Andreas Bartels: Wissenschaftliche Probleme halten sich nicht an Fachgrenzen
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Philosophie
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Gestern habe ich an dieser Stelle bekannt, dass ich Interdisziplinarität gut finde, aber nicht „aus sich heraus“. Daher muss man ihren Wert begründen. Dazu habe ich drei Thesen vorgelegt, die ich heute und in den folgenden Tagen näher erörtern werde. Zunächst geht es um diese Überlegung: Wissenschaftliche Probleme halten sich nicht an Fachgrenzen. Warum sollten dann Wissenschaftler dies tun?
Das erste Argument für Interdisziplinarität macht einen Sachzwang geltend. Häufig werden (Thomas S. Kuhn zum Trotz) in einer wissenschaftlichen Disziplin Fragen gestellt, die nicht allein mit den Mitteln dieser Disziplin selbst beantwortet werden können. In diesem Fall bleibt dem Wissenschaftler gar nichts anderes übrig als sich an andere wissenschaftliche Disziplinen zu wenden und deren Kompetenzen nachzufragen. Mit einem Telefonanruf oder einer email wird es dabei in der Regel nicht sein Bewenden haben, denn es geht ja nicht darum, irgendeine einzelne Tatsache zu erfragen – z.B. nach welchem Prinzip funktioniert eigentlich das Navigationssystem von Fischen? Was genau sagt das Völkerrecht eigentlich über die Anerkennung neuer Staaten? Was eigentlich hat Quine mit der Unbestimmtheit der Übersetzung gemeint? (weiter)



