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Climate Action Tracker

Stefan Rahmstorf | 07. Dezember 2009, 21:01

Heute hat der Klimagipfel in Kopenhagen begonnen, auf den die Verhandler von über 190 Staaten seit Jahren hingearbeitet haben. Es geht um ein globales Abkommen zum Klimaschutz, das das Kyoto-Protokoll von 1997 fortführen oder ersetzen soll. 1200 Delegierte sind dazu nach Kopenhagen gereist; 110 Staats- und Regierungschefs haben ihr Kommen angekündigt.

Der Erwartungsdruck ist hoch. Experten sprachen im Vorfeld von der wichtigsten Konferenz seit dem zweiten Weltkrieg. Und nach einer neuen BBC-Umfrage in 23 Ländern schätzen fast zwei Drittel (63%) der Menschen weltweit den Klimawandel als ein sehr ernstes Problem ein - womit sie aus wissenschaftlicher Sicht auch vollkommen Recht haben.  (weiter)

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Die Kopenhagen-Diagnose

Stefan Rahmstorf | 24. November 2009, 19:52

Report
Heute wurde die Copenhagen Diagnosis publiziert - ein Update zur Klimaentwicklung und Klimaforschung für die Verhandler in Kopenhagen, das von 26 Kollegen im Laufe der vergangenen zwölf Monate erarbeitet wurde (full disclosure: ich war auch dabei, ebenso wie KlimaLounge Kollege Martin Visbeck). Federführend waren Forscher der University of New South Wales in Sydney. Zusammengefasst werden auf sechzig Seiten die relevantesten neuen Daten und Studien aus der Fachliteratur, von den aktuellen Emissionen über Atmosphäre, Ozeane und Eismassen bis hin zu Zukunftsprojektionen.

Nebenbei nimmt der Bericht sich auch einigen der am häufigsten gestellten Fragen an (die ja auch hier in den Leserkommentaren immer wieder auftauchen): Gibt es eine "Pause" bei der globalen Erwärmung? Ist der Treibhauseffekt schon gesättigt? Kühlt die Antarktis sich ab? Wie ist der Zeitablauf zwischen CO2 und Temperatur in den antarktischen Eiskerndaten zu erklären? Sind wir vielleicht nur in einem natürlichen Aufschwung nach Ende der "Kleinen Eiszeit"? Hat sich das Klima nicht schon immer geändert?  (weiter)

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Swept away

Anders Levermann | 25. Juli 2009, 21:49

Vor drei Monaten haben wir über das Wilkins-Eisschelf in der Antarktis berichtet. Eine Eisbrücke verband dort das verbleibende Eisschelf mit der vorgelegenen Charcot-Insel. Einige Forscher sind der Auffassung, dass diese Eisbrücke den vollständigen Kollaps des Eisschelfs verhindert. Wenige Tage nach unserem Beitrag ist diese Brücke zerbrochen. Drei Monate später bietet sich nun folgendes Bild...

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Klimaforscher-Konsens 97%

Stefan Rahmstorf | 06. März 2009, 13:00

Schwammige oder suggestive Fragen, geringer Rücklauf, fragwürdige Kompetenz der Befragten, politischer "spin" bei der Interpretation der Ergebnisse - letzten Herbst hatten wir in mehreren Beiträgen über die Probleme mit einigen Klimaforscher-Befragungen berichtet. Aus den USA erreicht uns jetzt eine neue Studie, die diese Probleme weitgehend zu vermeiden sucht.
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Keine Eisendüngung für den Klimaschutz ... soll man deshalb auch die Forschung verbieten?

Martin Visbeck | 27. Januar 2009, 12:59

In den letzten Wochen gab es einen Sturm im Wasserglas der biogeochemischen Meereswissenschaftler. Was war passiert?

