wissenslogs Gute Stube

Andreas Bartels: Wissenschaftliche Probleme halten sich nicht an Fachgrenzen

16. März 2009, 09:23

Andreas Bartels in der Guten StubeGestern habe ich an dieser Stelle bekannt, dass ich Interdisziplinarität gut finde, aber nicht „aus sich heraus“. Daher muss man ihren Wert begründen. Dazu habe ich drei Thesen vorgelegt, die ich heute und in den folgenden Tagen näher erörtern werde. Zunächst geht es um diese Überlegung: Wissenschaftliche Probleme halten sich nicht an Fachgrenzen. Warum sollten dann Wissenschaftler dies tun?

Das erste Argument für Interdisziplinarität macht einen Sachzwang geltend. Häufig werden (Thomas S. Kuhn zum Trotz) in einer wissenschaftlichen Disziplin Fragen gestellt, die nicht allein mit den Mitteln dieser Disziplin selbst beantwortet werden können. In diesem Fall bleibt dem Wissenschaftler gar nichts anderes übrig als sich an andere wissenschaftliche Disziplinen zu wenden und deren Kompetenzen nachzufragen. Mit einem Telefonanruf oder einer email wird es dabei in der Regel nicht sein Bewenden haben, denn es geht ja nicht darum, irgendeine einzelne Tatsache zu erfragen – z.B. nach welchem Prinzip funktioniert eigentlich das Navigationssystem von Fischen? Was genau sagt das Völkerrecht eigentlich über die Anerkennung neuer Staaten? Was eigentlich hat Quine mit der Unbestimmtheit der Übersetzung gemeint?  (weiter)

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Andreas Bartels: Weshalb Interdisziplinarität gut ist

15. März 2009, 09:31

Heute ist der Philosoph Andreas Bartels Gast in der Guten Stube. Wir haben uns im Januar auf einer Veranstaltung der VolkswagenStiftung und des Zentrums für Literatur- und Kulturforschung Berlin kennengelernt. Bei einem Gespräch am Kaffeetisch wurde schnell klar: Professor Bartels hat etwas zum Thema der „2 Kulturen“ zu sagen, denn er arbeitet selbst interdisziplinär mit Vertretern anderer Fächer – etwa mit Neurowissenschaftlern bei einem gemeinsamen Forschungsprojekt zur Raumorientierung. In Berlin vertrat er konsequenz die These, viele zentrale Begriffe der Geisteswissenschaften seien auch empirisch erschließbar, ja Geistes- und Naturwissenschaftler hätten sogar oft dieselben Untersuchungsgegenstände. Heute und in den kommenden Tagen bricht Prof. Bartels in der Guten Stube eine Lanze für mehr Interdisziplinarität an deutschen Universitäten. Jedoch keine, die nur „aus sich heraus gut“ ist ... Herzlich willkommen, Herr Bartels! (weiter)

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Optimale Grundlagenforschung. Oder: Nicht in Programme, in Köpfe investieren!

27. Februar 2009, 10:55

Kann man als Wissenschaftler irgendwo auf der Welt genau das tun, was man eigentlich möchte: Wissen allein aus Neugierde schaffen? Ohne den Zwang, verwertbare Ergebnisse hervorbringen zu müssen, Produkte zu entwickeln, Antworten auf vorgegebene Fragen zu finden?

Gestern Nachmittag war ich auf Einladung der Deutschen Gesellschaft der Freunde des Weizmann-Instituts zu Gast in Weinheim. Im dortigen Hermannshof sprach der Präsident des Weizmann-Instituts, Prof. Daniel Zajfman. Sein Vortrag hatte den etwas platitüdenhaften Titel „The Business of Science. Building a Better World“ – enthielt aber dafür umso mehr gute Gedankenanstöße, wie man Wissenschaftlern optimale Bedingungen für ihre Arbeit schafft. (weiter)

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Klaus Vondung: Rechtfertigungsdruck der Disziplinen

08. Februar 2009, 09:17

Gibt es eine Krise der Geisteswissenschaften? Immer wieder wird sie heraufbeschworen, doch bei Lichte besehen ähneln die Probleme der Geisteswissenschaften denen der Naturwissenschaften, analysiert Klaus Vondung. Der Literaturwissenschaftler von der Uni Siegen hatte bereits bei anderer Gelegenheit an dieser Stelle auf das Verbindende der "Zwei Kulturen" hingewiesen. Dies erscheint um so wichtiger, als oft das Trennende im Vordergrund steht.  (weiter)

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Klaus Vondung: Keine Kluft zwischen den "Zwei Kulturen"

04. Februar 2009, 16:17

Es gibt nicht viele Germanisten ohne jegliche Scheu vor den "exakten Wissenschaften". Klaus Vondung, der mich heute und beim nächsten Mal in der Guten Stube besucht, hat in dieser Hinsicht keine Berührungsängste. Der emeritierte Literaturwissenschaftler von der Uni Siegen engagiert sich seit vielen Jahren für den Dialog mit den Naturwissenschaften, wovon Forschungsprojekte wie etwa "Mystische und naturwissenschaftliche Weltbilder: Gegensatz oder Gemengelage?" Zeugnis geben. Und so diagostiziert er denn auch heute, dass die oft beschworene "Kluft" zwischen den beiden Kulturen bei Lichte besehen gar nicht existiert. Herzlich willkommen, Herr Vondung! (weiter)

