Ist die Erderwärmung vorbei?
Glaubt man einigen Medien, so hat die globale Erwärmung aufgehört oder macht zumindest Pause. DIE WELT schrieb diese Woche auf der Titelseite: „Mehr Schnee, mehr Kälte – wo bleibt die Erderwärmung?“ Im Blatt dann ein Artikel von Ulli Kulke mit dem programmatischen Titel: Klimakatastrophe – alles nur heiße Luft. Dort schreibt Kulke, dass „im laufenden Jahrzehnt die globalen Temperaturen im Durchschnitt gar keinen Trend mehr nach oben anzeigen“.

Was steckt dahinter?
Ein Blick auf die Messdaten (siehe Grafik 1) zeigt: erstens stimmt das nicht, und zweitens vermengt man Klima und Wetter (oder allgemeiner Signal und Rauschen), wenn man einen so kurzen Zeitraum betrachtet. Über einen Zeitraum von nur 8 Jahren ist der Temperaturverlauf stark von kurzfristigen Zufallsschwankungen geprägt (siehe nähere Diskussion und Grafiken bei Realclimate). Eine gesicherte Aussage über den Klimatrend kann man aus einem so kurzen Zeitraum daher nicht ableiten. Der 8-jährige Trend schwankt stark je nach gewähltem Anfangsjahr. Er hat in den letzten dreißig Jahren sogar mehrfach nach unten gezeigt – Kulke hätte Anfang der 1980er oder Anfang der 1990er viel eher behaupten können, die globale Erwärmung habe aufgehört. Doch „im laufenden Jahrzehnt“ (also für 2000-2007) zeigt der Trend deutlich nach oben: im NASA Datensatz um 0.25ºC/Jahrzehnt und im Hadley Datensatz um 0.17ºC/Jahrzehnt. Aber: die Fehlermarge an diesen Zahlen beträgt ±0.34ºC/Jahrzehnt, daher sind 8-jährige Trends eben nicht aussagekräftig. Aufgrund eines so kurzen Zeitraums kann man nicht einmal sicher feststellen, ob der Trend nach oben oder unten geht! Zum Vergleich: der IPCC-Bericht gibt den Langzeittrend über die letzten 50 Jahre mit 0.13ºC/Jahrzehnt an, mit einer Fehlermarge von ±0.03ºC/Jahrzehnt.

Grafik 1: Globale Jahresmitteltemperaturen nach den Datensätzen von NASA (rot) und Hadley Center (blau) bis einschließlich 2007. Die dicken Linien sind über 11 Jahre geglättet. Zu beachten ist, dass der Unterschied zwischen den beiden geglätteten Kurven in den letzten 5 Jahren nicht statistisch signifikant ist, da sich eine 11-jährige Glättung natürlich nur bis 2002 exact berechnen lässt (aus den Daten 1997-2007), danach ist es eine zunehmend ungenaue Schätzung. Der graue Bereich mit den gestrichelten Linien ab 1990 zeigt die Spannbreite der IPCC-Szenarien. Für Details siehe Rahmstorf et al., Science 2007.
Die Aussage von Kulke ist etwa so clever, als würde man das Kommen des Frühlings anzweifeln, weil es im Verlauf der letzten Woche kühler geworden ist – siehe unsere Satire Doubts about the Advent of Spring vom 1. April 2005.
Doch wie wär’s mit noch einem kürzeren Zeitraum? O-Ton Kulke: „Die Welttemperaturen in diesem Winter signalisieren im Vergleich zum vorherigen den steilsten Absturz seit Aufzeichnung der Wetterdaten, der Januar war der kälteste seit 15 Jahren.“ Der Hauptgrund für diesen „steilen Absturz“ ist aber nicht, dass Januar 2008 so ungewöhnlich kalt war: seine Temperatur lag deutlich über dem langjährigen Mittel und lag nur um Hundertstel unter (also im Rahmen der Messunsicherheit gleichauf mit) dem Januar 2000. Der Grund ist vielmehr, dass 2007 mit weitem Abstand der wärmste Januar seit Beginn der Aufzeichnungen war. Man hätte es auch so formulieren können: inzwischen ist das Klima derart warm, dass selbst „der steilste Absturz seit Aufzeichnung“ keinen richtig kalten Januar mehr bringt (siehe Grafik 2).