Seit über 10 Jahren werden im Ozean kleinskalige Experimente durchgeführt, bei denen gelöstes Eisen in besondere Zonen im Ozean eingebracht werden, um ein interessantes Phänomen zu studieren: Wie kann es sein, daß es in diesen Meeresgebieten (z.B. dem Zirkumpolarstrom) an der Meeresoberfläche reichlich Nährstoffe und Sonnenlicht gibt, aber dennoch die Meeresorganismen nicht in der Lage sind diese zu nutzten (sprich die Algenblüte bleibt aus)? Die Antwort ist plakativ gesprochen recht simpel: Nicht alle Nährstoffe sind gleich, und wenn bestimmte Spurenmetalle fehlen gibt es nur schwaches Wachstum der Pflanzen im Wasser. Es wurde die These entwickelt, daß schon bei einer Zugaben von kleinen Mengen der Spurenstoffe ein sichtbares Algenwachstum stimuliert werden kann. ( ... Kunstdünger auf den Acker ...) (weiter)

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KlimaLounge zum Jahreswechsel

KlimaLounge | 03. Januar 2009, 17:00

31 Artikel, weit über 100.000 Hits und 1.675 Leserkommentare: das ist die Bilanz des KlimaLounge-Startjahres. Im Durchschnitt über 3000 Pageloads und über 50 Kommentare pro Artikel - das hat alle unsere Erwartungen übertroffen. Fast alle unsere Artikel sind in der Liste der Meistgelesenen gelandet - oft standen dort fünf oder mehr KlimaLounge-Beiträge gleichzeitig (wie auch derzeit). Dabei hilft natürlich das Thema Klima, das viele Menschen bewegt. Aber deshalb wird noch nicht jeder Klima-Artikel zum Selbstläufer - das Leserinteresse war durchaus sehr unterschiedlich und rangierte je nach Thema zwischen 643 und 17.485 Pageloads (für Ist die Erderwärmung vorbei?). (weiter)

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Forscher beraten Politiker

Stefan Rahmstorf | 05. Dezember 2008, 15:30

Diese Woche hat die Bundesregierung ihre wissenschaftlichen Berater in Sachen globale Umweltveränderungen für die nächsten vier Jahre benannt. Per Kabinettsbeschluss wurde der Wissenschaftliche Beirat Globale Umweltveränderungen (WBGU) neu berufen - die Liste der neun Forscher ist unten angehängt. Da ich selbst die letzten vier Jahre in diesem Gremium gedient habe (und auch erneut berufen wurde), will ich aus diesem Anlass einmal erzählen, wie das so vor sich geht: wissenschaftliche Politikberatung.

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Obama zum Klima

Stefan Rahmstorf | 20. November 2008, 10:00

Der künftige US-Präsident Barack Obama hat vorgestern eine wegweisende Rede zur Klimapolitik gehalten. Wir bringen die entscheidenden Passagen aus Obamas Rede in Form eines fiktiven Interviews.



KlimaLounge: Herr Obama, wie wichtig ist das Klimaproblem für Ihre kommende Präsidentschaft? (weiter)

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Seltsame Umfragen 3

Stefan Rahmstorf | 12. November 2008, 10:40

Heute runden wir die Diskussion um Meinungsumfragen mit einem Plädoyer für eine gute Alternative ab: die Expertenbefragung.

Stellen Sie sich einen Moment vor, Sie müssten eine Entscheidung darüber fällen, ob Ihr Kind sich einer Herzoperation unterziehen sollte. Sie können zur Information unter zwei Dossiers wählen:

(a) Den Ergebnissen einer detaillierten Befragung unter einem Dutzend der besten Herzspezialisten weltweit über alle Vor- und Nachteile der möglichen Operationen.  (weiter)

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Seltsame Umfragen 2

Stefan Rahmstorf | 11. November 2008, 18:13

Heute setzen wir die Diskussion seltsamer Klimaumfragen mit einer zweiten These fort.

These 2: Ziel mancher Klima-Umfragen ist nicht die wissenschaftliche Erkenntnis, sondern eine erhoffte politische Wirkung.

