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Survival of the newest? Sind wissenschaftliche Mailinglists vom Aussterben bedroht?

Anita Bader | 18. Februar 2010, 23:54

Seit Montag ist sie online – „Sciencefeed”, eine neue Microblogging-Plattform, die speziell für Wissenschaftler gedacht ist und neue Wege der digitalen Wissenschaftskommunikation ermöglichen soll. „Share and discuss your opinions about research, scientific conferences, and scienceheadlines” heißt es auf der Sciencefeed-Website – das klingt im ersten Moment nicht sonderlich neu. Im Gegenteil – ganz ähnliche Formulierungen finden wir beispielsweise auch in den Beschreibungen wissenschaftlicher Mailinglists, die teilweise schon seit Anfang der 90er Jahre aktiv sind. Zugegeben – die Rahmenbedingungen sind etwas anders, aber beim Nutzungsprofil scheint es Überschneidungen zugeben. Eine gute Gelegenheit, um zu fragen: Was geschieht denn eigentlich wenn zwei oder mehrere Formate Ähnliches zu leisten versuchen? Welche Auswirkungen haben solche Konkurrenzfälle auf die „älteren” Formaten, die bisher für diese Zwecke genutzt wurden? Werden sie einfach von den neueren und innovativeren Formate abgelöst und sterben aus? (weiter)

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Kontroversenlust und Kontroversenscheu in der digitalen Wissenschaftskommunikation

Gerd Fritz | 04. November 2009, 12:18

Marcelo Dascal, ein hochkarätiger Wissenschaftstheoretiker, schrieb kürzlich: „Der kooperative Charakter der kollektiven Wissenskonstruktion wird oft betont. Aber am wichtigsten, besonders für die Kooperation selbst, ist die kritische Auseinandersetzung über Aussichten, Projekte, Vorgehen, Ziele und Theorien zwischen Wissenschaftlern und Wissenschaftlergruppen. […] Kritik und Auseinandersetzung [sind] der Motor des Fortschritts […].“ Man kann hinzufügen, dass für die Novizen einer Wissenschaft die Beobachtung von Kontroversen zu den lehrreichsten Erfahrungen überhaupt gehört. Wenig später beschrieb der Literaturwissenschaftler Carlos Spoerhase als ein Beispiel für „Nicht-Kontroversen“ den gegenwärtigen Stand der Literaturtheorie aus seiner Sicht: „Ist die sogenannte Methodenvielfalt als eine Relation der Konkurrenz, der Komplementarität oder des ungeordneten Nebeneinanders zu rekonstruieren? Der Dissens, wie Literaturwissenschaft jeweils zu betreiben sei, führt häufig nicht zu einer Konfrontation; vielmehr wird der Konflikt zwischen divergierenden literaturtheoretischen Konzeptionen in eine grundlagentheoretische Gleichgültigkeit überführt.“ (weiter)

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Ein Format kommt selten allein – Formatverknüpfungen in der digitalen Wissenschaftskommunikation

Anita Bader | 12. Oktober 2009, 16:03

Ein Format kommt selten allein: In wissenschaftlichen Mailinglisten-Diskussionen verweisen Beteiligte auf Beiträge in ihrem eigenen Blog, in Blogs tauchen Hinweise auf Listen-Diskussionen auf, Wikis werden mit Blogs verknüpft und so weiter. Die Infrastruktur des Internets lädt geradezu dazu ein, einzelne Beiträge über Hyperlinks miteinander zu verbinden und unterschiedliche Kommunikationsformate zu verknüpfen. Wenn man genauer hinschaut, bemerkt man nun, dass es nicht nur ganz verschiedene Formen solcher Verknüpfungen gibt, sondern dass diese Verknüpfungen auch ganz spezifische Funktionen aufweisen, die das Nutzungspotenzial des einzelnen Formats erweitern. Anhand von konkreten Threadverläufen untersuchen wir, wie und warum solche Formatverknüpfungen zustande kommen. Hier sollen exemplarisch ein paar Beispiele skizziert werden. (weiter)

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„Boy am I glad I discovered this discussion!“ - Das geheime Qualitätsmanagement in Mailinglists und Blog-Diskussionen

Gerd Fritz | 06. Oktober 2009, 12:57

Qualitätsmanagement in der digitalen wissenschaftlichen Kommunikation ist ein großes Thema – zu Recht. Wenn man darüber nachdenkt, denkt man zuerst an explizite, institutionalisierte Verfahren wie die Bewertung von publizierten wissenschaftlichen Arbeiten in Online-Rezensionen oder die Diskussion von Preprints im Open-Access Peer-Review-Verfahren. Oder wir denken an die explizite Qualitätsbewertung von wissenschaftlichen Thesen oder Auffassungen in Online-Kontroversen. Zu diesen wichtigen Aspekten des Qualitätsmanagements werden wir in zukünftigen Blogs Beobachtungen und Überlegungen beisteuern.

Heute interessiert uns etwas Anderes: Es gibt unauffällige, aber ungeheuer wirksame Verfahren des Qualitätsmanagements, die implizit und meist unreflektiert angewendet werden und die man oft erst bei genauerem Hinsehen wahrnimmt. Am Beispiel von Dialogverläufen (Threads) in Mailinglists und Blogs wollen wir ein paar derartige Verfahren zeigen. (weiter)

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