Ist die Erderwärmung vorbei?
Glaubt man einigen Medien, so hat die globale Erwärmung aufgehört oder macht zumindest Pause. DIE WELT schrieb diese Woche auf der Titelseite: „Mehr Schnee, mehr Kälte – wo bleibt die Erderwärmung?“ Im Blatt dann ein Artikel von Ulli Kulke mit dem programmatischen Titel: Klimakatastrophe – alles nur heiße Luft. Dort schreibt Kulke, dass „im laufenden Jahrzehnt die globalen Temperaturen im Durchschnitt gar keinen Trend mehr nach oben anzeigen“.

Was steckt dahinter?
Ein Blick auf die Messdaten (siehe Grafik 1) zeigt: erstens stimmt das nicht, und zweitens vermengt man Klima und Wetter (oder allgemeiner Signal und Rauschen), wenn man einen so kurzen Zeitraum betrachtet. Über einen Zeitraum von nur 8 Jahren ist der Temperaturverlauf stark von kurzfristigen Zufallsschwankungen geprägt (siehe nähere Diskussion und Grafiken bei Realclimate). Eine gesicherte Aussage über den Klimatrend kann man aus einem so kurzen Zeitraum daher nicht ableiten. Der 8-jährige Trend schwankt stark je nach gewähltem Anfangsjahr. Er hat in den letzten dreißig Jahren sogar mehrfach nach unten gezeigt – Kulke hätte Anfang der 1980er oder Anfang der 1990er viel eher behaupten können, die globale Erwärmung habe aufgehört. Doch „im laufenden Jahrzehnt“ (also für 2000-2007) zeigt der Trend deutlich nach oben: im NASA Datensatz um 0.25ºC/Jahrzehnt und im Hadley Datensatz um 0.17ºC/Jahrzehnt. Aber: die Fehlermarge an diesen Zahlen beträgt ±0.34ºC/Jahrzehnt, daher sind 8-jährige Trends eben nicht aussagekräftig. Aufgrund eines so kurzen Zeitraums kann man nicht einmal sicher feststellen, ob der Trend nach oben oder unten geht! Zum Vergleich: der IPCC-Bericht gibt den Langzeittrend über die letzten 50 Jahre mit 0.13ºC/Jahrzehnt an, mit einer Fehlermarge von ±0.03ºC/Jahrzehnt.

Grafik 1: Globale Jahresmitteltemperaturen nach den Datensätzen von NASA (rot) und Hadley Center (blau) bis einschließlich 2007. Die dicken Linien sind über 11 Jahre geglättet. Zu beachten ist, dass der Unterschied zwischen den beiden geglätteten Kurven in den letzten 5 Jahren nicht statistisch signifikant ist, da sich eine 11-jährige Glättung natürlich nur bis 2002 exact berechnen lässt (aus den Daten 1997-2007), danach ist es eine zunehmend ungenaue Schätzung. Der graue Bereich mit den gestrichelten Linien ab 1990 zeigt die Spannbreite der IPCC-Szenarien. Für Details siehe Rahmstorf et al., Science 2007.
Die Aussage von Kulke ist etwa so clever, als würde man das Kommen des Frühlings anzweifeln, weil es im Verlauf der letzten Woche kühler geworden ist – siehe unsere Satire Doubts about the Advent of Spring vom 1. April 2005.
Doch wie wär’s mit noch einem kürzeren Zeitraum? O-Ton Kulke: „Die Welttemperaturen in diesem Winter signalisieren im Vergleich zum vorherigen den steilsten Absturz seit Aufzeichnung der Wetterdaten, der Januar war der kälteste seit 15 Jahren.“ Der Hauptgrund für diesen „steilen Absturz“ ist aber nicht, dass Januar 2008 so ungewöhnlich kalt war: seine Temperatur lag deutlich über dem langjährigen Mittel und lag nur um Hundertstel unter (also im Rahmen der Messunsicherheit gleichauf mit) dem Januar 2000. Der Grund ist vielmehr, dass 2007 mit weitem Abstand der wärmste Januar seit Beginn der Aufzeichnungen war. Man hätte es auch so formulieren können: inzwischen ist das Klima derart warm, dass selbst „der steilste Absturz seit Aufzeichnung“ keinen richtig kalten Januar mehr bringt (siehe Grafik 2).
