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Kontroversenlust und Kontroversenscheu in der digitalen Wissenschaftskommunikation

Gerd Fritz | 04. November 2009, 12:18

Marcelo Dascal, ein hochkarätiger Wissenschaftstheoretiker, schrieb kürzlich: „Der kooperative Charakter der kollektiven Wissenskonstruktion wird oft betont. Aber am wichtigsten, besonders für die Kooperation selbst, ist die kritische Auseinandersetzung über Aussichten, Projekte, Vorgehen, Ziele und Theorien zwischen Wissenschaftlern und Wissenschaftlergruppen. […] Kritik und Auseinandersetzung [sind] der Motor des Fortschritts […].“ Man kann hinzufügen, dass für die Novizen einer Wissenschaft die Beobachtung von Kontroversen zu den lehrreichsten Erfahrungen überhaupt gehört. Wenig später beschrieb der Literaturwissenschaftler Carlos Spoerhase als ein Beispiel für „Nicht-Kontroversen“ den gegenwärtigen Stand der Literaturtheorie aus seiner Sicht: „Ist die sogenannte Methodenvielfalt als eine Relation der Konkurrenz, der Komplementarität oder des ungeordneten Nebeneinanders zu rekonstruieren? Der Dissens, wie Literaturwissenschaft jeweils zu betreiben sei, führt häufig nicht zu einer Konfrontation; vielmehr wird der Konflikt zwischen divergierenden literaturtheoretischen Konzeptionen in eine grundlagentheoretische Gleichgültigkeit überführt.“ (weiter)

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Ein Format kommt selten allein – Formatverknüpfungen in der digitalen Wissenschaftskommunikation

Anita Bader | 12. Oktober 2009, 16:03

Ein Format kommt selten allein: In wissenschaftlichen Mailinglisten-Diskussionen verweisen Beteiligte auf Beiträge in ihrem eigenen Blog, in Blogs tauchen Hinweise auf Listen-Diskussionen auf, Wikis werden mit Blogs verknüpft und so weiter. Die Infrastruktur des Internets lädt geradezu dazu ein, einzelne Beiträge über Hyperlinks miteinander zu verbinden und unterschiedliche Kommunikationsformate zu verknüpfen. Wenn man genauer hinschaut, bemerkt man nun, dass es nicht nur ganz verschiedene Formen solcher Verknüpfungen gibt, sondern dass diese Verknüpfungen auch ganz spezifische Funktionen aufweisen, die das Nutzungspotenzial des einzelnen Formats erweitern. Anhand von konkreten Threadverläufen untersuchen wir, wie und warum solche Formatverknüpfungen zustande kommen. Hier sollen exemplarisch ein paar Beispiele skizziert werden. (weiter)

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„Boy am I glad I discovered this discussion!“ - Das geheime Qualitätsmanagement in Mailinglists und Blog-Diskussionen

Gerd Fritz | 06. Oktober 2009, 12:57

Qualitätsmanagement in der digitalen wissenschaftlichen Kommunikation ist ein großes Thema – zu Recht. Wenn man darüber nachdenkt, denkt man zuerst an explizite, institutionalisierte Verfahren wie die Bewertung von publizierten wissenschaftlichen Arbeiten in Online-Rezensionen oder die Diskussion von Preprints im Open-Access Peer-Review-Verfahren. Oder wir denken an die explizite Qualitätsbewertung von wissenschaftlichen Thesen oder Auffassungen in Online-Kontroversen. Zu diesen wichtigen Aspekten des Qualitätsmanagements werden wir in zukünftigen Blogs Beobachtungen und Überlegungen beisteuern.

Heute interessiert uns etwas Anderes: Es gibt unauffällige, aber ungeheuer wirksame Verfahren des Qualitätsmanagements, die implizit und meist unreflektiert angewendet werden und die man oft erst bei genauerem Hinsehen wahrnimmt. Am Beispiel von Dialogverläufen (Threads) in Mailinglists und Blogs wollen wir ein paar derartige Verfahren zeigen. (weiter)

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Ein anderer Vorläufer der Präsentation: die Folien-Präsentation

Henning Lobin | 23. September 2009, 14:13

Die Folien-Präsentation ist technologisch untrennbar mit dem Overhead-Projektor verbunden. Dieser kam seit den vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts in den USA bei Polizei und Militär zum Einsatz, um Einsatzbesprechungen durchzuführen. Von dort aus verbreitete sich der Gebrauch dieser Präsentationstechnologie in den fünfziger und sechziger Jahren in Schulen und Universitäten, teilweise unterstützt durch staatliche Programme, und in der Wirtschaft. (weiter)

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Ein Vorläufer der Präsentation: der wissenschaftliche Vortrag

