Klimawette Teil 2
Letzte Woche haben wir eine Wette gegen die Vorhersage einer "Pause der globalen Erwärmung" von Keenlyside et al. in Nature angeboten. Bei der Gelegenheit versprachen wir, unsere wissenschaftlichen Argumente darzulegen – hier sind sie. Dass die Prognose von Keenlyside et al. zutreffend ist, bezweifeln wir aus folgenden Gründen:
1) Die Abbildung 4 aus ihrer Arbeit (siehe unseren letzten Beitrag) zeigt, dass ein gängiges Klimaszenario vom IPCC-Typ etwas bessere Ergebnisse für die globalen Durchschnittstemperaturen liefert als ihre neue Methode unter Einbeziehung der beobachteten Oberflächentemperaturen der Ozeane (siehe auch die Zahlen der Korrelationen in der Legende).

Abbildung von Keenlyside et al. (2008). Die rote Linie zeigt Beobachtungsdaten (HadCRU3), die schwarze Linie ein standardisiertes IPCC-Szenario (bis 2000 angetrieben durch beobachtete Antriebe, danach mit dem A1B-Emmissionszenario) und die grünen Punkte die Prognose mit initialisierten Oberflächentemperaturen der Ozeane. Alle Werte sind Durchschnittswerte für je zehn Jahre.
Dass das klassische Erwärmungsszenario bessere Ergebnisse liefert ist sehr bemerkenswert, da es keine Beobachtungsdaten verwendet. Die grüne Kurve, die ein Satz einzelner Zehnjahresprognosen und keine Zeitreihe ist, startet jedes mal neu sehr nah am tatsächlich beobachteten Klima, weil sie mit tatsächlich gemessenen Meerestemperaturen initialisiert wird. Deswegen kann dieses Modell schon konstruktionsbedingt nicht sehr weit von den beobachteten Daten abweichen, im Gegensatz zur "frei" modellierten schwarzen Zeitreihe. Dass letztere dennoch bessere Ergebnisse liefert, zeigt, dass die Initialisierungs-Technik die Prognosen nicht verbessert.
2) Ihre Abkühlungsvorhersagen haben keinen Test während der "hindcasting"-Periode bestanden. Die 10-Jahres-Mittel der globalen Temperaturen sind während der gesamten Zeit monoton gestiegen – siehe die rote Linie in ihrer Graphik). Das Verfahren hat allerdings offenbar zwei falsche Abkühlungsvorhersagen gemacht: für das Jahrzehnt um 1970 und das um 1999.
3) Nicht nur erzeugt ihr Verfahren zu niedrige Temperaturen für den Zeitraum von 1994-2004, sondern praktisch sicher auch für 2000-2010. Damit ihre Vorhersage für den Zeitraum 2000-2010 korrekt ist, müssen alle verbleibenden Monate dieses Zeitraumes so kalt sein wie der Januar 2008 – der in diesem Jahrzehnt mit Abstand der kältelste Monat war. Es müsste also in den nächsten zweieinhalb Jahren eine extreme Abkühlung eintreten.
4) Auch für die europäischen Temperaturen (Abb. 3c in der Veröffentlichung und nicht Gegenstand unserer Wette) ist die Vorhersagekraft des Verfahrens von Keenlyside et al. nicht besonders eindrucksvoll. Die Methode prognostizierte seit 1970 mehrmals Abkühlungen, die Temperatur stieg jedoch jedes Mal an. Man muss bedenken, dass alle ihre Vorhersagen nah an der roten Linie starten; praktisch jede Prognose erwies sich als kälter als das, was dann tatsächlich eintrat. Die Vorhersagen nach dieser Methode scheinen einen systematischen Fehler aufzuweisen.