Lernen kann man an dieser Diskussion etwas über die Wärmebilanz unseres Planeten. Im Gleichgewicht ergibt sich die Temperatur aus der Bilanz an der Oberkante der Atmosphäre:
Sonneneinstrahlung – reflektierter Anteil = langwellige Abstrahlung
Abseits vom Gleichgewicht kommt noch der Wärmeaustausch mit dem Ozean hinzu. Langfristige Klimatrends sind hauptsächlich getrieben von Veränderungen der Sonneneinstrahlung (Sonnenzyklen, Erdbahnzyklen) und der langwelligen Abstrahlung (Treibhausgase). Die Schwankungen von Jahr zu Jahr liegen dagegen vor allem am reflektierten Anteil (Änderung der Schneebedeckung) und dem Wärmeaustausch mit dem Ozean. Ein besonders kalter Januar kann entstehen, wenn (wie dieses Jahr) ein La Niña-Zustand im Pazifik (der Ozean saugt Wärme aus der Luft auf) mit besonders viel Schnee an Land (der Sonne reflektiert) zusammen trifft. Da kurzfristige Schwankungen und langfristige Trends durch verschiedene physikalische Mechanismen entstehen, macht es keinen Sinn, aus dem Klimaverlauf über wenige Jahre Folgerungen für die Klimapolitik abzuleiten.
Zum Schluss soll nochmals Kulke zu Wort kommen:
„Doch inzwischen ist der Nordpol nach dem großen Tauwetter im vergangenen Sommer wieder zugefroren, und die globalen Klimadaten dieses Winters lassen vorerst eine Behauptung nicht mehr zu: dass sich die Erderwärmung immer stärker beschleunige.“
In der Polarnacht friert es am Nordpol? Das ist ja hoch interessant! (Das wird allerdings auch in hundert Jahren noch so sein, egal wie stark die globale Erwärmung ausfällt.)
Und wenn 8 Jahre Daten nicht ausreichen, um einen Trend zu bestimmen, wie viele Jahre braucht man wohl, um festzustellen, ob der Trend sich beschleunigt?
Kulke macht dies übrigens nicht zum ersten Mal. In unserem Buch Wie bedroht sind die Ozeane? diskutieren wir ein anderes Beispiel: als die Meerestemperaturen von 2003-2005 vorübergehend einen Zacken nach unten machten, schrieb Kulke unter der Überschrift „Es stürmt nur der Alarmismus“ in DIE WELT (25.9.2006):
„In unseren Zeiten ist dies doch eine ungeheure Information, eine echte Neuigkeit in der Klima-Einheitsdebatte. Dennoch taucht sie nicht in unseren Zeitungen auf, nicht in den Fernsehnachrichten. Sie passt nicht in die Zeit. (...) Der Zeitgeist ist auf Katastrophe eingestellt. Doch die Fakten spielen da nicht immer mit.“
Dass die Verdränger der Erderwärmung wie Kulke verzweifelt die Wahrheit im Rauschen suchen, weil sie das Signal nicht wahrhaben wollen, mag man lustig finden – ein Kollege etwa brach beim Lesen von Kulkes Artikel einfach lauthals in Lachen aus. Dass allerdings eine große Tageszeitung zum wiederholten Male ihren Lesern einen derartigen wissenschaftlichen Unsinn auftischt, das ist traurig - selbst wenn manche Leser dergleichen vielleicht gerne lesen.
Update 20. März: Die NASA hat gerade die neuesten Messungen der arktischen Eisbedeckung in diesem Winter publiziert. Trotz des überdurchschnittlich kalten Winters ist die Dicke des Eises weiter zurückgegangen. Die Fläche des mehrjährigen Eises hat diesen Winter ein "all-time minimum" erreicht. Die NASA weist darauf hin, dass das dünnere Eis verwundbarer ist, wenn die Schmelzsaison einsetzt.
Update 10. April: Die NASA hat gerade die globale Temperatur für März publiziert. Die relativ kalten Monate sind vorbei: die Märztemperatur 2008 liegt exact auf der Trendlinie (siehe Abb. unten). Der März 2008 ist der drittwärmste März seit beginn der Aufzeichnungen, nach 2002 und 2005.

Globale Temperaturen jeweils für den März jeden Jahres, 1900-2008, nach NASA.
