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Ist die Erderwärmung vorbei?

von Stefan Rahmstorf, 15. März 2008, 13:20

Glaubt man einigen Medien, so hat die globale Erwärmung aufgehört oder macht zumindest Pause. DIE WELT schrieb diese Woche auf der Titelseite: „Mehr Schnee, mehr Kälte – wo bleibt die Erderwärmung?“ Im Blatt dann ein Artikel von Ulli Kulke mit dem programmatischen Titel: Klimakatastrophe – alles nur heiße Luft. Dort schreibt Kulke, dass „im laufenden Jahrzehnt die globalen Temperaturen im Durchschnitt gar keinen Trend mehr nach oben anzeigen“.

Welt Eisbaer

Was steckt dahinter?

Ein Blick auf die Messdaten (siehe Grafik 1) zeigt: erstens stimmt das nicht, und zweitens vermengt man Klima und Wetter (oder allgemeiner Signal und Rauschen), wenn man einen so kurzen Zeitraum betrachtet. Über einen Zeitraum von nur 8 Jahren ist der Temperaturverlauf stark von kurzfristigen Zufallsschwankungen geprägt (siehe nähere Diskussion und Grafiken bei Realclimate). Eine gesicherte Aussage über den Klimatrend kann man aus einem so kurzen Zeitraum daher nicht ableiten. Der 8-jährige Trend schwankt stark je nach gewähltem Anfangsjahr. Er hat in den letzten dreißig Jahren sogar mehrfach nach unten gezeigt – Kulke hätte Anfang der 1980er oder Anfang der 1990er viel eher behaupten können, die globale Erwärmung habe aufgehört. Doch „im laufenden Jahrzehnt“ (also für 2000-2007) zeigt der Trend deutlich nach oben: im NASA Datensatz um 0.25ºC/Jahrzehnt und im Hadley Datensatz um 0.17ºC/Jahrzehnt. Aber: die Fehlermarge an diesen Zahlen beträgt ±0.34ºC/Jahrzehnt, daher sind 8-jährige Trends eben nicht aussagekräftig. Aufgrund eines so kurzen Zeitraums kann man nicht einmal sicher feststellen, ob der Trend nach oben oder unten geht! Zum Vergleich: der IPCC-Bericht gibt den Langzeittrend über die letzten 50 Jahre mit 0.13ºC/Jahrzehnt an, mit einer Fehlermarge von  ±0.03ºC/Jahrzehnt.

Jahresmitteltemperaturen
Grafik 1: Globale Jahresmitteltemperaturen nach den Datensätzen von NASA (rot) und Hadley Center (blau) bis einschließlich 2007. Die dicken Linien sind über 11 Jahre geglättet. Zu beachten ist, dass der Unterschied zwischen den beiden geglätteten Kurven in den letzten 5 Jahren nicht statistisch signifikant ist, da sich eine 11-jährige Glättung natürlich nur bis 2002 exact berechnen lässt (aus den Daten 1997-2007), danach ist es eine zunehmend ungenaue Schätzung. Der graue Bereich mit den gestrichelten Linien ab 1990 zeigt die Spannbreite der IPCC-Szenarien. Für Details siehe Rahmstorf et al., Science 2007.

Die Aussage von Kulke ist etwa so clever, als würde man das Kommen des Frühlings anzweifeln, weil es im Verlauf der letzten Woche kühler geworden ist – siehe unsere Satire Doubts about the Advent of Spring vom 1. April 2005.

Doch wie wär’s mit noch einem kürzeren Zeitraum? O-Ton Kulke: „Die Welttemperaturen in diesem Winter signalisieren im Vergleich zum vorherigen den steilsten Absturz seit Aufzeichnung der Wetterdaten, der Januar war der kälteste seit 15 Jahren.“ Der Hauptgrund für diesen „steilen Absturz“ ist aber nicht, dass Januar 2008 so ungewöhnlich kalt war: seine Temperatur lag deutlich über dem langjährigen Mittel und lag nur um Hundertstel unter (also im Rahmen der Messunsicherheit gleichauf mit) dem Januar 2000. Der Grund ist vielmehr, dass 2007 mit weitem Abstand der wärmste Januar seit Beginn der Aufzeichnungen war. Man hätte es auch so formulieren können: inzwischen ist das Klima derart warm, dass selbst „der steilste Absturz seit Aufzeichnung“ keinen richtig kalten Januar mehr bringt (siehe Grafik 2).