Lernen kann man an dieser Diskussion etwas über die Wärmebilanz unseres Planeten. Im Gleichgewicht ergibt sich die Temperatur aus der Bilanz an der Oberkante der Atmosphäre:
Sonneneinstrahlung – reflektierter Anteil = langwellige Abstrahlung
Abseits vom Gleichgewicht kommt noch der Wärmeaustausch mit dem Ozean hinzu. Langfristige Klimatrends sind hauptsächlich getrieben von Veränderungen der Sonneneinstrahlung (Sonnenzyklen, Erdbahnzyklen) und der langwelligen Abstrahlung (Treibhausgase). Die Schwankungen von Jahr zu Jahr liegen dagegen vor allem am reflektierten Anteil (Änderung der Schneebedeckung) und dem Wärmeaustausch mit dem Ozean. Ein besonders kalter Januar kann entstehen, wenn (wie dieses Jahr) ein La Niña-Zustand im Pazifik (der Ozean saugt Wärme aus der Luft auf) mit besonders viel Schnee an Land (der Sonne reflektiert) zusammen trifft. Da kurzfristige Schwankungen und langfristige Trends durch verschiedene physikalische Mechanismen entstehen, macht es keinen Sinn, aus dem Klimaverlauf über wenige Jahre Folgerungen für die Klimapolitik abzuleiten.
Zum Schluss soll nochmals Kulke zu Wort kommen:
„Doch inzwischen ist der Nordpol nach dem großen Tauwetter im vergangenen Sommer wieder zugefroren, und die globalen Klimadaten dieses Winters lassen vorerst eine Behauptung nicht mehr zu: dass sich die Erderwärmung immer stärker beschleunige.“
In der Polarnacht friert es am Nordpol? Das ist ja hoch interessant! (Das wird allerdings auch in hundert Jahren noch so sein, egal wie stark die globale Erwärmung ausfällt.)
Und wenn 8 Jahre Daten nicht ausreichen, um einen Trend zu bestimmen, wie viele Jahre braucht man wohl, um festzustellen, ob der Trend sich beschleunigt?
Kulke macht dies übrigens nicht zum ersten Mal. In unserem Buch Wie bedroht sind die Ozeane? diskutieren wir ein anderes Beispiel: als die Meerestemperaturen von 2003-2005 vorübergehend einen Zacken nach unten machten, schrieb Kulke unter der Überschrift „Es stürmt nur der Alarmismus“ in DIE WELT (25.9.2006):
„In unseren Zeiten ist dies doch eine ungeheure Information, eine echte Neuigkeit in der Klima-Einheitsdebatte. Dennoch taucht sie nicht in unseren Zeitungen auf, nicht in den Fernsehnachrichten. Sie passt nicht in die Zeit. (...) Der Zeitgeist ist auf Katastrophe eingestellt. Doch die Fakten spielen da nicht immer mit.“
Dass die Verdränger der Erderwärmung wie Kulke verzweifelt die Wahrheit im Rauschen suchen, weil sie das Signal nicht wahrhaben wollen, mag man lustig finden – ein Kollege etwa brach beim Lesen von Kulkes Artikel einfach lauthals in Lachen aus. Dass allerdings eine große Tageszeitung zum wiederholten Male ihren Lesern einen derartigen wissenschaftlichen Unsinn auftischt, das ist traurig - selbst wenn manche Leser dergleichen vielleicht gerne lesen.
