Lindauer Impressionen Teil 1
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Meine erste Begegnung mit dem Bologna-Prozess hatte ich im dritten Semester, damals wurden erste Konzepte zu einem Bachelorstudiengang Chemie an unserer Universität bekannt. Da die voraussichtliche Umstellung in ferner Zukunft lag und ich vor hatte vorher mit dem Diplom abgeschlossen zu haben, machte ich mir keine weiteren Gedanken darüber.
2006 wechselte ich als Doktorandin auf die Seite der Lehrenden.
Von dieser Warte aus erhielt ich bessere Einblicke in die Reformprozesse meiner
Fakultät. Es gab nun schon konkretere Diskussionen zu einem Bachelorstudiengang
Chemie. Bemerkenswert war die Weigerung der meisten Professoren am Stoffumfang
ihres Faches im Vergleich mit dem Diplomstudiengang etwas zu kürzen. An anderen
Fakultäten meiner Universität liefen die Umstellung schneller und im Sommer 2008
unterrichtete ich die ersten Studentinnen und Studenten aus dem
Bachelorstudiengang Physik. (weiter)
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Hätte man zehn beliebige der über 150.000 protestierenden
Schüler und Studenten gefragt, was das hauptsächliche Ziel des Bildungsstreiks
2009 ist, man hätte wohl zehn verschiedene Antworten gekriegt. Und wäre kein
bisschen schlauer. Wie auch? Schon der Aufruf zum Bildungsstreik liest sich wie
ein Dokument der Ratlosigkeit. Es entbehrt nicht einer gewissen Komik, dass
Schüler und Studenten Hörsäle schließen, Rektorate besetzen und Straßen
blockieren – mit dem primären Ziel, eine Diskussion über das Bildungssystem
anzustoßen. Das dürfte eine Premiere in der Geschichte der Massenbewegungen
sein. (weiter)
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Es ist eine zentrale Prämisse des Rechtsstaates und seiner Justiz, dass kein Mensch kriminell geboren ist, sondern frei ist, sich für oder gegen bestimmte Handlungen zu entscheiden. Darauf fußen zentrale Begriffe wie Schuld, Verantwortung und natürlich auch Rehabilitation.
Die Anzeichen mehren sich jedoch, dass gewalttätiges Verhalten eine erbliche Komponente hat. Es scheint inzwischen belegt zu sein, dass Defekte des Gens für Monoaminoxidase A (MAOA) mit einer höheren Gewaltneigung verbunden sind. Eine Mutation im Gen verursacht zum Beispiel das sehr seltene Brunner-Syndrom, das mit höherer Aggressivität und leichten geistigen Behinderungen einhergeht.
Gendefekte sind eine Sache, allerdings hat sich gezeigt, dass auch einige weit verbreitete Varianten des Gens mit gewalttätigem oder antisozialem Verhalten bei Jugendlichen zusammenhängen. Träger solcher Allele sind, zeigt eine aktuelle Studie, signifikant häufiger in Gangs aktiv. Und sie greifen wesentlich häufiger zur Waffe. (weiter)
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