Was ist eigentlich euer Problem?
"Nichts in den Geisteswissenschaften ergibt einen Sinn außer im Lichte der Biologie." hat, zugegebenermaßen schon vor einiger Zeit, der Evolutionsbiologe Ulrich Kutschera aus Kassel zu Protokoll gegeben. Womit er bei Lichte besehen absolut Recht hat. Schließlich stammt all das, womit sich Geisteswissenschaftler beschäftigen, in letzter Konsequenz aus den knapp drei Pfund Wabbelkram, die wir alle unter der Schädeldecke tragen, und die sind nun mal ein Produkt der Evolution.
Aber was sagt uns das jetzt auf praktischer Ebene? Muss jetzt der Literaturwissenschaftler, Linguist, Logiker alles, was er bisher so getrieben hat, in die Tonne treten? Wohl kaum. Kutscheras Feststellung läuft darauf hinaus, dass in den Wissenschaften eben doch alles mit allem zusammenhängt, wenn man nur genau genug hinguckt. Eine Überlegenheit der Biologie lässt sich auf diese Weise nicht begründen. Ganz abgesehen davon, dass Germanistik auch im Lichte der Biologie natürlich auch weiterhin mit den Methoden der Germanistik betrieben wird, kann die biologische Perspektive, wie Michael in "Natur des Glaubens" demonstriert, den Geisteswissenschaften neue Wege öffnen.
Im Grunde kann also der Geisteswissenschaftler als solcher weitermachen wie bisher. Das hinderte allerdings den SZ-Feuilletonisten Alexander Kissler nicht daran, eine seltsame Replik zu veröffentlichen. Um Kutschera als Ideologen zu diskreditieren, bedient er sich zum Beispiel eines Zitats aus diesem Artikel, in dem ein gewisser Benno Kirsch das sattsam bekannte wir-werden-alle-verfolgt-und-diskriminiert-Gejaule der Kreationisten anstimmt. Kissler scheint selbst sehr genau zu wissen, dass mit dieser Quelle kein Staat zu machen ist, und belässt die Herkunft der Verunglimpfung bewusst im vagen ("...von einem Historiker in einer linken Berliner Wochenzeitung...").
Der unvoreingenommene Leser kratzt sich etwas ratlos am Kopf ob dieses ebenso unqualifizierten wie bei Lichte betrachtet völlig unnötigen Rundumschlages. Denn wenn Kutschera über den Geisteswissenschaftler-an-sich sagt, er beschäftige sich "bevorzugt damit, was andere über reale Sachverhalte gedacht und geschrieben haben, gegeneinander abzuwägen, neu auszulegen und zu kommentieren.", dann ist das zwar eine Vereinfachung, aber erstens im Kern zutreffend und zweitens keineswegs ehrenrührig. So etwas nennt man Reflexion, und es soll manchmal ganz hilfreich sein. Sowohl Kissler als auch Kutschera hätten vor ihren Wortmeldungen eine Dosis davon gebrauchen können.
Worum geht's hier wirklich?
Beim zweiten durchlesen des Kissler-Artikels (und ein bisschen Recherche über Kissler selbst) beschleicht einen denn auch so ein bisschen das Gefühl, dass den Autor selbst das umtreibt, was er Kutschera so vehement unterstellt: Gekränkter Stolz.
Denn im Grunde wäre es ganz einfach, ginge es Kissler tatsächlich um eine Verteidigung der Geisteswissenschaften gegen den angeblichen "Sprung" der Biologie auf den "Richterstuhl". Schließlich führt auch die naturwissenschaftlich-strenge Widerlegung einer Hypothese nur bei vergleichsweise einfachen Fragestellungen dazu, dass die Lage schnell und zweifelsfrei geklärt wird. Sobald es komplizierter wird (und das ist es meistens), müssen auch Physiker berüchtigterweise warten, bis die Gegner der falschen Theorie ausgestorben sind. Genau wie bei den Geisteswissenschaften: Nur weil dort keine strengen Beweise geführt werden können, heißt das noch lange nicht, dass jeder Unfug auf immer im Kanon verbleibt.
Die naturwissenschaftliche Methode als Richtschnur ist also, darauf könnte man hier legitimerweise hinweisen, in der Praxis nicht ganz so einfach zu handhaben wie in der Theorie, und außerdem nicht mal immer anwendbar. Oder auch: Nicht alles im Universum ist streng empirisch überprüfbar. Life’s a bitch! Sollen wir es deswegen ganz bleiben lassen?
