlungsphasen vergleichbar dem Keenlyside-Modell auftreten – nur dass sie in diesen Modellen zu einem zufälligen Zeitpunkt erscheinen sollten und nicht zu einer spezifischen Zeit. Letzteres ist schließlich die Innovation, die die neue Studie versucht. Das Problem ist, dass in allen Standardmodellen der globalen Erwärmung eine Abkühlung eines ganzen Jahrzehnts im Vergleich zum vorherigen extrem unwahrscheinlich ist und praktisch nie auftritt (siehe auch diesen Beitrag). Das deutet darauf hin, dass die Prognose der globalen Abkühlung von Keenlyside et al außerhalb der natürlichen Schwankungsbreite von Klimamodellen (und wahrscheinlich des realen Klimasystems) liegt und daher vielleicht ein Artefakt des Initialisierungsverfahrens ist.
Natürlich könnten wir mit unserer Einschätzung daneben liegen. Den Kollegen stehen die kompletten Datensätze zur Verfügung, mit denen sie zudem Monate lang gearbeitet haben, während wir uns allein auf ihre Publikation verlassen müssen. Aber das Schöe an ihrer Vorhersage ist ja, dass wir in wenigen Jahren wissen werden, ob sie zutrifft – denn es handelt sich um nachprüfbare Kurzzeitvorhersagen, von den wir gerne künftig mehr sehen.
Warum haben wir eine Wette über diese Vorhersage vorgeschlagen? Hauptsächlich deshalb, weil wir über die weltweite Berichterstattung in den Medien besorgt sind. Die Medienberichte ließen die kommende Pause bei der globalen Erwärmung praktisch als Tatsache erscheinen, nicht als eine experimentelle Vorhersage. Sollten sich Keenlysides Prognosen als falsch erweisen, könnte dies zum Bumerang für die ganze Gemeinde der Klimaforscher werden. Selbst heute noch wird die Tatsache, dass einige Wissenschaftler in den 1970er Jahren eine globale Abkühlung voraussagten, dazu benutzt, die Glaubwürdigkeit der Klimaforschung zu untergraben – obwohl zu jener Zeit nur einige wenige Forscher diese Position vertraten und es ihnen niemals gelang, viele ihrer Kollegen davon zu überzeugen. Eine öffentliche Wette zwischen verschiedenen Forschergruppen signalisiert der breiten Öffentlichkeit, dass diese Vorhersage keinen breit unterstützten Konsens der Gemeinde der Klimaforscher darstellt, ganz im Gegensatz zu den Berichten des Weltklimarats IPCC (über die wir uns übrigens mit Keenlyside und Kollegen völlig einig sind). Einige Medienberichte behaupteten sogar, dass die Szenarien des IPCC durch diese "verbesserte" Vorhersage überholt seien.
Indem wir der Diskussion die Gestalt einer Wette geben, können wir auch klären, welche Vorhersage es denn nun genau ist, die getroffen wurde, und welche Daten diese Vorhersage falsifizieren würden. Die Publikation alleine lies uns das nicht völlig klar werden, sodass es einiger Nachfragen bei den Autoren bedurfte, um dies herauszufinden. Nicht zuletzt gibt es den Kollegen die Chance zu sagen: "Moment mal, ganz so war die Vorhersage nicht gemeint – aber wir würden über eine modifizierte Vorhersage wetten, wenn sie wie folgt lautet: ..."
Und natürlich können wir auch gerne noch einmal über den Wetteinsatz reden, ums Geld geht es uns schließlich nicht. Eine gute Sache wäre zum Beispiel eine Spende an ein Projekt zur Erhaltung des Regenwalds, oder wir kaufen aus dem europäischen Emissionshandel hundert Tonnen Kohlendioxid, um sie auf diese Weise vom Markt zu nehmen.
Wir hoffen nun, dass diese Diskussion Klarheit in die Angelegenheit bringen wird, und laden Keenlyside et al. herzlich ein, hier in der KlimaLounge (oder auf www.realclimate.org) in einem Gastbeitrag ihre Sicht der Dinge darzustellen.