Januartemperatur
Grafik 2: Globale Januartemperaturen 1900-2007 nach dem Datensatz der NASA

Lernen kann man an dieser Diskussion etwas über die Wärmebilanz unseres Planeten. Im Gleichgewicht ergibt sich die Temperatur aus der Bilanz an der Oberkante der Atmosphäre:

Sonneneinstrahlung – reflektierter Anteil = langwellige Abstrahlung

Abseits vom Gleichgewicht kommt noch der Wärmeaustausch mit dem Ozean hinzu. Langfristige Klimatrends sind hauptsächlich getrieben von Veränderungen der Sonneneinstrahlung (Sonnenzyklen, Erdbahnzyklen) und der langwelligen Abstrahlung (Treibhausgase). Die Schwankungen von Jahr zu Jahr liegen dagegen vor allem am reflektierten Anteil (Änderung der Schneebedeckung) und dem Wärmeaustausch mit dem Ozean. Ein besonders kalter Januar kann entstehen, wenn (wie dieses Jahr) ein La Niña-Zustand im Pazifik (der Ozean saugt Wärme aus der Luft auf) mit besonders viel Schnee an Land (der Sonne reflektiert) zusammen trifft. Da kurzfristige Schwankungen und langfristige Trends durch verschiedene physikalische Mechanismen entstehen, macht es keinen Sinn, aus dem Klimaverlauf über wenige Jahre Folgerungen für die Klimapolitik abzuleiten.

Zum Schluss soll nochmals Kulke zu Wort kommen:

„Doch inzwischen ist der Nordpol nach dem großen Tauwetter im vergangenen Sommer wieder zugefroren, und die globalen Klimadaten dieses Winters lassen vorerst eine Behauptung nicht mehr zu: dass sich die Erderwärmung immer stärker beschleunige.“

In der Polarnacht friert es am Nordpol? Das ist ja hoch interessant! (Das wird allerdings auch in hundert Jahren noch so sein, egal wie stark die globale Erwärmung ausfällt.)

Und wenn 8 Jahre Daten nicht ausreichen, um einen Trend zu bestimmen, wie viele Jahre braucht man wohl, um festzustellen, ob der Trend sich beschleunigt?

Kulke macht dies übrigens nicht zum ersten Mal. In unserem Buch Wie bedroht sind die Ozeane? diskutieren wir ein anderes Beispiel: als die Meerestemperaturen von 2003-2005 vorübergehend einen Zacken nach unten machten, schrieb Kulke unter der Überschrift „Es stürmt nur der Alarmismus“ in DIE WELT (25.9.2006):

In unseren Zeiten ist dies doch eine ungeheure Information, eine echte Neuigkeit in der Klima-Einheitsdebatte. Dennoch taucht sie nicht in unseren Zeitungen auf, nicht in den Fernsehnachrichten. Sie passt nicht in die Zeit. (...) Der Zeitgeist ist auf Katastrophe eingestellt. Doch die Fakten spielen da nicht immer mit.“

Dass die Verdränger der Erderwärmung wie Kulke verzweifelt die Wahrheit im Rauschen suchen, weil sie das Signal nicht wahrhaben wollen, mag man lustig finden – ein Kollege etwa brach beim Lesen von Kulkes Artikel einfach lauthals in Lachen aus. Dass allerdings eine große Tageszeitung zum wiederholten Male ihren Lesern einen derartigen wissenschaftlichen Unsinn auftischt, das ist traurig - selbst wenn manche Leser dergleichen vielleicht gerne lesen.

Update 20. März: Die NASA hat gerade die neuesten Messungen der arktischen Eisbedeckung in diesem Winter publiziert. Trotz des überdurchschnittlich kalten Winters ist die Dicke des Eises weiter zurückgegangen. Die Fläche des mehrjährigen Eises hat diesen Winter ein "all-time minimum" erreicht. Die NASA weist darauf hin, dass das dünnere Eis verwundbarer ist, wenn die Schmelzsaison einsetzt.

Update 10. April: Die NASA hat gerade die globale Temperatur für März publiziert. Die relativ kalten Monate sind vorbei: die Märztemperatur 2008 liegt exact auf der Trendlinie (siehe Abb. unten). Der März 2008 ist der drittwärmste März seit beginn der Aufzeichnungen, nach 2002 und 2005.

