Siemens cop15 Gedanken zum Klimawandel

Menschheit vs. Klima - 0:1

22. Dezember 2009, 09:52

Von Rainer Gerhards  

Zwei Nachrichten eines Tages: der Klimagipfel in Kopenhagen ist grandios gescheitert. In den USA tobt ein Schneesturm und legt das öffentliche Leben lahm. Das verbindende Element? Ganz offensichtlich die Abhängigkeit der Menschheit vom Klima!

Während die Repräsentaten der Völker dieser Erde in Kopenhagen zeigen, wie wenig sich die Menschheit als Ganzes für das Erdklima interessiert, beweist uns die Natur am anderen Ende dieser Erde eindrucksvoll, wie wenig sie sich von den Menschen beeindrucken läßt. Die USA sind mit Sicherheit eines der technologisch fortschrittlichsten Länder. Dennoch gelingt es auch der Weltmacht USA nicht, ein so "leichtes" und "einfach vorhersehbares" Ereignis wie eine Schneesturm abzuwenden.

Trotz aller Technologie und Wissenschaft sind wir offensichtlich nicht in der Lage, ein so komplexes Gebilde wie das Weltklima von unsereren Aktivitäten unberührt zu lassen. Offensichtlich haben unsere Aktivitäten Einfluß auf das Klima - das aber offensichtlich nicht in einer neutralen oder positiven Weise. Es wäre wohl an der Zeit, sich einzugestehen, das natürliche Prozesse, einmal aktiviert, oft nicht mehr vom Menschen beeinflußt werden können.  (weiter)

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Wer bezahlt den Klimaschutz?

21. Dezember 2009, 11:04

Von Björn Lohmann 

Es ist ein großes Drängen. Russland drängt die USA. Die USA drängen China. China drängt die EU. Die Entwicklungsländer drängen den Rest der Welt. Frau Merkel drängt sie alle. Gebt mehr Geld für den Klimaschutz, verpflichtet euch zu strengeren Vermeidungszielen bei den Treibhausgasen. Praktisch alle Staatschefs dieser Welt sind großzügig mit Forderungen, was andere tun müssen, bevor sie selbst etwas (oder mehr als bislang zugesagt) tun werden. Und so tut wieder einmal kaum jemand etwas. Kopenhagen wird ein Fortschritt sein und gleichzeitig ein Scheitern. Globaler Klimaschutz scheint eine moderne Variante des Beamtenmikados zu sein: Wer sich zuerst bewegt, verliert.

Dabei werden wir alle verlieren, wenn wir uns nicht alle bewegen. 20 Millionen Klimaflüchtlinge gibt es schon heute, 200 Millionen könnten es Ende des Jahrhunderts sein. In Deutschland spüren wir die ersten Folgen des Klimawandels beispielsweise daran, dass Überträger von Tropenkrankheiten am Oberrhein heimisch geworden sind. Doch am härtesten trifft es jetzt und in Zukunft die Entwicklungsländer – die am wenigsten Schuld am Klimawandel haben.  (weiter)

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Gewinnen im Wandel

17. Dezember 2009, 10:21

von Daniel Lingenhöhl 

Gerade hat Bundeskanzlerin Merkel den Entwicklungsländern auf dem Kopenhagener Klimagipfel 1,26 Milliarden Euro für den Klimaschutz in den nächsten drei Jahren versprochen. Elf Milliarden soll der Klimaschutz die deutschen Bürger ab 2020 pro Jahr kosten, sagt das Umweltbundesamt in einer Studie aus dem Jahr 2007. Der Stern-Report aus dem Jahr 2006 schätzt, dass es jährlich ein Prozent der globalen Wirtschaftsleistung von gegenwärtig etwa 60 Billionen US-Dollar ausmachen würde, um das Klima mit einiger Wahrscheinlichkeit stabil zu halten. Die Europäische Union wiederum geht von jährlichen Klimaschutzkosten in Höhe von 175 Milliarden Euro aus - wovon die Mehrheit in der Dritten Welt investiert werden sollte. Und die G-77, die Gruppe der Entwicklungsländer, fordert sogar 300 bis 500 Milliarden Euro pro Jahr, mit dem die Industrieländer den ökologischen Umbau in der Dritten Welt finanzieren sollen.

Zahlen als Hausnummern, die kein europäischer Regierender aufbringen kann - angesichts klammer Kassen und wachsenden Wählerunwillens würden entsprechend handelnde Politiker, selbst wenn sie wollten, wohl vom Volkszorn hinweg gefegt. Viele der Forderungen, die während der Kopenhagener Verhandlungen und in ihrem Umfeld erhoben werden, kann man ohnehin getrost als Gipfel-Folklore aufnehmen und abhaken. Sie sind Teil des üblichen Spiels, dass bei Wissenschaftlern, einem großen Teil der Umweltgemeinde und zumindest manchen ernsthaften Politikern für Verdruss sorgen.

