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Performance des Wissens - neuer Beitrag zur PowerPoint-Debatte

Sibylle Peters | 30. Dezember 2009, 12:24

Am 28.12. ist in der Süddeutschen Zeitung unter dem Titel "Wir Schauspieler" mein Beitrag zur PowerPoint-Debatte erschienen. Da er bisher nicht online vorliegt, stelle ich hier die ursprüngliche, etwas ausführlichere Version des Textes ein:

Die Performance des Wissens

Was ist ein ‚presenter’? Laut englisch/deutschem Wörterbuch kommt da einiges in Frage: ein Geber, ein Ansager, ein Moderator, ein Präsentator eben. Auf Wikipedia (deutsch) findet sich dagegen ausschließlich folgende Bedeutung: „Ein Presenter (Engl. to present ... präsentieren) ist eine Fernbedienung zur Steuerung eines PCs während eines Vortrages. Er wird meist benützt, um eine mit einem Beamer gezeigte Computerpräsentation wie Powerpoint zu steuern...“ Vom Präsentator zum Schalter – mit PowerPoint?

PowerPoint scheint weiterhin zu polarisieren - dies zeigen auch die jüngsten Beiträge von Thomas Steinfeld und Henning Lobin in dieser Zeitung: Das allgegenwärtige Präsentations-Programm, so Steinfeld, sei ein „Instrument, dessen Formalismen dem Totalitarismus einer ökonomischen Weltanschauung entsprechen“ und solchermaßen am Untergang der abendländischen Redekultur mitschuldig. Der Linguist Lobin hält – im Rekurs auf die Soziologen Knoblauch und Schnettler – dagegen, PowerPoint sei das „vereinfachte Basis-Idiom der Wissensgesellschaft“ und diene einem wachsenden Bedarf vor allem in gesellschaftlichen Bereichen, die die Verfechter klassisch-elitärer Vortragskultur notorisch nicht auf dem Schirm hätten.

An PowerPoint kristallisiert sich eine auf den ersten Blick widersprüchliche Entwicklung: Der Aufstieg der so genannten Wissensgesellschaft entmachtet zuweilen gerade die traditionellen Hohepriester des Wissens. Der klassische wissenschaftliche Vortrag ist heute nicht mehr das maßgebliche Modell für Wissenspräsentationen. Das Diktum "It’s not your presentation. It’s your presentation of a PowerPoint presentation" zeugt von einem Gefühl der Enteignung, das aus wissenschaftlicher Perspektive durchaus den Tatsachen entspricht: Im Boom der Wissensgesellschaft fällt das überkommene Monopol der Wissenschaften auf Erkenntnis. Dabei verändert sich allerdings zugleich das, was uns als Wissen gilt. Lyotard prognostizierte bereits 1980: Wissen wird performativ. Es legitimiert sich nicht mehr in erster Linie durch die Verfahren seiner Entstehung, sondern im Verweis auf sichtbare Leistung, Wirkung, ‚high performance’.

Die PowerPoint-Präsentation ist ein Schauplatz dieses Umbruchs, und bietet als solcher nicht nur die Möglichkeit, die Entwicklung en detail zu untersuchen, sondern womöglich auch die Chance, en detail zu intervenieren. Kommen wir also zurück zum Detail, zum Presenter: Tatsächlich, in der Welt von PowerPoint ist der Presenter nicht mehr der Vortragende, sondern ein Schalter. Im Augenblick des Schaltens verbindet er zwei Präsentationen: meine und die im Rechner bzw. auf dem Schirm. Presenter heißt der Schalter, weil dabei immer zweierlei geschieht: Der Vortragende präsentiert seine Präsentation, zugleich präsentiert die Präsentation umgekehrt aber auch den Vortrag. Betritt der Vortragende die Szene, betitelt die Präsentation mittels der ersten Folie bereits seinen Auftritt. Mit jedem Klick präsentieren sich im Folgenden Rede und Folie wechselseitig.