Ein Leserkommentar bei RealClimate formulierte es drastisch: solche Umfragen sind einfach Propagandainstrumente. So weit würde ich nicht gehen. Dennoch muss man die Frage stellen, wozu Umfragen benutzt werden und was ihre Autoren damit bezwecken. Soll auf diesem Wege der Konsens in Grundfragen der Klimaforschung in Frage gestellt werden, der sich mit wissenschaftlichen Argumenten nicht mehr ernsthaft anzweifeln lässt?  (weiter)

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Seltsame Umfragen

Stefan Rahmstorf | 10. November 2008, 17:10

In den letzten Wochen ist in der Blogosphäre eine interessante Diskussion über Sinn und Unsinn von Umfragen unter Klimaforschern entbrannt. Der bekannte NASA-Klimatologe Gavin Schmidt eröffnete sie mit einem kritischen Beitrag (auf Deutsch auch bei uns) zu einer Umfrage von Hans von Storch und Dennis Bray. Storch/Bray verteidigten ihre Umfrage bei Prometheus. Urs Neu von der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz kommentierte etwas später hier eine ähnliche Umfrage von Senja Post und Hans Kepplinger. Anlass für mich, zu dieser Debatte zwei provokante Thesen und ein Plädoyer vorzustellen.

These 1: Umfragen sagen oft mehr über die Frager als über die Befragten

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Klimaforscher-Befragungen und ihre Interpretation

Urs Neu | 03. November 2008, 16:45

Der oft zitierte Konsens in der Klimaforschung bezüglich des menschlichen Einflusses auf das Klima ist weder in einer Abstimmung noch in irgendwelchen Umfragen begründet. Er ergibt sich aus einer Analyse der in Fachzeitschriften publizierten Forschungsergebnisse. Sowohl die eingehende Auswertung (engl. „Assessment“) dieser Publikationen (wie durch das IPCC) als auch statistische Analysen (N. Oreskes) der wissenschaftlichen Literatur haben den Konsens bestätigt. (Die Arbeit von Oreskes wurde zwar kritisiert, diese Kritik erwies sich aber als weitgehend haltlos und wurde nach einigen Diskussionen zum grössten Teil zurückgezogen).  (weiter)

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Neue Umfrage unter Klimaforschern

Gavin A. Schmidt | 08. Oktober 2008, 21:56

Gastkommentar von Gavin A. Schmidt vom Goddard Institute for Space Studies in New York.

Seit einigen Jahren führen Dennis Bray und Hans von Storch Umfragen bei Klimaforschern durch, um die Ansichten der Community (zu IPCC, Klimawandel, Ursachen usw.) zu erfahren. Leider waren diese Bemühungen nicht immer so erfolgreich wie erhofft. Es gab eine Reihe von Problemen – von der Frage, wer überhaupt an so einer Umfrage teilnehmen darf, über unspezifische oder mehrdeutige Fragen, bis hin zu mangelnder Kontrolle darüber, wer die Fragebögen ausfüllte (in einem Fall wurden die Website und dass Passwort in den Netzwerken der „Klimaskeptiker“ verbreitet). Wegen dieser Probleme waren die Ergebnisse der Umfragen weniger brauchbar als sie hätten sein können und wurden gelegentlich sogar genutzt, um Desinformation zu verbreiten. Wie diese Umfragen genutzt werden wirkt sich natürlich auch auf die Bereitschaft der Forscher aus, sich an künftigen Umfragen zu beteiligen – wenn die eigenen Antworten einmal verfälscht wiedergegeben wurden, wird man kaum ein weiteres Mal antworten. Andere haben sich an ähnlichen Umfragen versucht, mit ähnlichen Problemen.  (weiter)

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Treibhauseffekt widerlegt!