Im Getöse geht derweil unter, dass die Klimakrise ebenso echte Chancen bietet - auch und vor allem für Industrieprodukte "Made in Germany": Umwelttechnologie macht bereits heute vier bis fünf Prozent des hiesigen Industrieumsatzes aus. Umweltschutzgüter im Wert von 50 Milliarden exportierten Unternehmen im letzten Jahr aus der Bundesrepublik. Deutsches Knowhow bei Energieeffizienz, Geothermie, Windkraft oder Solartechnologie gilt als Weltspitze. Das Deutsche Institut für Wirtschaft rechnet damit, dass allein im Bereich erneuerbarer Energien das Exportvolumen von heute 12 auf 80 Milliarden Euro im Jahr 2020 ansteigen wird.  (weiter)

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Klima geht uns alle an

16. Dezember 2009, 17:26

Von Susanne Plotz  

Derzeit findet eine der weltweit wichtigsten Veranstaltungen in Kopenhagen statt: die 15. Weltklimakonferenz. Noch bis zum 18.12.2009 verhandeln dort die Länder über den Schutz des Klimas. Ziel soll es sein, die Erderwärmung auf 2 Grad Celsius zu begrenzen. Der erfolgreiche Abschluss der Konferenz ist nicht nur in Bezug auf unsere Umwelt wichtig, sondern auch für die Gesundheit und das weitere Bestehen der Zivilisation.

Was hat nun der Klimawandel mit der Gesundheit zu tun, mögen einige fragen. Es wird vielleicht ein bisschen wärmer, aber das macht mich doch noch nicht krank? In der Tat aber sind die Auswirkungen schon jetzt und heute nicht mehr zu übersehen. Das Umweltbundesamt hat zu diesem Zwecke und im Rahmen der Konferenz ein umfangreiches Themenpapier veröffentlicht, das den Titel „Klimawandel und Gesundheit“ trägt.

Darin wird mehr als deutlich, dass der klimatische Wandel viele direkte und indirekte Auswirkungen auf die Gesundheit hat: Hitzewellen führen zum vermehrten Auftreten von kardiovaskulären Erkrankungen. Immer mehr Menschen erkranken an Allergien. Durch die Erwärmung werden Tiere in Deutschland heimisch, die eigentlich eher in südlicheren Gefilden anzutreffen sind und die Krankheiten übertragen können (z.B. Dengue Fieber, welches von bestimmten Stechmückenarten übertragen wird). Durch UV-Strahlung bedingte Erkrankungen, beispielsweise Hautkrebs, nehmen zu.  (weiter)

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Immer schön kritisch bleiben

16. Dezember 2009, 16:57

Von Alf Köhn  

Nun ist es also soweit - die Klimakonferenz in Kopenhagen ist in vollem Gange. 15.000 Teilnehmer aus 192 Ländern sind dabei und die mediale Aufmerksamkeit ist riesig. Jeder meint mitreden zu können. Ob das der Sache dienlich ist? Welche Sache denn überhaupt? Eins nach dem anderen, fangen wir mal vorne an.

Ganz vorne steht die Klimakonferenz in Kyoto und das dort beschlossene Kyoto-Protokoll. Das läuft 2012 aus und es bedarf dringend eines Nachfolgers. In diesem Nachfolge-Protokoll sollen die Treibhausgas-Emissionen weltweit geregelt werden. Mehr noch, sie sollen reduziert werden, um die globale Erwärmung unter einen kritischen Wert von 2°C zu drücken, oberhalb dessen man einen Prozess in Gang setzt, der nicht mehr umzukehren ist, so der aktuelle Stand der Forschung. Das ganze gibt es etwas ausführlicher in meinem letzten Beitrag nachzulesen. Das Wörtchen weltweit impliziert im Grunde schon die ersten Probleme: Es klingt nach einer Menge Köpfe, die alle unter einen Hut gebracht werden wollen. Dazu später mehr. Bei einem weltweiten Eingriff in die Treibhausgasemission ist das Interesse natürlich auch weltweit recht groß, und zwar nicht nur von Seiten der Entscheidungsträger, sondern gerade auch von Menschen, für die Ihre Entscheidungsträger eine Reihe von Entscheidungen treffen wollen. (weiter)

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Treibhauseffekt extrem

15. Dezember 2009, 19:16

Von Mierk Schwabe   

Wie ein Planet aussehen kann, wenn der Treibhauseffekt Überhand nimmt, lässt sich an unserem Nachbarplaneten Venus sehr gut beobachten. Auf den ersten Blick ähnelt die Venus der Erde sehr – sie hat eine vergleichbare Masse, Oberfläche und innere Struktur, auch der Abstand zur Sonne ist nicht allzu anders als bei der Erde. Aber: ihre Oberflächentemperatur beträgt über 450° C! Was ist da schief gelaufen?