Aktuell dazu:
Interview in der Frankfurter Rundschau
Und Maxeiner und Miersch versuchen aus dem Thema eine Polemik zu machen – wie bei diesen Autoren schon gewohnt unter Verdrehung aller Tatsachen. Sie berichten falsch, wer die Wette angeboten hat („ein halbes Dutzend der einflussreichsten Forscher des Weltklimarates“). Sie berichten falsch, worum sie geht („die Vorhersagen des Weltklimarates“ – in Wahrheit geht es um eine Vorhersage von natürlichen Klimaschwankungen, wozu der Weltklimarat gar keine Prognosen abgibt). Und sie haben die Ausstiegsklausel nicht gelesen (sie implizieren, der Ausbruch des Vulkans Chaitén in Chile würde die Wette ungültig machen).
- Liebe Leser.
Da sich die Diskussion in den Kommentaren sinnlos im Kreise dreht und mit dem Thema nichts mehr zu tun hat, ist die Kommentarfunktion in diesem Beitrag geschlossen.
Die Redaktion -
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*Gegenüber Dezember-Januar 1926 und Dezember-Januar 1994 haben wir sogar eine globale ABKÜHLUNG um -8°C zu verzeichnen.*
Global?
Lokal?
Einbildung?
Selbst wenn ich den Bezugsraum MAM 1880-1900 nehme war der MAM 2008 nur 0,62°C zu war und nicht +0,7 bis +0,8°C!
http://data.giss.nasa.gov/...dius=1200&pol=reg
Weiter sieht man, dass die Erwärmung vor allem auf der NH statt gefunden hat. Das sehe ich nicht nur bei den Frühjahresanomalien, sondern auch bei den Jahresanomalien! Die NH hat sich demnach seit 1880-1900 um einige °C erwärmt und die SH nur um einige 1/10 °C. Faktor 10 Unterscheid!! Ein schöner Treibhauseffekt ist das, wo sich nur die NH zu erwärmen scheint (dabei weniger die Ozeane und mehr das Land)!
@Thorsten Seifert
#Aber man sollte wenigstens Daten richtig lesen können und man sollte verstehen, worum es sich bei einem langjährigen Mittelwert handelt.#
So, und wie geht das ?
Jedes Institut hat seine eigenen Mittelwerte, alle Instiute errechnen die Werte die sie dann zu Mittelwerten zusammenschustern in dem sie sie "normalisieren", auf 0m Meeresspiegel umrechnen, den UHI "Korrektur" - rechnen .
Tu nicht so, als sei es das simpelste auf der Welt, die globale "Mitteltemperatutr" zu errechnen, die alles andere als eben daß ist.
Das ist sowieso Humbug und in der Form absolut hirnrissig.
@ Michael Krüger
Sehen Sie in die von mir verlinkten GISS-Originaldaten und lesen Sie selbst nach. Sie reiten auf Rundungsdifferenzen im 100-stel Gradbereich herum.
Das mit den Mittelwerten haben Sie noch nicht verstanden. Die ganze Monatsvergleicherei -mit der Sie zu argumentieren begonnen haben- ist doch absoluter Blödsinn. Nicht mehr wollte ich Ihnen erklären. Entweder Sie wollen oder können das nicht verstehen.
Jetzt fangen Sie mit 1900 an:
"Für 1900 MAM lese ich zum MAM 2008 nur 0,44°C ab!"
Ich gebe es auf, Ihnen den Begriff Mittelwert zu erklären.
@ Krishnag
"Jedes Institut hat seine eigenen Mittelwerte, alle Instiute errechnen die Werte die sie dann zu Mittelwerten zusammenschustern"
Wollen Sie damit ernsthaft behaupten, es gäbe seit 1900 keine globale Erwärmung um ca. 0,7°C???
Die Werte aller Institute liegen aber sehr eng beieinander. Bezüglich der globalen Erwärmung seit 1880 gibt es keine Zweifel mehr. Wir brauchen uns hier nicht um 1/10 Grad zu streiten.
Mir scheint, das hier einige Forumsteilnehmer schon mit den einfachsten fachlichen Grundtatsachen in Konflikt stehen.
Eine weitere Diskussion ist auf dieser Grundlage unmöglich.
1. Wo sind Ihre -8°C??????????????
2. Die GISS-Originaldaten habe ich verwendet!!!!! Geben Sie hier selbst die Werte ein!!!!
http://data.giss.nasa.gov/gistemp/maps/
3. Sie geben auf???????
Gut für das Eingeständnis.