Stefan Rahmstorf | 25. August 2008, 15:42

Prominente Physiker erhalten regelmäßig Zuschriften von Laien, die ein perpetuum mobile gefunden haben wollen und uns damit von allen Energiesorgen befreien. Ich habe dazu noch einen dicken Ordner mit Zuschriften, in denen Laien einen fatalen Fehler in der Treibhaustheorie gefunden haben wollen, den alle Klimaforscher seit Jahrzehnten übersehen haben. Sie glauben, ein für alle mal widerlegt zu haben, dass der Mensch das Klima aufheizt. (weiter)

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Aus der Arktis 2

Stefan Rahmstorf | 02. August 2008, 08:00

Die Arktis ist ein hotspot des Klimawandels. Die Temperaturen dort haben sich mehr als doppelt so stark erwärmt wie im globalen Durchschnitt. Die Eisdecke auf dem arktischen Ozean ist bereits um die Hälfte geschrumpft. Im letzten Sommer waren es nur noch 4,3 Millionen Quadratkilometer, in den 1950-er bis 1970er Jahren lag sie meist zwischen 8 und 9 Millionen Quadratkilometer. Diese beiden Dinge – Erwärmung und Eisschwund – bedingen sich gegenseitig. Denn weniger Eis bedeutet mehr Aufnahme von Sonnenenergie: das ist die bekannte Eis-Albedo-Rückkopplung, die den Klimawandel noch verstärkt. Der große weiße Spiegel, der im Norden unseren Planeten kühlt, verschwindet rascher als erwartet.

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Aus der Arktis

Stefan Rahmstorf | 29. Juli 2008, 16:30

5 Uhr morgens. „Two polar bears ahead on the port side.“ Die ruhige Lautsprecherstimme von Expeditionsleiter Bud Lehnhausen reißt uns aus dem Schlaf. Mein Kabinengenosse, Prof. Jake Jacoby vom MIT, und ich streifen rasch warme Kleidung über und gehen an Deck. Kapitän Lampe nimmt langsam die Fahrt aus der National Geographic Endeavour. Nach und nach erscheinen auch die anderen an Deck. Ehrfürchtige Stille, die Leute flüstern, auch um die Tiere nicht zu erschrecken. Neben mir blickt Bill Ritter, der Gouverneur von Colorado, gebannt durch sein Fernglas. Paul Nicklen, Starfotograf von National Geographic, hat sein halbmeterlanges Teleobjektiv in Anschlag gebracht. Aus gebührender Entfernung können wir ausgiebig eine Eisbärenmutter mit ihrem zweijährigen Jungen auf einer Eisscholle beobachten. Unser Schiff scheint sie nicht besonders zu interessieren. (weiter)

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Fakten und Irrtümer

Urs Neu | 23. Juli 2008, 14:26

Der Büchermarkt ist mittlerweile reich an Werken, in denen die vom Menschen verursachte globale Erwärmung als Hirngespinst dargestellt wird – oder als eine Verschwörung von Wissenschaftlern, die die Öffentlichkeit täuschen, um an Forschungsgelder zu kommen. Oder es geht um die Politik, die angeblich die Wissenschaft für ihre Zwecke missbraucht. Die Frage, weshalb auch bürgerlich-liberale Politiker so erpicht auf die Verkündung unpopulärer Maßnahmen sein sollen, bleibt dabei offen.

Kürzlich ist diese Literaturgattung um ein weiteres Buch bereichert worden. Es stammt von Horst-Joachim Lüdecke, Diplomphysiker und Professor a.D. im Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Saarbrücken. Der Titel lautet “CO2 und Klimaschutz – Fakten, Irrtümer, Politik”. Die Schriftgröße auf dem Buchdeckel - Fakten klein, Irrtümer groß – deutet unabsichtlich schon an, was im Buch zu erwarten ist: wenig Fakten und viele Irrtümer. (weiter)

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Geht dem Ozean die Luft aus?

Martin Visbeck | 02. Mai 2008, 13:26

Atlantik, 8°N 24°W. Seit zwei Wochenbin ich auf Deutschlands modernstem Forschungsschiff, der MARIA S. MERIAN, imSubtropischen Nordatlantik auf einer meereswissenschaftlichen Forschungsreiseunterwegs. Ziel unsere Arbeiten hier ist die Untersuchung sogenannterSauerstoff-Minimumzonen im Ozean. In etwa 250-500m Wassertiefe befinden sich nördlichund südlich des Äquators auf den Ostseiten aller Ozeane ausgedehnte Gebiete mitstark reduziertem gelösten Sauerstoff im Meer.