5) Eine der zentralen Aussagen des Papers ist, dass die Methode erlaubt, das Verhalten der MOC (meridional overturning circulation, meridionale Umwälzbewegung) im Atlantik vorherzusagen. Mangels Daten wissen wir nicht, wie sich die MOC verändert. Daher diagnostizieren die Autoren den Zustand der MOC aus den Oberflächentemperaturen – vereinfacht gesagt: Ein warmer nördlicher Atlantik deutet auf eine starke MOC hin, ein kühler auf eine schwache MOC (es ist in Wirklichkeit ein bisschen komplizierter). Ihr Verfahren passt die Meerestemperaturen des Modells der Wirklichkeit an, bevor die Vorhersage startet. Aber erzeugt man so eine korrekte Reaktion der MOC? Angenommen, der Atlantik im Modell ist zu kalt. Das Bedeutet in Keenlysides Ansatz, dass die MOC zu schwach ist. Die Oberflächentemperatur im Modell wird dann ein wenig erhöht. Aber dadurch verringert man die Dichte des Oberflächenwassers und erhöht seinen Auftrieb, was die MOC tendenziell abschwächt statt sie zu verstärken! Es erscheint uns daher unwahrscheinlich, dass man das Verhalten der MOC mit diesem Verfahren richtig hinbekommt. Es wäre schön, wenn dies in einem "perfekten Modell" Experiment untersucht würde, wo die Methode benutzt wird, um das Verhalten einer anderen Modellsimulation vorherzusagen statt der Realität (dann hat man viel mehr Daten zur Verfügung). Wenn die Methode in einer solchen Situation versagt, wird sie das auch in der realen Welt tun.
6) Wenn Modelle von einer Kopplung an beobachtete Meerestemperaturen auf eine eigene Berechnung dieser Oberflächentemperaturen umgestellt werden, erleiden sie einen so genannten Kopplungsschock. Das ist nur schwer, wahrscheinlich sogar unmöglich, zu vermeiden, wie Experimente mit "perfekten Modellen" gezeigt haben (z.B. Rahmstorf, Climate Dynamics 1995). Diese Schwierigkeit stellt eine erhebliche Herausforderung für den von Keenlyside et al. gewähltem Vorhersage-Typ dar, bei dem so ein Übergang zu frei kalkulierten Oberflächentemperaturen direkt zu Beginn der Prognose auftritt. Als Antwort auf diesen Kopplungsschock treten im Modell typischerweise einige Jahrzehnte lang MOC-Oszillationen auf, etwa in der Stärke, wie sie im Modell von Keenlyside et al. zu beobachten sind. Wir vermuten, dass dieser Kopplungsschock, der keine realistische Klimaschwankung, sondern ein Modellierungsartefakt ist, wesentliche Auswirkungen auf die Ergebnisse der Simulation hat. Ein möglicher Test wären wieder "perfektes Modell" Experimente wie oben erwähnt, oder eine Analyse der Strahlungsbilanz in "freien" Modellläufen und solchen mit Anpassung an beobachtete Meerestemperaturen - ein signifikanter Unterschied zwischen beiden könnte einiges erklären.
7) Wie gut das Modell von Keenlyside et al. im Bezug auf die MOC arbeitet, können wir anhand der Karte der Vorhesagegüte in Abb. 1a sehen. Die Darstellung zeigt blaue Gebiete in der Labradorsee, im Europäischen Nordmeer sowie dem Golfstromgebiet. Diese blauen Bereiche kennzeichnen "negativen skill“, das heißt, das Verfahren der Datenassimilation verschlechtert die Vorhersage, statt sie zu verbessern. Diese Gebiete sind gerade die entscheidenden für die MOC, und das zeigt unserer Meinung nach, dass das Verfahren aus den unter den Punkten 5 und 6 genannten Gründen die variationen der MOC nicht korrekt beschreibt.
8) Die vom IPCC verwendeten Klimamodelle, alle im CMIP3-Modellarchiv der Öffentlichkeit zugänglich, beinhalten bereits natürliche Schwankungen der MOC sowie die Variabilität im tropischen Pazifik oder die Nordatlantische Oszillation. Einige berücksichtigen auch Schätzungen über die Variabilität der Sonneneinstrahlung im Antrieb. Im Prinzip sollten daher in allen diesen Modellen Abkühlungsphasen vergleichbar dem Keenlyside-Modell auftreten – nur dass sie in diesen Modellen zu einem zufälligen Zeitpunkt erscheinen sollten und nicht zu einer spezifischen Zeit. Letzteres ist schließlich die Innovation, die die neue Studie versucht. Das Problem ist, dass in allen Standardmodellen der globalen Erwärmung eine Abkühlung eines ganzen Jahrzehnts im Vergleich zum vorherigen extrem unwahrscheinlich ist und praktisch nie auftritt (siehe auch diesen Beitrag). Das deutet darauf hin, dass die Prognose der globalen Abkühlung von Keenlyside et al außerhalb der natürlichen Schwankungsbreite von Klimamodellen (und wahrscheinlich des realen Klimasystems) liegt und daher vielleicht ein Artefakt des Initialisierungsverfahrens ist.