Dass hier das eigentliche Skandalon der Präsentation liegt, daran lassen Virtuosen des Genres (doch, es gibt sie) keinen Zweifel. PowerPoint-Stars wie Lawrence Lessig oder Dick Hardt machen es nicht unter 20 Folien pro Minute. Rede und Folie geben sich wechselseitig einen frenetischen Takt an. Manchmal zeigt die Folie dabei nichts anderes, als das soeben gesprochene Wort, zum Beispiel „start“ oder „never“. Inszeniert wird so das Jetzt des Präsentierens im Moment des Klicks. Mit der vielgescholtenen Redundanz von Folie und Rede hat das nichts zu tun. Hier geht es nicht um Bullet Points. In dieser Hinsicht ist auch die Forschung ein gutes Stück weitergekommen: Kennzeichnend für ‚PowerPoint’-Präsentationen ist entgegen der landläufigen Meinung, dass im Vorhinein nicht festgelegt ist, wie Sagen und Zeigen zueinander stehen – weder durch Software, noch durch Konvention. Wie sich Rede/Aktion und Folie zueinander verhalten und was dabei jeweils die Szene der Präsentation insgesamt dominiert, steht bei jedem Klick erneut in Frage. Und vielleicht besteht die hohe Kunst des Präsentierens genau darin, dieses Verhältnis so virtuos zu variieren, dass wir überrascht sind, was sich zwischen Sagen und Zeigen alles ereignen kann.

Dick Hardt beginnt seine berühmte Präsentation ‚Identity 2.0’ mit einer Vorstellung seiner Person. Er zeigt eine schnelle Serie von Logos, Karten, Fotos, Worten, die der Rede auf den ersten Blick nichts hinzufügen und doch seriell anzeigen, in welchen konkreten Formen uns Identität heute (beim Googlen) entgegenkommt. Im wechselseitigen Verweis von Folie und Rede wird Hardts Performance schließlich selbst zu einem schlagenden Beispiel dessen, wovon unter dem Stichwort ‚Identity 2.0’ die Rede ist.

Müssen wir auf der Bühne der Präsentation also alle zu perfekten Performern werden? Aus der Perspektive der Performance Studies verbirgt sich in dieser Annahme ein grundlegendes Missverständnis: Anders als uns das ökonomisch geprägte Konzept von Performance weismachen will, ist ein Performer gerade kein Souverän, der die Szene beherrscht. Er ist vielmehr Teil einer Szene; in seiner Performance zeigt sich grundsätzlich mehr und anderes, als gezeigt werden soll. Das gilt auch für die PowerPoint-Performance: Sie wird nicht nur vorgeführt, sondern führt immer auch vor –im Zweifelsfall den Vortragenden. Dies ist die Crux: PowerPoint verspricht die Beherrschung aller Mittel und öffnet dabei doch zugleich eine Szene, auf der der Vortragende zwangsläufig zur Figur wird. Eine Steilvorlage für Kritik, die um so boshafter ausfällt, je weniger sie diesen Wesenszug von ‚Performance’ reflektiert.

Das ambivalente Potential von PowerPoint als Performance des Wissens wird dabei schnell übersehen:
Einerseits dient sich die doppelte Struktur der Präsentation durchaus einem ökonomischen Kalkül an. Denn sie ermöglicht, Wissen zu vermitteln und zugleich die Wirkung dieses Wissens in der Performance des Präsentierens selbst in Szene zu setzen. Der Extremfall dieser Präsentationsform ist der ‚Motivational Trainer’, der die positive Wirkung des von ihm vermittelten Erfolgswissens im Erfolg seines Auftritts selbst zu beglaubigen sucht.
Andererseits kann die Präsentation der Präsentation, gerade weil sich in ihr mehr und anderes zeigt, als gezeigt werden soll, auch als experimentelles Szenario verstanden werden. Darin liegt eine Chance, auf die aus der Perspektive der Performance Studies nicht häufig genug hingewiesen werden kann: Bislang galten Forschung und Vermittlung in der Welt des Wissens als getrennt, die Forschung als primär, die Vermittlung als sekundär. Begreift man die Präsentation von Wissen jedoch als Performance, wird sichtbar, welchen Anteil sie an der Entstehung von Wissen hat. Und damit wird die Performance des Wissens potentiell zum Forschungslabor.