Update 17. April: Laut Analyse der NOAA war der März 2008 über Land der wärmste März seit Beginn der Aufzeichnungen. Luftttemperaturen über dem Ozean werden noch durch die anhaltenden La Niña - Bedingungen im Pazifik gekühlt. Dieser neue Wärmerekord illustriert auch dem Laien, der den fachlichen Argumenten oben nicht folgen mochte, wie abwegig die Diskussionen über das "Ende der globalen Erwärmung" gewesen sind.
Links:
Die Klimadaten der NASA
Die Klimadaten des Hadley Center
Hier diskutieren wir eine weitere Kulke-Falschmeldung
Spiegel-online zur von Kulke gelobten "Klimaskeptiker"-Konferenz
Realclimate zur von Kulke gelobten "Klimaskeptiker"-Konferenz
Realclimate zu den angeblich "gerichtsnotorischen Übertreibungen" von Al Gore
greenpeace-magazin spießt weitere Fehler des WELT-Artikels auf.
Ähnliche Artikel:
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- Die Bringschuld der Klimaforscher





Herr Glatzle,
Am 22.03.2008 15:09 Uhr schrieben Sie:
" (...) stimme ich Ihnen zu, Herr Rahmstorf, dass ein Klimatrend über 8 Jahre statistisch nicht signifikant sein kann."
Herr Glatzle, was würden Sie von folgendem empirischen Vorgehen prinzipiell halten:
Basierend auf einer langen Datenreihe (GISS, CRU) berechnen wir die 8a-Trends bis zu jedem Monat (soweit zurückliegende Daten vorliegen). Ausgehend von diesem Zeitpunkt ziehen wir dann Trendlinien über immer mehr Monate in die Zukunft, bis sich schließlich eine statistisch signifikante Abweichung vom vorhergehenden 8-Jahrestrend einstellt. Dann brechen wir ab und notieren die Zahl der Monate, über die dieser 8a-Trend als 'gültig' betrachtet werden konnte.
Aus den Ergebnissen könnte man dann empirische Aussagen über die statistische Reichweite eines 8a-Trends gewinnen und anhand derer ließe sich Ihre Aussage und Herrn Rahmstorfs Aussage quantitativ einordnen. Natürlich könnte man auch den Effekt bewerten, den verlängerte Trendintervalle auf die Prognosegüte haben.
Erscheint Ihnen ein solches Vorgehen grundsätzlich sinnvoll; über Details zum Testverfahren müßten wir natürlich noch einen Konsens finden, Anregungen nehme ich gerne entgegen:
reverse(emmalfw)@mainz-online.de
Mit freundlichen Grüßen,
Wolfgang Flamme
Leider habe ich Ihren Vorschlag nicht ganz verstanden. Herr Rahmstorf hat aber so etwas Ähnliches in seinem Science paper gemacht ( www.pik-potsdam.de/~stefan/.../rahmstorf_etal_science_2007.pdf ): Er hat eine Trendlinie (11-Jahres-Glättung) berechnet und sie mit Hilfe einer Methode, die mir nicht bekannt ist, über den letzten empirisch berechenbaren Wert (2001) hinaus verlängert. Die „11-Jahres-Mittel“ von 2002 bis 2006 beruhen also nicht oder nur teilweise auf Beobachtungen und stellen infolgedessen eine zunehmend unsicherer werdende Extrapolation empirischer Daten dar. Dieser Kurvenabschnitt ist aber nicht besonders gekennzeichnet und deshalb geeignet, beim Leser Illusionen über die Vertrauenswürdigkeit des Kurvenverlaufs auszulösen. Obwohl im Titel des papers ein Vergleich von Beobachtungen mit Projektionen angekündigt ist, findet tatsächlich in dem genannten Kurvenabschnitt ein Vergleich von IPCC-Projektionen mit eigenen Projektionen (Datenextrapolation) statt. Auch Rahmstorf nutzt unter anderem die Hadley Werte als Datenbasis. Dennoch unterscheidet sich seine Extrapolation (weiterer Temperaturanstieg) erheblich von den gemessenen Daten des Hadley Centres der letzten 5 Jahre (Rückgang der Globaltemperatur): www.cru.uea.ac.uk/cru/data/temperature/
#Die als "hockey stick" bekannte Rekonstruktion von Mann et al ist nicht global, sondern für die Nordhemisphäre (daher habe ich "großräumig" geschrieben, wie Sie oben auch richtig zitieren); sie beruht nicht nur auf Baumringen; sie wurde auch nicht "ad acta" gelegt, sondern ist im neuen IPCC-Bericht als eine der wichtigen Datengrundlagen für den Klimaverlauf des letzten Jahrtausends abgebildet....#
Zitat aus der Antwort zu Mangini.
