China – auf dem Weg zur High-Tech Nation?
Der wirtschaftliche Aufstieg Chinas seit 1978 ist atemberaubend und für unser westliches Verständnis nicht einfach nachzuvollziehen. Während in Deutschland bereits Wachstumsraten von drei Prozent als Aufschwung gelten, wirkt der chinesische Aufstieg wie eine Entwicklung im Zeitraffer. Seit nunmehr zwanzig Jahren weist die Volksrepublik jährliche Wachstumsraten von zehn Prozent und mehr auf, ohne an Dynamik zu verlieren. Diese rasche Entwicklung wirft jedoch Fragen auf. Wird dieses Wachstum alleine durch eine extensive Ausweitung der Produktion stimuliert, oder kann China auch eigene Produkte entwickeln und am Weltmarkt etablieren? Ist China also die verlängerte Werkbank des Westens oder auf dem Weg zur High-Tech-Nation? Dieser Frage ging Prof. Liefner von der Universität Gießen in der vergangenen Woche in der Geographischen Gesellschaft zu Gießen nach. (weiter)
Geschrieben in WiGeo . Kommentare: (5). Trackbacks: (1). Permalink
Als größte Befürchtung in der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise werden die Zahlungsunfähigkeit und der Zusammenbruch eines Staats angesehen. Dank internationaler Hilfe sind Länder wie Island, Ungarn oder die Ukraine solchen Szenarien entgangen. Was ein Zusammenbruch für einen Staat und dessen Bevölkerung genau bedeutet, kann gut an den Ländern Afrikas in den 1980er und 1990er Jahren beobachtet werden. In vielen afrikanischen Staaten erfolgte ein Zusammenbruch der nationalstaatlichen Ordnung, in dessen Folge sowohl die staatliche Sicherheit, die politischen Institutionen, der öffentliche Dienst als auch die sozialen Sicherungssysteme kollabiert sind. Die Situation, in der die nationalstaatlichen Institutionen handlungsunfähig sind, wird häufig mit dem Begriff „failed state“ bezeichnet; einen in sich zusammengefallenen Staat, der nur noch in seiner rudimentären Hülle besteht.
Während die Finanzkrise Deutschland nach wie in Atem hält, kommen aus Asien vermehrt gute Nachrichten, die auf eine wirtschaftliche Erholung der Region schließen lassen. Ein solcher Lichtblick scheint Vietnam zu sein, ein Land, das sich in den vergangenen Jahren prächtig entwickelt hat. Schätzungen zufolge erreicht die vietnamesische Wirtschaft in 2009 wieder Wachstumsraten von 3% und mehr. Ob damit die Talsohle der Krise in Vietnam durchschritten ist, bleibt abzuwarten. Obwohl das Land noch zu Beginn der 1980er zu den ärmsten Ländern Asien zählte, hat es sich bis heute zu einem weiteren asiatischen Tiger entwickelt.
Südafrika stimmt gerade über eine neue Regierung ab. Wahlsieger wird aller Wahrscheinlichkeit nach wieder der African National Congress (ANC). Interessanterweise wurde der ANC in seinem Widerstandskampf gegen das Apartheitsregime in Südafrika lange Jahre von der ehemaligen Sowjetunion finanziell unterstützt. Die Politik der Sowjetunion in Afrika scheint nur noch für Historiker relevant zu sein, trägt aber entscheidend dazu bei, heutige politische Strukturen besser zu verstehen.
Das Stadtbild vieler afrikanischer Städte ist geprägt vom kolonialen Erbe und dem hohen Bevölkerungswachstum der vergangenen Jahrzehnte. Slum- und Squattersiedlungen legen sich wie ein Gürtel um das europäisch geprägte Stadtzentrum. Viele dieser armen Wohnviertel bilden in sich abgeschlossene Areale, die durch ethnische Segregation charakterisiert sind. Im Artikel der vergangenen Woche (
Die afrikanischen Länder südlich der Sahara zählen trotz aller Entwicklungsbemühungen seitens der UN zu den ärmsten Ländern der Welt. Entwicklungshemmend wirken weiterhin die koloniale Vergangenheit, das hohe Bevölkerungswachstum, autoritäre Machthaber und hohe Armutsraten. Diese Entwicklungshemmnisse finden sich auch in der Struktur der afrikanischen Städte wieder, sowohl in der Frage der Genese und Entwicklung, einem hohen Bevölkerungsdruck als auch in ungelösten ethnischen Fragen. Am Beispiel Nairobi lassen sich die sozioökonomischen Probleme aufzeigen, die in vielen afrikanisch tropischen Städten herrschen.