Natürlich könnten wir mit unserer Einschätzung daneben liegen. Den Kollegen stehen die kompletten Datensätze zur Verfügung, mit denen sie zudem Monate lang gearbeitet haben, während wir uns allein auf ihre Publikation verlassen müssen. Aber das Schöe an ihrer Vorhersage ist ja, dass wir in wenigen Jahren wissen werden, ob sie zutrifft – denn es handelt sich um nachprüfbare Kurzzeitvorhersagen, von den wir gerne künftig mehr sehen.
Warum haben wir eine Wette über diese Vorhersage vorgeschlagen? Hauptsächlich deshalb, weil wir über die weltweite Berichterstattung in den Medien besorgt sind. Die Medienberichte ließen die kommende Pause bei der globalen Erwärmung praktisch als Tatsache erscheinen, nicht als eine experimentelle Vorhersage. Sollten sich Keenlysides Prognosen als falsch erweisen, könnte dies zum Bumerang für die ganze Gemeinde der Klimaforscher werden. Selbst heute noch wird die Tatsache, dass einige Wissenschaftler in den 1970er Jahren eine globale Abkühlung voraussagten, dazu benutzt, die Glaubwürdigkeit der Klimaforschung zu untergraben – obwohl zu jener Zeit nur einige wenige Forscher diese Position vertraten und es ihnen niemals gelang, viele ihrer Kollegen davon zu überzeugen. Eine öffentliche Wette zwischen verschiedenen Forschergruppen signalisiert der breiten Öffentlichkeit, dass diese Vorhersage keinen breit unterstützten Konsens der Gemeinde der Klimaforscher darstellt, ganz im Gegensatz zu den Berichten des Weltklimarats IPCC (über die wir uns übrigens mit Keenlyside und Kollegen völlig einig sind). Einige Medienberichte behaupteten sogar, dass die Szenarien des IPCC durch diese "verbesserte" Vorhersage überholt seien.
Indem wir der Diskussion die Gestalt einer Wette geben, können wir auch klären, welche Vorhersage es denn nun genau ist, die getroffen wurde, und welche Daten diese Vorhersage falsifizieren würden. Die Publikation alleine lies uns das nicht völlig klar werden, sodass es einiger Nachfragen bei den Autoren bedurfte, um dies herauszufinden. Nicht zuletzt gibt es den Kollegen die Chance zu sagen: "Moment mal, ganz so war die Vorhersage nicht gemeint – aber wir würden über eine modifizierte Vorhersage wetten, wenn sie wie folgt lautet: ..."
Und natürlich können wir auch gerne noch einmal über den Wetteinsatz reden, ums Geld geht es uns schließlich nicht. Eine gute Sache wäre zum Beispiel eine Spende an ein Projekt zur Erhaltung des Regenwalds, oder wir kaufen aus dem europäischen Emissionshandel hundert Tonnen Kohlendioxid, um sie auf diese Weise vom Markt zu nehmen.
Wir hoffen nun, dass diese Diskussion Klarheit in die Angelegenheit bringen wird, und laden Keenlyside et al. herzlich ein, hier in der KlimaLounge (oder auf www.realclimate.org) in einem Gastbeitrag ihre Sicht der Dinge darzustellen.
Aktuell dazu:
Interview in der Frankfurter Rundschau
Und Maxeiner und Miersch versuchen aus dem Thema eine Polemik zu machen – wie bei diesen Autoren schon gewohnt unter Verdrehung aller Tatsachen. Sie berichten falsch, wer die Wette angeboten hat („ein halbes Dutzend der einflussreichsten Forscher des Weltklimarates“). Sie berichten falsch, worum sie geht („die Vorhersagen des Weltklimarates“ – in Wahrheit geht es um eine Vorhersage von natürlichen Klimaschwankungen, wozu der Weltklimarat gar keine Prognosen abgibt). Und sie haben die Ausstiegsklausel nicht gelesen (sie implizieren, der Ausbruch des Vulkans Chaitén in Chile würde die Wette ungültig machen).