Die Hockeystick - Kurve.... ist im neuesten IPCC eine der wichtigsten Grundlagen, zitiere ich Sie hier noch einmal, Herr Rahmstorf, damit es nicht untergeht.
Hier:
http://www2.tu-berlin.de/...holozaen-2000jahre.htm
wird recht detailliert auf die Kurve eingegangen, es werden methodische Mängel angeführt, u.a. die Daten wären nur für den Westen der USA als gültig zu betrachten.
#Leider sind dendrologische Befunde ein wenig ins Zwielicht geraten, seit Michael Mann et al. (1998) - MBH98 - (Erfinder der Hockey-Stick-Kurve) ihre Untersuchungen laut Stephen McIntyre & Ross McKitrick (2005) u.a. zu etwa 70% auf nur eine einzige nordamerikanische Baumart ('Borstenkiefer' bzw. Bristlecone Pine - z.B. Pinus longaeva) stützte (vgl. Zensiertes Verzeichnis in Technology Review, 03/2005). Ohne Verwendung der Bristlecone Pine - Datenreihen und deren methodisch unzulässige Bewertung in der HKA (Hauptkomponentenanalyse), ergibt sich kein Hockeyschläger.#
Von der Seite auch dieses Zitat:
#Die Hockeystick-Kurve aus MBH98/99, die nachweislich wissenschaftlich falsch und manipulativ ist, wird wider besseres Wissen nach wie vor in dem Al Gore - Film "An inconvinient Truth" alarmistisch als gesicherte wissenschaftliche Erkenntnis dargestellt und mittlerweile Millionen von Schülern gezeigt.#
Wirklich interessant Ihre Ansicht, daß diese Kurve nach wie vor "nicht ad acta" gelegt gehört, Sie sie sogar noch verteidigen.
Das Meiste hiervon werden Sie sicher kennen:
http://www.climateaudit.org/?page_id=354
Mir ist irgendwie nicht wohl, wenn jemand diese Kurve gutheißt, die einerseits einst als Beweis auf den Globalen Klimawandel herhalten sollte, von Ihnen hier und jetzt als nur für die Nordhalbkugel gültig dargestellt wird und tatsächlich bestenfalls den Westen der USA dartellen kann, von Wissenschaftlern als 'nachweislich wissenschaftlich falsch und manipulativ' bezeichnet wird.
Mit welcher Begründung und Berechtigung können Sie in irgendeiner Form hinter diese Kurve stehen und diese verteidigen ?
[Antwort: Hmm. Sie glauben, dass die Mann et al. Rekonstruktion "nachweislich wissenschaftlich falsch und manipulativ" ist, weil ein wissenschaftlicher Mitarbeiter der TU Berlin (kein Klimatologe) dies auf seiner Website sagt - obwohl sowohl die National Academy of Sciences der USA als auch der IPCC zum gegenteiligen Schluss gekommen sind? Da möchte ich Sie fragen: was würden Sie im umgekehrten Fall glauben - wenn also die NAS und IPCC zum Schluss gekommen wären, die Mann-Kurve sei fehlerhaft, und ein fachfremder Wissenschaftler schreibt auf seiner Website, sie sei vollkommen korrekt? S.R.]
Herr Glatzle,
hinter dem 'minimum roughness criterion' verbirgt sich eine Schätzung der zukünftigen Werte, die für symmetrische Filter fehlen, i.w. durch eine Punktspieglung der Datenreihe am letzten verfügbaren Datenpunkt oder in dessen Nähe. Damit minimiert man die 2. Ableitung (Rauhigkeit = Veränderung der Steigung) in der Umgebung des zuletzt verwendeten Datenpunktes (s.h. (1)).
Aufgrund der vorausgesetzten Symmetrie der Daten wird der Trend im Endpunkt nur noch mit etwa der halben Filterbreite berechnet - bei einem gleitenden 11a-Filter geben also die letzten ~5,5a den Ton an (die nächsten ~5,5a werden ja als punktsymmetisch identisch angenommen).