Update 20. März: Die NASA hat gerade die neuesten Messungen der arktischen Eisbedeckung in diesem Winter publiziert. Trotz des überdurchschnittlich kalten Winters ist die Dicke des Eises weiter zurückgegangen. Die Fläche des mehrjährigen Eises hat diesen Winter ein "all-time minimum" erreicht. Die NASA weist darauf hin, dass das dünnere Eis verwundbarer ist, wenn die Schmelzsaison einsetzt.
Update 10. April: Die NASA hat gerade die globale Temperatur für März publiziert. Die relativ kalten Monate sind vorbei: die Märztemperatur 2008 liegt exact auf der Trendlinie (siehe Abb. unten). Der März 2008 ist der drittwärmste März seit beginn der Aufzeichnungen, nach 2002 und 2005.

Globale Temperaturen jeweils für den März jeden Jahres, 1900-2008, nach NASA.
Update 17. April: Laut Analyse der NOAA war der März 2008 über Land der wärmste März seit Beginn der Aufzeichnungen. Luftttemperaturen über dem Ozean werden noch durch die anhaltenden La Niña - Bedingungen im Pazifik gekühlt. Dieser neue Wärmerekord illustriert auch dem Laien, der den fachlichen Argumenten oben nicht folgen mochte, wie abwegig die Diskussionen über das "Ende der globalen Erwärmung" gewesen sind.
Links:
Die Klimadaten der NASA
Die Klimadaten des Hadley Center
Hier diskutieren wir eine weitere Kulke-Falschmeldung
Spiegel-online zur von Kulke gelobten "Klimaskeptiker"-Konferenz
Realclimate zur von Kulke gelobten "Klimaskeptiker"-Konferenz
Realclimate zu den angeblich "gerichtsnotorischen Übertreibungen" von Al Gore
greenpeace-magazin spießt weitere Fehler des WELT-Artikels auf.
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#weil ein wissenschaftlicher Mitarbeiter der TU Berlin (kein Klimatologe)#
"Den" Klimatologen gibt es doch sowieso nicht, also ist diese Aussage irrelevant.
Die Erforschung des Klimas ist ja zumindest wohl in Deutschland interdisziplinär, es arbeiten ja auch Chaosforscher und Atomphysiker mit, nicht wahr ?
Tatsächlich sind ja Meteorologen, Biologen verschiedenster Richtungen, Geologen und Geographen, Ökonomen, Physiker sinnvollerweise beteiligt ( Reihenfolge ohne Wertung )
#was würden Sie im umgekehrten Fall glauben - wenn also die NAS und IPCC zum Schluss gekommen wären, die Mann-Kurve sei fehlerhaft, und ein fachfremder Wissenschaftler schreibt auf seiner Website, sie sei vollkommen korrekt?#
Spekulativ, aber es geht ja nicht um den von Ihnen so genannten "fachfremden wissenschaftlichen Mitarbeiter der TU Berlin" sondern vielmehr um Wissenschaftler die eban auch auf dieser von Ihnen als irrelevant identifizierten Seite zitiert und verlinkt werden und auf deren Arbeiten Bezug genommen wird.
Nebebei, hätte das IPCC die Kurve als falsch anerkannt hätten wir doch das ganze Theater garnicht, oder ???
@kaboom
Warum immer wieder gezielt ad hominem gegen Leute die anderer Meinung sind polemisieren ?
Das ist im höchsten Maß untauglich, trägt nicht zur Sache bei, und, Wikipedia als Quelle zur Beurteilung klimaskeptischer Wissenschaftler heranziehen, wo jeder Hanswurst seinen Senf dazugeben kann - insbesondere die Deutschen Seiten zeichnen sich dadurch aus - das ist fast so tauglich wie wegen eines Beinbruchs zum Pfarrer zu gehen.
Auch hier gibt es Singer - Infos, insbesondere seine Vita.
http://www.oekologismus.de/?p=925
Sorry, Link zu Singer vergessen
#weil ein wissenschaftlicher Mitarbeiter der TU Berlin (kein Klimatologe)#
Herr Rahmstorf, ich muß nochmal auf dieses Thema und Ihre "Qualifizierung" des TU Mitarbeiters zurückkommen.