- Liebe Leser.
Da sich die Diskussion in den Kommentaren sinnlos im Kreise dreht und mit dem Thema nichts mehr zu tun hat, ist die Kommentarfunktion in diesem Beitrag geschlossen.
Die Redaktion -
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Ich gehe davon aus, dass Ihnen klar ist, welch brisantes Thema die sog. Klimaschutzpolitik, an deren Zustandekommen der Autor des Eingangsartikels maßgeblichen Anteil hat, mittlerweile geworden ist.
Brisant deshalb, weil die sich daraus ableitenden Maßnahmen und Folgen jeder einzelne Mensch immer drastischer zu spüren bekommt. Folglich werden immer mehr Menschen das Verlangen haben, manche Dinge kritisch zu hinterfragen.
Darüber, dass nun hier in einer vermeintlich offenen Diskussion durchaus streitbar argumentiert wird, sollte allen Beteiligten von Beginn an klar gewesen sein.
Ich hatte in keinem Beitrag bisher Hinweise auf Volksverhetzung, Kriegs- und Gewaltverherrlichung oder persönlich beleidigende bzw. diffamierende Äußerungen gegen irgend jemanden erkennen können.
Über Ihre Entscheidung, rigoros zu zensieren, da einzelne Beiträge Ihrem offenbar elitären Geschmack nicht entsprechen, kann ich nur noch den Kopf schütteln und Ihnen empfehlen, den Laden hier dicht zu machen.
Es grüßt
Werner Silie (Bruder von Peter und vor Kurzem noch per Anhalter unterwegs)
Klar, ein konformer planck, aka Georg Hoffmann darf seine anmaßenden Beiträge hier unzensiert stehen lassen:
#Ich weiss ja nicht in wie weit bei Ihnen an der Fachhochschule das Fach Logik vertreten ist, aber#
als Antwort auf Prof. Dr. Matthias Mändl
14.05.2008 15:02
Repliken darauf sind, logischerweise, verpönt.
Noch immer bedeckt sich die Redaktion schamvoll hinter ihrem Feigenblatt-Anonymus. Ich wüßte gern, ob es sich um eine Person handelt, oder sich verschiedene Personen abwechseln. So geheimnisvoll diese "Redaktion" auch sein mag, ein Mensch, der zu seinen Aussagen und Entscheidungen steht und von anderen einen Namen verlangt, sollte sich nicht verkriechen. Ich finde derartiges Verhalten unaufrichtig und erhoffe Besserung.
Beste Grüße,
Alex Schmidt
- Nein, die Redaktion von Spektrum der Wissenschaft besteht nicht nur aus einer Person. Wer letztendlich verantwortlich ist, steht im Impressum.
Die Redaktion -
Sehr geehrtes Redaktionsteam,
wie ich nach lesen der Blog-Beiträge mit Bedauern feststellen musste, betätigt sich das Redaktions-Team sehr stark als Zensor und dies offensichtlich nicht immer mit dem Gebot der Neutralität (z.B. Rainer Hohn, 16.05.2008, 16,58 Uhr). Auch habe ich (leider) bei kritischen Leserbriefen zu Berichten von namhaften Autoren in S.d.W. mehrmals erfahren, dass diese Leserbriefe von der Redaktion zwar meistens veröffentlicht werden, eine direkte Kritik an S.d.W. aber herausgenommen wird. Insofern passt Ihre (wie ich meine) unpassende Antwort an Herrn Alex Schmidt vom 16.05.08, 11,33 Uhr in dieses Bild. Abgesehen, dass diese Antwort, Sie verzeihen mir, arrogant ist, ist sie alles andere als fair und schon gar nicht „mit gleichem Maßstab“ gemessen. Generell gilt, was ich von anderen erwarte, muss ich bereit sein, selbst zu erbringen. Dies wird allgemein mit Vorbildfunktion bezeichnet, die jeder für sich in einem Redaktionsteam vorweisen muss!