Henning Lobin | 17. September 2009, 11:58

Bis vor wenigen Jahren dominierte der Vortrag die offizielle wissenschaftliche Kommunikation. Historisch geht der Vortrag auf die Vorlesung zurück, die in der mittelalterlichen Universität zunächst tatsächlich zur Übermittlung eines Lehrbuchtextes vom Professor an die Studenten diente. Dieses Vorlesen der Werke anerkannter Kapazitäten eines Faches wurde nach und nach ergänzt um Anmerkungen und Kommentare, die sich der Professor als Glossen in seinem Lehrbuch vermerkte. Um 1800 bezeichnete das Wort »Vortrag« die Art und Weise des Vortragens des Lehrbuchtextes und der Kommentare, also das, was in der traditionellen Rhetorik actio genannt wurde und heute Performanz. Die in dieser Zeit einsetzende Änderung der Verfahren wissenschaftlicher Erkenntnisproduktion wirkt sich auch auf das Verständnis der Erkenntnisvermittlung aus. (weiter)

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Die Performance der Lecture im Netz, Konferenz 9. und 10.10.09

Sibylle Peters | 14. September 2009, 15:18

Zwischen Kunst, Wissenschaft und Ökonomie, zwischen Online und Offline, entstehen derzeit neue Formen der Wissenspräsentation. Im digitalen Vortragslabor auf Kampnagel (Hamburg) treffen sich nun für zwei Tage Wissenschaftlerinnen, Künstler und Web-Wizards, um gemeinsam daran zu forschen. Dabei steht der Stand der Kontroverse in Sachen PowerPoint ebenso zur Debatte wie der neue Zwang zum Selbstmarketing im Netz; es geht um Wissenschaft 2.0, um Liveness und Archive, kollektive Wissenskünste und Selbstunternehmertum. (weiter)

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Präsentationen als wissenschaftliche Kommunikationsform

Henning Lobin | 14. September 2009, 14:47

Präsentationen stellen eine anerkannte wissenschaftliche Kommunikationsform dar, die mittlerweile sehr häufig vorkommt. Schätzungen zufolge werden über die 25 Mio. Rechner, auf denen allein das am weitesten verbreitete Präsentationsprogramm PowerPoint installiert ist, und Millionen von Rechner mit andere Präsentationssoftware täglich 30 Mio. Präsentationen gehalten, von denen ein erheblicher Teil als wissenschaftlich einzuordnen ist. (weiter)

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„Stelle Fragen, fordere Antworten!“ Die Konjunktur abweichender Welterklärungen im Internet am Beispiel des 11. September 2001

René König | 07. September 2009, 17:42

Wissenschaft und Massenmedien dominierten in modernen Gesellschaften lange Zeit das Wirklichkeitsverständnis. Doch davon abweichende Vorstellungen existierten immer auch parallel: Esoterik und Verschwörungstheorien verfügen z. B. über eine nicht minder lange Geschichte, in der sie die dominierenden Weltdeutungen infrage stellten. KreationistInnen oder SkeptikerInnen der globalen Erwärmung stellen neuere – und durchaus populäre – Beispiele für solche alternativen Erklärungen dar. Die begrenzten Publikationsmöglichkeiten sorgten bislang dafür, dass derartigen Deutungen keine größere Bedeutung zukam. Verhilft das Internet mit seinen einfach und kostengünstig zugänglichen Kanälen diesen bisher randständigen Welterklärungen zu neuer Popularität und Relevanz? (weiter)

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Kurzbericht von der Science Online 2009

Jan Schmirmund | 24. August 2009, 16:00

Am vergangenen Samstag (22.08.09) fand die Konferenz Science Online 2009 in London statt. Neben einer direkten Teilnahme vor Ort in der Royal Institution gab es auch die Möglichkeit via 2ndLife dem Treffen beizuwohnen. Die Vorträge wurden dabei live ins 2ndLife übertragen und es bestand auch die Möglichkeit, aus dem virtuellen Raum direkt mit den Konferenzteilnehmern vor Ort zu kommunizieren. In insgesamt acht inhaltlichen (und hochkarätig besetzten) Sessions wurden verschiedene Aspkete wissenschaftlicher Online-Kommunikation erörtert. Dies waren im Einzelnen: (weiter)

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Bloggen Biologen mehr?

Jan Schmirmund | 12. August 2009, 12:01

Als ich vor ein paar Tagen zufällig mal wieder bei Researchblogging.org vorbei-kam, dachte ich,  ich schau´ mal nach wie es dort so um die einzelnen wissenschaftlichen Disziplinen bestellt ist. Schließlich frage ich mich bereits seit Längerem wie man wohl am besten herausfinden könnte, welche Disziplinen eine besonders große Affinität zu Social Media (wie z.B. Blogs) haben und warum das wohl so ist. Da mir eine repräsentative, weltweite Umfrage unter Wissenschaftlern aller Disziplinen bisher nicht bekannt ist, habe ich mich entschlossen, mal eben schnell alle vorhanden Blogpostings die bei Researchblogging.org zu den dort verfügbaren Disziplinen aggregiert sind, durchzuzählen (bei den Sprachen habe ich mich dabei auf Englisch beschränkt). (weiter)

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