Worum es Kissler dagegen wirklich geht, bleibt unklar. Ein Verdacht drängt sich allerdings auf, vor allem wenn man seine Bücher "Der geklonte Mensch" und "Der aufgeklärte Gott" kennt: Die Geisteswissenschaften und Kissels aufgesetzter heiliger Zorn erscheinen hier als bloßes Vehikel, um seine These - die Biowissenschaften seien "unaufgeklärt" und müssten vom rationalen Glauben an die Kandare genommen werden - zu
transportieren.
Narzisstische Kränkung im Selbstversuch
Mehr scheint da nicht hinter zu stecken. Wie schwerwiegend die angebliche Kränkung der Geisteswissenschaften durch Kutscheras Bonmot wirklich ist, kann im Grunde jeder am eigenen Leibe mal ausprobieren. Schließlich ist der Spruch kaum mehr als eine Binsenweisheit und kann in ähnlicher Weise auf jedes Fachgebiet angewandt werden.
Zum Beispiel
"Nichts in der Chemie ergibt Sinn außer im Lichte der Physik."
Dem kann man nun kaum widersprechen. Schwerste narzisstische Kränkung also? Brachial und intolerant? Eher nicht. Und es bedeutet schon gar nicht, dass Physiker sich jetzt plötzlich zum Richter über die Chemie aufschwingen wollten.
Also wozu das ganze Theater?
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Die Frage, ob die Templeton Foundation seriöse Forschung finanziert oder nicht, ist wohl nicht Thema dieses Beitrages.
Und mein Einwand war ja auch wesentlich breiter angesetzt.
Aber zu dieser Frage: Ich habe noch nichts an der von der T.F. finanzierten Forschung gemerkt, das NICHT seriös wäre.
Simon Conway Morris z.B., der dort derzeit mitarbeitet, hat schon lange, ehe es die T.F. gab, hervorragende Forschung gemacht, z.B. von S. J. Gould ausgewertet (in "Zufall Mensch") oder von Richard Dawkins ("Ancestor's Tale").
Und das gleiche gilt sicherlich für die MEHRHEIT der dortigen Forscher.
Die veröffentlichen alle in seriösen Fachjournalen. Nehmen wir nur Richard Sosis. Ich glaube, das darum geht es auch nicht.
Als Dawkins und andere daran zweifelten, ob sie von der TF Geld entgegennehmen sollten, da ging es darum (Diskussion auf www.edge.org), ob das ihre wissenschaftliche Diskussionhaltung beeinflussen könnte oder nicht.
Das Thema Forschungsförderung selbst ist aber ein anderes. Da gibt es ja wohl noch andere "Lobby-Gruppen" auch außer der TF.
Meine Frage bezog sich ja auch weniger auf die Templeton-Stiftung im Allgemeinen (wobei das natürlich auch ein interessantes Thema wäre), sondern auf die Evolutionäre Religionswissenschaft. Also: gibt es wissenschaftliche Institute oder Fachzeitschriften, die sich hauptsächlich mit Evolutionärer Religionswissenschaft befassen??
Wenn man sich etwa http://evolution.binghamton.edu/religion/
anschaut (die einzige Internet-Quelle, die ich zu dem Thema gefunden habe), dann findet man dort zwar ausführliche Darstellungen verschiedener Einzelpersonen, aber wenn man auf "Research Projects" klickt, dann wundert man sich schon:
es gibt dort zwei Punkte, "The Afterlife Project" und "Other Research Projects".
Unter "The Afterlife Project" findet man EINEN Fragebogen mit Auswertung.
Die Seite "Other Research Projects" ist LEER.
Unnötig zu erwähnen, daß man auf der Seite auch sonst keine Links zu Veröffentlichungen, Fachzeitschriften oder Konferenzen findet.
Zusammengefasst: es handelt sich hier wohl eher um ein Soziales Netzwerk (oder eine Lobbygruppe?) als um einen Forschungsverbund.
"Zusammengefasst: es handelt sich hier wohl eher um ein Soziales Netzwerk (oder eine Lobbygruppe?) als um einen Forschungsverbund."
