Es ist die schwerste Flut seit 80 Jahren. Im Norden Pakistans fiel zwischen dem 28. Und 31. Juli insgesamt bis zum Zehnfachen der normalen monatlichen Regenmenge. Flutwellen, Bergrutsche und einstürzende Gebäude forderten bisher über 1500 Todesopfer. Während ganze Regionen für Rettungskräfte unzugänglich sind, droht aus Mangel an sauberem Trinkwasser inzwischen der Ausbruch der Cholera.
Gemessene Regenmengen (kumulativ) an Messstationen im Einzugsgebiet des Indus. Beachtet die in der Legende aufgeführten mittleren monatlichenNiederschläge im Juli. Quelle: Dave's Landslide Blog
Doch während die Pegelstände in der betroffenen Region langsam zurückgehen und sich das ganze Ausmaß der Schäden zeigt, bewegen sich die Flutwellen weiter in die Täler und vereinigen sich im Unterlauf des Indus. Die fruchtbare Schwemmebene des Indus ist das landwirtschaftliche Herz Pakistans, das die Wassermassen nun zu verheeren drohen.
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Die Welt steht an der Schwelle einer vernichtenden Pandemie. Seit zehn Jahren ist der schon besiegt geglaubte Erreger zurück und breitet sich unaufhaltsam aus. Schon bald, fürchten Wissenschaftler, wird er eine globale Katastrophe auslösen, wenn es nicht gelingt, ihn aufzuhalten. Vergesst die Vogelgrippe. Der nächste Killer heißt Puccinia, und sein Opfer ist der Weizen.
Der Weizen, wissenschaftlich Triticum, ist gemessen an der Anbaufläche das zweitwichtigste Getreide der Welt, aber seine tatsächliche Bedeutung ist noch größer. Weizen ist das ultimative Brotgetreide, Grundnahrungsmittel für Milliarden Menschen. Nun aber fürchten Wissenschaftler globale Ernteausfälle, mit potentiell dramatischen Folgen.
Ursache sind Rostpilze (Puccinia spp., siehe Bild, Quelle: FAO), die Blätter und Halme des Weizens befallen und je nach Pilz bis zu achtzig Prozent der Ernte vernichten können. Durch sorgfältige Züchtung war es Mitte des 20. Jahrhunderts gelungen, kommerzielle Weizensorten mit Clustern einer Handvoll verschiedener Gene auszurüsten, die in ihrer Gesamtheit eine Resistenz gegen die meisten wichtigen Rostpilze mit sich brachten. Nun ist der Weizenrost mit Macht zurückgekehrt.
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Ausgehend von historischen Erfahrungen sind erste Schätzungen möglich, welche langfristigen Folgen die Ölpest im Golf von Mexiko haben wird. Für die Golfküste gibt es Hoffnung - bei früheren Havarien haben sich vergleichbare Ökosysteme als sehr regenerationsfähig erwiesen. Offen ist jedoch, was das fein verteilte Öl in der Tiefsee anrichten wird.
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Update: Mit-Blogger Martin Visbeck von der Klimalounge ist an einer Forschungsgruppe beteiligt, die in einem Computermodell die Ausbreitung des Öls mit den lokalen Meeresströmungen simuliert hat (Pressemitteilung hier). In diesen Modellen gelangt das Öl in den Golfstrom und mit ihm in den Nordatlantik.
Ausbreitung eines passiven Farbstoffs, der
an der Stelle des Öllecks über die oberen 20 Meter Tiefe ausgebracht
wurde, in einem Ozeanmodell.
Dazu gibt es auch eine schöne Animation:
Trotzdem bräuchten die Europäer gegenwärtig keine Angst vor einer Ölpest
an ihren Stränden zu haben. Durch die starke Verwirbelung des
Golfstroms dürfte sich das Öl anschließend weiträumig im Nordatlantik
verteilen und die Konzentrationen damit stark absinken. Außerdem wurde
in den Modellstudien kein biologischer Abbau berücksichtigt, der auf
Dauer die Ölbelastung deutlich abschwächt.