Wie das aussehen kann, zeigen beispielsweise die Lecture-Performances des Humangeographen und Künstlers Armin Chodzinski. In seiner jüngsten Arbeit „How to succeed in buisness with...lecture“ agiert er in einem von PowerPoint-Folien definierten, virtuellen Bühnenraum, der es ihm erlaubt, seine Sprecherposition im Wechsel von Analyse und Selbstversuch in Frage zu stellen. Welche Rolle spielt die Inszenierung der Person in der ökonomisch-geprägten Präsentation von heute? Um das zu klären, seziert Chodzinski nicht nur Performances von Dick Hardt und Kollegen. Die Zuschauer sind zugleich eingeladen zu beobachten, inwiefern Chodzinskis eigene Performance den untersuchten Gesetzmäßigkeiten unterliegt. Die Präsentation wird zur Teststrecke: Per Karaoke-Auftritt legt Chodzinski schließlich am eigenen Leibe das ‚Sehnsuchtsmoment’ offen, das die ökonomische Inszenierung des Ichs antreibt, und macht uns damit zu Zeugen eines Fluchtversuchs mit offenem Ausgang.  

PowerPoint-Präsentationen wie diese machen bereits von der Erkenntnis Gebrauch, dass wir es hier nicht nur mit der Vermittlung gegebenen Wissens zu tun haben – sei sie gelungen oder nicht, sondern mit einem experimentellen Szenario, in dem zwischen Sagen und Zeigen, Sehen und Hören Wissen entsteht. So verstanden kann die PowerPoint-Präsentation am Ende mühelos an beste Traditionen rhetorischer Hochkultur anschließen. Denn auch für diese Performance des Wissens ist geltend zu machen, was Wilhelm von Humboldt bereits 1809 über jene Art des Vortrags sagte, die damals für die Einheit von Forschung und Lehre einstehen sollte: „Es wäre unbegreiflich, wenn man nicht hier, sogar oft, auf Entdeckungen stoßen sollte.“

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Microblogging und die Wissenschaft und Microblogging-Glossar

Jan Schmirmund | 22. Dezember 2009, 11:23

Welchen Einfluss hat Microblogging auf die Wissenschaftskommunikation? Wie wird Microblogging im Wissenschaftsbetrieb bereits genutzt? Welches sind die Potenziale? Mit diesen Fragen haben wir uns im Rahmen unseres Forschungsprojektes Interactive Science beschäftigt. Heute ist nun am Wiener Institut für Technikfolgen-Abschätzung (ITA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ein entsprechender "Steckbrief" erschienen, der hier abgerufen werden kann: http://bit.ly/twitterita

Im Rahmen dieses Steckbriefes ist auch ein Microblogging-Glossar entstanden: http://bit.ly/twitterglossar (weiter)

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Powerpoint-Kritik da capo!

Henning Lobin | 11. Dezember 2009, 15:58

Im deutschen Feuilleton wird seit einigen Jahren eine Debatte darüber geführt, wie schlimm Powerpoint-Präsentationen denn tatsächlich seien. Begonnen hatte diese mit dem Verdikt des amerikanischen Grafik-Gurus Edward Tufte, Powerpoint sei „böse“, und der These, dass der Absturz der Raumfähre Columbia mit unübersichtlich gestalteten Powerpoint-Folien zu tun habe. Später hieß es, die visualisierte Darstellung von Sachverhalten in Präsentationen behindere eine vernünftige Argumentation (Heinz Schlaffer in der FR 2004), es komme die Rhetorik von Präsentationen einer Publikumsprügelei gleich (Lisa Becker in der FAZ 2005) und überhaupt werde der „geistig-kulturelle Untergang des Abendlandes“ (Josef Joffe in der ZEIT 2007) durch Powerpoint implementiert. Auch wenn diesen pauschalen Verurteilungen schon vor fünf Jahren von Matthias Mertens und Claus Leggewie entgegengetreten worden ist mit dem Hinweis, dass die Präsentationen kommunikativ doch ganz anders zu bewerten sei als der rhetorisch ausgefeilte Vortrag, und trotz diverser wissenschaftlicher Erkenntnisse, die inzwischen zu diesem Thema vorliegen, wird immer wieder aufs Neue der Untergang der Redekunst beschworen. Zuletzt konnte man dies bei Thomas Steinfeld in der Süddeutschen Zeitung vom 30.11.2009 verfolgen. (weiter)