Soziales Netzwerk ist korrekt, Lobbygruppe schon deshalb nicht, weil es keinerlei einheitliche Weltanschauung oder Glaubenshaltung gibt. Wenn "Lobby", dann dafür, auch über die sattsam bekannten Gräben Natur- und Geisteswissenschaft bzw. atheistisch - religiös hinweg arbeiten und forschen zu dürfen, ohne sich je von religiösen oder atheistischen Dogmatikern aufhalten zu lassen. Das Spannende ist, dass sich hier ein Netzwerk ganz unterschiedlicher Wissenschaftler unterschiedlichster Disziplinen herausgebildet hat, die auf (verschiedenen) Tagungen zusammenkommen, ggf. gemeinsame Veröffentlichungen auf den Weg bringen, sich aber vor allem auf den unterschiedlichsten Kanaälen austauschen, Befunde, Daten, Papers teilen, sich auch gegenseitig besuchen etc. Von David Sloan Wilson (einem Evolutionsbiologen) direkt angeschrieben und eingeladen worden zu sein, war für mich als jungem Geisteswissenschaftler schon ein besonderes Erlebnis, der auch persönliche Kontakt mit Kollegen u.a. aus den USA und Kanada ein echter Gewinn.
Den Netzwerk-Ansatz halte ich auch für viel erfolgreicher, als nur eine Disziplin oder gar nur ein Institut oder Geldgeber es leisten könnte. Persönlich würde ich es z.B. ablehnen, mich von einem bestimmten Geldbeger abhängig zu machen, mir ein bestimmtes Forschungsprojekt vorschreiben zu lassen o.ä. Denn je nachdem, ob es sich z.B. um ein atheistisches oder theologisches Fundament hielte, wäre die Gefahr des Bias gegeben. Der Netzwerk-Ansatz erlaubt es dagegen sehr unterschiedlichen Leuten und Ansätzen, sich auf Basis echten Interesses und echter Befunde auszutauschen.
Und über mangelndes Interesse am (durchschnittlichen) Reproduktionserfolg religiöser Menschen kann ich mich wirklich nicht beklagen, übrigens gerade auch von naturwissenschaftlicher Seite. Schauen wir doch einfach mal, was die Zukunft so bringt. Mir macht es Freude. :-)
Wieder einmal eine höflich formulierte und sehr ausführliche Antwort, die freilich nichts beantwortet. Die eigentliche Frage war ja, ob es wissenschaftliche Institute oder Fachzeitschriften zur Evolutionären Religionswissenschaft gibt und wo man sie findet.
Auch wenn das jetzt nach Lobbyarbeit bzw. Schleichwerbung aussehen wird, möchte ich auf zwei Beiträge der scienceblogs aufmerksam machen.
Ludmila Carone hatte vor 3 Tagen einen schönen Beitrag auf http://www.scienceblogs.de/...-die-peer-review.php
und auch die aktuelle Diskussion im Kommentarteil von
http://www.scienceblogs.de/...-review.php#comments
paßt sehr gut zum Thema.
"Die eigentliche Frage war ja, ob es wissenschaftliche Institute oder Fachzeitschriften zur Evolutionären Religionswissenschaft gibt und wo man sie findet."
Nein, das bleibt m.W. bis auf weiteres ein Traum. Die entsprechenden Papers und Artikel werden in einer Vielzahl ganz verschiedener Journale, Konferenzen und Sammelbände bzw. Bücher veröffentlicht, Religionswissenschaftler selbst sind dabei (obwohl es m.E. ihr Thema sein könnte und sollte) bislang noch eher schwach vertreten.
Frühe Beispiele in Deutschland sind z.B. Ina Wunns Habilitation und Bücher, der Tagungsband "Darwin und Gott" von 2004, Artikel im Marburg Journal of Religion etc. Im internationalen Bereich sieht es etwas besser aus (z.B. das Institute for Cognition and Culture in Irland oder die Henry Luce Professur of Individual and Collective Memory an der Washington University, auf die Pascal Boyer berufen wurde etc.), aber auch hier läuft die Entwicklung erst an.
Gerade deswegen ist übrigens o.g. Netzwerkbildung so wichtig: Das Thema wird extrem interdisziplinär bearbeitet und vor der Vernetzung durch das Internet erfuhr man meist gar nicht von den Forschungen "fachfremder" Kolleginnen und Kollegen. Jetzt verknüpft sich das dynamisch. M.E. wird die evolutionsbiologische Perspektive einmal die bestehende Religionswissenschaft erweitern, das ist immerhin eine Forschungsperspektive, die schon Emile Durkheim eingenommen hat und die wir jetzt neu erschließen.
Um auf Larsens Thema zurück zu kommen: Der Dialog zwischen Natur- und Geisteswissenschaften entfaltet sich jenseits der seltsamen Aufgeregtheiten von wenigen Vertretern beider Seiten, der institutionelle Unterbau fehlt aber noch weitgehend.