Was veranlaßt Sie, den "Priv. Doz. Dr. rer. nat. habil. Harald Kehl" als simplen "wissenschaftlichen Mitarbeiter" zu titulieren, implizierend, es wäre sowas knapp unter einem Diplomierten, bestenfalls Doktoranden am Institut ?
Haben Sie sien Vuita gelesen, sich einen Überblick über seine Veröffentlichungen verschafft ?
Sicher, wie schon andernorts zu diesem Thema bemerkt, ist in dem Sinne kaum einer "Klimatologe", aber seine Veröffentlichungen lassen erkennen, daß er sich in dem Bereich Klima, Ökologie auskennt, bzw. auskennen sollte:
#Von 1988 bis 1997 Entwicklung und Durchführung eines binationalen und interdisziplinären (Klima, Boden, Flora und Vegetation) landschaftsökologischen Forschungsprojektes in einer küstennahen Gebirgsregion der SO-Türkei. (vgl. LöKAT im Internet!), finanziert durch DFG, GTZ und Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft.#
So, daß zeigt einmal mehr, wie Sie mit Kollegen umspringen, die Ihnen unangenehme Themen hinterfragen bzw. fundiert dazu Stellung beziehen.
Was soll das, was veranlaßt Sie, den Mann in der herablassenden Art und Weise öffentlich abzuqualifizieren ?
Es freut mich sehr und ich danke Ihnen, dass Sie auf meinen Kommentar geantwortet haben. Natürlich ist es Ihr gutes Recht, Ihre Sache vehement zu verteidigen. Dass Sie und Ihr Institut von der Aufregung um den Klimawandel reichlich profitieren, erfüllt mich allerdings mit dem Verdacht, dass Sie manchmal bewusst bis an die Grenzen des gerade noch wissenschaftlich Vertretbaren gehen, um die (vermeintliche) Problematik, von der Sie profitieren, im Bewusstsein der Scientific Community, der Bevölkerung und der Politik so lange wie möglich am Kochen zu halten. Das ist menschlich. Und Sie beherrschen diese Strategie sehr gut. Sie verstehen es auch, im rechten Moment Ihre privilegierte Position und Ihre fachliche Autorität auszuspielen und auch gezielte Attacken auf Ihre fachlichen Gegner zu platzieren. Gerade deshalb halte ich Ihre Vorgehensweise für trickreich. Und ich entschuldige mich für diesen Ausdruck nicht. Lassen Sie mich ein paar Beispiele erwähnen:
1) In Ihren Science paper verwenden Sie eine nicht lineare Trendanalyse von 11-Jahres-Zeiträumen. Hätten Sie stattdessen einen fortlaufenden 9-Jahres-Mittelwert verwendet, hätte die Kurve am Ende einen Knick nach unten gemacht und eine andere Ergebnisinterpretation nicht nur erlaubt sondern erforderlich gemacht. Dies hatte ich in meinem ersten Kommentar angedeutet, und Sie haben sich in Ihrer Antwort fast darüber lustig gemacht.
2) Obwohl ich immer noch keinen Zugang zu der Beschreibung des „minimum roughness“ Kriteriums habe und deshalb nicht beurteilen kann, wie sinnvoll und berechtigt die Anwendung dieser Methode ist, liegt es auf der Hand, dass Ihre Glättungskurve in den letzten 5 Jahren eine zunehmend unsicherer werdende Extrapolation darstellt, also eine viel geringere Vertrauenswürdigkeit hat als der frühe Kurvenverlauf. Von einem Diplomanden hätte ich daher verlangt, diesen Kurvenabschnitt besonders zu kennzeichnen. Dies umso mehr, als das nach oben zeigende Ende Ihrer Glättungskurven nicht (oder nur teilweise) auf empirischen Messwerten beruht, sondern auf einer Projektion. Im Titel Ihres papers behaupten Sie aber, (IPCC- Projektionen mit Beobachtungen zu vergleichen. Auch das wäre bei einer Diplomarbeit Grund für eine Beanstandung gewesen.
