wissenslogs Klima

Das Ergebnis von Kopenhagen

Stefan Rahmstorf | 20. Dezember 2009, 14:12

Kopenhagen ist Geschichte. Das Ergebnis ist enttäuschend, keine Frage.

In Kopenhagen ist der Versuch gescheitert, eine verbindliche Nachfolgeregelung für das Kyoto-Protokoll zu treffen. Die Verhandlungen wurden  noch einmal verlängert, die entscheidenden Weichenstellungen sind auf das nächste Jahr verschoben worden. Das ist bitter, vor allem weil die Zeit so drängt. Mit jedem verstrichenen Jahr sinken die Chancen, die globale Erwärmung noch auf ein erträgliches Maß zu begrenzen.  Besonders für die Menschen, die existenziell von den Folgen der Erwärmung betroffen sind, ist dies ein schlechter Tag. Aber die Tür zu einem echten Klimaschutzabkommen ist weiterhin offen - sie ist nur leider in Kopenhagen nicht durchschritten worden, stattdessen hat man sich auf der Türschwelle gekabbelt, wer wann und wie hindurchgehen sollte.

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Climate Action Tracker

Stefan Rahmstorf | 07. Dezember 2009, 21:01

Heute hat der Klimagipfel in Kopenhagen begonnen, auf den die Verhandler von über 190 Staaten seit Jahren hingearbeitet haben. Es geht um ein globales Abkommen zum Klimaschutz, das das Kyoto-Protokoll von 1997 fortführen oder ersetzen soll. 1200 Delegierte sind dazu nach Kopenhagen gereist; 110 Staats- und Regierungschefs haben ihr Kommen angekündigt.

Der Erwartungsdruck ist hoch. Experten sprachen im Vorfeld von der wichtigsten Konferenz seit dem zweiten Weltkrieg. Und nach einer neuen BBC-Umfrage in 23 Ländern schätzen fast zwei Drittel (63%) der Menschen weltweit den Klimawandel als ein sehr ernstes Problem ein - womit sie aus wissenschaftlicher Sicht auch vollkommen Recht haben.  (weiter)

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Ein Limit von zwei Grad Erwärmung ist aus geowissenschaftlicher Sicht notwendig

KlimaLounge | 18. November 2009, 15:29

Gastbeitrag von Hubertus Fischer, Nicolas Gruber, Gerald Haug und Peter Lemke

Die wissenschaftlichen Fakten sind klar: Die Menschheit verändert durch das Verbrennen fossiler Energieträger und das Abholzen der Regenwälder die Erdatmosphäre. Die heutigen durch den Mensch verursachten Emissionen des wichtigsten Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) betragen fast 10 Milliarden Tonnen Kohlenstoff pro Jahr. Heute liegen diese Emissionen 80% über den Werten von 1970. Deshalb ist der atmosphärische CO2-Gehalt auf mittlerweile fast 390 ppm (390 CO2 Moleküle/1 mio Luft Moleküle) angestiegen und liegt damit um etwa 100 ppm über den vorindustriellen Werten dieser und aller vorangegangenen Warmzeiten der letzten 800.000 Jahre. Dadurch hat sich das globale Klima in den letzten 100 Jahren um ca 0.8 °C erwärmt.  (weiter)

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2 Grad in L’Aquila

Stefan Rahmstorf | 10. Juli 2009, 17:50

Am Mittwoch haben sich die G8-Staaten erstmals zur Begrenzung der globalen Erwärmung auf maximal 2 ºC bekannt. Tags darauf schlossen sich die Schwellenländer im Rahmen des Major Economies Forum (MEF) dem an: China, Indien, Indonesien, Mexiko, Südkorea und Südafrika.

Wir halten das für einen großen Durchbruch, denn nun herrscht Klarheit und Einigkeit darüber, was die Zielmarke der internationalen Klimapolitik ist. Welche globalen Emissionen mit diesem Ziel kompatibel sind, ist eine Frage, die die Wissenschaft beantworten kann - wir haben das kürzlich hier diskutiert. Wie dieser Kuchen an noch möglichen Emissionen zwischen den Ländern aufgeteilt wird, ist Verhandlungssache - darum wird es im Dezember in Kopenhagen gehen.

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Warnung aus Kopenhagen

Stefan Rahmstorf | 19. Juni 2009, 15:00

Im März fand der größte Klimakongress des Jahres in Kopenhagen statt - 2500 Teilnehmer aus 80 Ländern, 1400 wissenschaftliche Fachvorträge. Nun wurde gestern in Brüssel der Synthesebericht des Kongresses dem dänischen Premierminister Rasmussen übergeben. Dänemark ist Gastgeber der entscheidenden Verhandlungsrunde zum neuen Klimaschutzabkommen, die im Dezember stattfinden wird.

Der Klimakongress wurde von einer "star alliance" von Forschungsuniversitäten organisiert: Kopenhagen, Yale, Berkeley, Oxford, Cambridge, Tokyo, Peking - um einige zu nennen. Der Synthesebericht ist das wichtigste update aus der Klimaforschung seit dem IPCC-Bericht von 2007(weiter)

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Wie viel CO2 ist zu viel?