NASA globale Temperaturen fuer Maerz

Globale Temperaturen jeweils für den März jeden Jahres, 1900-2008, nach NASA.

Update 17. April: Laut Analyse der NOAA war der März 2008 über Land der wärmste März seit Beginn der Aufzeichnungen. Luftttemperaturen über dem Ozean werden noch durch die anhaltenden La Niña - Bedingungen im Pazifik gekühlt. Dieser neue Wärmerekord illustriert auch dem Laien, der den fachlichen Argumenten oben nicht folgen mochte, wie abwegig die Diskussionen über das "Ende der globalen Erwärmung" gewesen sind.

Links:
Die Klimadaten der NASA
Die Klimadaten des Hadley Center
Hier diskutieren wir eine weitere Kulke-Falschmeldung
Spiegel-online zur von Kulke gelobten "Klimaskeptiker"-Konferenz
Realclimate zur von Kulke gelobten "Klimaskeptiker"-Konferenz
Realclimate zu den angeblich "gerichtsnotorischen Übertreibungen" von Al Gore
greenpeace-magazin spießt weitere Fehler des WELT-Artikels auf.



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ALLWISSENDE MEDIEN: Blog as blog can – oder wie vermittelt man Forschung

Kommentare

  1. Krishnag Kausalkette
    31.03.2008 | 20:59
    Keine reinen copy/paste-Posts bitte - Red.
  2. Krishnag Kausalkette
    31.03.2008 | 21:57

    Der IPCC Report ist ein Ergebnis von Abstimmungen, das beste Mittel,
    wissenschaftliche Wahrheiten zu ermitteln.

    Die Kausalketten sind aber noch nicht genau bekannt, auch wenn die
    Statistik darauf hinweist, daß es eine Korrelation zwischen
    Treibhauseffekt und Erwärmung gibt.

    Stabilisierende oder negative Rückkopplungen sind unverstandemn oder unbekannt.
    Folglich hat man Probleme bei der Prognose der klimatischen Auswirkungen des CO2.

    Kann man Komplett hier nachlesen:
    http://www2.hu-berlin.de/...stel%20zu%20Lanius.pdf

    Dagegen ist her Schellnhuber der Meinung:
    #Die Debatte ist vorbei, wir sind vom globalen Treibhauseffekt umgeben.#
    Nachzulesen hier:
    http://www.heise.de/...Klimawandel--/artikel/85533

    Wie kommt er bei diesen Unsicherheiten, geäußert bei der Leibniz-Sozietät, zu dieser Festsetllung.
    Ich bin sicher ncht allein mit der Meinung, die Debatte sollte endlich anfangen !

  3. Raimund Leistenschneider Ist die Erderwärmung vorbei?
    04.04.2008 | 12:00

    Lieber Herr Prof. Dr. Rahmstorf, zuerst möchte ich mich entschuldigen, dass ich Ihnen erst heute antworte – hat nichts mit abnehmendem Interesse, oder Unhöflichkeit zu tun, ich war in Urlaub.

    Sollte die Formulierung „gemessen“ in Zusammenhang mit Satellitenmessungen bei Ihnen oder einem Blogteilnehmer Unverständnis geweckt haben, bitte ich dies mir nachzusehen. Ich hatte meine Erwiderung auch damit begonnen, das – aufgrund Ihrer Anregungen, die Wertungen „real“ oder „echt“ in Verbindung mit Satellitendaten kritisch zu betrachten sind und somit auch die Kurve selbst. Natürlich können Satellitendaten nicht die Boden-oder bodennahen Temperaturen messen, deswegen heißt die Kurve ja auch „UAH MSU Global Monthly Mean Mid Troposphere Temperature Anomalies“. Sie gibt also die Temperaturen der Troposphäre wieder. I.ü. sind die von Ihnen genannten Stratosphäreneffekte bei den Modellen berücksichtigt. Des Weiteren gab ich an, dass Satelliten- und Ballontemperaturmessungen weitgehend übereinstimmen und Ballonwerte sind nicht strahlungstechnisch ermittelt, sondern mittels Thermometer bestimmt – also die physikalische Erfassung ist mit denen der Oberflächenmessungen mittels Thermometer vergleichbar. Mein Hauptkritikpunkt an den oberflächennahen Thermometermessungen ist der, dass sich hiermit grundsätzlich keine Globaltemperatur bestimmen lässt, zumindest keine, die den Begriff „wissenschaftlich“ verdient. Dies sind die Höhenunterschiede und die mathematische Werteumrechnung auf Einheits(Vergleichs)niveau und die unterschiedliche zeitliche Erfassung und Gewichtung der Daten, die ländermäßig dazu benutzt werden, die Tagesdurchschnittstemperatur zu bestimmen – ich hatte dies am Beispiel Deutschland aufgezeigt (in Frankreich wird dagegen nur aus zwei Werten die Tagesdurchschnittstemperatur bestimmt, aus dem Höcht- und Tiefstwert, geteilt durch 2). Von meinen Blogkollegen wurde als weiterer Punkt der sog. „Wärmeinseleffekt“ angeführt – nach der „Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe“ ist dieser ganz beträchtlich, wie die Vergleichskurve für Kalifornien zeigt: (google.de: Bild).