Thorsten Seifert
Im ausgehenden 19. Jhrhdt. war es kalt. Seit dem ist es im Laufe von über 100 Jhr. wärmer geworden. Na und hätte es noch kälter werden sollen? Wo ist da die Katastrophe?
Wenn man der Ansicht von Prof. Dr. S. Fred Singer folgt ist das eine ganz normale Angelegenheit. Eine Katastrophe wäre es, wenn es wieder kälter würde.
Im Übrigen, was sind schon 0,7°C in > 100 Jahren? Sie Reden von globaler Durchschnittstemperatur und von plus oder minus zu einem ominösen Richtwert. Wer legt denn diesen Richtwert fest? Wer bestimmt denn, welche Temperatur wo die richtige ist?
mfg
Wolf Krab
@Thorsten Seifert
#Die Werte aller Institute liegen aber sehr eng beieinander. Bezüglich der globalen Erwärmung seit 1880 gibt es keine Zweifel mehr. Wir brauchen uns hier nicht um 1/10 Grad zu streiten#
Das ist sowas von wurscht - Du tust, als stritte ich die beendete Erwärmung hab. Das hat aber, lern es endlich, nix mit "A" zu tu, nur mit "GW"
http://data.giss.nasa.gov/...dius=1200&pol=reg
NASA-GISS 1987-2007 vs 1880-1900
Bis 2,2°C Erwärmung auf der NH und nur 0,5°C Erwärmung auf der SH!!!!!!
Was soll das für ein Treibhauseffekt sein????
http://data.giss.nasa.gov/...dius=1200&pol=reg
NASA-GISS 1987-2007 vs 1880-1900
Bis 2,2°C Erwärmung auf der NH und nur 0,5°C Erwärmung auf der SH!!!!!!
Was soll das für ein Treibhauseffekt sein????
@ Wolf Krab,
ich fürchte, dass ist eine etwas vereinfachte Sicht der Dinge. Zunächst muss man die Frage stellen, warum es wärmer geworden ist?
Etwas weniger als die Hälfte der gemessenen Erwärmung, insbesondere in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts lässt sich noch durch natürliche Ursachen erklären, zum Beispiel eine stärkere Sonneneinstrahlung.
Doch diese Erklärung greift nun nicht mehr. Kein Wissenschaftler kann die in den letzten Jahrzehnten gemessene Erwärmung auf natürliche Ursachen zurückführen. Sehr wohl liegt aber eine Erklärung in der gestiegenen Konzentration der Treibhausgase, auch wenn dies von den Klimaskeptikern bestritten wird.
Wenn es aber den Zuammenhang gibt, dann befinden wir uns in einer gefährlichen Situation, denn die Emissionen, insbesondere von CO2, steigen rasant weiter an. Dies wird auch eine weitere Erwärmung mit sich bringen.
Die einfache Gleichung: warm = gut geht leider nicht auf. Dazu gibt es zu viele Mechanismen, die sich extrem nachteilig auf die Zivilisation auswirken. In erster Linie sind stark veränderte Niederschlagsmuster zu nennen, sowie der zu erwartende Anstieg des Meeresspiegels.
Einige Gebiete der Erde werden zunehmend unter Dürre leider, zum Beispiel der Mittelmeerraum, andere erleben verstärkt sintflutartige Regenfälle.
Bereits ein Meter Anstieg des Meeresspiegels hätte weit reichende Konsequenzen für die menschliche Besiedelung: zahlreiche Gebiete, die nicht hoch genug über dem Meeresspiegel liegen, müssten aufgegeben werden. Die Landwirtschaft muss eingeschränkt werden, weil immer größere Flächen von Brackwasser beeinträchtigt werden.
Bei Singer ist ein interessanter Meinungswechsel zu beobachten. In der Angfangszeit hat er schlicht bestritten, dass es eine Erwärmung gibt, jetzt, da diese Behauptung aufgrund der Datenlage nicht mehr zu halten ist, schwenkt er auf die These um, dass die Erwärmung überwiegend Vorteile bringen würde. Man darf gespannt sei, welchje anders lautende Parole er ausgeben wird, wenn die gravierenden Nachteile der Erwärmung Bestandteil der Alltagserfahrung vieler Menschen werden. Ich bin mir jedoch sicher, dass ihm bei seiner blühenden Fantasie auch dann wieder eine neue Ausrede einfallen wird.