Stefan Rahmstorf | 29. April 2009, 19:00

Diesen Donnerstag erscheinen zwei Studien in Nature, die eine Kernfrage der Politik beantworten: wie viel an CO2-Emissionen können wir uns noch erlauben, wenn wir die globale Erwärmung auf maximal 2ºC begrenzen wollen? Als Basis dient dabei das vorindustrielle Temperaturniveau; 0,8ºC Erwärmung haben wir demnach bereits hinter uns. Diese 2-Grad-Grenze (1995 vom WBGU vorgeschlagen) ist durch Beschluss der Regierungschefs im Jahr 2005 Leitlinie der EU-Klimapolitik. Über 100 Staaten haben inzwischen 2°C oder weniger als Richtlinie für die Klimapolitik angenommen (außer der EU Norwegen, Island, Argentinien, Südafrika, Costa Rica und viele mehr).  (weiter)

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Neue Ära der Klimapolitik

Stefan Rahmstorf | 21. Januar 2009, 15:30

In seiner gestrigen Antrittsrede hat der neue US-Präsident Barack Obama nochmals bekräftigt, dass mit dem Regierungswechsel eine radikale Wende in der US-Klimapolitik eingeläutet wird. Gleich zu Anfang schildert Obama die "Krise", in der die USA sich befinden. Neben Kriegen und Wirtschaftskrise gehört zu dieser Diagnose auch:

Jeder Tag beweist aufs Neue, dass die Art und Weise unseres Energieverbrauchs unsere Gegner stärkt und unseren Planeten bedroht.

Zur Lösung setzt Obama auf wissenschaftliche Rationalität:

Wir werden der Wissenschaft ihren rechtmäßigen Platz zurückgeben.

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Obama zum Klima

Stefan Rahmstorf | 20. November 2008, 10:00

Der künftige US-Präsident Barack Obama hat vorgestern eine wegweisende Rede zur Klimapolitik gehalten. Wir bringen die entscheidenden Passagen aus Obamas Rede in Form eines fiktiven Interviews.



KlimaLounge: Herr Obama, wie wichtig ist das Klimaproblem für Ihre kommende Präsidentschaft? (weiter)

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Aus der Arktis 2

Stefan Rahmstorf | 02. August 2008, 08:00

Die Arktis ist ein hotspot des Klimawandels. Die Temperaturen dort haben sich mehr als doppelt so stark erwärmt wie im globalen Durchschnitt. Die Eisdecke auf dem arktischen Ozean ist bereits um die Hälfte geschrumpft. Im letzten Sommer waren es nur noch 4,3 Millionen Quadratkilometer, in den 1950-er bis 1970er Jahren lag sie meist zwischen 8 und 9 Millionen Quadratkilometer. Diese beiden Dinge – Erwärmung und Eisschwund – bedingen sich gegenseitig. Denn weniger Eis bedeutet mehr Aufnahme von Sonnenenergie: das ist die bekannte Eis-Albedo-Rückkopplung, die den Klimawandel noch verstärkt. Der große weiße Spiegel, der im Norden unseren Planeten kühlt, verschwindet rascher als erwartet.

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Aus der Arktis

Stefan Rahmstorf | 29. Juli 2008, 16:30

5 Uhr morgens. „Two polar bears ahead on the port side.“ Die ruhige Lautsprecherstimme von Expeditionsleiter Bud Lehnhausen reißt uns aus dem Schlaf. Mein Kabinengenosse, Prof. Jake Jacoby vom MIT, und ich streifen rasch warme Kleidung über und gehen an Deck. Kapitän Lampe nimmt langsam die Fahrt aus der National Geographic Endeavour. Nach und nach erscheinen auch die anderen an Deck. Ehrfürchtige Stille, die Leute flüstern, auch um die Tiere nicht zu erschrecken. Neben mir blickt Bill Ritter, der Gouverneur von Colorado, gebannt durch sein Fernglas. Paul Nicklen, Starfotograf von National Geographic, hat sein halbmeterlanges Teleobjektiv in Anschlag gebracht. Aus gebührender Entfernung können wir ausgiebig eine Eisbärenmutter mit ihrem zweijährigen Jungen auf einer Eisscholle beobachten. Unser Schiff scheint sie nicht besonders zu interessieren. (weiter)

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Die Klimalösung – Zwei Notwendigkeiten des Zwei-Grad-Ziels

Anders Levermann | 10. Mai 2008, 13:45

Wir müssen gefährlichen Klimawandel vermeiden und dafür unter zwei Grad globaler Erwärmung bleiben. So lautet seit 1996 das politische Ziel der Europäischen Union[1]. Es basiert auf der Hoffnung, dass in diesem Fall die Folgen und Risiken des Klimawandels in Grenzen gehalten werden (KlimaLounge: "Sicherheitsrisiko Klimaspiralen - ..."). Praktische Aspekte der Einhaltung dieses Ziels sind sicher kompliziert. Es gibt jedoch zwei Säulen – relativ simple Wahrheiten - an denen sich diese Details orientieren müssen und sie bestimmen die Richtung, in die es gehen muss. (weiter)

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Sicherheitsrisiko Klimaspiralen - Are we “tumbling down the rabbit hole”?

Anders Levermann | 14. März 2008, 09:58

“Unbegrenzter Klimawandel über 2ºC wird zu beispiellosen Sicherheitsszenarien führen, da hierdurch wahrscheinlich eine Reihe von Tipping Points ausgelöst werden, die weiter beschleunigte, irreversible und in hohem Maße unverhersehbare Klimaveränderungen zur Folge haben werden.“

So heißt es im gestern veröffentlichten Papier zur neuen EU Sicherheitsstrategie. Was sind das für “tipping points” vor denen unser EU Außenminister Javier Solana da warnt? (weiter)

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