Powerpoint-Kritik da capo!
Im deutschen Feuilleton wird seit einigen Jahren eine Debatte darüber geführt, wie schlimm Powerpoint-Präsentationen denn tatsächlich seien. Begonnen hatte diese mit dem Verdikt des amerikanischen Grafik-Gurus Edward Tufte, Powerpoint sei „böse“, und der These, dass der Absturz der Raumfähre Columbia mit unübersichtlich gestalteten Powerpoint-Folien zu tun habe. Später hieß es, die visualisierte Darstellung von Sachverhalten in Präsentationen behindere eine vernünftige Argumentation (Heinz Schlaffer in der FR 2004), es komme die Rhetorik von Präsentationen einer Publikumsprügelei gleich (Lisa Becker in der FAZ 2005) und überhaupt werde der „geistig-kulturelle Untergang des Abendlandes“ (Josef Joffe in der ZEIT 2007) durch Powerpoint implementiert. Auch wenn diesen pauschalen Verurteilungen schon vor fünf Jahren von Matthias Mertens und Claus Leggewie entgegengetreten worden ist mit dem Hinweis, dass die Präsentationen kommunikativ doch ganz anders zu bewerten sei als der rhetorisch ausgefeilte Vortrag, und trotz diverser wissenschaftlicher Erkenntnisse, die inzwischen zu diesem Thema vorliegen, wird immer wieder aufs Neue der Untergang der Redekunst beschworen. Zuletzt konnte man dies bei Thomas Steinfeld in der Süddeutschen Zeitung vom 30.11.2009 verfolgen. (weiter)
Geschrieben in Teilprojekt II: Wissenschaftliche Präsentationen – Textualität, Struktur und Rezeption . Kommentare: (3). Trackbacks: (0). Permalink


