Die Dinosaurier waren etwa 170 Millionen Jahre lang – von der mittleren Trias bis zum Ende der Kreidezeit – die dominanten Landwirbeltiere auf diesem Planeten. Huhngroße gefiederte Nesträuber gab es in dieser Klasse ebenso wie bis zu hundert Tonnen schwere Pflanzenfresser. Eines jedoch haben die Dinos nicht hervorgebracht: Eine technische Zivilisation. Oder?
Erstaunlicherweise haben Forscher in den Gesteinsschichten der Kreide-Tertiär-Grenze vor 65 Millionen Jahren besondere Spuren gefunden, die auf diesem Planeten, so glaubte man bisher, erst mit der industriellen Revolution Einzug gehalten haben. Der Ruß, der in diesen Lagen gehäuft auftritt und bisher auf globale Waldbrände durch einen Meteoriten zurückgeführt wurde, enthält wenige Mikrometer große kugelförmige Partikel, die nur bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe entstehen.
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Ausgehend von historischen Erfahrungen sind erste Schätzungen möglich, welche langfristigen Folgen die Ölpest im Golf von Mexiko haben wird. Für die Golfküste gibt es Hoffnung - bei früheren Havarien haben sich vergleichbare Ökosysteme als sehr regenerationsfähig erwiesen. Offen ist jedoch, was das fein verteilte Öl in der Tiefsee anrichten wird.
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Update: Mit-Blogger Martin Visbeck von der Klimalounge ist an einer Forschungsgruppe beteiligt, die in einem Computermodell die Ausbreitung des Öls mit den lokalen Meeresströmungen simuliert hat (Pressemitteilung hier). In diesen Modellen gelangt das Öl in den Golfstrom und mit ihm in den Nordatlantik.
Ausbreitung eines passiven Farbstoffs, der
an der Stelle des Öllecks über die oberen 20 Meter Tiefe ausgebracht
wurde, in einem Ozeanmodell.
Dazu gibt es auch eine schöne Animation:
Trotzdem bräuchten die Europäer gegenwärtig keine Angst vor einer Ölpest
an ihren Stränden zu haben. Durch die starke Verwirbelung des
Golfstroms dürfte sich das Öl anschließend weiträumig im Nordatlantik
verteilen und die Konzentrationen damit stark absinken. Außerdem wurde
in den Modellstudien kein biologischer Abbau berücksichtigt, der auf
Dauer die Ölbelastung deutlich abschwächt.
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Das Öl aus der Deepwater-Horizon-Quelle wird noch eine Weile weiter in den Golf von Mexiko fließen, und während wir auf die Entlastungsbohrungen von BP warten, können wir schon mal einen Ausblick auf die wahrscheinlichen Folgen der Ölpest werfen. Wie das im ersten Teil diakutierte Beispiel der Ixtoc-Quelle von 1979 zeigt, ist die Größenordnung der Havarie keineswegs beispiellos in der jüngeren Geschichte. Große Mengen Öl gelangen auf einigermaßen regelmäßiger Basis ins Meer und in küstennahe Ökosysteme, und deswegen gibt es auch reichlich wissenschaftliche Literatur zum Thema.
Was das an der Oberfläche schwimmende Öl der Deepwater-Horizon-Quelle betrifft, so kann man die historischen Erfahrungen ganz gut als Richtschnur heranziehen, wie es weiter geht. Ein beträchtlicher Teil der Gesamtmenge wird auf dem offenen Meer verwittern und dort zu Boden sinken, ohne jemals auf Land gestoßen zu sein. Nur etwa ein Zehntel des Ölteppichs gelangt wahrscheinlich an die Küste. Dort sind allerdings wegen der großen Menge Öl beträchtliche direkte Schäden zu erwarten, insbesondere in der Tierwelt. Die einprägsamen Bilder von eingeölten Vögeln und vergifteten Meerestieren sind ja sattsam bekannt, das muss ich wohl nicht weiter ausführen.
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Angesichts des Ausmaßes der Ölpest im Golf von Mexiko mag das verblüffen, doch die Deepwater-Horizon-Katastrophe ist nicht die erste ihrer Art. Ein Ölausbruch vor dreißig Jahren bietet interessante Parallelen zur heutigen Situation.