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Powerpoint macht nicht dumm - aber auch nicht klug

Hans-Jürgen Bucher | 08. Dezember 2009, 19:01

Für eine multimodale Rhetorik des Präsentierens

Nachdem die kurz nach der Jahrtausendwende aufgekommenen Parolen wie „Powerpoint is evil“ und „Powerpoint makes you dumb“ von einer umfassenden und seriösen Powerpoint-Forschung abgelöst wurden, hat nun der Feuilleton-Chef der Süddeutschen Zeitung, Thomas Steinfeld, die alte Kulturkritik an der Präsentationssoftware wieder aufgewärmt. Das Programm teile, kürze und verflache jeden Gedanken so lange, „bis er sich in eine überschaubare Zahl sofort löslicher Brühwürfel verwandelt“. (SZ vom 30.11.09). Das Ergebnis davon: „die Powerpoint“-Kultur hat die Kunst der Rede zerstört“. Behauptungen dieser Art spiegeln einen Technikdeterminismus, wie er in der Mediengeschichte nicht mehr vertreten wird. Nicht Programme verflachen Gedanken und zerstören die Kunst der Rede, sondern allerhöchstens Menschen, die diese Programme anwenden. (weiter)

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Kontroversenlust und Kontroversenscheu in der digitalen Wissenschaftskommunikation

Gerd Fritz | 04. November 2009, 12:18

Marcelo Dascal, ein hochkarätiger Wissenschaftstheoretiker, schrieb kürzlich: „Der kooperative Charakter der kollektiven Wissenskonstruktion wird oft betont. Aber am wichtigsten, besonders für die Kooperation selbst, ist die kritische Auseinandersetzung über Aussichten, Projekte, Vorgehen, Ziele und Theorien zwischen Wissenschaftlern und Wissenschaftlergruppen. […] Kritik und Auseinandersetzung [sind] der Motor des Fortschritts […].“ Man kann hinzufügen, dass für die Novizen einer Wissenschaft die Beobachtung von Kontroversen zu den lehrreichsten Erfahrungen überhaupt gehört. Wenig später beschrieb der Literaturwissenschaftler Carlos Spoerhase als ein Beispiel für „Nicht-Kontroversen“ den gegenwärtigen Stand der Literaturtheorie aus seiner Sicht: „Ist die sogenannte Methodenvielfalt als eine Relation der Konkurrenz, der Komplementarität oder des ungeordneten Nebeneinanders zu rekonstruieren? Der Dissens, wie Literaturwissenschaft jeweils zu betreiben sei, führt häufig nicht zu einer Konfrontation; vielmehr wird der Konflikt zwischen divergierenden literaturtheoretischen Konzeptionen in eine grundlagentheoretische Gleichgültigkeit überführt.“ (weiter)

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Ein Format kommt selten allein – Formatverknüpfungen in der digitalen Wissenschaftskommunikation

Anita Bader | 12. Oktober 2009, 16:03

Ein Format kommt selten allein: In wissenschaftlichen Mailinglisten-Diskussionen verweisen Beteiligte auf Beiträge in ihrem eigenen Blog, in Blogs tauchen Hinweise auf Listen-Diskussionen auf, Wikis werden mit Blogs verknüpft und so weiter. Die Infrastruktur des Internets lädt geradezu dazu ein, einzelne Beiträge über Hyperlinks miteinander zu verbinden und unterschiedliche Kommunikationsformate zu verknüpfen. Wenn man genauer hinschaut, bemerkt man nun, dass es nicht nur ganz verschiedene Formen solcher Verknüpfungen gibt, sondern dass diese Verknüpfungen auch ganz spezifische Funktionen aufweisen, die das Nutzungspotenzial des einzelnen Formats erweitern. Anhand von konkreten Threadverläufen untersuchen wir, wie und warum solche Formatverknüpfungen zustande kommen. Hier sollen exemplarisch ein paar Beispiele skizziert werden. (weiter)