Autor beim Aussetzen eine ARGO profilierenden Tiefendrifters von der MARIA S. MERIAN 

 

In dieser Wocheist auch eine Wissenschaftliche Arbeit von Dr. Lothar Stramma vom IFM-GEOMAR inKiel und seinen Kollegen, Dr. G. Johnson PMEL, Dr. J. Sprintall SCRIPPS, undDr. Volker Mohrholz vom IOW aus Warnemünde in SCIENCE erschienen mit dem Titel:„Expanding Oxygen-Minimum zones in the Tropical oceans“.

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Der Hansen-Faktor

Stefan Rahmstorf | 19. April 2008, 14:32

James Hansen ist Leiter des NASA-Klimaforschungsinstituts in New York und einer der prominentesten amerikanischen Klimatologen. Im Sommer 1988 erregte er Aufsehen, als er vor dem US-Kongress drei Szenarien der künftigen Klimaerwärmung präsentierte. Zwanzig Jahre später wissen wir: Hansen hatte damals Recht. Das mittlere Szenario B, von ihm damals als das plausibelste Szenario bezeichnet, trat ein (siehe Diskussion hier).

Nun hat Hansen mit einer neuen Arbeit international ein breites Medienecho ausgelöst – u.a. Guardian, FAZ und taz berichteten, die taz druckte dazu auch ein Interview mit mir, und auch aus der Politik erreichten mich Anfragen dazu. Zu den Koautoren von Hansen bei dieser Studie gehören einige der führenden Paläoklimatologen, wie Jim Zachos von der University of California und Valerie Masson-Delmotte vom Institut Pierre Simon Laplace bei Paris, denen wir wichtige Erkenntnisse über die Klimaentwicklung in der Erdgeschichte verdanken. Daten über diese früheren, natürlichen Klimaveränderungen sind es denn auch, auf denen die Analyse von Hansen und Kollegen beruht. Die wichtigste Folgerung der Autoren lautet, dass die CO2-Konzentration unterhalb von 350 ppm stabilisiert werden muss, um unsere Erde in einem Zustand zu erhalten, „der dem ähnelt, auf dem die Zivilisation sich entwickelte und an den das Leben auf der Erde angepasst ist“. Das ist insofern radikal, als 350 ppm deutlich unterhalb der heutigen CO2-Konzentration liegt, denn der Mensch hat diese bereits von 280 auf derzeit 385 ppm erhöht. 

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Die Bundesliga der Klimaforschung

Stefan Rahmstorf | 28. März 2008, 14:13

Was im Fußball Tore und Ligapunkte, sind in der Wissenschaft die Fachpublikationen und die Zitate, die sie bekommen. Sie haben sich zum wichtigsten Leistungskriterium in der Forschung entwickelt – mit allen Vor- und Nachteilen. Die digitale Revolution hat Publikationsdatenbanken wie das „Web of Science“ hervorgebracht, wo rund 37 Millionen Fach-Artikel registriert sind – einschließlich der Häufigkeit, mit der sie in anderen Fachpublikationen zitiert worden sind. Bei Berufungsverfahren für Professuren spielen diese Zahlen zunehmend eine entscheidende Rolle. Sie erlauben aber auch Wissenschaftsjournalisten, sich in Minutenschnelle einen Eindruck zu verschaffen, wer Experte auf einem bestimmten Forschungsgebiet ist, und wer vielleicht nur ein selbsternannter „Experte“, der kaum relevante eigene Forschung vorzuweisen hat. Nachdem wir durch meinem letzten Beitrag einen Einblick in die Niederungen der „Klimaskeptiker“-Debatte bekommen haben, wollen wir heute zur Erholung einen Blick auf die Spitze der Klimaforschung werfen. (weiter)

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