3) Dass die peers Mängel, die in jeder Diplomarbeit beanstandet werden würden, haben durchgehen lassen, ist auffällig. Vielleicht ist der Grund ja gerade in der Tatsache zu suchen, dass für dieses paper 7 hochkarätige Klimawissenschaftler verantwortlich zeichnen (was Sie in Ihrem letzten Kommentar hervorheben). Welcher peer traut sich schon, seinen Lehrern Vorschriften zu machen (vor allem dann, wenn er selbst (indirekt) von den dargestellten Inhalten profitieren kann? Ich weiß, dass die Scientific Communities manchmal ziemlich geschlossene Gesellschaften sind. Jedenfalls bleibt bei der Analyse Ihres papers etwas der Beigeschmack hängen, dass (gerade zu Zeiten zurückgehender Temperaturen) Methoden und Argumente so zurecht gelegt wurden, dass sie gerade noch vertretbar die gewünschte Sicht der Dinge bestätigen.
4) Auch Ihr Kommentar zum Hockeystick zeigt mir, dass Sie noch lange nicht alles sagen was Sie wissen, solange es Ihr Weltbild stört. Natürlich ist es keine Webpage aus Berlin, durch die Mann’s Hockeystick widerlegt wurde, nein es ist ein peer reviewed paper von McIntyr und McKitrick, das sie nach mühseliger Puzzle-Arbeit und unter vielfältigen Behinderungen erarbeiteten. Welches Interesse haben Sie eigentlich daran, dass der Hockeystick wirklichkeitsfremd im Bewusstsein der Menschheit erhalten bleibt?
5) Zum Schluss noch ein Hinweis auf eine andere Veröffentlichung von Ihnen: http://www.sciencemag.org/...search_volume_go.y=4. Hier stellen Sie einen Meeresspielanstieg von, 0,5 bis 1,4 m bis 2100 in Aussicht, der also deutlich höher ausfällt, als vom IPCC prognostiziert. Unter http://climatesanity.wordpress.com:80/...ahmstorf/ wird sauber wissenschaftlich gezeigt, dass Sie auch hier bei Ihrem Modell von eigenwilligen (und sogar unwahrscheinlichen) Annahmen ausgingen. Wahrscheinlich profitieren Sie von Schreckennachrichten.
@Wolfgang Flamme
Na, vielleicht haben Sie mich tatsächlich bei einer Argumentations-Inkonsistenz ertappt. Als ich einen 8-Jahreszeitraum als statistisch nicht signifikant bezeichnete, dachte ich eher an die umfassende Beschreibung eines bestimmten Klimas (das sagt mir die Berufserfahrung im semi-ariden Raum) als an die Hinweise auf eine Temperatur-Trendwende. Ich wäre gespannt zu hören, zu welchem Ergebnis Sie bei der empirischen Ermittlung der Prognosequalität eines n-Jahres-Zeitraums anhand von historisch eingetretenen Trendwenden kommen. Im Übrigen noch Dank für Ihren Hinweis auf das paper über das „minimum roughness criterion“. Leider funktioniert Ihr Link bei mir nicht. Dagegen habe ich an folgender Stelle wenigstens ein (leider nicht sehr aufschlussreiches) Abstract gefunden: http://www.agu.org/...sref/2005/2005EO240003.shtml
@kaboom
Vertrauen Sie nur weiterhin auf Wikipedia! Da können Sie wenigstens sicher sein, dass die Informationen, die Sie beziehen, schon im Vorfeld den von ihnen gewünschten Filter der Selbstbestätigung passiert haben. Versuchen Sie einmal eine Klimaskeptiker-Ansicht in Wikipedia zu stellen!!!