Wie man auf dieser Grundlage argumentieren kann, daß ein 8a-Filter definitiv zu schmal sei und einen effektiv schmaleren Filter dann als aussagekräftiger bezeichnen kann ... als Ingenieur kann ich solche gedanklichen Konzepte jedenfalls nicht nachvollziehen.
Nun zu Ihrem ersten Punkt und meinem Einwand/Vorschlag.
Dahinter steht ja folgender Konsens zwischen Ihnen und Herrn Rahmstorf: Ein Trend über die vergangenen 8 Jahre sei eben nicht geeignet, über die zukünftige Temperaturentwicklung Aussagen zu machen.
Ich will diese Einschätzung nun nicht in Abrede stellen, aber ich will sie wenigstens prüfen. Deshalb formuliere ich die Frage um: Welche Aussagekraft über die zukünftige Temperaturentwicklung hatten Trends über 8 Jahre denn in der Vergangenheit gehabt?
Wir müssen also lediglich ein Qualitätsmaß für die bisherige Prognosequalität eines n-Jahres-Trendes finden und können die aus der Vergangenheit gewonnenen Aussagen dann (hoffentlich) in die Zukunft extrapolieren. Zumindest auf Basis des Erfahrungsschatzes, den wir mit solchen Prognosen in der Vergangenheit gemacht haben.
Mit freundlichen Grüßen
Wolfgang Flamme
(1)
Rahmstorf_2007 verweist in (6) auf eine Methodenaufzählung, deshalb ist eine exakte Reproduzierung/Verifizierung seiner Resultate praktisch nicht möglich: moore-eos05_stat_tools.pdf
"Herr Blume hat auch Nazivergleiche zitiert und hier eingestellt. Sie beide verbreiten noch diesen Unfug."
Sie sind vielleicht witzig! Das Zitat habe ich genau der Seite entnommen, auf die Sie, genau Sie, von hier aus verlinkt haben!
Aber ich möchte Ihnen ausdrücklich dafür danken, dass Sie inzwischen wohl auch erkannt haben, dass Sie damit "Unfug" verlinkt haben... Dürfen wir das also als Distanzierung Ihrerseits lesen? Es würde (nicht nur) mich ehrlich freuen!
@Michael Blume
Geht doch nicht auf diese Trolle ein, gebt ihnen kein Futter, das Ziel ist, Diskussionen und Bloggs "kaputtzumüllen" - laßt sie rumdaddeln
"Das Zitat habe ich genau der Seite entnommen, auf die Sie, genau Sie, von hier aus verlinkt haben!"
Selektiv entnommen, aus den Zusammenhang gerissen und einem Christen eine rechte Gesinnung angelastet. Sie sollen sich bei „Der Weg“ entschuldigen.
http://www.der-weg.org/
Sie als Christ und Politiker verbreiten das. Danke für die Offenbarung.
Sehr geehrter Herr Rahmstorf,
Die Wissenschaftler die sie m.E. ungerechtfertigt angriffen, sind die Herren Veizer und Shaviv, wie man noch hier nachlesen kann:
http://www.politikforen.net/showthread.php?t=37008&page=3Ausserdem greifen sie immer wieder Herr Maxeiner an, der das hier sehr gut schildert:
Herr Rahmstorf bastelt sich eine Verschwörung
Und ich habe Sie zweimal im Fernsehen in Talkshows gesehen, einmal mit Herr Horx. Ich dachte, sie würden, wie bei ihren Vorträgen, nüchterne Zahlen sprechen lassen. Aber sie taten genau das Gegenteil. Sie liessen niemanden aussprechen, fielen dem anderen ins Wort, bevor er einen Gedanken zu Ende führen konnte, drehten ihm die Worte im Munde herum usw...
Ausserdem tritt ein Herr Latif immer auf eine ähnliche Weise im Tv auf. Da wird sogar Reportern Desinformation vorgeworfen, weil sie die offiziellen Zahlen des IPCC zitieren, die anscheinend wegen einer neueren Arbeit von Ihnen, Herr Rahmstorf, hinfällig geworden sind.