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Das Öl aus der Deepwater-Horizon-Quelle wird noch eine Weile weiter in den Golf von Mexiko fließen, und während wir auf die Entlastungsbohrungen von BP warten, können wir schon mal einen Ausblick auf die wahrscheinlichen Folgen der Ölpest werfen. Wie das im ersten Teil diakutierte Beispiel der Ixtoc-Quelle von 1979 zeigt, ist die Größenordnung der Havarie keineswegs beispiellos in der jüngeren Geschichte. Große Mengen Öl gelangen auf einigermaßen regelmäßiger Basis ins Meer und in küstennahe Ökosysteme, und deswegen gibt es auch reichlich wissenschaftliche Literatur zum Thema.
Was das an der Oberfläche schwimmende Öl der Deepwater-Horizon-Quelle betrifft, so kann man die historischen Erfahrungen ganz gut als Richtschnur heranziehen, wie es weiter geht. Ein beträchtlicher Teil der Gesamtmenge wird auf dem offenen Meer verwittern und dort zu Boden sinken, ohne jemals auf Land gestoßen zu sein. Nur etwa ein Zehntel des Ölteppichs gelangt wahrscheinlich an die Küste. Dort sind allerdings wegen der großen Menge Öl beträchtliche direkte Schäden zu erwarten, insbesondere in der Tierwelt. Die einprägsamen Bilder von eingeölten Vögeln und vergifteten Meerestieren sind ja sattsam bekannt, das muss ich wohl nicht weiter ausführen.
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Angesichts des Ausmaßes der Ölpest im Golf von Mexiko mag das verblüffen, doch die Deepwater-Horizon-Katastrophe ist nicht die erste ihrer Art. Ein Ölausbruch vor dreißig Jahren bietet interessante Parallelen zur heutigen Situation.
Rückblende ins Jahr 1979: Seit Dezember des Vorjahres bohrte die staatliche mexikanische Ölgesellschaft PEMEX vor der Stadt Campeche in Yucatan in etwa 50 Metern Wassertiefe nach Öl. Diese Ixtoc I genannte Bohrung hatte bis zum 2. Juni eine Tiefe von 3600 Metern erreicht, als plötzlich der Bohrschlamm im umliegenden Gestein zu verschwinden begann.
Das deutete auf Risse im Gestein hin, und die Arbeiter zogen den Bohrstrang aus dem Loch, um den Hohlraum mit Zement zu verfüllen. Dazu kam es aber nicht, denn ihnen kamen zuerst Bohrschlamm und dann Öl und Gas entgegen, es gab eine große Explosion und die Bohrinsel sank. Öl strömte aus dem Loch am Meeresboden ins Meer, 297 Tage lang, insgesamt geschätzte 3,3 Millionen Barrel. Das ist etwa vier mal so viel wie bis jetzt aus dem Deepwater-Horizon-Leck geströmt ist.
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Dass die Klimaforschung für Dänemark eine besondere Bewandtnis hat, liegt nahe. Einerseits hat das Land mit Grönland einen ganz substanziellen Fuß in der Tür, wenn es um die Erschließung der zunehmend eisfreien Arktis geht, zum anderen liegt eben dort auch der zweitgrößte Eispanzer des Planeten, der für sich allein genommen den Meeresspiegel um sieben Meter steigen lassen könnte.
Das wiederum ist für den Rest Dänemarks relevant, denn das Land zwischen Nord- und Ostsee ist streng genommen kaum mehr als ein Stück Rasen auf Meeresniveau. Der höchste Berg ist knapp 171 Meter hoch, und weite Teile des Landes liegen weniger als zwanzig Meter über dem Meer. Es war nicht ganz einfach, von Dänemark eine Höhenkarte zu bekommen – es lohnt einfach nicht...
Für ein solches Land hat Wasser natürlich eine ganz entscheidende Bedeutung, die sich unter anderem im internationalen Projekt BaltCICA – Climate Change: Impact, Costs and Adaptations widerspiegelt, an dem von dänischer Seite der Geological Survey of Denmark and Greenland, der dänische Technologierat und die Kommune Kalundborg beteiligt sind.