Da man bei sich selbst geneigt ist, nicht neutral zu sein, verstehe ich von meinem subjektiven Standpunkt auch nicht, warum mein Beitrag vom 09.05.08 nachträglich von Ihnen aus dem Blog entfernt wurde:
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Rahmstorf:
meine Blog-Kollegen haben Ihnen bereits einiges mitgeteilt, inwieweit eine Wette zu einem Wissenschaftler und einer ernsten wissenschaftlichen Thematik, dem Klima passt. Wen wollen sie mit einer solchen Wette eigentlich bluffen oder beeindrucken – in diesem Blog doch wohl niemand. Wer am Ende seiner wissenschaftlichen Argumentation angelangt ist, dem helfen Wetten oder Ausflüge in die Astrologie auch nicht weiter. Die Wissenschaft lebt (neben der Neugier) von zwei grundsätzlichen Dingen, dem Dialog und der Bereitschaft, neue Erkenntnisse in seine Denkweise einfließen zu lassen und bisherig (falsches) zu korrigieren. Wie mir scheint, ist diese Bereitschaft nicht überall in der Wissenschaftlergemeinde ausgeprägt. Wer gibt uns eigentlich eine Ausstiegsklausel für Unwissenschaftliches?
Ich möchte diese Statments gerne präzisieren, wenn sie in der Kürze als „polemisch“ empfunden werden und dadurch von Ihnen gelöscht wurden. Lassen Sie mich mit dem letzten Satz beginnen.
Wie z.B. Herr Prof. Dr. Matthias Mändl in seinem Beitrag vom 14.05.08 aufzeigt, haben Wetten in der wissenschaftlichen Debatte keinen Raum, sind also unwissenschaftlich. Wetten (das Wort sagt es) basieren nicht auf Wissen, oder wissenschaftlichen Herleitungen, sondern auf rein spekulativen Grundlagen. Wer sich Wissenschaftler nennt und Fachargumente für seine Thesen vorweisen kann, der Bedarf keiner „Wetten“ für die Unterstreichung seiner Thesen – dies tun seine Argumente dann hinreichend. Wer sich in der Wissenschaft für die Untermauerung seiner Thesen der Wette bedient, setzt sich demzufolge dem Licht aus, keine hinreichenden Argumente für seine Thesen vorweisen zu können.
Herr Prof. Dr. Rahmstorf, Ihre Wette ist, wie ich Ihnen aufzeigen werde, weder fair, noch sachlich, sie ist vergleichbar, wenn jemand wetten will, dass es am anderen Tag wieder hell wird (und ich verkneife mir jetzt Ausstiegsklauseln vorzuhalten, wie, wenn die Sonne nicht durch eine Supernovae vorher explodiert). Ihre Wette lautet: „Sollte die Durchschnittstemperatur in den Jahren 2000 bis 2010 (ihre erste Voraussage) tatsächlich niedriger oder gleich der Durchschnittstemperatur in den Jahren von 1994 bis 2004 (*) sein, zahlen wir ihnen 2500 Euro. Ist sie höher, zahlen sie uns 2500 Euro. Wer diesen Teil der Wette gewinnt, wird sich Ende 2010 erweisen.“ Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Rahmstorf, in dem Betrachtungszeitraum 2000 bis 2010 treten zwei Sonnenmaxima auf, im Betrachtungszeitraum 1994-2004 jedoch lediglich eines (http://science.nasa.gov/..._longrange.htm?list3134) Es ist Ihnen sicherlich bekannt, dass der Sonnenforscher David Hathaway vom Marshall Space Flight Center zu dem 24. Sonnezyklus, der 2010 sein Maximum erreichen wird, im Dezember 2006 auf dem Treffen der American Geophysical Union in San Francisco folgendes sagte: "Sieht aus, als ob es einer der intensivsten Zyklen seit Beginn der Aufzeichnungen vor 400 Jahren wird." (http://www.astrolabium.net/...2006/22-12-2006.html oder in Englisch: http://science.nasa.gov/...y2006/21dec_cycle24.htm) Es ist also leicht, eine Wette anzubieten, mit zwei Sonnenmaxima „im Rücken“ während die Gegenpartei lediglich auf ein Sonnenmaximum (den 23. Zyklus) zurückgreifen kann, das außerdem merklich niedriger ausfiel, als der berechnete 24. Sonnenzyklus, der, als einer der stärksten in den letzten 400 Jahren prognostiziert wird. Wissenschaftler, die sich in der Thematik auskennen, wissen dies und gehen folglich nicht auf eine solch unlautere Wette ein (der Zeitraum, den Sie sich aussuchten, beginnt und endet mit einem Sonnenmaximum, der Zeitraum, den sie Ihren Gegenpartnern zubilligen, beginnt und endet hingegen mit einem Sonnenminimum, in der zweiten Wette liegt in dem von Ihnen beanspruchten Zeitraum der leistungsintensivere 24. Zyklus im Vergleich zum 23. Sonnenzyklus), zumal Wissenschaftler, wie bereits geschildert, derartiger Wetten nicht bedürfen. Viele Grüße RL.
