Obama zum Klima
Der künftige US-Präsident Barack Obama hat vorgestern eine wegweisende Rede zur Klimapolitik gehalten. Wir bringen die entscheidenden Passagen aus Obamas Rede in Form eines fiktiven Interviews.
KlimaLounge: Herr Obama, wie wichtig ist das Klimaproblem für Ihre kommende Präsidentschaft?
Obama: Kaum eine Herausforderung, vor der die USA und die Welt stehen, ist dringender als die Bekämpfung des Klimawandels. Die Wissenschaft ist unanfechtbar und die Fakten sind klar.
Meine Präsidentschaft wird ein neues Kapitel aufschlagen mit einer amerikanischen Führungsrolle zum Klimawandel, wodurch wir auch unsere Sicherheit stärken und Millionen neue Arbeitsplätze schaffen werden.
KlimaLounge: Welche Maßnahmen werden Sie konkret ergreifen?
Obama: Wir werden mit einem Emissionshandelssystem anfangen. Dabei werden wir starke jährliche Ziele setzen, die uns auf den Weg bringen, bis 2020 unsere Emissionen auf das Niveau von 1990 zurückzufahren und sie dann bis 2050 um weitere 80% zu reduzieren. Weiter werden wir jedes Jahr 15 Milliarden Dollar investieren, um damit privatwirtschaftliche Anstrengungen zum Aufbau einer sauberen Energiezukunft anzustoßen.
KlimaLounge: Anfang Dezember findet in Posen die nächste Verhandlungsrunde zum globalen Klimaschutz statt. Werden die USA bei den internationalen Verhandlungen künftig eine konstruktivere Rolle spielen als früher?
Obama: Lassen sie mich ein besonderes Wort an die Delegierten richten, die sich nächsten Monat in Polen treffen: Ihre Arbeit ist lebenswichtig für den Planeten. Während ich zur Zeit Ihres Treffens nicht Präsident sein werde und die USA immer nur einen Präsidenten haben, habe ich die Kongressmitglieder, die an der Konferenz als Beobachter teilnehmen, gebeten, mir alles zu berichten, was sie dort erfahren. Und sobald ich im Amt bin, können Sie sicher sein, dass die USA sich wieder intensiv in diesen Verhandlungen engagieren werden, und dabei helfen werden, die Welt in eine neue Ära der globalen Zusammenarbeit zum Klimawandel zu führen.
KlimaLounge: Immer noch gibt es Stimmen, die den Klimaschutz angesichts der Finanzkrise verschieben wollen, oder die gar anzweifeln, dass es ein Klimaproblem gibt. Was sagen Sie diesen Menschen?
Obama: Jetzt ist die Zeit, diese Herausforderung ein für alle mal anzupacken. Verzögern ist keine Option mehr. Verleugnen ist keine akzeptable Antwort mehr. Es geht um zuviel. Die Konsequenzen sind zu ernst.
KlimaLounge: Können wir den Klimawandel überhaupt noch aufhalten?
Obama: Es wird nicht leicht sein, den Klimawandel zu stoppen. Das wird nicht über Nacht gelingen. Aber ich kann Ihnen eines versprechen: Wenn ich Präsident bin, wird jeder Gouverneur, der sich für saubere Energie einsetzen will, einen Partner im Weißen Haus haben. Jede Firma, die in saubere Energie investieren will, wird einen Verbündeten in Washington haben. Und jede Nation, die sich dem Kampf gegen den Klimawandel anschließen möchte, wird in den Vereinigten Staaten von Amerika einen Verbündeten haben.
KlimaLounge: Herr Obama, wir danken für dieses Gespräch.
p.s. Für jene unserer Leser, die in Posen dabei sein werden: am 2.12. um 19:30 werde ich dort einen Vortrag zum Meeresspiegel halten.
Update 3.12.: Webcast meines Vortrages und dem von Bill Hare ist jetzt online hier.
Links:
New York Times mit Transkript der Obama-Rede
Kommentar der Süddeutschen zur Obama-Rede
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@Fritz Müller
#Desweiteren ist anzunehmen, das für die Skeptiker-Gemeinde mit dem Wegfall eines der (vermutlich) größten Unterstützer in den USA harte Zeiten anbrechen.#
Also, bisher habe ich mich nicht an Dabblju und "seiner" Meinung orientiert, warum sollen jetzt "harte Zeiten" anbrechen ?
Der ist für mich nicht meinungsbildend gewesen, daher ändert sich an meiner Meinung und Überzeugung nichts.
Diese Argumentation mit den "harten Zeiten" ist für mich absolut nicht nachvollziehbar.
Ich fürchte auch, dass Fritz Müller das ein wenig zu optimistisch sieht.