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Interdisziplinäre Wissenschaft

16. Januar 2009, 18:16

Im Anschluss an den letzten Beitrag möchte ich heute ein paar Eindrücke von dem Symposium „Schlüsselthemen der Geisteswissenschaften. Expertisen für das 21. Jahrhundert“ geben, das vorgestern in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften zu Ende ging. Die Tagung hätte auch gut unter einer Überschrift wie „Interdisziplinäre Wissenschaft – Ziele, Probleme, Erfahrungsberichte“ firmieren können. Denn zahlreiche Vorträge und Diskussionen kreisten weniger um die Geisteswissenschaften und ihre "Schlüsselthemen" als solche, als um die Beiträge, welche Geisteswissenschaftler im Zusammenspiel mit Kollegen anderer Fächer leisten oder leisten könnten – angefangen bei Themen wie „Autonomie" und "Willensfreiheit“ bis hin zur Entwicklung von Landkarten für Handys und andere mobile Endgeräte.  (weiter)

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Geisteswissenschaften und Öffentlichkeit

12. Januar 2009, 13:24

Von heute bis übermorgen findet in Berlin ein hochkarätig besetztes Symposium "Schlüsselthemen der Geisteswissenschaften. Expertisen für das 21. Jahrhundert" statt. Heute abend bin ich Podiumsgast der öffentlichen Abendveranstaltung "Tiefenschärfe für die Gegenwartsdiagnose – die Geisteswissenschaften in der Öffentlichkeit". Ein spannendes Thema, denn dass die Geisteswissenschaften – oder besser formuliert: geisteswissenschaftlich geschulte Denker – wichtige Kompetenzen mitbringen, unsere Zeit, unsere Gesellschaft und wissenschaftliche Probleme zu diagnostizieren, steht für mich außer Frage. Doch was in der Öffentlichkeit davon ankommt, steht auf einem ganz anderen Blatt. (weiter)

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Henning Scheich: Neurowissenschaften und Geisteswissenschaften - 3 Thesen

14. November 2008, 15:26

Können Hirnforschung und Geisteswissenschaften voneinander lernen? Welche Bedeutung haben die bildgebenden Verfahren der Neuroforschung? Nachdem Winfried Menninghaus vorgestern zu Gast in der Guten Stube war, um diese Fragen zu diskutieren, besucht mich heute – bevor wir uns am Dienstag auf der Wissenswerte offline zur Podiumsdiskussion treffen – Henning Scheich mit drei Thesen zum Verhältnis von Neuro- und Geisteswissenschaften. Prof. Scheich ist Direktor des Leibniz-Institut für Neurobiologie in Magdeburg und einer der renommiertesten deutschen Hirnforscher. In Gehirn&Geist diskutierte ich mit ihm bereits über Manifeste, Neuroprothesen und Menschenbilder (freies pdf). Heute begrüße ich ihn im "Salon der zwei Kulturen". Herzlich willkommen!  (weiter)

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Winfried Menninghaus: Geisteswissenschaften und Neurowissenschaften - 5 Thesen

12. November 2008, 10:58

Winfried Menninghaus ist ein Brückenbauer zwischen den "Zwei Kulturen". Der renommierte Germanist, dessen akademische Karriere einst mit einer Immatrikulation in Informatik startete, forscht heute am Peter Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der FU Berlin. Zahlreiche Gastprofessuren u.a. in Yale, Berkeley und Princeton haben ihm das amerikanische College-System nahe gebracht. Darin fällen die Studenten noch keine abschließende Studienentscheidung, sondern besuchen Seminare sowohl in den "Humanities" als auch in den "Sciences". Auch für das deutsche Studiensystem würde sich Menninghaus Pflichtmodule in der jeweils anderen Kultur wünschen. (weiter)

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Wissenschaft - Blogs - Buchmesse

31. Oktober 2008, 17:25

Auf der gerade zu Ende gegangenen Buchmesse habe ich gleich zweimal über Wissenschaftsblogs diskutiert. Das eine Mal mit Helmut Wicht, Volker Stollorz und Kathrin Zinkant, die mich vorab ja bereits in der Guten Stube besucht hatten. Das zweite Mal war ich Gast auf dem Podium des von science2public veranstalteten Science Sunday. Moderiert von Annette Leßmöllmann (Hochschule Darmstadt sowie Brainlogs), debattierten Christian Dries (sciencegarden), Sven Keßen (Begrenzte Wissenschaft), Mathias Schindler (Wikimedia Deutschland), Marc Scheloske (Scienceblogs.de sowie wissenswerkstatt), Thomas Wanhoff (Wanhoffs Wunderbare Welt der Wissenschaft) und ich über Wissenschaftskommunikation 2.0.  (weiter)

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