- Bei dem Namen "Rainer Hohn" handelte es sich offensichtlich um einen falschen Namen. Wir haben trotz des Regelverstoßes immerhin den Kern der Kritik stehen lassen.
Eigentlich haben wir auch wirklich besseres zu tun als hier zu moderieren, aber da Sie und einige andere Leute nicht in der Lage sind, ohne Moderation eine auch nur halbwegs sachliche Diskussion zu führen, von Beiträgen zum eigentlichen Thema ganz zu schweigen, bleibt uns nichts anderes übrig.
Die Redaktion* -
- Und da Sie ja einen Namen haben wollen: Ich bin Lars Fischer, Chemiker, Autor des Fischblog und von "Abgefischt" hier auf den Wissenslogs. Die üblichen Drohungen und Beleidigungen bitte an Godwael@aol.com -
Lieber Raimund Leistenschneider,
Sie postulieren, dass die von Stefan Rahmstorf und seinen Kollegen angebotene Wette unfair sei, da wegen des Einflusses der Sonnenzyklen auf die globale Temperatur kein anderer Ausgang zu erwarten sei ("vergleichbar, wenn jemand wetten will, dass es am anderen Tag wieder hell wird").
Anscheinend haben Sie übersehen, dass sich zwar viele bemüht haben, eine Verbindung zwischen Sonnezyklus und globaler Temperatur nachzuweisen, andererseits der Effekt so gering ist, dass noch keiner so richtig fündig geworden ist: Stalking the Elusive Solar-cycle/Temperature Connection
Danke, Lars Fischer, weiter so.
War doch gar nicht so schwer. Oder?
Beste Grüße,
Alex Schmidt
- Toll, was? Jetzt sind Sie dran: Bitte einen sachlichen und fundierten Beitrag zum Thema. Sonst könnte man ja den Eindruck bekommen, Sie seien nur zum Nörgeln vorbeigekommen...
Die Redaktion -
@Karl Mistelberger
Natürlich gibt es Korrelationen zwischen Sonne und Temperatur / AGW - er wird nur ungern zur Kenntnis genommen. Nachulesen ist das u. a. bei EIKE, hier die Arbeit von Dr. Horst Borchert.
Klimawandel und Sonnenaktivität (Word Datei) Undzwar geht das einher mit dem auch auf den PIK Seiten nachprüfbaren Anstieg der Globalstrahlung ( Sekular - Station)
Lieber Lars Fischer
Schon wieder verstecken Sie sich hinter Ihrem Anonymus, oder hat die zuständige Redaktion gewechselt und dieses unsägliche Theater beginnt von vorn?
Solange Sie von den Blog-Teilnehmern erwarten mit Ihrem Namen aufzutreten, statt sich hinter einem Synonym zu verstecken, nehme ich auch Sie in die Pflicht.
Als aufmerksamer Leser dieses Blogs sehe ich mich aufgefordert Sie auf Unzulänglichkeiten Ihrerseits hinzuweisen. Darüber hinaus werde ich wohl eher Fragen stellen, als sie zu beantworten, da ich als Nicht-Chemiker kaum über die überragende Kompetenz verfüge physikalische Zusammenhänge für den Laien verständlich zu kommunizieren.