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Nun wissen wir also, wo das ganze Öl aus der leckgeschlagenen Deepwater-Horizon-Quelle im Golf von Mexiko geblieben ist: Statt an die Oberfläche zu steigen, sammelt es sich als Emulsion in wahrhaft gigantischen Giftwolken tief im Meer, wo es den verfügbaren Sauerstoff aufzehrt und ein Vielfaches mehr Schaden anrichtet als es ein Ölfilm auf dem Wasser je könnte. Das Desaster im Desaster ist natürlich menschengemacht, und zwar durch den unsachgemäßen Einsatz großer Mengen Dispergiermittel zur Ölbekämpfung.
Diese Chemikalien gehören seit Jahrzehnten zu den Standardwaffen gegen Ölverschmutzungen. Sie sind eine sehr effektive Methode, großflächig auch fein verteiltes Öl von der Oberfläche zu entfernen und es auf hoher See in kleine Tropfen zu zerteilen, die für Vögel und Säugetiere weniger gefährlich und außerdem leichter abbaubar sind. Allerdings sind diese Dispergiermittel ursprünglich dafür gemacht, begrenzte Ölmengen an der Wasseroberfläche zu verteilen und unschädlich zu machen. BP hat jedoch große Mengen dieser Chemikalien direkt in das leckgeschlagene Förderrohr am 1500 Meter tiefen Meeresboden injiziert.
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Wie viel Öl muss bisher aus der zerstörten Quelle ins Meer gelangt sein, um den vorhandenen Ölteppich zu erklären? Welche Ölmenge wird insgesamt frei werden, bis der Ausbruch gestoppt ist? Eine einfache Rechnung zeigt, dass die offizielle Zahl von 160.000 Litern pro Tag unrealistisch niedrig ist.
Nachdem die Förderplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko explodierte und sank, tritt aus dem Bohrloch an der Unglücksstelle kontinuierlich Öl aus und bildet einen Teppich, der inzwischen fast 6000 Quadratkilometer groß ist. Dabei wird es allerdings nicht bleiben, denn momentan ist überhaupt nicht abzusehen, wann die anderthalb Kilometer unter der Wasseroberfläche gelegene Quelle versiegen wird. Versuche, das Ventil am Meeresgrund zu schließen, sind jedenfalls gescheitert.
Jetzt haben die Ölbekämpfer erst einmal den Ölteppich angezündet, um zumindest einen Teil des Öls loszuwerden. Trotzdem muss die Quelle verstopft werden, und dazu gibt es zwei Ansätze: Zum einen basteln Ingenieure gerade an einer Art Fangglocke, die über die Quelle gestülpt werden soll. Das wird mindestens vier Wochen dauern, und da die Maßnahme in so tiefem Wasser noch nicht erprobt wurde... Sagen wir’s mal so: Ich wünsche ihnen viel Glück.
Variante zwei funktioniert mit ziemlicher Sicherheit: Ein zweites Loch bohren und den Druck von der Quelle nehmen. Eine Bohrplattform ist auch schon vor Ort, das würde allerdings ganze drei Monate dauern. Die Preisfrage ist: Wie viel Öl wird noch in den Golf von Mexiko fließen?
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Nach den derzeitigen Klimamodellen brauchen wir uns um den ostantarktischen Eisschild – die bei weitem größte zusammenhängende Eismasse des Planeten – auch langfristig keine Sorgen zu machen. Natürlich nicht, sollte man meinen, denn selbst bei einer deutlichen Erwärmung lägen die Temperaturen auf der kilometerdicken Eiskappe noch weit unter dem Gefrierpunkt. Allerdings ist andererseits so eine Eiskappe nicht mit einem Eiswürfel vergleichbar, vielmehr ist sie auf geologischen Zeitskalen ausgesprochen dynamisch, und über diese Dynamik wissen wir nach wie vor nicht allzu viel.