Herr Rahmstorf, Alvo von Alvensleben schreibt: #Einfache Berechnungen zeigen, daß eine "nackte" Erde ohne Atmosphäre, (aber mit dem tatsächlichen Reflexionsvermögen von 30%, das im zeitlichen Mittel für die teilweise bewölkte Erde gilt) eine mittlere Oberflächentemperatur von etwa -18 °C haben sollte. Aber die Erde hat eine mittlere Oberflächentemperatur von etwa +15 °C, das heißt ungefähr 33 °C wärmer als die einfache Berechnung des Strahlungsgleichgewichts ergibt. Dieser Unterschied ist verursacht durch den "natürlichen Treibhauseffekt." # Ihr Kommentar dazu: #In Ordnung.# http://www.pik-potsdam.de/~stefan/alvensleben_kommentar.html Soweit so gut, mit diesem Wert 15° C kann man leben, das ist eine Hausnummer für die mittlere globale Temperatur, sofern man sie denn braucht, nur mit dieser Hausnummer hätten wir ein Problem: Nämlich keinen Klimawandel, der uns als anthtropogen verkauft werden könnte. Die Temperatur"anomalien" krebsten dann immer im Bereich unter den 0 K. Also ist man mal schnell die Statistiken durchgegangen, hat an die 30 Jahre = Klima gedacht und sich willkürlich die Jahre 1960 - 1990 oder so um den Dreh gewählt, und hatte nun nur noch eine globale Temperatur von 14 °C und siehe da, die Anomalien tummeln sich wie gewünscht im "positiven" Bereich. Also Trickserei um der Sache willen. Übertroffen wird das ganze eigentlich nur durch den Nobelpreisträger Al Gore, der die 0° Linie bei 0,5° durchlaufen läßt, die dann auch noch im unteren Teil der Kurve angesiedelt sind: http://www.climateaudit.org/wp-content/uploads/2007/11/gore_a1.jpg http://www.climateaudit.org/wp-content/uploads/2007/11/gore_a2.jpg Zwar "nur" ein Fehler in der DVD Version, aber immerhin, N o e b e l p r e i s t r ä g e r(!).... :) Aber warum habe ich Alvo von Alvensleben hier bemüht ? Sie Herr Rahmstorf sind hergegangen und haben im Internet auf Ihrer Homepage eine Ausarbeitung des Herrn von Alvensleben Absatz für Absatz zerlegt, kommentiert etc: # Die Thesen der „Klimaskeptiker“ – was ist dran? Eine Antwort auf Alvo von Alvensleben Vorbemerkung Ein Mitarbeiter eines Landesministeriums sandte mir vor kurzem den unten wiedergegebenen Text von Alvo von Alvensleben zu.# ( Link siehe oben ) Dann stieß ich auf folgendes von Herrn Alvensleben: #Verwundert hat mich zunächst, dass Sie mich nicht direkt auf Ihre Fleißarbeit aufmerksam gemacht haben, geschweige denn, dass Sie mir vorher Gelegenheit zu einer Entgegnung gegeben hätten.# gefunden hier: http://www.schulphysik.de/klima/alvens/antwort.html Ich bin jetzt mal so frei und unterstelle, daß Sie mit Ihrer Mangini - Replik genauso verfahren sind, denn ich kann mir nicht vorstellen, daß Sie Herrn Mangini vorher um eine Stellungnahme o. Ä. gebeten haben, sondern Sie haben sofort "scharf geschossen". Es würde mich ernsthaft interessieren, ob ich da richtig liege, wovon ich aber ausgehe. Ich nenne ein solches Verhalten gegenüber Herrn von Alvensleben gelinde gesagt und wohlwollend ausgedrückt unredlich und unehrlich und wenn Sie im Fall Herrn Mangini ebenso verfahren sind dann zusätzlich auch noch schäbig, da es ein direkter Kollege von Ihnen ist. Warum dies Kritik an Ihnen ? So wie Sie mit ihren Kritikern umgehen, scheint dafür eine Notwendigkeit zu bestehen, um in der Sache, AGW, von den schwachen Füßen auf denen das ganze Gebilde steht abzulenken.