Für mich ist das Internet eher eine Informationsquelle als eine Selbstdarstellungsplattform. Doch auch in der relativen Anonymität des Internet bedarf es eines fairen und anständigen Umgangs miteinander. Insofern akzeptiere und befürworte Ihre redaktionellen Eingriffe bei verbalen Entgleisungen, aber die Zensur von unbequemen Meinungen hat auf einem Wissens-Blog nichts zu suchen. Ich hoffe Sie stimmen mir da zu.
Da Sie mich allerdings um meine persönliche Meinung zu dieser Klimawette gebeten haben, möchte ich Sie nicht enttäuschen.
Aus meiner Sicht ist diese Wette in höchstem Maße unseriös und für einen führenden Wissenschaftler in gleich welcher Branche unwürdig. Solche Auswüchse haben ihren Platz am Stammtisch, aber nicht in einer öffentlichen Debatte, bei der nebenbei Entscheidungen über die gesellschaftliche Entwicklung in der Gegenwart und der Zukunft gefällt werden. Ich würde es begrüßen, wenn Herr Rahmstorf und seine Mitspieler diesen Fehler bekennen würden und sich entschuldigen. Dabei ist es ohne belang ob sie von der Richtigkeit Ihrer Prognose überzeugt sind.
In einem Umfeld gegenseitiger Achtung werden Erkenntnisgewinn und Gedankenaustausch wohl am besten gefördert.
Beste Grüße,
Alex Schmidt
- Vielen Dank für Ihre Meinung und das aufmerksame Verfolgen dieser Blogs. Mit unbequemen Meinungen haben wir absolut kein Problem, so lange sie in angemessener Weise vertreten werden. In Kürze werden wir eine Liste mit verbindlichen Kommentarregeln ins Netz stellen, an denen sich Leser und Redaktion orientieren können. (Die Redaktion wird allerdings auch weiterhin mit "Redaktion" unterzeichnen.)
Die Redaktion -
Sehr geehrter Herr Mistelberger,
selbst Prof. Dr. Stefan Rahmstorf stellt nicht in Abrede, dass die Sonne der Hauptenergielieferant der Erde ist. 98,98 der Energie, die die Erde erhält, stammen von der Sonne. Der Unterschied der Solarkonstanten zwischen Sonnenminimum und Maximum im Schwabezyklus liegt zwischen 1 und 2 W/m2. Dass dies Auswirkungen auf die Temperatur und somit auf eine Temperaturwette hat, liegt auf der Hand. Kontrovers ist lediglich, ob der mit Thermometern gemessene Temperaturanstieg der letzten 20-30 Jahre auf die Sonne, oder noch anderen Faktoren, wie z.B. CO2 zurückzuführen ist. Viele Grüße RL.
„Die üblichen Drohungen und Beleidigungen bitte an Godwael@aol.com“
Sehr geehrter Herr Lars Fischer,
da ich gleichen Jahrgangs wie Herr Prof Dr. Rahmstorf bin, habe ich evtl. etwas Probleme, mit, ich bezeichne es als „schnöde Art“ der Jugend etwas anzufangen. Dass Sie Autor des Fischblogs sind, dafür kann ich nichts. Als Wissenschaftler diskreditieren Sie solche Äußerungen, wie die o.g., da ich mich nicht erinnern kann, irgendwann Ihnen oder einem Ihrer Kollegen auch nur ansatzweise gedroht zu haben.
- Dafür bin ich Ihnen in der Tat sehr verbunden. Andere Leute sind da allerdings weniger zurückhaltend. Meine Vorhersage hat sich durchaus bewahrheitet. L.F. -
Offensichtlich haben Sie es nicht gelernt, oder sind es nicht gewohnt, mit konstruktiver Kritik umzugehen. Was aus Ihrer Sicht eine halbwegs sachliche Diskussion ist, haben Sie mit dieser Äußerung ebenfalls unterstrichen. Allerdings stehen Sie, wenn wir uns von einem „Stammtischniveau“ abheben wollen, damit ziemlich allein. P.S.: Bei dem Namen „Rainer Hohn“ handelt es sich um den Namen, der in dem entsprechenden Blog angeführt ist – er ist somit auch nicht falsch. Viele Grüße RL.