    Es ist doch unstrittig, dass eine geglättete Temperaturkurve im Zeitraum von 1979 bis 2008 eine Temperaturerhöhung anzeigt – dies kann auch gar nicht anders sein, da, ich hatte es bereits angeführt, wir auf der Erde in den 1970er Jahren eine „kleine Eiszeit“ hatten – die Temperaturen lagen unter dem Durchschnitt (Quelle: Lord Christopher Monckton im Sunday Telegraph vom 05.11.2006). Seitdem gehen die Temperaturen seit ihrem letzten vorläufigem Minimum um 1974 wieder nach oben. Genauso ist es unstrittig, dass die Temperaturen (zumindest aus der genannten Satellitenkurve, der Sie ja dadurch Richtigkeit attestierten, dass auch bei dieser Kurve, die von Ihnen genannten Dekadenerhöhungen zu ermitteln sind) seit 2000 sich seitwärts bewegen, bzw. zurückgehen.

    Die geglätteten, also statistisch behandelten Kurven haben aus meiner Sicht den Nachteil, dass sie den Realwerten immer! nachlaufen. Ihnen und auch den Blogteilnehmern ist dies selbstverständlich bewusst, aber ich wage zu behaupten, den Politikern und – ich nennen ihn – in Anlehnung auf statistische Erhebungen „Durchschnittsbürger“ nicht. Wenn dieser solch eine geglättete Temperaturkurve sieht, die in der aktuellen Dekade eine solche Steigung aufweist, kann sich bei ihm leicht er Eindruck erwecken, die Temperaturen würden aktuell Jahr für Jahr steigen. Dies ist nicht so. Überspitzt ausgedrückt, geglättete Kurven zeigen auch dann noch einen Erwärmungstrend an, wenn die nächste Eiszeit bereits eingetreten ist.

    Da ich aus dem Dreiländereck Frankreich-Luxemburg-Saarland stamme und das Glück für mich in Anspruch nehmen kann, mehrkulturell aufgewachsen zu sein, weiß ich aus meinen sich daraus ergebenen Kontakten, dass die dortigen, ich nenne sie wieder „Durchschnittsbürger“ (in der Wissenschaftsgemeinde haben Sie sicherlich den besseren Einblick) an die Thematik CO2 und Klimawandel mit viel mehr Gelassenheit herantreten, als dies bei uns in Deutschland der Fall ist und ich gehe nicht davon aus, dass wir in Deutschland klüger, besser informiert oder weitsichtiger sind, sondern, dass hier evtl. die Sicht vorhanden ist, dass der Klimawandel selbstverständlich ist – es kann niemals ein statisches Klima geben – und es nach einer Kaltphase (1970er Jahre) nun einfach wieder an der Zeit ist, dass es seither wieder wärmer wurde. Als Beleg eignet sich gut der periodische Wechsel der AMO. Ihre letzte (abgeschlossene) Warmphase ging von 1928 – 1964, die sich anschließende Kaltphase von 1964 – 1993. Seither ist die AMO wieder positiv.

    Der Zukunftsforscher Matthias Horx (zu unserer deutschen Neigung der Dramaturgie) hierzu: “Die bittere oder auch befreiende Wahrheit ist: Es gab nie (und wird nie) ein „Normklima“ geben, in dem es ruhig, berechenbar, „nachhaltig“, „stabil“ zugeht… Also jenes Wetter, gegen das alle Abweichung als Desaster gedeutet wird.“ Viele Grüße R.L.