Eine Parallele dazu bieten die Kreationisten, die ja trotz überwältigender Beweise für die Tatsache der Evolution diese immer noch leugnen. Solange es noch genügend pensionierte Möchtegern-Experten gibt, die mit ihrer Zeit nichts besseres anzufangen wissen, als naturwissenschaftliche Erkenntnisse auf den Kopf zu stellen, werden wir die Klima-Leugner wohl so schnell nicht los.
@Krishnag
"Der ist für mich nicht meinungsbildend gewesen, daher ändert sich an meiner Meinung und Überzeugung nichts."
Die sog. Klimaskeptiker in Deutschland haben sich stark an denen in den USA orientiert. Wenn deren Unterstützer aus Politik und Wirtschaft zunehmend wegbröckeln -was mit der Wahl von Obama zu erwarten ist-, wird man auch hier in Mitteleuropa zunehmend einsam sein auf weiter Flur. Das meint Herr Müller wohl mit "harten Zeiten". Wenn Sie die Einsamkeit mögen, haben Sie nichts zu befürchten, Krishnag.
"Es ist klar, dass es neben der Klimaänderung weitere dringende Probleme gibt (Überbevölkerung, Armut, Krankheiten, Ernährung usw.). Es macht jedoch wenig Sinn, diese Probleme gegeneinander auszuspielen, wie das beispielsweise Lomborg tut. Sich nur auf das am billigsten zu lösende Problem zu konzentrieren ist sehr kurzsichtig. Die Einschätzung von Lomborg, mit dem gleichen Geld könne man bei der Bekämpfung von AIDS, Malaria, oder Armut und Bevölkerungswachstum mehr erreichen, stimmt vermutlich für einen kurzen Zeithorizont (z.B. 10 Jahre). Langfristig ist diese Optik jedoch gefährlich, da fast alle genannten Probleme mit der Klimaproblematik verhängt sind (die Folgen treffen vor allem die Armen, Wasser- und Nahrungsmittelknappheit werden verschärft, u.ä.)."
Ob der Klimawandel, mit dem die Menschheit seit ihrer Existenz zurecht kommen muss, überhaupt durch uns nennenswert beeinflusst werden kann, ist mehr als fraglich. Zumindest über den CO2 Ausstoß ist da wohl nichts relevantes zu bewirken, denn CO2 ist mit Anstand nicht das wichtigste Treibhausgas (das ist Wasserdampf) und die Treibhausgase sind mit Abstand auch nicht der wichtigste Klimafaktor (das ist die Sonne, kosmische Strahlung, Erdmagnetfeld, Meeresströmungen, etc.).
Wir wissen noch nicht einmal, ob der Klimawandel diesmal überhaupt ein Problem ist. Sollte es wärmer werden, wonach es leider nicht mehr aussieht, war das historisch eher von Vorteil für die Menschheit.
Also warum Milliarden verpulvern, ohne zu wissen ob es etwas nützt und ohne zu wissen, ob es überhaupt nötig ist.
Zudem sind die Umweltschäden durch den angeblichen Klimaschutz eminent. Regenwaldabholzung für Palmöl, Investitionsstau wodurch ineffiziente Altanlagen länger laufen, Abwanderung der Industrie in Länder mit geringerem Umweltstandards, Verschandelung der Landschaft durch WKA, usw.
@Thorsen und CO
Da ich keinen kenne, der in irgend einer Form von wem auch immer, insbesondere aus den USA, gesponsort, motiviert oder sonstwas wurde, sehe ich da nirgends ein Faß, daß man auf machen müßte.
Ich sehe auch keinen Grund, das Ihr, Thorsten und Co, in irgend eine dämliche Hähme verfallen müßtet.
Auch für eine genauso dämliche Schadenfreude existiert nicht der geringste Anlaß - und einsam werde ich mit Sicherheit nicht :-)
Freut Euch mal nicht zu früh :-)
Klima"politik" und Klima"wissenschaft" werden auch weiterhin 2 Paar Stiefel sein, und inbesondere die ~politik wird sich am Machbaren orientieren müssen, das wird schwer genug.
Wie wär es mal mit etwas sachlichem ?
Ist hier irgendwo ein Leugner ?
Ich sehe hier nur einen Polemiker übelster Sorte, und das ist unter dem Pseudo nicht das erste Mal.
Newsfeed für Kommentare? Kein Problem.
Feed KlimaLounge Kommentare
Und für die gesamten Scilogs gibt es auch einen Kommentar Feed, falls der interessiert.
Feed Scilogs Kommentare
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Rahmstorf,
es ist schon erstaunlich, wie auf der einen Seite von Ihren Kollegen und Ihnen, die Formulierung der Fragen von Storch etc. (Klimaforscher-Befragungen) in Ihren Beiträgen auf KlimaLounge angeprangert und versucht wurde, hinter jeder Frage eine „Suggestivfrage“ zu definieren, auf der anderen Seite aber gerade von Ihnen, sich einer solchen Methodik in Ihrem Interview mit Herrn Obama bedient wird. Beispiele:
1. „Immer noch gibt es Stimmen….“
Die Betonung „immer noch“ stellt unweigerlich die Personen, die solches nach Ihrer Meinung tun, in die „Ecke der Unbelehrbaren“ und zu „ächtenden“. Die Antwort, die gegeben werden soll, wird in der Fragestellung vorweggenommen.
