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Powerpoint-Kritik da capo!

Henning Lobin | 11. Dezember 2009, 15:58

Im deutschen Feuilleton wird seit einigen Jahren eine Debatte darüber geführt, wie schlimm Powerpoint-Präsentationen denn tatsächlich seien. Begonnen hatte diese mit dem Verdikt des amerikanischen Grafik-Gurus Edward Tufte, Powerpoint sei „böse“, und der These, dass der Absturz der Raumfähre Columbia mit unübersichtlich gestalteten Powerpoint-Folien zu tun habe. Später hieß es, die visualisierte Darstellung von Sachverhalten in Präsentationen behindere eine vernünftige Argumentation (Heinz Schlaffer in der FR 2004), es komme die Rhetorik von Präsentationen einer Publikumsprügelei gleich (Lisa Becker in der FAZ 2005) und überhaupt werde der „geistig-kulturelle Untergang des Abendlandes“ (Josef Joffe in der ZEIT 2007) durch Powerpoint implementiert. Auch wenn diesen pauschalen Verurteilungen schon vor fünf Jahren von Matthias Mertens und Claus Leggewie entgegengetreten worden ist mit dem Hinweis, dass die Präsentationen kommunikativ doch ganz anders zu bewerten sei als der rhetorisch ausgefeilte Vortrag, und trotz diverser wissenschaftlicher Erkenntnisse, die inzwischen zu diesem Thema vorliegen, wird immer wieder aufs Neue der Untergang der Redekunst beschworen. Zuletzt konnte man dies bei Thomas Steinfeld in der Süddeutschen Zeitung vom 30.11.2009 verfolgen. (weiter)

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Powerpoint macht nicht dumm - aber auch nicht klug

Hans-Jürgen Bucher | 08. Dezember 2009, 19:01

Für eine multimodale Rhetorik des Präsentierens

Nachdem die kurz nach der Jahrtausendwende aufgekommenen Parolen wie „Powerpoint is evil“ und „Powerpoint makes you dumb“ von einer umfassenden und seriösen Powerpoint-Forschung abgelöst wurden, hat nun der Feuilleton-Chef der Süddeutschen Zeitung, Thomas Steinfeld, die alte Kulturkritik an der Präsentationssoftware wieder aufgewärmt. Das Programm teile, kürze und verflache jeden Gedanken so lange, „bis er sich in eine überschaubare Zahl sofort löslicher Brühwürfel verwandelt“. (SZ vom 30.11.09). Das Ergebnis davon: „die Powerpoint“-Kultur hat die Kunst der Rede zerstört“. Behauptungen dieser Art spiegeln einen Technikdeterminismus, wie er in der Mediengeschichte nicht mehr vertreten wird. Nicht Programme verflachen Gedanken und zerstören die Kunst der Rede, sondern allerhöchstens Menschen, die diese Programme anwenden. (weiter)

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Ein anderer Vorläufer der Präsentation: die Folien-Präsentation

Henning Lobin | 23. September 2009, 14:13

Die Folien-Präsentation ist technologisch untrennbar mit dem Overhead-Projektor verbunden. Dieser kam seit den vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts in den USA bei Polizei und Militär zum Einsatz, um Einsatzbesprechungen durchzuführen. Von dort aus verbreitete sich der Gebrauch dieser Präsentationstechnologie in den fünfziger und sechziger Jahren in Schulen und Universitäten, teilweise unterstützt durch staatliche Programme, und in der Wirtschaft. (weiter)

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Ein Vorläufer der Präsentation: der wissenschaftliche Vortrag

Henning Lobin | 17. September 2009, 11:58

Bis vor wenigen Jahren dominierte der Vortrag die offizielle wissenschaftliche Kommunikation. Historisch geht der Vortrag auf die Vorlesung zurück, die in der mittelalterlichen Universität zunächst tatsächlich zur Übermittlung eines Lehrbuchtextes vom Professor an die Studenten diente. Dieses Vorlesen der Werke anerkannter Kapazitäten eines Faches wurde nach und nach ergänzt um Anmerkungen und Kommentare, die sich der Professor als Glossen in seinem Lehrbuch vermerkte. Um 1800 bezeichnete das Wort »Vortrag« die Art und Weise des Vortragens des Lehrbuchtextes und der Kommentare, also das, was in der traditionellen Rhetorik actio genannt wurde und heute Performanz. Die in dieser Zeit einsetzende Änderung der Verfahren wissenschaftlicher Erkenntnisproduktion wirkt sich auch auf das Verständnis der Erkenntnisvermittlung aus. (weiter)

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Präsentationen als wissenschaftliche Kommunikationsform

Henning Lobin | 14. September 2009, 14:47

Präsentationen stellen eine anerkannte wissenschaftliche Kommunikationsform dar, die mittlerweile sehr häufig vorkommt. Schätzungen zufolge werden über die 25 Mio. Rechner, auf denen allein das am weitesten verbreitete Präsentationsprogramm PowerPoint installiert ist, und Millionen von Rechner mit andere Präsentationssoftware täglich 30 Mio. Präsentationen gehalten, von denen ein erheblicher Teil als wissenschaftlich einzuordnen ist. (weiter)

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