  4. Krishnag Raimund Leistenschneider Erwärmung
    04.04.2008 | 23:29

    #Da ich aus dem Dreiländereck Frankreich-Luxemburg-Saarland stamme und das Glück für mich in Anspruch nehmen kann, mehrkulturell aufgewachsen zu sein, weiß ich aus meinen sich daraus ergebenen Kontakten, dass die dortigen, ich nenne sie wieder „Durchschnittsbürger“ (in der Wissenschaftsgemeinde haben Sie sicherlich den besseren Einblick) an die Thematik CO2 und Klimawandel mit viel mehr Gelassenheit herantreten, als dies bei uns in Deutschland der Fall is#

    Es tatsächlich so, daß der Anthropozentrismus in Deutschland manchmal schon groteske Züge annimmt, teilweise in Größenwahn mündet. Wenn ich mir das Biospritverordnungskaspertheater unseres BUM ansehe, und "wir" wollen in Klimafragen "führend" sein / werden/ was auch immer.
    Es ist alles bloße Augenwischerei, Verdummung, Geldschneiderei und vermeintliche "Weltenretter-Mentalität" einiger weniger, die der Meinung sind, sie hätten die (Klima)-Weiseheit mit Suppenkellen gefressen.
    Wenn man genau hinschaut, haben das dei Modelle nicht vorgesehen, das muß noch erforscht werden, da ist man überrascht.....
    Das dumme an Regierungen ist, die Politiker verstehen von dem was sie vertreten absolut 0, in Worten NULL.
    Unser BUM ist einer dieser Politiker, die am meißten dann laut, unfreundlich und unsachlich werden, wenn sie zu Themen gefragt wereden, von denen sie nichts verstehen.

  5. Jochen Binikowski kein Betreff
    05.04.2008 | 07:03

    Mal eine Idee vom Klima-Laien: Die Meßstationen sind ja höchst unterschiedlich über den Globus verteilt und zur Ermittlung der globalen Durchschnittstemperatur müssen deshelb mathematische Tricks angewendet werden, die wiederum umstritten sind.

    Warum nimmt man nicht einfach sagen wir mal 200 Stationen, je 100 auf der Nord- und Südhalbkugel, alle im möglichst gleichen Abstand voneinander. Diese messen dann täglich um 12, 16, 20, 24, 4 und 8 Uhr Ortszeit die Temperatur und melden den Wert an einen Zentralcomputer.

    Das wären dann 1.200 Meßwerte pro Tag. Diese teilt man, so wie sie sind, durch 1.200 und man hat die Durchschnittstemperatur von diesem Tag. Da global gesehen immer irgendwo Sommer oder Winter, Regen oder Sonnenschein ist, würde sich das übers Jahr gesehen ausgleichen und Kalibrierungen aller Art könnten entfallen.

    Die so gewonnenen Daten können dann mit Satelliten- und Ballonmessungen verglichen werden. Da gäbe es dann keinerlei Spielraum für irgendwelche Manipulationen oder unterschiedliche Interpretationen.

    Na ja, vieleicht ist das ja auch viel zu einfach. Aber ich mag nicht glauben, dass die bisherigen, interpolierten und hochgerechneten Werte aussagekräftiger sind.

  6. Krishnag Jochen Binikowski - Idee
    05.04.2008 | 12:56

    #Warum nimmt man nicht einfach sagen wir mal 200 Stationen, je 100 auf der Nord- und Südhalbkugel,#
    Das wäre viel zu einfach, durchschaubar, nachvolliehbar.
    Seit der Mensch in der einen oder anderen Form oder wegen des einen oder anderen Grunds vom Wetter abhängig war, waren Priester, Schamanen, Gurus für's Wetter"machen" (Klima = 30 Jahre Wettergeschichte )zuständig - daran hat sich bis heute nichts geändert.
    Wer sich dem widersetzt, eine andere Meinung hat, gar Skepsis äußert... das grenzt dann halt manchmal schon fast an Gotteslästerung :-)
    Es will sich doch niemend in die Karten gucken lassen :)

  7. Jochen Binikowski kein Betreff
    05.04.2008 | 14:06

    Prof. Rahmstorf hat ein neues Blog aufgemacht:

    http://www.wissenslogs.de/...ga-der-klimaforschung

    In der Einleitung schreibt er u.a.:

    "Nachdem wir durch meinem letzten Beitrag einen Einblick in die Niederungen der „Klimaskeptiker“-Debatte bekommen haben,..."