2. „Können wir den Klimawandel überhaupt noch aufhalten?“
Ein starres Klima ist (wir erinnern uns, wir reden beim Wetter und als Integration beim Klima, über physikalische Prozesse) unmöglich!!!, weil eben in der Physik alles nach Gleichgewichten sucht und deshalb nichts starr sein kann, weder in der Quanten-, noch in der Makrophysik. Den von Ihnen (und Ihren Mitstreitern) postulierte und mit einer Definition belegte Klimawandel, nach der es in den nächsten Jahrzehnten wärmer, öder, lebensfeindlicher, etc. werden soll, gibt es nur in den zurecht gelegten Rechenmodellen und Postulaten, nicht aber in der Realität. Die obige Frage ist vor dem Hintergrund der Physik überflüssig, sogar, sie verzeihen mir das Wort, unsinnig und vor dem Hintergrund der Postulate der IPCC, soll die Frage ein vermeintliches Handlungsfeld aufzeigen, dass es schleunigst zu besetzen gilt. Es handelt sich demnach um eine Suggestivfrage, die durch die Formulierung „überhaupt noch“ unterstrichen wird.
Es ist ja verständlich, dass Personen, denen die wissenschaftliche Absicherung und Bestätigung ihrer Aussagen fehlt, sich an die Politik klammern und in einer Symbiose versuchen, beiderseitigen Nutzen zu ziehen. Der Personenkreis der Wissenschaftler durch Gelder für Forschungsprojekte und öffentliches Ansehen, der Personenkreis der Politiker, zur Profilierungs- und Handlungsbasis. Dies umso mehr, wenn von dort keine Lösungen, oder zumindest Antworten für die eigentlichen „Weltthemen“, wie Finanz- und Wirtschaftskrise, Agrarpolitik, Nahrungs- und Wasserversorgung, Gesundheitsversorgung, Überbevölkerung, Tropenwaldzerstörung, etc. vorliegen.
Harte Zeiten kommen letztendlich auf die zu, die sich gegen die Physik, also Natur stellen, weil diese die entsprechenden Ergebnisse liefert, an denen die Prognosen gespiegelt werden und da sieht es für die Befürworter des anthropogenen Klimawandels nicht rosig aus. Schlimm ist daran „nur“, dass bis zum Vorliegen der Naturergebnisse, die Zeche ganze Volkswirtschaften und mit Ihnen unzählige Menschen zu zahlen haben, denen eine falsche Richtung aufgezeigt wurde.
Herr Obamas Ankündigung, z.B. in den Emissionshandel („Emissionshandelssystem“) einzusteigen, legt den Schluss nahe, dass er von der Klimathematik wenig Verständnis besitzt und von ihm analoge Kreise gefördert werden sollen, denen die Welt z.B. den Finanzcrash zu verdanken hat – gewieften „Zockern“, die mit Waren oder Dienstleistungen handeln, die nicht existieren, bzw. ohne inneren Wert sind.
Herr Bruno Jonas hat in seiner ARD-Sendung „Scheibenwischer“ letzte Woche, wie ich meine, in bestechender Offenheit dargelegt, wie solche Politiker einzustufen sind – als „Verführer“ der Öffentlichkeit.
In Anlehnung an Ihre letzten Beiträge auf KlimaLounge: Seltsames Interview. Viele Grüße RL.
Dossier Konjunkturkrise kippt Klimaschutz
Das Klima hat zurzeit keine Konjunktur. Europaweit fürchten Politiker und Bürokraten, dass zusätzliche Umweltkosten noch mehr Unternehmen in die Krise treiben - und rücken von ihren ehrgeizigen Zielen für den Klimaschutz ab.
http://www.ftd.de/...kippt-Klimaschutz/443552.html
Das macht es einfacher für Obama seine Versprechungen nicht einzuhalten.
Gerade sînd wir so schön ins Gespräch mit Herr Neu gekommen. Könnten wir bitte einmal von diesem extrem dämlichen Gut-Böse-Schema wieder wegkommen um uns wissenschaftlich von den Experten auf dem Gebiet unterhalten zu lassen?!
Immerhin sollte das doch das Ziel eines solchen Blogs sein?! Missverständnisse aufklären, andere Meinungen zulassen, aber kontradiktorisch diskutieren usw...
Ich werde mich bald auch zu den Themen wieder äussern, habe leider sehr wenig Zeit im Moment! Danke and Alle!!!
Eddy