wissenslogs Forschern auf der Spur

Der Tanz der Schwarzen Löcher

30. Januar 2010, 15:17

Neulich betrat ich nach langer Zeit mal wieder den Tempel der deutschen Schwerkraftforschung, das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik. Gelegen ist dieser Tempel der theoretischen Physik vor den Toren von Potsdam, inmitten eines Wissenschaftsparks mit zahlreichen Instituten aller Gattungen.

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Gottseidank – jetzt kreisen sie wieder!

23. November 2009, 11:28

Timing ist alles, auch in der Teilchenphysik! Wie angekündigt, wurden am Abend des 20. November wieder Protonenstrahlen im Genfer Teilchenbeschleuniger, dem Large Hadron Collider (LHC) am CERN, um den 27 Kilometer langen Ring gelenkt. Das lässt hoffen und bangen zugleich, war doch diese teuerste Wissenschaftsmaschine aller Zeiten über ein Jahr lang darniedergelegen, nachdem im September 2008, einige Tage nach Inbetriebnahme eine Lötstelle durchbrannte, tonnenschwere Magnete in die Höhe gerissen wurden und das flüssige Helium tonnenweise in den Tunnel verdampfte.  (weiter)

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Aus der Tiefe des Alls - Wie geht es weiter?

23. Dezember 2008, 01:02

(Dritter Teil des Posts über das Auger-Teleskop in Argentinien)

Die Strecke von hundert Millionen Lichtjahren klingt zwar nach viel, enthält aber im Wesentlichen nur die nähere Umgebung unseres Milchstraßensystems. Gerade mal unsere Lokale Gruppe mit 20 Galaxien sowie der Virgo-Galaxienhaufen mit vielleicht 2000 Objekten befinden sich innerhalb dieses „lokalen“ Volumens (darunter aber zahlreiche Sterninseln mit aktiven galaktischen Kernen, kurz AGNs). Als Folge dieser beschränkten Sichtweite erwarten die Forscher denn auch, dass die Teilchen höchster Energie nur selten auftreten.  (weiter)

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Auf der Jagd nach Schwarzen Löchern

18. Dezember 2008, 05:42

(Fortsetzung des letzten Posts) ... Mit vier weiteren Teleskopen am Rand des Tankareals messen die Forscher zeitgleich die Fluoreszenzstrahlung im UV-Licht, zu der die Teilchenschauer die Luftmoleküle anregen. Dieses Licht leuchtet jedoch so schwach wie eine 50-Watt-Birne in 30 Kilometer Entfernung. Daher sind solche „Koinzidenzbeobachtungen“ auch nur in lichtarmen Neumondnächten möglich – immerhin ist das in zehn Prozent der interessanten Ereignisse der Fall.

Damit können die Forscher – weltweit einmalig – sowohl Richtung als auch die Energie der Teilchen besonders genau bestimmen. Um die Genauigkeit dieser Beobachtungen noch weiter zu erhöhen, wird der Luftraum über dem Teleskopgelände außerdem mit Laserstrahlen und Wetterballons überwacht. Als drittes sind jetzt noch kleine Radioantennen im Aufbau, denn die Luftschauer geben, wenn ihre elektrischen Partikel im Erdmagnetfeld leicht abgelenkt werden, auch geringe Radiostrahlung ab. (weiter)

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Blaue Bäume und kosmischer Wind - Wassertank-Teleskop sucht rätselhafte Strahlen

17. Dezember 2008, 11:56

Es ist eine seltsame Reise, fast bis ans Ende der Welt, falls es das ist, was man nach 14000 Kilometern Reise erreicht. Zumindest glaubt man sich ins zivilisatorische Nichts versetzt. Nur beim Zwischenstopp in Buenos Aires empfängt einen die Metropole im November mit 32 Grad Celsius und Alleen blau blühender Jacaranda-Bäume. (weiter)

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Jürgen Ehlers und die Relativitätstheorie

26. Mai 2008, 14:34

Der große Gravitationsforscher ist überraschend verstorben.

Ende April standen wir noch zusammen: Jürgen Ehlers, Anton Zeilinger und ich. Anlass war der Festakt zum 150. Geburtstag von Max Planck, veranstaltet in Berlin von der Max-Planck-Gesellschaft und weiteren Institutionen. Im prunkvollen Festsaal des Konzerthauses am Gendarmenmarkt hatte Zeilinger, der geniale Quantenphysiker aus Wien, gerade seinen Festvortrag gehalten, Volker Schlöndorff hatte Max Planck verblüffend echt dargestellt.

Jungenhaft, beinah wie immer, die Augen vielleicht nicht mehr ganz so blitzend, berichtete Jürgen Ehlers, einer der führenden Relativitätstheoretiker Deutschlands, vor dem Festsaal – passend zum Festanlass – über seine Lektüre von Astrid von Pufendorfs Buch „Die Plancks“ und sein Interesse für die Entstehung von Begriffen und Konzepten in der frühen Quantenphysik. (weiter)

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Die mühelose Berechnung von Max Planck

06. Mai 2008, 16:39

Dass Max Plancks Geburtstag bereits über 150 Jahre zurückliegt – Ende April gedachte die nach ihm benannte Gesellschaft in Berlin in einem Festakt dieses Ereignisses –, lässt mich fast erschauern. Und dieser Feierstunde im wunderschönen schinkel-klassizistischen Konzerthaus am Gendarmenmarkt gelang es trefflich, Plancks Geist beinahe wiederauferstehen zu lassen. Auf den 14. Dezember 1900 wird er datiert, der Tag seines Vortrags: Es ist der Gründungstermin der Quantenphysik. In den Verhandlungen der Deutschen Physikalischen Gesellschaft publizierte Planck nicht nur seine berühmte Formel zur Abstrahlung eines Schwarzen Körpers, er postulierte darin auch eine neue Naturkonstante, das später nach ihm benannte "Wirkungsquantum". (weiter)

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John Archibald Wheeler: Magier der Quanten und Schwarzen Löcher

16. April 2008, 11:23

Ich wollte gerade über den Flur, als mir John Archibald Wheeler zum ersten Mal begegnete. Das war 1972 in Princeton. Im der dortigen Jadwin Hall der Universität hatte ich damals öfter zu tun, um zusammen mit einem Italiener, Inder und Brasilianer an Schwarzen Löchern zu arbeiten, eine fabelhafte Gruppe. Ich saß gerade an meiner Doktorarbeit an der University of Maryland, betreut von Charles W. Misner, der noch in den späten 1950ern selbst bei Wheeler promoviert hatte. Das müssen spannende Zeiten gewesen sein: Denn neben dem Professor an der University of Maryland hatten vorher auch Richard Feynmann (Nobelpreis Physik), Hugh Everett (Parallelwelten), Kip S. Thorne, John R. Klauder und viele andere bei Wheeler studiert. (weiter)

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Eiskristalle als Zellularautomaten

04. Februar 2008, 16:41

Wenn der Schnee schmilzt, dann naht das Frühjahr. Aber derzeit ist es ja noch einigermaßen kalt und in höheren Lagen schneit es. Doch das ist für Physiker und Mathematiker natürlich kein Grund, erst bei Schneefall in die Formeln zu greifen – Schneeflocken reizen sie zu jeder Jahreszeit, einfach weil sie interessant sind und noch etliche ungelöste Probleme bergen. (weiter)

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