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„Boy am I glad I discovered this discussion!“ - Das geheime Qualitätsmanagement in Mailinglists und Blog-Diskussionen

Gerd Fritz | 06. Oktober 2009, 12:57

Qualitätsmanagement in der digitalen wissenschaftlichen Kommunikation ist ein großes Thema – zu Recht. Wenn man darüber nachdenkt, denkt man zuerst an explizite, institutionalisierte Verfahren wie die Bewertung von publizierten wissenschaftlichen Arbeiten in Online-Rezensionen oder die Diskussion von Preprints im Open-Access Peer-Review-Verfahren. Oder wir denken an die explizite Qualitätsbewertung von wissenschaftlichen Thesen oder Auffassungen in Online-Kontroversen. Zu diesen wichtigen Aspekten des Qualitätsmanagements werden wir in zukünftigen Blogs Beobachtungen und Überlegungen beisteuern.

Heute interessiert uns etwas Anderes: Es gibt unauffällige, aber ungeheuer wirksame Verfahren des Qualitätsmanagements, die implizit und meist unreflektiert angewendet werden und die man oft erst bei genauerem Hinsehen wahrnimmt. Am Beispiel von Dialogverläufen (Threads) in Mailinglists und Blogs wollen wir ein paar derartige Verfahren zeigen. (weiter)

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Ein anderer Vorläufer der Präsentation: die Folien-Präsentation

Henning Lobin | 23. September 2009, 14:13

Die Folien-Präsentation ist technologisch untrennbar mit dem Overhead-Projektor verbunden. Dieser kam seit den vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts in den USA bei Polizei und Militär zum Einsatz, um Einsatzbesprechungen durchzuführen. Von dort aus verbreitete sich der Gebrauch dieser Präsentationstechnologie in den fünfziger und sechziger Jahren in Schulen und Universitäten, teilweise unterstützt durch staatliche Programme, und in der Wirtschaft. (weiter)

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Ein Vorläufer der Präsentation: der wissenschaftliche Vortrag

Henning Lobin | 17. September 2009, 11:58

Bis vor wenigen Jahren dominierte der Vortrag die offizielle wissenschaftliche Kommunikation. Historisch geht der Vortrag auf die Vorlesung zurück, die in der mittelalterlichen Universität zunächst tatsächlich zur Übermittlung eines Lehrbuchtextes vom Professor an die Studenten diente. Dieses Vorlesen der Werke anerkannter Kapazitäten eines Faches wurde nach und nach ergänzt um Anmerkungen und Kommentare, die sich der Professor als Glossen in seinem Lehrbuch vermerkte. Um 1800 bezeichnete das Wort »Vortrag« die Art und Weise des Vortragens des Lehrbuchtextes und der Kommentare, also das, was in der traditionellen Rhetorik actio genannt wurde und heute Performanz. Die in dieser Zeit einsetzende Änderung der Verfahren wissenschaftlicher Erkenntnisproduktion wirkt sich auch auf das Verständnis der Erkenntnisvermittlung aus. (weiter)

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Die Performance der Lecture im Netz, Konferenz 9. und 10.10.09

Sibylle Peters | 14. September 2009, 15:18

Zwischen Kunst, Wissenschaft und Ökonomie, zwischen Online und Offline, entstehen derzeit neue Formen der Wissenspräsentation. Im digitalen Vortragslabor auf Kampnagel (Hamburg) treffen sich nun für zwei Tage Wissenschaftlerinnen, Künstler und Web-Wizards, um gemeinsam daran zu forschen. Dabei steht der Stand der Kontroverse in Sachen PowerPoint ebenso zur Debatte wie der neue Zwang zum Selbstmarketing im Netz; es geht um Wissenschaft 2.0, um Liveness und Archive, kollektive Wissenskünste und Selbstunternehmertum. (weiter)

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