    Gemeint ist dieses Blog und damit alle schreibenden und lesenden Teilnehmer.

    -
    Gemeint sind damit vor allem die Teilnehmer der Diskussion, die es für nötig befunden haben, Nazivergleiche, -vokabular und ähnliches als Stilmittel zu verwenden. Auf solche "Gedanken" zum Klimawandel können wir sehr gut verzichten.
    Die Redaktion
    -

    Da fragt sich der staunende Beobachter, warum macht der Rahmstorf so etwas? In dem Blog sind bislang über 150 Beiträge, die meisten sachlich fundiert. Von Leuten, die sich ebenfalls Gedanken über den Klimawandel und seine Folgen machen.

    Solche Verhöhnung des "Fußvolkes" ist man eigentlich nur von Politikern und "Wirtschaftseliten" gewohnt.

    Na ja, immerhin wissen wir jetzt, dass es dem guten Prof. nicht um die Sache, sondern um persönliche Profilierung auf Kosten anderer geht.

    Der wirft der Meute einen Knochen hin und erbaut sich daran, wie die Köter sich drum raufen. Das nenne ich sachlich fundierte, wissenschaftliche Öffentlichkeitsarbeit auf Kosten der Steuerzahler.

  8. Krishnag Sonne
    05.04.2008 | 22:22

    Herr Ranmstorf,
    #Der neuere Review-Artikel von Lockwood und Fröhlich, den Sie oben zitieren, untersucht eine ganze Reihe von Sonnenindikatoren. Man sieht dort Schwankungen (z.B. den von Ihnen genannten Peak um 1985, der praktisch gleich hoch ist wie ein ähnlicher Peak um 1955),#

    Wenn ich dagegen lese, wenn auch nur als abstract, daß sich z.B. das coronale Magnetfeld der Sonne in den letzten 100 Jahren verdoppelt hat, Stand 1999, dann stelle ich mir natürlich über die Seriosität der einen oder anderen Wissenschaftler meine Fragen und staune dann wenn, wie bereits andernorts angeführt, Herr Schellnhuber der Meinung ist, man braucht nicht mehr zu diskutieren. Doch, und wie !

    http://www.nature.com/.../n6735/full/399437a0.html
    # A doubling of the Sun's coronal magnetic field during the past 100 years

  9. Jochen Binikowski Redaktion
    07.04.2008 | 12:53

    "Gemeint sind damit vor allem die Teilnehmer der Diskussion, die es für nötig befunden haben, Nazivergleiche, -vokabular und ähnliches als Stilmittel zu verwenden. Auf solche "Gedanken" zum Klimawandel können wir sehr gut verzichten.
    Die Redaktion"

    Bleibt die Frage, was Herrn Rahmstorf daran gehindert hat, dies im "Bundesliga" Blog auch entsprechend darzustellen? Einen Gefallen hat der Sache damit jedenfalls nicht getan. Jeder interessierte Laie muss den Eindruck haben, dass seine Beiträge per se nicht ernstgenommen werden.

  10. Krishnag kein Betreff
    08.04.2008 | 13:11

    #Lieber Herr Lincke, durchaus möglich, dass die letzten Jahre auch wegen der schwachen Sonnenaktivität etwas kühler ausgefallen sind#
    Herr Rahmstorf, die Temperaturkurve fällt weiter, die Fleckentätigkeit der Sonne ist derzeit auf einem Tiefstand.
    Sie geben durchaus zu, daß das dadurch zu einer Reduktion der Temperatur kommen kann. D. h. Sonnenaktivität führt zu Temperaturveränderungen, was seitens der Kimawissenschaft eigentlich immer als "Minimal(st)-Risiko" eingestuft wurde.
    Zur Reduktion der Temperatur darf die Sonne nach Ihren Worten also herhalten, zu Erhöhung nicht. Unter Berücksichtigung der Tatsache, daß sich CO2 unverändert steigend in der Luft befindet, in der NH wegen der jahreszeitlich bedingten Heizperiode sogar verstärtkt, dürfte es also global nicht kälter werden.

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