"der institutionelle Unterbau fehlt aber noch weitgehend."
und damit offenbar auch die notwendige wissenschaftliche Selbstkontrolle.
Es paßt nicht ganz zusammen, wenn man einerseits als einziger deutscher Wissenschaftler den "Dr." im * Titel * seines Blogs führt, andererseits aber die alltäglichen Formalien des Wissenschaftsbetriebes ablehnt.
Und ich finde es unlauter, "Religionswissenschaft" groß zwar nicht in den Titel, aber in den Header zu setzen, wenn man Theorien vertritt, die von der Mehrheit der Religionswissenschaftler (vermute ich mal ) abgelehnt werden.
Irgendwie haben Sie ein Problem mit Michael Blume, oder? Jetzt bekommen Sie eine Antwort auf Ihre Frage und dann kommt da so ein Gemoser raus.
Ich kenne Scherer Sicht der Dinge auch nicht genau. Dafür habe ich mir vor ein paar Wochen das "Evolution - ein kritisches Lehrbuch" gekauft. Viel gelesen habe ich bisher nicht, nur die ersten beiden Kapitel. Aber ich finde das Buch gar nicht schlecht. Es ist wie der Titel schon ankündigt kritisch. Und dann gibt es da farbig abgehobene Tafeln mit der Bezeichnung "Grenzüberschreitung". Wenn also der strenge wissenschaftliche Boden verlassen wird, wird es deutlich angekündigt.
Aber mal etwas grundsätzliches. Jeder hat ein Fundament auf dem er steht und von wo aus er argumentiert. Es gibt keinen neutralen Boden. Weder hat Kutschera noch Scherer oder sonstwer eine neutrale Sicht der Dinge. Die gibt es einfach nicht. Kutschera tut jedoch so, als ob seine Sicht neutral wäre. Und wenn Kutschera seine wissenschaftlichen Argumente für die Evo vorbringt, dann kann Scherer ja seine wissenschaftlichen Argumente darbringen. Das Problem bei der Evo ist ja, daß keiner dabei war. Man hat nur ein paar Anhaltspunkte und das puzzelt man zusammen wie es gewesen sein könnte. Und da ist viel Raum für Spekulation und Interpretation. Das ist halt ein großes Problem, daß man da nicht viel experimentieren kann und somit bleibt vieles unklar. Und wenn eine Säule der Evolutionstheorie der Zufall ist, dann sieht es meines Erachtens ganz kritisch aus. Rein zufällig kann ja alles mögliche oder auch nicht passiert sein.
Mein Verdacht bleibt, daß da jemand nur seine Weltsicht durchdrücken möchte und sich dazu das Deckmäntelchen der Naturwissenschaft überzieht um seinen Aussagen mehr Gewicht zu verleihen.
Ein Problem habe ich weniger mit Dr. Blume (den ich persönlich nicht kenne), sondern mit ERS und der Art, wie hier Religion vereinnahmt wird. Der Blog von Dr. Blume wird von vielen Leuten gelesen und (den Kommentaren nach zu urteilen) vor allem von Leuten, die wenig mit Kirche oder Religionswissenschaft zu tun haben. Und wenn dann im Header steht "Religionswissenschaft", dann wird mancher glauben, daß man hier die Meinung der Religionswissenschaftler oder (schlimmer) die Meinung der Kirchen-Mitglieder findet.
Und wenn man dort "wissenschaftlich bewiesene" Zukunftsprognosen dieser Art findet: "Im Jahr 2020 wird in Deutschland Konfessionslosigkeit vor allem eine Angelegenheit älterer Leute sein. In den jüngeren Generationen gilt Glauben dagegen wieder etwas und eine bunte, sich oft auch durch verbindliche Regeln und Kleidung voneinander abgrenzende Vielfalt an Gemeinden. Neben die (häufig säkularisierten oder zu anderen Gotteshäusern umgebauten) Kirchen früher dominanter Konfessionen sind, in Ringen um die Kernstädte, freikirchliche Neubauten, Moscheen, Synagogen und Tempel getreten, meist mit Kinderbetreuungs- und Schuleinrichtungen kombiniert. Religiöse Vielfalt prägt vor allem deutsche Städte, zunehmend deutsche Kultur und Politik und KandidatInnen suchen das Gespräch mit VertreterInnen aller Weltreligionen. Nur eine Vermutung? Nein, harte Fakten, die sich schon heute andeuten!",
dann wird das von manchen Lesern eben nicht als abwegige Einzelmeinung, sondern als Standpunkt der Religionswissenschaft oder (schlimmer) als Standpunkt der Kirche verstanden werden.