Zur Beantwortung dieser Frage muss man eine weitere Komponente als den Planeten an sich betrachten: Die Atmosphäre der Venus besteht zu 97% aus Kohlenstoffdioxid (CO2) und besitzt praktisch kein Wasser. Zudem ist der Druck 90 mal stärker als auf der Erde – so stark, wie er bei uns 1 km unter der Wasseroberfläche ist. (weiter)

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Der Klima-Kampf

14. Dezember 2009, 13:55

Von Luisa Schwab 

Bei meinen Streifzügen durch Blogs und Portale stelle ich oft fest, dass es immer noch zu viele Menschen gibt, die nicht an den Klimawandel glauben. Eine bedeutende Rolle spielen dabei Zeitungsartikel, wie "Die Klimalüge" (Cicero 06/2007), "Die Klima-Hysterie" von Michael Miersch und Filme, wie zum Beispiel „Der Klimaschwindel“ (ausgestrahlt auf RTL und N-TV) von Martin Durkin. Scheinbar sind viele Zeitungsartikel und Filme dieser Art auf eine PR-Kampagne des Ölkonzerns ExxonMobil zurückzuführen, was zu beweisen wäre. Der Film "Der Klimaschwindel" bekam wegen gefälschter, verzerrter und veralteter Grafiken sowie unwahrer Aussagen von Interviewpartnern negative Schlagzeilen in den Medien. Aber auch auf Seiten der Klimaschützer werden Informationen manipuliert. Beispiele dafür sind Teile des Films "Eine unbequeme Wahrheit" von Al Gore und die "Hockeystick-Kurve", welche den Temperaturanstieg darstellen sollte. Aufgrund dieser Ereignisse finde ich es nicht überraschend, dass es viele Menschen gibt, die nicht an die Veränderungen des Klimas durch Menschenhand glauben. (weiter)

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Klima, Wasser, Untergang - von Mesopotamien bis Kopenhagen

10. Dezember 2009, 22:19

Von Lars Fischer 

Die Geschichte der Menschheit ist reich an Beispielen für Kulturen, die  Jahrzehnte und Jahrhunderte lang florierten und dann auf einmal verschwanden. Städte und Dörfer wurden verlassen oder verfielen, die Bevölkerungsdichte ging drastisch zurück und manchmal änderte sich die Lebensweise: Aus Bauern wurden Hirten. Über die Ursachen dieser Kulturbrüche ist viel gestritten worden. Ging man früher auf der Basis der mageren Fundlage meist davon aus, dass viele verschiedene Faktoren zum Untergang beigetragen haben, vermutet man heute, dass in vielen Fällen abrupte Klimaänderungen der entscheidende Einflussfaktor waren. Zum Teil ist das natürlich eine Mode, aber in vielen Fällen stützen harte Daten diese Schlussfolgerung.

Bis Mitte des 20. Jahrhunderts kam angesichts immer neuer Belege für untergegangene Hochkulturen die These auf, dass die Agrarproduktion eines Gebiets darüber entschied, welche Kulturstufe eine vorindustrielle Zivilisation erreichen und dauerhaft halten konnte. Nach diesem Bild entwickelt sich eine Hochkultur unter günstigen Bedingungen zur Blüte und fällt in sich zusammen, sobald sich die Bedingungen für Ackerbau verschlechtern.  (weiter)

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IT: Freund oder Feind des Klimas?

09. Dezember 2009, 11:40

Von Rainer Gerhards  

Die IT wird gerne als "Klimakiller" wahrgenommen, und das verwundert eigentlich nicht angesichts des ungeheuren Stromverbrauchs von Rechenzentren und und Intranet-Infrastruktur. Früher haben Rechenzentrumsleiter über die teuren Maschinen gestöhnt, heute richten sie ihr Hauptaugenmerk oft zuerst auf die Stromrechnung. Ein Thema, das uns "damals" (80er Jahre) nicht wirklich benruhigt hatte. Und dann erst die vielen Kleingeräte, vom Handy bis zum Bilderrahmen. Auch hier wird kräftig Strom verbraucht.

Aber ist die IT wirklich ein Klimakiller? Oder kann sie gar einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele leisten? (weiter)

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Psychologische Aspekte des Klimaschutzes

07. Dezember 2009, 10:06

Von Katja Schwab  

Wenn Ihnen plötzlich ein Löwe gegenüber steht, wird das Adrenalin durch ihren Körper jagen, Ihr Herz wird schneller schlagen, der Puls in Schwindel erregende Höhen schießen und mehr Blutzucker durch Ihren Körper fließen. Ihr Organismus bereitet sich blitzschnell auf eine Kampf- oder Fluchtreaktion vor. Unser evolutionäres Warnsystem sicherte das Überleben, in dem der Mensch schnell und entschlossen handelte, wenn er einer Gefahr ins Auge sah.

Heute drehen sich unsere Sorgen weniger um Löwen, sondern mehr um Arbeitslosigkeit, Terrorismus, Schweinegrippe, Altersarmut, Weltwirtschaftskrise, Waldsterben, Überbevölkerung, Kriminalität und Klimawandel. Der Klimaschutz ist für die meisten von uns tatsächlich eine wichtige Angelegenheit. Zumindest bescheinigen uns das die verschiedensten Umfragen zum Thema. Ganz aktuell belegt eine Umfrage im Rahmen einer Kampagne von Umweltschützern, dass 9 von 10 Deutschen für eine Teilnahme der Kanzlerin am UN-Klimagipfel in Kopenhagen stimmen.  (weiter)

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