Rückblende ins Jahr 1979: Seit Dezember des Vorjahres bohrte die staatliche mexikanische Ölgesellschaft PEMEX vor der Stadt Campeche in Yucatan in etwa 50 Metern Wassertiefe nach Öl. Diese Ixtoc I genannte Bohrung hatte bis zum 2. Juni eine Tiefe von 3600 Metern erreicht, als plötzlich der Bohrschlamm im umliegenden Gestein zu verschwinden begann.
Das deutete auf Risse im Gestein hin, und die Arbeiter zogen den Bohrstrang aus dem Loch, um den Hohlraum mit Zement zu verfüllen. Dazu kam es aber nicht, denn ihnen kamen zuerst Bohrschlamm und dann Öl und Gas entgegen, es gab eine große Explosion und die Bohrinsel sank. Öl strömte aus dem Loch am Meeresboden ins Meer, 297 Tage lang, insgesamt geschätzte 3,3 Millionen Barrel. Das ist etwa vier mal so viel wie bis jetzt aus dem Deepwater-Horizon-Leck geströmt ist.
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... ist wie eine kleine schmutzige Walnuss, die nie glatt und rund werden wird, wie sehr man sie auch poliert. Die meisten Leute ziehen ihr eine glänzende Kugel Bullshit vor.
(Cartoon mit freundlicher Genehmigung von Clay Bennett)
Dass die Klimaforschung für Dänemark eine besondere Bewandtnis hat, liegt nahe. Einerseits hat das Land mit Grönland einen ganz substanziellen Fuß in der Tür, wenn es um die Erschließung der zunehmend eisfreien Arktis geht, zum anderen liegt eben dort auch der zweitgrößte Eispanzer des Planeten, der für sich allein genommen den Meeresspiegel um sieben Meter steigen lassen könnte.
Das wiederum ist für den Rest Dänemarks relevant, denn das Land zwischen Nord- und Ostsee ist streng genommen kaum mehr als ein Stück Rasen auf Meeresniveau. Der höchste Berg ist knapp 171 Meter hoch, und weite Teile des Landes liegen weniger als zwanzig Meter über dem Meer. Es war nicht ganz einfach, von Dänemark eine Höhenkarte zu bekommen – es lohnt einfach nicht...
Für ein solches Land hat Wasser natürlich eine ganz entscheidende Bedeutung, die sich unter anderem im internationalen Projekt BaltCICA – Climate Change: Impact, Costs and Adaptations widerspiegelt, an dem von dänischer Seite der Geological Survey of Denmark and Greenland, der dänische Technologierat und die Kommune Kalundborg beteiligt sind.
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Hatte der erste aus der chemischen Evolution hervorgegangene Organismus Geschwister? Einige Argumente sprechen dafür, dass zeitgleich mit der ersten Zelle das erste Virus aus unbelebter Materie entstand.
Das Lindauer Nobelpreisträgertreffen naht mit Riesenschritten, und mein persönlicher Höhepunkt ist natürlich der Vortrag von Jack Szostak. Der arbeitet nämlich tatsächlich an künstlichen Zellen und hat auch viel Sinnvolles über den Ursprung des Lebens zu sagen. Außerdem hat mir Alex von Alles was lebt vor einer Weile zwei Papers zukommen lassen, die sich ebenfalls mit diesem Thema beschäftigen, allerdings aus einem etwas anderen Blickwinkel.
Die Veröffentlichungen von Eugene Koonin et al. stellen die Hypothese vor, dass Viren zu den ersten Lebensformen überhaupt gehörten. Das erscheint zuerst einmal unlogisch, denn Viren können sich ohne die biochemische Maschinerie der Zellen nicht vermehren – deswegen geht man davon aus, dass Viren erst nachträglich entstanden. Es gibt allerdings die Alternative, dass Zellen und Viren von Anfang an nebeneinander evolviert sind, und zwar aus den selbstreplizierenden Erbgutschnipseln der RNA-Welt, die von vielen als wahrscheinlicher Ursprung des Lebens betrachtet wird. (weiter)
Viele Menschen haben ja das Bedürfnis zu glauben, dass dass die Welt über die physikalische Realität hinaus noch eine "spirituelle" Ebene habe. Das heißt nach meiner Beobachtung vor allem, dass die meisten Leute[1] da schlicht ihre persönlichen Ansprüche hin auslagern, wie die Welt doch bitte funktionieren soll. Ich vermute, für die große Masse der Wahrsager-Geistheiler-Telepathie-Heinis wäre eine real existierende "Esoterik-Ebene" wenig attraktiv, weil in der eben nicht alles nach belieben ginge, was man gerne hätte - nach meiner Erfahrung das hervorstechende Merkmal jedweder Realität. Um es mit Walter Sobchak zu sagen: Wir sind hier nicht in Vietnam - hier gibt's Regeln.