Genauer gesagt gibt es sogar ein Problem: Das was wir zu wissen glauben, stimmt nicht mit den Daten aus den Bohrkernen überein, die Forscher aus der Antarktis mit zurück gebracht haben. Nach den derzeit aktuellen Klimasimulationen sollte das Inlandeis die gegenwärtige Erwärmung gut verkraften – im Modell muss die Kohlendioxidkonzentration auf das Achtfache des vorindustriellen Wertes steigen, bevor das Eis schmilzt. Vor etwa 15,5 Millionen Jahren war ähnlich viel Kohlendioxid in der Luft wie heute und das Klima nur geringfügig wärmer – trotzdem ist laut Bohrkerndaten der ostantarktische Eisschild zu jener Zeit drastisch geschrumpft. (weiter)
Soll der Mensch versuchen, das Klima aktiv in seinem Sinne zu beeinflussen? Die unabsehbaren Folgen solcher Versuche lassen viele davor zurückschrecken. Doch tatsächlich betreibt der Mensch schon lange Geoengineering - unbeabsichtigt. Können wir es uns vor diesem Hintergrund überhaupt erlauben, derartige Möglichkeiten zu ignorieren?
Während sich die Politik noch Gedanken macht, wie es nach dem Kopenhagen-Desaster mit der Reduktion der Treibhausgas-Emissionen weiter geht, denken viele Wissenschaftler inzwischen über wesentlich drastischere Maßnahmen nach: Aerosolwolken oder Weltraumspiegel sollen die Sonneneinstrahlung verringern und gedüngte Meeresregionen gigantische Kohlendioxid-Mengen aus der Atmosphäre absorbieren. Solche Geoengineering-Maßnahmen sollen globale Klimaparameter und geochemische Kreisläufe aktiv beeinflussen, um trotz der bekannten menschengemachten Einflüsse das Weltklima stabil zu halten.
Das klingt, vorsichtig ausgedrückt, ziemlich ambitioniert, und viele Wissenschaftler warnen zu Recht vor den unabsehbaren Konsequenzen solcher Experimente. Die Systeme, in die man eingreifen würde, sind so komplex, dass man gar nicht sicher sein kann, dass man das eigentliche Problem schon erkannt hat – man denke an das Treibhausgas Kohlendioxid, das nicht nur die Atmosphäre erwärmt, sondern auch den pH-Wert der Ozeane beeinflusst, was langfristig der wesentlich schmerzhaftere Effekt sein könnte.
Und natürlich können die eingeleiteten Maßnahmen selbst wiederum globale Konsequenzen haben, die im Extremfall nicht wieder rückgängig zu machen wären. Deswegen existiert momentan eine Art Konsens, dass derartige Ideen nur für den absoluten Notfall reserviert sind. Ich persönlich glaube aber inzwischen, dass das der falsche Weg ist. Die Menschheit betreibt nämlich längst Geoengineering im großen Stil, allerdings im völligen Blindflug.
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In den letzten Jahren haben mit Industriechemikalien versetzte Milchprodukte aus China gleich mehrere Lebensmittelskandale ausgelöst. Aktuelle Meldungen zeigen: Das Problem ist noch lange nicht aus der Welt
Ziemlich genau ein Jahr nachdem in China fast 300.000 Kleinkinder durch kontaminierte Milchprodukte erkrankten, ist das Thema Melamin wieder da. Das Zeug tauchte in Milchpulver und Süßwaren dreier verschiedener Unternehmen auf, wie die chinesischen Behörden am 31. Dezember 2009 meldeten. Allerdings laut Wall Street Journal möglicherweise mit achtmonatiger Verzögerung. Das lässt nichts Gutes ahnen.
Es sei noch einmal daran erinnert, dass hinter der Angelegenheit eine beträchtliche kriminelle Energie steckt. Melamin ist, anders als die meisten Kontaminanten in Lebensmitteln, keine durch Nachlässigkeit oder mangelnde Kontrollen hineingeratene Substanz. Vielmehr täuscht es gezielt einen höheren Proteingehalt vor: Echtes Protein enthält nur etwa 16 Prozent Stickstoff, während Melamin zu 67 Prozent aus dem Element besteht. Man kann also mit wenig Melamin den Nährwert scheinbar deutlich erhöhen und mit wesentlich weniger Milch die gleiche Menge Milchprodukt herstellen, ohne dass gängige Prüfverfahren Alarm schlagen. Das ist bares Geld wert: Die Industriechemikalie kostet bei gleichem Effekt lediglich ein Fünftel des echten Proteins. (weiter)