#und ich werde weiterhin in Publikationen oder bei öffentlichen Vorträgen (egal wer dazu einlädt) der Öffentlichkeit Rede und Antwort stehen über den Stand unserer Forschung#
Wie auch schon der Physiker schrieb, ist dagegen im Prinzip ja nichts einzuwenden, wenn es entlohnt wird, auch nicht.
Nur darf man anderen, die es genauso sehen, handhaben, oder ähnlich, nicht vorwerfen ! Das ist der Punkt.
Den Ihre Vorträge bei den Versicherern bringen denen natürlich Vorteile, sie versichern ja Risiken, die gem. Klimawandelprognosen ja steigen - und entprechend steigen die Prämien, die Einnahmen und die Aktienkuse. Sein Sie nicht blauäugig und sehen Sie es als das was es ist: Lobbyismus für die Versicherungen. Kein Problem, wie gesagt, wenn das eben anderen auch zugestanden wird und man z. B. einen Herrn Singer nicht damit versucht zu verunglimpfen - das, und nur das, ist der Punkt !
Sehr geehrter Herr Rahmstorf,
Vielen Dank für ihr Verständnis und die nette Antwort. Was die Impfungen anbelangt, habe ich eine die eindeutige Meinung, dass diese nötig sind. Auch bei anderen Fragen habe ich den Eindruck, mir eine persönliche Meinung bilden zu können.
Ähnliche Probleme, wie heute mit Ihnen oder mit dem Hockeystick z.B., hatte ich damals bei der BSE-Frage, wo ich wohl Recht hatte, aber auch bei der Ozondiskussion, wo ich wohl falsch lag?!
Zu ihrem Link auf Realclimate zum Thema Hockeystick, habe ich den Eindruck, dass Herr Von Storch bei seiner Meinung bleibt, wenn er auch einen kleinen Fehler berichtigt. Ob er auch heute noch sagen würde, "die Kurve ist Quatsch"?
Jedenfalls kann mich die Diskussion bei Realclimate nicht direkt vom Gegenteil überzeugen, vor allem weil auch Herr Von Storch nicht mit von der Partie war.
Die ganze Diskussion bei Climateaudit ist Ihnen wohl auch geläufig?!
http://www.climateaudit.org/?cat=20
Nicht allein deswegen bleibe ich bei dem Thema immer noch sehr skeptisch. Ich denke dass die Eisbohrkerne und die Alpengletscher sehr gute Klimaindikatoren sind, und dass es über das mittelalterliche Klimaoptimum genug Realdaten gibt, die eine Rekonstruktion wie den Hockeystick ernsthaft in Frage stellen.
Das ändert selbstverständlich nichts daran, dass der Mensch das Klima der nächsten Jahrzehnte, und sogar Jahrhunderte massgeblich beeinflussen kann. Davon bin ich auch überzeugt. Bloss über das Ausmass dieses Eingriffs bin ich noch skeptisch. Ich denke, dass wir beide, Sie und ich, dieses noch genau werden mitverfolgen können (bin 46 Jahre alt).
Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg bei ihrer Arbeit und danke Ihnen für die Zeit, die Sie sich für uns genommen haben.
Hochachtungsvoll
Eddy
PS: Eine kleine Frage hätte ich noch, die ihre eigene Arbeit betrifft und mich schon längere Zeit verfolgt. Ein gewisser Herr Svalgaard http://www.leif.org/research/ ist überzeugt, dass die Sonnenaktivität viel weniger schwankt als bisher angenommen. Ihr Ansatz zur Erklärung der Dansgaard-Oeschger-Ereignisse basiert auf solchen Schwankungen. Würden Sie diese Theorie, angesichts dieser neueren Erkenntnisse trotzdem immer noch in Betracht ziehen?
Herr Rahmstof, haben Sie sich eigentlich auch mit der Antwort des Herrn von Alvensleben beschäftigt ? Rote Karte für den Klima-Experten von Dipl.-Phys. Alvo von Alvensleben http://www.schulphysik.de/klima/alvens/antwort.html