Aber das soll hier gar nicht das Thema sein. Ich habe in den letzten paar Wochen gelegentlich den Standpunkt gehört, dass ein gewisses Maß an Irrationalität völlig normal sei - hier kein Widerspruch von mir - und dass man den Leuten doch ihren Glauben an Horoskope, Kartenlegen oder dergleichen lassen solle. Schließlich richte so ein bisschen harmloser Aberglaube keinen Schaden an.
Das ist leider falsch. Wer sich seiner Sehnsucht nach "Spiritualität" und "verborgenem Wissen" bereitwillig hingibt, ist ein leichtes Opfer für eine umfangreiche Industrie, die sich darauf spezialisiert hat, solche Leute mit ausgefeilten Tricks nach Strich und Faden auszunehmen. Ein besonders drastisches Beispiel hat kürzlich eine Anruferin bei Domian geschildert. Die beiden folgenden Videos sollte jeder gesehen haben.
Nun wissen wir also, wo das ganze Öl aus der leckgeschlagenen Deepwater-Horizon-Quelle im Golf von Mexiko geblieben ist: Statt an die Oberfläche zu steigen, sammelt es sich als Emulsion in wahrhaft gigantischen Giftwolken tief im Meer, wo es den verfügbaren Sauerstoff aufzehrt und ein Vielfaches mehr Schaden anrichtet als es ein Ölfilm auf dem Wasser je könnte. Das Desaster im Desaster ist natürlich menschengemacht, und zwar durch den unsachgemäßen Einsatz großer Mengen Dispergiermittel zur Ölbekämpfung.
Diese Chemikalien gehören seit Jahrzehnten zu den Standardwaffen gegen Ölverschmutzungen. Sie sind eine sehr effektive Methode, großflächig auch fein verteiltes Öl von der Oberfläche zu entfernen und es auf hoher See in kleine Tropfen zu zerteilen, die für Vögel und Säugetiere weniger gefährlich und außerdem leichter abbaubar sind. Allerdings sind diese Dispergiermittel ursprünglich dafür gemacht, begrenzte Ölmengen an der Wasseroberfläche zu verteilen und unschädlich zu machen. BP hat jedoch große Mengen dieser Chemikalien direkt in das leckgeschlagene Förderrohr am 1500 Meter tiefen Meeresboden injiziert.
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Auf Abwegen im Bildungsstreit: Diejenigen, die das dreigliedrige Schulsystem zugunsten der Gesamtschule
abschaffen wollen, verklären den Nutzen der Einheitsschule, schreibt meine
heutige Gastautorin Ute Gerhardt.
Ute Gerhardt ist Diplom-Volkswirtin
und als Programmiererin in einem großen internationalen IT-Konzern beschäftigt.
Sie hat eine Tochter und einen Sohn im Kindergartenalter. Sie bloggt im Rückspiegel.
Mit der regelmäßig wiederholten Ankündigung der SPD, mittel- bis langfristig
das dreigliedrige Schulsystem zugunsten der sogenannten Gemeinschaftsschule
abzuschaffen, tritt wieder einmal ein bekanntes Phänomen zutage, das man
parteiübergreifend während der gesamten Legislaturperiode beobachten kann: Die
Politik predigt Wasser, aber sie trinkt Wein.
Denn jene, die zwangsweise alle Kinder buchstäblich in einen gemeinsamen
Bildungstopf werfen und den Eltern jegliche Wahl nehmen wollen, wollen ihre
eigene Medizin am allerwenigsten schlucken. Schaut man einmal genauer hin, so
stellt man fest: Die Kinder der Spitzenpolitiker von SPD, Linke und Grüne
besuchen keine Gesamtschulen. Sondern duch die Bank die
Gymnasien des geschmähten dreigliedrigen Schulsystems.
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Ich veröffentliche ja eigentlich ungerne kommentarlos irgendwelche Filme, die ich irgendwo anders im Netz gefunden habe, aber in diesem Fall mache ich mal eine Ausnahme. Das hier ist ein Video von Kokichi Sugihara vom Meiji Institute for Advanced Study of Mathematical Sciences. Dafür gab es verdientermaßen den ersten Preis beim Wettbewerb "Best Illusion of the Year", gefunden habe ich den hübschen kleinen Film im Mathlog von Thilo Kuessner.