Da geht es um den Meeresspiegelanstieg in 100 jahren, der mit 30 - 50 cm angegeben wird (vom IPCC). Durch neuere Zahlen vom Pik soll da noch ein Meter hinzu kommen?!
Soweit ich weiss, handelt es sich bei diesem Phänomen aber um einen Zusammenbruch der nordatlantischen Strömung, und soweit ich das verstehe betrifft das nicht den weltweiten Meeresspiegel, sonden bloss unsere Gegend lokal?
Wie man den Journalisten deswegen Desinformation vorwerfen kann, ist mir echt schleierhaft.
Ich verstehe mittlerweile genug von diesem ganzen Klimazirkus, dass ich erkennen kann, dass ein Herr Maxeiner besser informiert ist, als ein Herr Horx, und dass es Wissenschaftler gibt, deren Arbeiten fast überall abgelehnt werden.
Und ja, ich glaube sogar, dass es Lobbyisten gibt, die die ernsthafte Klimaforschung untergraben wollen.
Das ändert aber nichts daran, dass eine Klimadiskussion m.E. nicht mit persönlichen Beleidigungen, Unterstellungen und Fehlinformationen, geführt werden darf. Bloss weil es eine gute Sache ist, die für die Menschheit ja so wichtig ist.
Ich, der jahrzehntelang wissenschaftliche Sendungen im Tv verfolge, erwarte mir von einem Klimawissenschaftler neutrale und bedachte Aussagen und solche Sätze wie die von Herr Latif z.B. "Was Herr Von Storch da sagt ist Quatsch" (oder ähnlich beim Spiegelinterview) hat m.E. in der Wissenschaft nichts verloren.
Hochachtungsvoll
Eddy
Soso, Herr Singer ist also Klimaforscher? Auf Wikipedia (Link unten) liest sich das allerdings etwas anders.
Soso, Herr Singer hat also mit der Tabakindustrie nichts zu tun?
auf Wikipedia liest sich das allerdings etwas anders:
http://en.wikipedia.org/wiki/Fred_Singer
Dann gibts ja noch das Statement zu singer von der Union of concerned Scientists:
http://en.wikipedia.org/...of_Concerned_Scientists
Achja, und was den Link auf das Heartland-Institute angeht, dieses "Institut" hat ja ebenfalls eine ausgezeichete Reputation:
http://en.wikipedia.org/wiki/Heartland_Institute
oder
http://www.sourcewatch.org/...=Heartland_Institute
Es wird von in diesem Zusammenhang so vollkommen unverdächtigen Institutionen wie Exxon, GM, Philip Morris etc. pp. gesponsort.
Alles in allem ist Herr Singer also ein "ausgezeichneter" und typischer Vertreter der Skeptikergemeinde.
Karl Mistelberger schreibt "Nicht alle scheinen sich Ihrer Ansicht anzuschliessen: "Millennial temperature reconstruction intercomparison and evaluation" ( www.clim-past.net/3/591/2007/cp-3-591-2007.pdf )."
In diesem Paper wird auch noch Nordamerika erwähnt. Wir haben also jetzt schon Grönland, die Alpen und Nordamerika, die eine deutliche mittelalterliche Warmperiode aufzeigen. Erklären sie mir doch bitte, ob sie es wirklich für möglich halten, dass dies nur lokal passierte? Ist das überhaupt noch "lokal"?
Und man darf nicht den Unterschied in der Sonnenaktivität vergessen:
http://www.weltderphysik.de/de/1163.php?i=1776
Die Sonnenaktivität ist ab 1940 weit höher als im Mittelalter, und das jetzt schon seit einigen Jahrzehnten bis zuletzt 2003, wenn ich mich recht entsinne.
Sollte die Sonne also einen Einfluss auf die Globaltemperatur haben, wieso sollte dieser Einfluss sich nicht verstärken, wenn er länger anhält?
Das Gegenteil zu behaupten, würde voraussetzen, dass man alle Klimamechanismen genau kennt, was aber mit Sicherheit noch nicht der Fall ist. Eine gewisse Skepsis ist in diesem Fall also rein wissenschaftlicher Natur. Wie sagt Herr Pielke so schön neulich:
You Can't Make This Stuff Up
"I am happy to report that it is quite possible to believe in strong action on mitigation and adaptation while at the same time ask probing questions of our scientific understandings."
Liebe Grüsse
Eddy