(Zugegebenermaßen muß man etwas suchen, um im Blog zwischen vielen harmlosen Texten solche "Perlen" zu finden.)
Um nicht mißverstanden zu werden: jeder hat das Recht, auch abwegige Meinungen zu veröffentlichen. Aber er sollte dafür nicht den guten Ruf von Wissenschaftszweigen oder Institutionen mißbrauchen.
Entschuldigung, aber wir sind uns noch nie begegnet, ich habe mich bemüht, alle Ihre Fragen freundlich zu beantworten und weiß wirklich nicht, womit ich mir Ihre Abneigung, die jetzt schon mehrfach ins persönliche Unterstellungen abgeglitten sind, zugezogen habe. Was soll denn das?
"Es paßt nicht ganz zusammen, wenn man einerseits als einziger deutscher Wissenschaftler den "Dr." im * Titel * seines Blogs führt, andererseits aber die alltäglichen Formalien des Wissenschaftsbetriebes ablehnt."
Wenn Wissenschaftler private Blogs betreiben, gehört es völlig zum Usus, auch den Titel im Blognamen zu nennen. Beispiele sogar für Prof. Dr.es z.B.
http://www.nennen.de/blog.html
http://leisenberg.blogg.de/
"Und ich finde es unlauter, "Religionswissenschaft" groß zwar nicht in den Titel, aber in den Header zu setzen, wenn man Theorien vertritt, die von der Mehrheit der Religionswissenschaftler (vermute ich mal ) abgelehnt werden."
Wie kommen Sie denn darauf? Abgesehen davon, dass ich zum Thema Neurobiologie & Religionswissenschaft ordentlich promoviert habe, trage ich die religionsbiologischen Arbeiten natürlich stets auch innerhalb der eigenen Disziplin vor, z.B. hier
http://www.blume-religionswissenschaft.de/...7.pdf
und freue ich mich über reges Interesse, anregende Diskussionen und Zuspruch auch - der u.a. in themenbezogenen Lehraufträgen Ausdruck fand, z.B.
http://religionswissenschaft.twoday.net/...412238/
Ganz abgesehen davon, dass ich natürlich auch peer-reviewed innerhalb meines Faches publiziere, z.B. hier:
http://web.uni-marburg.de/..._blume_germ_2006.html
Wer religionsbezogene Themen bearbeitet, riskiert natürlich immer, besondere Emotionen zu wecken - aber ich würde es trotzdem bevorzugen, wenn Sie mich einfach so behandeln würden, wie es unter Wissenschaftlern Usus sein sollte. Ich käme doch auch nicht auf den Gedanken, Ihnen per Internetrecherchen nachzustellen und dann unhaltbare Vorwürfe zu streuen und es zwingt Sie doch keiner, von meinen Arbeiten auch nur Kenntnis zu nehmen.
Jetzt weiß ich wenigstens wieder, warum ich solche Blogposts normalerweise nicht schreibe.
Falls ihr dem hier noch was hinzuzufügen habt, bitte Mail an mich. Ihr wisst ja, wo ihr mich findet...
Ich hatte das eigentlich im vorigen Kommentar schon beantwortet, aber noch einmal: die Hauptthese ihres Blogs, daß es in Deutschland in naher Zukunft eine sich "durch verbindliche Regeln und Kleidung voneinander abgrenzende Vielfalt an Gemeinden" (und nur noch ältere Konfessionslose) geben wird, ist sicher NICHT die Meinung der Kirche und (soweit ich es beurteilen kann) auch NICHT die Meinung der Religionswissenschaften.
Nun haben sie natürlich recht, daß mich niemand zwingt, ihre Arbeiten zu lesen. Aber wenn Außenstehende bei Google nach religionswissenschaftlichen Stichwörten suchen, dann werden sie eben ihren Blog finden. Und wenn dann "Religionswissenschaft" oben drüber steht, wird das ihre Meinung über Religion und Religionswissenschaft prägen. Und das halte ich für ein Problem.
Nur so nebenher: Die Vorstellung, ein Wissenschaftler dürfe nur solche Ansichten öffentlich Vertreten, die von der Mehrzahl seiner Fachkollegen geteilt oder auch nur akzeptiert werden, ist ganz offensichtlich absurd. Wo kommen wir denn da hin?